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Oft wird dieser Zusammenhang unterschätzt, aber Wertschätzung und Respekt gehören zu den wichtigsten Faktoren bei der Motivation von Mitarbeitern und spielen eine große Rolle für den Unternehmenserfolg. Aus Sicht des Angestellten betrachtet, ist die Anerkennung und Wertschätzung der eigenen Person durch Vorgesetzte und Kollegen sogar entscheidend für die geistige und körperliche Gesundheit.

 

Das Meinungsforschungs- und Beratungsunternehmen Gallup ermittelt jedes Jahr in einer groß angelegten Befragung den so genannten “Engagement Index“. Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage, wie sich die emotionale Mitarbeiterbindung auf Leistung und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen auswirkt. In der Studie von 2014 stellte sich heraus, dass für viele Angestellte die Anerkennung durch Vorgesetzte und eine emotionale Bindung zum Unternehmen wichtiger ist als ihr Gehalt. Im Umkehrschluss fühlen sich Mitarbeiter die von ihren Vorgesetzten keine Anerkennung erhalten, doppelt so häufig ausgebrannt, wie Kollegen, die sich regelmäßiger Wertschätzung erfreuen. Das bestätigen wohl auch die Krankenstände. Ein Mitarbeiter der sich nicht ausreichend anerkannt fühlt, ist durchschnittlich 5 Tage im Jahr mehr krank als sein wertgeschätzter Kollege.

 

Führungskräfte können hier viel tun. Sie sollten klare, realistische Ziele formulieren sowie die entsprechenden Mittel zur Verfügung stellen um diese Ziele auch zu erreichen. Ebenso wichtig und häufig für die Vorgesetzten weit schwieriger, ist das sie ansprechbar sind und sich die erforderliche Zeit nehmen den Einzelnen bei Bedarf wahrzunehmen und auf ihn einzugehen. Positive Leistungen und Erfolge sollten auch nicht immer nur als selbstverständlich angenommen werden, sondern dürfen auch gerne mal benannt und gewürdigt werden. In der Regel zahlt das jeder Mitarbeiter mit noch mehr Engagement und Loyalität zurück.

 

Aber auch unter den Kollegen ist Wertschätzung und Anerkennung von hoher Bedeutung. Viele Reibungsverluste und Blockaden in Teams entstehen durch Kränkungen, fehlende Anerkennung und das Gefühl ausgeschlossen zu sein. Man muss ja auch nicht gleich jeden zum Grillabend einladen, aber eben eine gemeinsame Basis der Anerkennung und Akzeptanz für den Arbeitsprozess finden. Häufig ist den Menschen allerdings nicht bewusst, dass das eigene Verhalten als missachtend und wenig wertschätzend wahrgenommen wird. Termindruck, Stress und häufig auch ein Überforderungsgefühl können dazu führen, dass das eigene Verhalten nicht reflektiert wird und man den Druck wie einen schwarzen Peter weiter gibt. Nicht selten können allerdings aus diesen Mechanismen sabotierendes oder gar verweigerndes Verhalten entstehen.

 

Im besten Fall wird eine Unternehmenskultur entwickelt, die einerseits präventiv das Wohl und den Zusammenhalt der Mitarbeiter im Blick hält und die andererseits konstruktive Wege findet mit Konflikten umzugehen. Es gibt mittlerweile viele gute Ansätze wie Supervision, Konflikttrainings und mannigfaltige Formen von Teambuilding. Auch entsprechende Workshops und Kommunikationstrainings können hilfreich sein. Hier ist allerdings Nachhaltigkeit nur dann gegeben, wenn die Maßnahmen in einer entsprechenden Struktur münden und alle Beteiligten in die Ausgestaltung dieser Anerkennungs- und Konfliktkultur mit einbezogen werden.

 

 

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