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Kurzportrait von Stephan Jung

  • Stephan Jung gilt als exzellenter Kenner des Handels in Deutschland, Europa und der Welt.
  • Er ist DER Vordenker, wenn es um die Zukunftstrends rund um Innovation, Stadt, Konsument und Handel geht.
  • Stephan hat die Entwicklungen von Red Bull, Facebook, Google und den Untergang bekannter Handelsformate vorausgesagt.
  • Seine Analysen sind unbequem, aufregend und anregend zugleich.
  • Er zeigt Unternehmenslenkern schonungslos auf, was sie dringend tun müssen und verstehst sich dabei als Speaker, der wie ein Sparringspartner Wahrheiten aufzeigt und seine Zuhörer aus der Comfortzone herausholt.
  • Sein Lebens- und Karriereweg ist geprägt von unstillbarer Neugier und enormer Begeisterungsfähigkeit.
  • Die Vita von Stephan Jung kurz zusammenzufassen: Klassensprecher, humanistisches Gymnasium, Schulsprecher, Ehrenmedaille der Bundeswehr, Studium der Rechtswissenschaft, private Ausbildung zum Sprecher und Sänger, Moderator beim Rundfunk, zahlreiche TV Auftritte als Sänger, Vorstandsvorsitzender des German Council of Shopping Center, Beirat Deutsche Messe AG, Fachbeirat der International Real Estate Business School, Mentoring Programm Hermann Scherer, Mitglied des Brain Reserve Pool von Faith Popcorn New York und Herausgeber von ACROSS The european real estate magazine.

Die 7 Innovationsstrategien

  1. Inszenierung
  2. Die neue Interpretation des Marktplatzes
  3. Omnichannel
  4. Cross Innovation
  5. Storytelling
  6. Kunden zu Freunden machen
  7. Überraschen - Spielen - Verführen

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Podcast in Textform

Norman Glaser: Hallo und herzlich willkommen! Schön, dass du wieder dabei bist. Hier ist Norman von MARKENKONSTRUKT.FM. Mein Interviewgast heute ist Stephan Jung. Stephan, vielen, vielen Dank, dass du dir heute Zeit für dieses Inerview genommen hast. Bist du ready und hast du Bock auf diesen Talk? #00:00:36-4#

Stephan Jung: Ich bin startklar. Ich freue mich wahnsinnig. Vielen Dank für die Einladung und ich bin startklar. #00:00:43-1#

Norman Glaser: Lass mich ganz kurz ein paar Worte über dich verlieren, bevor du vielleicht auch noch ein bisschen was zu deiner Person sagst. Ich habe natürlich im Internet recherchiert. Habe mich total gefreut auf den Termin. Denn Stephan, du giltst als exzellenter Kenner des Handels in Deutschland, Europa und der Welt und bist der Vordenker, wenn es um Zukunftstrends rund um Innovation, Stadt, Konsument und Handel geht. Du hast zielsicher die Entwicklung von Red Bull, Facebook, Google und den Untergang bekannter Handelsformate vorausgesagt. Deine Analysen sind unbequem, aufregend und anregend zugleich. Du zeigst Unternehmenslenkern schonungslos auf, was sie dringend tun müssen und verstehst dich dabei als Speaker, der wie ein Sparringspartner Wahrheiten aufzeigt und seine Zuhörer aus der Komfortzone herausholt. Dein Lebens- und Karriereweg ist geprägt von unstillbarer Neugier und enormer Begeisterungsfähigkeit. Was mich persönlich besonders freut, um deine Vita kurz zusammenzufassen, Klassensprecher humanistisches Gymnasium, Schulsprecher, Ehrenmedaille der Bundeswehr, Studium der Rechtswissenschaft, private Ausbildung zum Sprecher und Sänger, Moderator beim Rundfunk, zahlreiche TV-Auftritte als Sänger, Vorstandsvorsitzender des German Council of Shopping Center, Beirat Deutsche Messe AG, Fachbeirat der Internation Real Estate Business School, Mentoring Programm Hermann Scheerer, Mitglied des BrainReserve Pool von Faith Popcorn New York und Herausgeber von Across the European Real Estate Magazine. Stephan, Wahnsinn, was ich im Internet alles über dich gefunden habe, unglaublich. Und wie gesagt, schön, dass du heute Zeit genommen hast für dieses Interview. Ich freue mich wirklich sehr. #00:02:29-4#

Stephan Jung: Ja klasse, vielen Dank für die Zusammenfassung. Da kann man fast nichts mehr ergänzen. #00:02:34-1#

Norman Glaser: (lacht) Ja vielleicht kannst du trotzdem noch ein bisschen was über dich als Privatperson sagen. Ich verfolge dich ja ganz aufgeregt immer bei Facebook, wo du gerade überall unterwegs bist und wie du oder was du so über dich berichtest. Und vielleicht neben dir als Privatperson auch so ein bisschen, was machst du geschäftlich, womit verdienst du dein Geld? #00:02:53-9#

Stephan Jung: Gerne. Also als Privatperson würde ich mich mal so skizzieren. Ich bin neugierig, ich bin optimistisch, ich bin ungeduldig, (unv.) #00:03:05-8# spontan, zuverlässig und ja Eintönigkeit wäre jetzt nicht mein Ding. Deswegen, wenn du in Facebook siehst, ich bin für drei Tage in New York und für zwei Tage dann wieder ganz woanders und wieder zurück in Europa, dann ist das etwas, was viele Freunde immer sagen, mein Gott wie hältst du das aus und ich sage, wow! das ist toll, das macht wahnsinnig Spaß. Und ich sehe dabei natürlich ganz, ganz viele Dinge. Ich bin auch ein ganz visueller Mensch, also ich muss Dinge einfach auch sehen #00:03:42-3#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:03:42-4#

Stephan Jung: Und das führt dann im Prinzip auch zu meinem Job, zu meinem Beruf, zu meiner Berufung, denn mich interessiert, was kommt als Nächstes, was sucht der Mensch, was sind die neuesten Trends und deswegen beschäftige ich mich ja auch hingehend, eingehend mit dem Thema Innovation.  #00:04:02-0#

Norman Glaser: Ja. Ja. Stelle dir mal vor, du bist auf einer Speed Network Party und müsstest wirklich in wenigen Sätzen erzählen, was du beruflich machst. Wie würdest du das in ein, zwei Sätzen zusammenfassen? #00:04:16-0#

Stephan Jung: Das ist jetzt der berühmte 30 Sekunden Elevator Pitch #00:04:20-6#

Norman Glaser: Ja genau (lacht) ja. #00:04:22-2#

Stephan Jung: Um den jeder weiß, aber auf den man doch nie vorbereitet ist. Okay, ich versuche es mal. Ich bin Gründer und CEO von Eisberg Positioning, das ist eine Strategieberatungs-Boutique für Einzelhandel, Shoppingcenter, Gastro, Hotel und uns treibt an, was sind die Consumer Trends, wie können Unternehmen sich zukunftssicher aufstellen, wie können sie ihr Business weiterentwickeln und wo geht der Trend hin. Das Ganze machen wir mit einem kleinen schlagkräftigen Team, was sich sehr international zusammensetzt. #00:04:57-4#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). Da gleich eine Zwischenfrage. Wie scoutest du diese Trends, wie entdeckst du das? Also wie bist du so weit vorne dran, dass du da wirklich diese Trends identifizierst und das überhaupt wahrnehmen kannst in diesem ganzen Medienwahnsinn, in diesen ganzen Informationsfluten? #00:05:17-5#

Stephan Jung: Ja stimmt. Also es geht ja eher darum, Dinge zu filtern als sie zu finden. Also ich lese natürlich ganz viel, aber ich reise auch ganz viel. Also ich war jetzt gerade in den USA unterwegs, war bei einer Konferenz in Las Vegas, wo ich auch ein kurzes TV Interview hatte. ABER ich habe mir dann zum Beispiel auch vorgenommen, vor kurzem hat der größte und teuerste und angeblich beste Club der Welt eröffnet. Für 107 Millionen Dollar umgebaut und auch wenn das überhaupt nicht mein Geschäftsfeld ist, habe ich gesagt, ich muss mir das angucken, ich muss das verstehen, weil ich bin ein Riesenfan von Cross Innovation. #00:06:00-0#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:06:00-5#

Stephan Jung: In meiner Branche kenne ich schon ziemlich viel und so geht es den meisten Menschen auch. Spannend wird es, wenn man mal seinen eigenen bequemen Bereich, die sogenannte Komfortzone verlässt und sich in benachbarten Branchen umguckt und ich finde da kann man so viel lernen und Cross Innovation ist auch immer wieder ein Thema meiner Keynote Vorträge und ich fordere Unternehmen immer auf mal rauszugehen und mit ganz anderen Branchen zu sprechen, mal eine Messe zu besuchen, wo es nicht um ihr Kerngebiet geht. Da passieren dann die spannenden Dinge. #00:06:37-3#

Norman Glaser: Ja. kannst du vielleicht noch in kurzen Sätzen erklären, was du unter Cross Innovation verstehst? #00:06:41-7#

Stephan Jung: Unter Cross Innovation verstehe ich, dass sich Branchen miteinander vernetzen, die auf den ersten Blick nicht ganz so viel miteinander zu tun haben. Aber auf dem zweiten Blick entstehen da spannende Dinge. Für mich ist so ein Cross Innovation Produkt zum Beispiel der Fiat 500 Gucci. Also Autofirma und ein na sagen wir mal Taschendesigner und Modedesigner tun sich zusammen und was kommt dabei heraus? Ein Sondermodell, was sich verkauft wie wahnsinnig, weil es ist gar kein Auto, sondern es ist Lifestyle, #00:07:16-5#

Norman Glaser: Lifestyle. #00:07:17-0#

Stephan Jung: Es ist eine fahrende Handtasche mit exzellenten Ledersitzen aus italienischem Leder, was einfach Spaß macht. Und da gibt es viele Beispiele. Nike und Apple‎ haben vor einiger Zeit mal einen Chip entwickelt für Jogger. 18 Millionen Menschen auf der Welt nutzen diesen Chip. Der Spülmaschinentabs, den die meisten von uns jeden Tag verwenden, ist durch die Cross Innovation entstanden, weil die Forscher von Henkel geschaut haben, wie wird Toffifee gemacht. Die haben in der Tag sich die Schokoladenmaschine von Storck aus Berlin ausgeliehen, damit Toffifees hergestellt werden und haben gesagt, verdammt nochmal, wir müssen es doch auch schaffen, drei oder vier Komponenten in einen Tabs zu bekommen, wir lernen das von Toffifee. Das ist für mich so ein Musterbeispiel, #00:08:13-0#

Norman Glaser: Sehr schönes Beispiel. #00:08:13-9#

Stephan Jung: es (unv.) #00:08:13-8# aus dem eigenen Labor ganz woanders hingehen und inspiriert zurückkommen. #00:08:19-6#

Norman Glaser: Ja. Was braucht man dafür, weil das ist ja, also über diesen Tellerrand hinausschauen ist ja oft die Problematik im Alltagstrott, im Daily Business. Wie schafft man es so einen Lab zu initiieren, aufzubauen, dass sowas ermöglicht wird? #00:08:38-2#

Stephan Jung: Das ist eine gute Frage. Ich habe keine Standardantwort dafür. Ich glaube, grundsätzlich müssen wir Deutschen lernen experimentierfreudiger zu werden. Wenn du einen Lab machst, dann muss man auch von vornherein den Fehler oder das Scheitern mit einplanen. Das gehört zum Prozess dazu. Edison hat auch 10.000 Versuche gemacht bis die Glühbirne fertig war und wenn ich 20 Dinge ausprobiere und 17 scheitern, dann ist das kein Versagen, sondern dann habe ich 3 tolle Dinge entwickelt. Also dieses Labor, dieses Ausprobieren, dieses Neugierigsein, ich glaube, da müssen wir noch eine andere Kultur entwickeln. Die ist sicherlich im Silicon Valley anders als bei dir im Odenwald oder bei mir in Hamburg. #00:09:34-7#

Norman Glaser: Ja. Welchen Einfluss hat das Zeitalter der Digitalisierung auf die Entwicklung von Innovationen und Trends für dich? #00:09:49-6#

Stephan Jung: Ja das ist wahnsinnig groß. Also ich beschäftige mich ja sehr, sehr stark mit dem Einzelhandel und dann bin ich natürlich sofort beim Konsumenten, beim Menschen. Und der durchschnittliche Bürger in Europa nimmt in der Woche sein Smartphone 1.500 Mal in die Hand. Das heißt die Frage, ist der Mensch digital, die muss man sich nicht mehr stellen. Er ist es schon längst. Aber viele Dienstleister, viele Einzelhändler, viele Unternehmen sind es noch gar nicht. Also wir haben da noch einen ganz weiten Weg vor uns und wenn ich so Unternehmens- und CEO-Befragungen lese, wie jetzt gerade, wo das Ergebnis ist, dass 6 Prozent der Führungskräfte das Thema Digitalisierung als große Priorität für sich erkannt haben, dann muss ich sagen, Glückwunsch, weitermachen, an die 6 Prozent. Aber was bitte machen die anderen 94 Prozent? Das #00:10:52-2#

Norman Glaser: Untergehen. #00:10:52-5#

Stephan Jung: Macht mich unruhig, das macht (unv.) #00:10:54-5# nervös und sehe dann, ich sehe dann immer schon, wo der nächste aus seinem Stillstand in den schleichenden Tod geht und das Unternehmen untergeht. Stillstand ist heute nicht mehr möglich. Bewegung, Bewegung, Bewegung. #00:11:12-2#

Norman Glaser: Ja. Und vor allem in einer hohen Geschwindigkeit, wie wir es ja jetzt im Grunde in den letzten Jahren ja erleben. #00:11:17-0#

Stephan Jung: Das Tempo nimmt zu und es wird nicht weniger und der berühmte Satz “Change is the new normal”, das ist eben so. Das heißt auch lebenslanges Lernen, das heißt wir sind nie fertig. #00:11:35-0#

Norman Glaser: Ja. Wenn wir jetzt über diese 6 Prozent sprechen, wie sieht denn für dich so ein Szenario aus, wo werden wir denn in 5 oder 10 Jahren sein? Gerade im Handel. #00:11:44-4#

Stephan Jung: Na da werden wir dort sein, dass die Anbieter gut funktionieren, die das Thema Omnichannel verstanden haben, die das Thema Barrierefreiheit verstanden haben und ich war gerade in den USA und habe gerade neueste Zahlen auch mitgebracht von Walmart. Walmart sagt, unser Durchschnittskunde, der in den Laden kommt, der gibt im Jahr 1.400 Dollar aus. Unser Durchschnittskunde, der nur online kauft, der gibt 200 aus. Aber was gibt der Kunde aus, der in beiden Welten zuhause ist? Der gibt eben nicht 1.400 plus 200 aus. Das wären 1.600, sondern der, der alle Kanäle nutzt, der gibt 2.500 aus. So. Und das ist eben 1 plus 1 ist 3. Und das hat der Handel an vielen Stellen noch nicht verstanden, was es für ihn bedeutet. Wenn ich also nicht in dieser digitalen Welt stattfinde, dann wird mir jedes Jahr ein bisschen was weggenommen und ich muss dort sein. Das heißt nicht automatisch, dass ich einen Mega-Onlineshop haben muss, aber ich muss den Kunden überall antreffen, weil der Kunde ist omnipräsent, das heißt ich muss auch omnichannel-fähig sein und ich darf dann aber auch nicht, wenn ich das bin, sagen, ja das Angebot, das gibt es nur online oder im Laden oder man kann es aber so nicht umtauschen oder ach das wusste ich gar nicht, dass es das bei uns gibt. Jedes Mal, wenn das passiert ist der Kunde rein theoretisch und praktisch WEG. #00:13:32-0#

Norman Glaser: Ja. Welchen Einfluss haben Plattformen wie Amazon und Co. auf den Handel? Ich meine, wir reden ja wirklich über riesige Online-Plattformen, über die unglaublich viel Umsatz gehen. Wie siehst du das? Gerade vielleicht auch, wenn man mal ein bisschen fokussiert auf die Städte. Thema Einzelhandel in den Städten? #00:13:55-4#

Stephan Jung: Ja also Amazon und alle anderen Anbieter, da muss man auch in einem Atemzug gleich Alibaba mitnennen. Das ist kein asiatisches Thema mehr, das ist ein globales Thema und Alibaba hat mittlerweile auch sein Büro in Deutschland eröffnet. Das ist für viele noch nicht so ganz sichtbar, aber diese Anbieter sind hier. Und die haben natürlich 24 Stunden geöffnet, 7 Tage in der Woche und immer dann, wenn das Ladenschlussgesetz zuschlägt, dann schnellen die Umsätze dort nach oben und am Sonntag wird eben am meisten online gekauft. Das heißt der Kunde will es und Deutschland ist da im europäischen Vergleich wirklich noch in der Steinzeit. Die Diskussionen über Ladenöffnungszeiten, die ist wirklich angestaubt und die muss intensiver geführt werden. Hier geht es um Chancengleichheit. Hier geht es nicht darum den Menschen einen freien Sonntag wegzunehmen, sondern es geht einfach um Chancengleichheit und überall dort, wo geöffnet ist, wird das Angebot auch angenommen. Also mit diesen Playern müssen wir immer mehr rechnen. Wenn man sich mal anschaut, was bei Alibaba am sogenannten Black Friday passiert ist, als sie besondere Angebote avisiert haben. Sie haben in den ersten 8 Minuten 1 Milliarde Dollar Umsatz gemacht, in 8 Minuten. #00:15:28-6#

Norman Glaser: Wahnsinn. #00:15:30-4#

Stephan Jung: Das ist 600 Mal so viel wie Amazon (…) Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. 600 Mal so viel wie Amazon in 8 Minuten macht. So und am Ende des Tages hatten sie 15 Milliarden Umsatz gemacht an EINEM Tag.  #00:15:46-6#

Norman Glaser: Wahnsinn. #00:15:47-7#

Stephan Jung: Dafür braucht der komplette Kaufhof Konzern in Deutschland 6 Jahre. Also das sind Dimensionen, die müssen wir uns einfach bewusstmachen. #00:15:59-1#

Norman Glaser: Wahnsinn. Also das ist, das sind mal vor allem Zahlen. Hat also ich habe dann sofort das Gefühl, haben wir eine Chance den stationären Handel hier mit Strategien eine sichere Zukunft zu verschaffen und wie würde das aussehen? Wie könnte aussehen? Wie bereite ich mich mit eigenen digitalen Geschäftsmodellen in Ergänzung vielleicht zu meinem Kerngeschäft vor auf die Zukunft? #00:16:30-6#

Stephan Jung: Also das Schöne ist, der stationäre Handel hat sehr, sehr gute Chancen auch in Zukunft die wichtigste Rolle zu spielen, denn der Mensch will sehen, riechen, fühlen, schmecken, hören, all mit seinen Sinnen Dinge erleben PLUS das Herz der Innenstadt hat ja auch eine ganz wichtige Funktion für die Community als Treffpunkt. Menschen wollen sich treffen. Warum gehen Menschen denn auf große Messen. Das kann man alles online auch abbilden, das haben auch Messen schon versucht, trotzdem, jedes Mal, wenn ich in Frankfurt bin, dir wird es genauso gehen, wenn Messe ist, ist die Stadt voll und die Menschen kommen aus der ganzen Welt dorthin. Das Geschäftsmodell funktioniert seit 800 Jahren und so ist es auch im Einzelhandel. Der Einzelhandel muss nur einen Wandel vollziehen, nämlich er darf nicht mehr Produkte verkaufen, sondern er muss Lösungen anbieten, er muss vielmehr zum Community Manager werden. #00:17:43-2#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:17:43-5#

Stephan Jung: Man sagt heute so schön, Ware wird nicht mehr verkauft, Ware wird gekauft und in diesem winzigen Unterschied steckt die gesamte Wahrheit, wo der Handel sich hin entwickeln muss. Weg vom Produkt hin zum Kunden, Erlebnis schaffen, Vorteile schaffen, eine Community aufbauen und viele Einzelhändler arbeiten in der Richtung. Ja in USA gilt wieder der schöne Spruch “People want to belong”, also gib ihnen doch ein Zuhause, gib ihnen eine Community, gib ihnen einen Freundeskreis und es gibt ja Beispiele dafür. Man spricht ja nicht umsonst von der Apple Familie. Das ist, hier wird kein Produkt verkauft, sondern hier wird inszeniert, hier werden Lösungen angeboten, hier wird gehirngerecht für den Konsumenten einfach gearbeitet und so macht es Spaß. Und wenn das passiert, dann muss ich auch nicht mehr über den Preis diskutieren, weil ich habe noch niemanden erlebt, der im Apple Store versucht hat über einen Preis zu diskutieren. #00:18:56-3#

Norman Glaser: Ja (lacht) das stimmt. Das ist gut. #00:18:58-1#

Stephan Jung: Im Gegenteil, ich glaube, wenn die Schlangen bei Produkteinführungen lang sind, würde mancher eher noch einen Zehner drauflegen, #00:19:05-9#

Norman Glaser: Klar. #00:19:06-1#

Stephan Jung: Wenn er das neueste Smartphone noch einen Tag früher bekäme. #00:19:12-0#

Norman Glaser: Ja es ist am Ende des Tages immer die alte und immer die gleiche Frage. Warum soll ich kaufen? Also oftmals und das stellen wir ja eben auch fest in unseren Projekten, wird immer nur die Frage des Wie und des Was beantwortet und visualisiert, aber dieses Warum wird eigentlich überhaupt nicht beantwortet. Also dieses Erlebnis im Geschäft reinzukommen oder so ein Einkaufserlebnis zu kreieren also auch diese Kreativität, die dahintersteckt. Also das sehe ich als Riesenthema an. #00:19:46-4#

Stephan Jung: Unbedingt. Also ich habe mir letztes Jahr einen ganz, ganz schönen Satz in London gemerkt. Da sagte jemand als Zusammenfassung, ein Produkt, was du im Laden kaufst, ist eigentlich nur noch ein Souvenir von einer guten Erfahrung, die du gemacht hast. #00:20:08-4#

Norman Glaser: Sehr schön. #00:20:09-4#

Stephan Jung: Ja und ja genau das ist es. Da müssen wir uns hin entwickeln. Dazu gehört natürlich auch ganz viel Inszenierung und dazu gehört auch, ja in meinen 7 Innovationsstrategien fasse ich das immer zusammen, dazu gehört auch den guten alten Marktplatz wieder neu zu interpretieren und zu verstehen, dass Marktplatz eben auch viel mehr war als nur Produkt zeigen, sondern das war Treffpunkt, da wurde gehandelt, da wurden Informationen ausgetauscht, da fand Entertainment statt. Das hieß früher noch Gaukler. Aber all das kann man neu interpretieren. Das müssen Städte für sich neu überlegen, denn viele Städte haben ihr Herz, ihre Seele und ihren Bauch der Stadt, den guten alten Marktplatz, verloren und fragen sich heute, was können wir tun, damit wir wieder ein echtes Zentrum bekommen. Das kann aber auch jeder einzelne Laden für sich genau einmal durcharbeiten, was heißt es denn Markt zu halten und was muss ich denn tun, um guter Marktbeschicker zu sein. Dabei helfen wir dann mit unserer Strategieberatung sehr oft, denn ich schaue dann häufig in ratlose Gesichter und merke, das ist doch gar nicht so einfach, wenn man sich mit der Thematik nicht jeden Tag beschäftigt. #00:21:41-2#

Norman Glaser: Ja. Ja genau. Also wir suchen ja auch immer so in diesen Podcast-Shows so die Mehrwerte. Du hast gerade die 7 Innovationsstrategien angesprochen. Kannst du die mal kurz anteasern? #00:21:56-0#

Stephan Jung: Ja. Also das ist zum einen das Thema Inszenierung, das heißt den Laden einfach zu einem Erlebnis zu machen. Das zweite Thema ist wie eben angesprochen, die neue Interpretation des Marktplatzes. Strategie Nummer Drei, das ist Omnichannel, also dem Kunden überall dort eine Antwort geben, wo er eben unterwegs ist in der Online und Offline Welt. Nummer Vier, hatten wir auch schon angesprochen, Cross Innovation, also ganz gezielt mal rausgehen aus der eigenen Komfortzone, andere Branchen anschauen und ein Best Of kreieren. Nummer Fünf, Story, Story, Story. Erzählen, das liebt das Kleinkind bis hin zum Hundertjährigen. Gute Geschichten sind immer wieder wichtig. Dann ein Thema, wo ich oft höre, ja klar haben wir verstanden, machen wir. Finde ich wird aber trotzdem nicht konsequent genug gemacht. Kunden zu Freunden machen und ich habe vor kurzem die Diskussion geführt, Kunde ist König. Ich habe gesagt, nein die Zeiten sind vorbei. Der Kunde will Partner und Freund sein, er will uns auf Augenhöhe treffen und er will eigentlich ganz entspannt und vertrauensvoll mit uns umgehen und deswegen ist das Thema Freunde, Freunde machen, für mich ein ganz wichtiges. Gutes Beispiel aus einer Cross Innovation Branche wäre für mich Motel One, hier funktioniert das. Tolle Lobby, Rezeption, Bar, Frühstück, Aufenthaltsraum, alles weggelassen, was nicht nötig ist und eine gute Stimmung und das zu einem fairen Preis, also „Value for Money“. Und das ist genau für mich die Strategie, die heute viele Konsumenten durchaus honorieren, wenn sie sowas finden. #00:24:13-0#

Norman Glaser: Ja. Ja. #00:24:13-9#

Stephan Jung: Ich glaube jetzt habe ich noch eine vergessen. #00:24:16-2#

Norman Glaser: Eine fehlt noch. (lacht) Ja. #00:24:18-3#

Stephan Jung: Okay, das ist auch eine ganz, ganz wichtige finde ich. Wie heißt es bei mir? Überraschen, Spielen, Verführen. #00:24:26-8#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). Schön. #00:24:28-7#

Stephan Jung: Der Kunde lässt sich gerne verführen, wenn es gut gemacht ist. Das geht uns ja privat auch so. Wir wissen zwar, wo das irgendwie mal enden kann und soll und wird, aber, wenn Verführung gut gemacht ist, macht sie doch irrsinnig Spaß. Und der Kunde hat auch durchaus Lust ein bisschen spielerisch einfach zu sein, ja, Dinge zu entdecken, sich überraschen zu lassen und da finde ich, sind wir manchmal zu ernst und da kann man auch echt tolle Sachen machen. Es gibt tolle Ladenbeispiele dafür wie man mit dem Ladenbau genau in dem Bereich punkten kann. #00:25:09-6#

Norman Glaser: Ja. Ja zu einem deiner Strategien fiel mir auch ganz spontan so ein Zitat ein. Thema Storytelling, wir erzählen unseren Kindern Geschichten, damit sie einschlafen und den Erwachsenen Geschichten, damit sie aufwachen. #00:25:24-2#

Stephan Jung: Ja. (lacht) Sehr gut. So ist es. Ja. #00:25:27-6#

Norman Glaser: Das stimmt. #00:25:28-3#

Stephan Jung: Für mich einer der besten Geschichtenerzähler ist Jamie Oliver. Er schafft es immer wieder in seinen Restaurants, aber auch in seinen Fernsehshows einen zu fesseln und mitzunehmen und also immer, wenn man im Fernsehen ihn irgendwo mal sieht, dann ist er am Kochen und es kommen gleich Freunde und er hat ganz tolle frische Ware da und es macht immer irgendwie Spaß und man hat das Gefühl, ach cool da würde ich jetzt auch gerne mitessen. Und eines meiner Lieblingsrestaurants von ihm, das ist in London. Das heißt Barbecoa und die Story ist einfach. Hier geht es nur um Fire and Food. Also nur um Zubereitung auf dem Feuer, im Feuer, mit Feuer und das Restaurant ist immer ausverkauft und er macht irrsinnige Umsätze und die Idee ist einfach, wirklich alle Zubereitungsarten für Fleisch, auf dem Grill, in der Erde, im Tontopf, auf dem Spieß und und und. Also einfach eine tolle Geschichte und natürlich perfekt umgesetzt. Und er verdient richtig viel Geld damit.  #00:26:38-7#

Norman Glaser: Ja und was man bei ihm ja wirklich sieht, wenn man ihn im Fernsehen wahrnimmt, er ist in seiner ganzen Körpersprache ist das durch das Fernsehen spürbar wie begeistert er von dem Kochen ist und ich glaube, wenn diese Begeisterung in einem flammt, können einfach neue Dinge entstehen und dann ist ja völlig klar, dass er auf solche Ideen kommt wie in London so ein Restaurant zu eröffnen. #00:27:08-0#

Stephan Jung: Ja natürlich. Also Begeisterung, Passion, Leidenschaft. Dem kann man sich gar nicht entziehen. Das steckt einfach an und Menschen wollen mit erfolgreichen glücklichen Menschen am liebsten zusammen sein, Zeit verbringen, Geschäfte machen. Keiner hat Lust mit jemandem eine Transaktion durchzuführen, der pessimistisch ist, der keine Lust hat und der auf die Uhr guckt und der hofft, dass es bald Wochenende ist. #00:27:40-0#

Norman Glaser: (lacht) Ja. #00:27:40-9#

Stephan Jung: Und das spürt man einfach und das merkt man einfach auch, wenn man dann wieder einen Laden betritt, um zum Einzelhandel zurückzukommen. Ich finde es großartig, wie in USA die Mitarbeiter geschult sind. Ja, ich bin kürzlich in einen Laden gegangen, um ein bisschen Konkurrenzbeobachtung zu machen für einen meiner Kunden #00:28:02-2#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:28:02-9#

Stephan Jung: Und ich bin in den Laden gegangen Loxitan, das ist französische Kosmetik und solche Sachen und die haben so eine schlaue Frage gestellt. Ich wusste egal, was ich antworte, sie lässt mich jetzt gleich nicht mehr weg und das haben sie aber so gut gemacht. Die Frage war nämlich, have you shopped with us before? So. Habe ich ja gesagt, war die Antwort, hey welcome back, nice to have you here again. Hätte ich nein gesagt, wo schön, dass du zum ersten Mal hier bist, dürfen wir dir mal zeigen, was wir für tolle Sachen haben? Also sie sind einfach ganz, ganz gut und fokussiert, um mit dem Kunden ins Gespräch zu kommen und ich weiß nicht wie es dir geht, aber betrete ich irgendwo ein Kaufhaus, habe ich eher das Gefühl, die Verkäufer sausen davon in irgendeine Ecke, sind beschäftig, haben keine Lust und das spürt man einfach diese #00:29:04-8#

Norman Glaser: Ist unvorstellbar in Deutschland. #00:29:06-7#

Stephan Jung: Professionalität und diese Leidenschaft auch für das eigene Produkt. #00:29:13-9#

Norman Glaser: Ja. Das ist eigentlich auch so die Unternehmenskultur, die da mitreinspielt. Apple macht das ja auch mit Bravur, die Leute wirklich abzuholen und zu integrieren, also die eigenen Mitarbeiter. #00:29:25-0#

Stephan Jung: Ja unbedingt. Also die fühlen sich einfach als Family und die sind auch stolz auf das, was sie tun und ich finde, jeder Beruf eröffnet einem die Möglichkeit zu sagen, hey ich mache das aller- allerbeste daraus und ich bin stolz auf das, was ich mache und jeder Job ist wichtig und das spürt man einfach, wenn man einen Laden betritt. #00:29:52-9#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). Ja. Absolut. Ist Teil der Marke und Marke, Vertrauen, Qualität, das spielt da alles mit rein ja. (unv.) #00:30:04-6#
Stephan Jung: Unbedingt. Ja. #00:30:07-0#

Norman Glaser: Stephan, wenn du deine Glaskugel auf deinem Schreibtisch mal kurz anschmeißen könntest für uns. Was sind die kommenden Trends? Was denkst du, wo entwickelt sich der Handel hin? Wie kaufe ich vielleicht in Zukunft ein? Wie erfolgt die Kommunikation? Kannst du da was, kannst du da aus dem Nähkästchen plaudern, was du so siehst? (lacht) #00:30:32-0#

Stephan Jung: Ja. Ich sehe da in meiner Glaskugel ganz spannende Dinge. Na ja, also Spaß beiseite. Ich beobachte natürlich nicht in der Glaskugel, sondern in der realen Welt die wichtigsten Consumer Trends und für mich sind das insgesamt 11 Stück, die ich da besonders mir anschaue und das Interessante, an diesen Trends ist, diese Megatrends, die kommen überhaupt nicht über Nacht, sondern die sind ganz, ganz langsam. Die entwickeln sich sehr stetig. Das heißt aber nicht Entwarnung, denn da, wo diese Trends aufeinandertreffen, sich vermischen, also so eine Ebene unten drunter, da geht auf einmal alles auch ganz schnell. Und dann passiert es eben so, dass wenn wir jetzt, zum Beispiel, sprechen wir mal über Mobilität. #00:31:29-8#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:31:29-8#

Stephan Jung: Ja. Wir wissen, dass Mobilität sich verändert. Es ist heute nicht mehr so, wenn ich mit der Next Generation spreche, dass deren größter Traum ist, ein Auto zu besitzen. Nein, die wollen einfach mobil sein. Da kann das Auto eine Rolle bei spielen, muss aber nicht. Also als ich 18 wurde, da gab es für mich nur ein Ziel, ich will ein Auto haben. So. Und viele, die schon auch ein bisschen älter sind, die werden das bestätigen. Das ist bei der Next Generation überhaupt nicht mehr der Fall. Wenn wir das jetzt mal verbinden mit dem Thema Urbanität, immer mehr Menschen wollen in der Großstadt leben, das sehen wir auch, mittlerweile über 50 Prozent der Weltbevölkerung lebt in Großstädten, die Zahl wird auf 70 Prozent ansteigen bis 2050. Also nichts, was über Nacht passiert. Aber jetzt mischen wir mal genau diese beiden Megatrends Mobilität, Urbanisierung #00:32:35-7#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:32:36-2#

Stephan Jung: Und was kommt heraus? Zum Beispiel Car Sharing und das ist relativ schnell passiert und hier gilt es zu reagieren. In Berlin kannst du heute aus 5.000 Fahrzeugen auswählen, die überall an jeder Ecke stehen und dir ein Auto oder einen Motorroller ausleihen. Für eine Stunde, für eine kurze Tour oder für einen Tag, für was auch immer. #00:33:01-7#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:33:02-5#

Stephan Jung: Darauf muss ich reagieren. Und zum Beispiel meine Kunden aus dem Shoppingcenter-Bereich, mit denen diskutiere ich, okay, habt ihr Kooperationen mit diesen Car Sharing Anbietern? Wo stehen diese Autos? Gibt es einen zentralen Platz dafür? Wird das beworben? Mache ich damit eine Promotion Aktion et cetera, et cetera. Also ich muss dann anfangen, diese einzelnen Trends für mich einmal durch zu deklinieren. Was kann das bedeuten? Kommen meine Kunden in 5 Jahren alle mit dem Elektroauto? Dann muss ich eben Ladestationen haben, kommen die mit Car Sharing, dann soll es schnell und unkompliziert für sie gehen. Also ich muss diese Trends dann auf mein Business einfach übersetzen. #00:33:49-9#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). Ja, ich meine, man sieht es ja auch an den enormen Investitionen in so Startups wie Uber, was da gerade los ist, Thema Mobilität. #00:34:03-1#

Stephan Jung: Unglaublich, also Uber ist eines der klassischen Beispiele airbnb ist ein anderes Beispiel, also Hotels haben doch niemals gedacht, dass ein Unternehmen, was kein einziges Zimmer besitzt, ihnen zu einer riesigen Konkurrenz werden kann. Und gibt eine spannende Zahl. Am Silvester 2015, 2016 wurden erstmalig mehr als 1 Millionen Übernachtungen in dieser Nacht über airbnb abgewickelt, nämlich 1,3 Millionen. Das ist unglaublich viel. #00:34:43-7#

Norman Glaser: Unfassbar. #00:34:44-4#

Stephan Jung: Hier entsteht also auf einmal Wettbewerb. Für mich auch ein total faszinierendes Beispiel, wenn ich in USA unterwegs bin und für einen Tag einen Arbeitsplatz brauche, dann gehe ich zu WeWork, das Unternehmen ist vor 5 Jahren gegründet worden, ist heute 16 Milliarden Dollar bewertet. Denen gehört gar nichts. Die haben einfach Büroflächen gemietet und machen die zu richtig coolen Location für Startups, für junge Unternehmen. Die sind so eingerichtet als würdest du im Facebook oder Google Büro irgendwo sitzen, mit tollen Sitzgelegenheiten, mit Launches, mit Cafeteria, mit kostenlosen Getränken und das Unternehmen ist 5 Jahr jung und die revolutionieren gerade die Arbeitswelt von morgen. Also für mich auch ein ganz spannendes Thema. Wie arbeitest du morgen? Hier verändert sich gerade ganz viel. Diese Vorhersage, die vor 20 Jahren getroffen wurde. Wir werden alle von zuhause aus arbeiten, sehen wir, das ist weitestgehend nicht eingetreten, aber dass wir immer flexibler, immer projektbezogener, immer kurzfristiger unseren Arbeitsplatz, den Ort wechseln, das wird stark zunehmen und das sehen wir auch in Deutschland. Ein tolles Beispiel für mich ist Design Offices, nutze ich auch, wenn ich in Deutschland unterwegs bin. Mittlerweile in jeder Großstadt zu finden. Für einen Tag einen Arbeitsplatz, der kostet dann irgendwie 20 Euro oder 29 Euro und ich sitze mitten in Berlin in bester Lage, habe meinen Kaffee, habe eine Rezeption, habe WLAN, habe einen Schreibtisch, kann arbeiten in aller Ruhe und am nächsten Tag bin ich in Hamburg und mache genau das Gleiche. Und das tun immer mehr Menschen. Und das sind einfach Megatrends, die passieren und die ich versuchen muss zu interpretieren und zu übersetzen. Ja und hier macht es mir ganz viel Spaß den Übersetzer zu spielen. #00:37:00-3#

Norman Glaser: (lacht) Dir ist ist schon klar, dass ich jetzt natürlich frage, du hast von 11 Trends gesprochen. Was die 11 Trends sind neben Mobilität? #00:37:10-6#

Stephan Jung: Oh Gott! Die hätte ich mir jetzt gleich mal neben mich. Jetzt muss ich versuchen die #00:37:16-1#

Norman Glaser: Aus dem Kopf. #00:37:17-1#

Stephan Jung: Aus dem Kopf hinzubekommen. Okay. Gut. Also. Dann. Ich mache mir es ja immer leicht, ich habe ja jetzt schon mit dem Thema Mobilität angefangen, mit der Urbanisierung. Es kommt natürlich hinzu der Trend Silver Society, also die alternde Gesellschaft, aber wie wir alle wissen Seniorenteller ist out. Die jungen Alten, die sind heute mobil, gesund, haben relativ viel Geld und wollen insofern auch ganz anders angesprochen werden. Wir haben das Thema Female Shift. Total spannend, gerade für den Handel. Mindestens 70 Prozent aller Handelsumsätze weltweit werden von Frauen entschieden. Aber schauen wir uns mal die Shopping Malls, die Läden, die Restaurants an. Das ist alles, hat eine relativ männliche Handschrift.  #00:38:22-3#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). #00:38:22-5#

Stephan Jung: Also hier gibt es zum Beispiel auch die Aufgabenstellung, wie können wir Dinge attraktiver designen, dass es der Person, nämlich der Frau, viel besser gefällt. Wir haben Themen, dass sich die Arbeitswelt verändert, auch das hatten wir eben schon kurz angesprochen. Wir haben natürlich das Thema Globalisierung. Wir haben das Thema Gesundheit, komplett neue Ernährungsmuster. Der Mensch definiert sich heute sehr stark darüber, was er isst und auch das hat ganz viel Auswirkung. Das hat Auswirkungen auf Hotels, das hat Auswirkungen auf Tankstellen, das hat Auswirkungen auf was finde ich in Bahnhöfen. Ich habe einen Beratungskunden aus dem Restaurantbereich, der macht das ganz schlau, der hat in seinen Restaurants schon ganz klar alles gekennzeichnet, vegan, vegetarisch, laktosefrei bis hin zu Kalorien, bis hin zu low carb und all diese Sachen. Also das erwartet der Kunde der Zukunft. Und hier stellt man einfach fest, am Bahnhof kriege ich da wirklich gutes Essen? Ziemlich schwierig an vielen Bahnhöfen. #00:39:50-8#

Norman Glaser: Ja auch Tankstellen. #00:39:51-6#

Stephan Jung: An der Autobahn, na ja, im Shoppingcenter, hmm, auch relativ viel in Fett und Öl gebraten. Also da ist noch viel zu tun. Also auch einer der Megatrends. Ja jetzt habe ich nicht mitgezählt. Ich glaube zwei, drei werden wir noch. #00:40:10-8#

Norman Glaser: 6 haben wir. #00:40:11-1#

Stephan Jung: 6 haben wir? Okay. (lachen beide) Ich glaube ich schaue gleich nochmal rein. Ich habe sie nicht alle im Kopf, aber das sind eben die großen Themen, die uns bewegen. Natürlich auch Sustainability und eine gewisse Vorsicht des Konsumenten. Wo kommt mein Produkt her? Kann es denn sein, dass die Flasche Wein aus Neuseeland hier bei mir im Supermarkt 2,99 Euro kostet, wo die doch 20.000 Kilometer Reise hinter sich hat. Das hat auch Auswirkungen. Zum Beispiel Urban Farming ist auch so ein schönes Stichwort. Also Menschen wollen wieder die Eier von Hühnern essen, die in der Nähe irgendwo gackern und über die Wiese laufen. Es gibt immer mehr Imker in Großstädten, die auf den Dächern ihren eigenen Honig herstellen. Also ganz, ganz schöne Geschichten, die daraus entstehen. #00:41:23-8#

Norman Glaser: Ja. Fehlen immer noch 3, aber die können wir auch nachliefern. Brauchst dir jetzt keinen Stress machen. #00:41:28-0#

Stephan Jung: Genau.Wir brauchen ja noch irgendeinen Grund, weshalb wir zum Schluss meine Adresse durchgeben müssen oder? #00:41:36-0#

Norman Glaser: Absolut korrekt. (lachen beide) Das ist auch schön (lacht). Genau, wenn ich nämlich auf die Zeit gucken, dann es ist unglaublich, aber wir haben schon 43 Minuten hier verbracht. Ich würde nämlich gerne noch ein paar Fragen loswerden. So eine kleine Quick Q&A Session. Hast du Lust? #00:41:53-7#

Stephan Jung: Ja komm, auf geht’s! #00:41:55-1#

Norman Glaser: (lacht) Okay. Wie triffst du Entscheidungen und was hilft dir dabei? #00:42:01-4#

Stephan Jung: Entscheidungen treffe ich aus Überzeugung. Schnell, nach Teambesprechung und ja. Ich bin nicht der Zögerer. Ich mag gerne entscheiden. #00:42:16-7#

Norman Glaser: Mhm (bejahend). Was hat dich anfangs davon abgehalten, dich mit dem digitalen Thema auseinanderzusetzen? Wenn dich überhaupt was abgehalten hat. #00:42:25-6#

Stephan Jung: Oh. Das ist eine tolle Frage. Ich war der letzte Abiturjahrgang an unserer Schule, der noch völlig ohne Computer die Schulzeit erlebt hat. Und insofern war das natürlich dann für mich ein bisschen später schon so der Einstieg, mein Gott jetzt kaufst du dir einen Commodore C64 mit Floppy Laufwerk und außer, dass der Krach gemacht hat und grün geblinkt hat, konnte der ja nicht viel. Also so die Anfänge, die fand ich irgendwie nicht prickelnd. Aber ich muss sagen heute, wir alle können nicht mehr ohne und ich liebe die Vorteile und die Möglichkeiten, die das heute bietet. #00:43:08-8#

Norman Glaser: Schön. Welcher Moment oder welcher Rat hatte einen besonders nachhaltigen Einfluss auf dein heutiges Leben oder auf dein Business? #00:43:19-1#

Stephan Jung: Ach da gab es bestimmt ganz viele. Aber ich liebe ja so ein paar Zitate und ein Zitat, was hier in meinem Büro direkt vor mir hängt, das ist von Nelson Mandela, der mal gesagt hat, “may your choices reflect your hopes not your fears”. #00:43:40-8#

Norman Glaser: Schön. #00:43:41-5#

Stephan Jung: Und ich finde einfach, viele Menschen sind Bedenkenträger, warten ab und ich finde da müssen wir uns einfach von unseren Hoffnungen, Träumen, unserer Leidenschaft antreiben lassen. Dazu gehört dann auch ganz viel Fleiß und Arbeit, aber das finde ich einfach wichtig und so als würde Zuckerberg darauf antworten, hat er ja mal gesagt, “what would you do if you weren’t afraid”. Also das frage ich mich immer wieder mal und das gibt mir so ein bisschen zusätzlichen Antrieb dann. #00:44:20-2#

Norman Glaser: Ja. Absolut. Da fiel mir auch ein Satz ein, Innovation nicht zu bewerten, sondern verwerten.  #00:44:26-9#

Stephan Jung: Ja unbedingt. #00:44:28-9#

Norman Glaser: Okay. Kannst du uns eine Internet Ressource oder ein Tool nennen, welches du selbst einsetzt? So ein Produktivitätstool oder so? #00:44:38-4#

Stephan Jung: Ja ich benutze zum Beispiel, wenn ich unterwegs bin, ganz oft auf meinem Smartphone ANY.DO und schreibe mir da einfach meine To Dos auf, wenn ich im Flieger sitze oder irgendwo (unv.) #00:44:52-3# habe. #00:44:53-1#

Norman Glaser: ANY.DO? #00:44:54-5#

Stephan Jung: ANY. #00:44:55-1#

Norman Glaser: Ach so ANY.DO okay. ANY.DO. Mhm (bejahend). #00:44:57-3#

Stephan Jung: Ja genau. Ansonsten natürlich Whatsapp, Google, sämtliche Reise Apps und Flug Apps und Hotel Apps und Dinge, finde ich natürlich genial. #00:45:11-1#

Norman Glaser: Ja. Cool. Was für Musik hörst du? Vor allem dann, wenn du so in einem Moment bist, an dem du vielleicht über Innovation nachdenkst oder in dem du sehr kreativ bist? #00:45:24-9#

Stephan Jung: Also ich habe mir angewöhnt, wenn ich arbeite, dann lade ich mir immer ein bisschen Musik von YouTube runter. Da gibt es so ganz coole 3 Stunden Sessions. Music for Concentration.  #00:45:40-9#

Norman Glaser: Ja cool. Ja. #00:45:41-8#

Stephan Jung: Also ich bin ja doch so ein bisschen unruhig und multitasking-fähig und ich mache auch dann ganz viele Dinge auf einmal und das hilft mir so ein bisschen mich auf eine Sache zu fokussieren. So ein bisschen auch zu entschleunigen und zu konzentrieren und das tut mir gut. #00:46:01-1#

Norman Glaser: Super. Vorletzte Frage. Kannst du uns ein Buch empfehlen, welches für dich einen großen Mehrwert hatte? Wie heißt dieses Buch? Und worum geht es da? #00:46:10-3#

Stephan Jung: Eines der schönsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe, ist Silicon Valley von Christoph Keese, da geht es in der Tat darum wie funktioniert Silicon Valley, wie arbeiten die Menschen dort, wie vernetzen sie sich, wie kommunizieren sie und wie unkompliziert gehen sie Projekte und Dinge an und wie wenig Hierarchiegrenzen gibt es dort. Und das Buch hat mich unglaublich inspiriert und fasziniert und das kann ich sehr gut empfehlen. Jetzt habe ich gerade angefangen die Biographie vom Gründer von Nike zu lesen. Das scheint auch sehr spannend zu werden. #00:47:00-1#

Norman Glaser: (lacht) Okay. Super. Wir werden natürlich alles, was du gesagt hast, in den Shownotes dieser Podcast-Folge verlinken. Die letzte Frage bevor wir diesen Podcast leider beenden müssen. (lacht) Ich könnte glaube ich noch eine Stunde länger mit dir reden. Kannst du uns zum Schluss vielleicht noch einen kleinen Tipp mit auf den Weg geben und unseren Zuhörern in Bezug auf das digitale Zeitalter? Und wie können wir dich am besten erreichen? #00:47:29-0#

Stephan Jung: Mein Tipp für das digitale Zeitalter ist, es hat mit dem Tempo zu tun. Wir streben nach absoluter Perfektion und ich stelle immer wieder fest, Entwicklungszyklen dauern wahnsinnig lange. Und da ist meine Empfehlung, auch einer der Sprüche von Mark Zuckerberg, der sagt, “Done is better than perfect” und ich stelle fest, wenn die Onlinepräsenz, die Internetseite noch nicht ganz perfekt ist, machen, freischalten, lernen, verbessern, aber nicht ewig warten. Und #00:48:11-0#

Norman Glaser: Sehr gut. #00:48:11-5#

Stephan Jung: Das habe ich mit meiner Homepage auch so gemacht, womit ich ganz unauffällig dann überleite zu, wie bin ich erreichbar.  #00:48:19-4#

Norman Glaser: Ja. (lachen beide) Sehr schön. #00:48:21-0#

Stephan Jung: Auf meine Homepage gehen stephan-jung.com Stephan mit PH schreiben und dort ist ein bisschen was zum Nachlesen und auch alle meine Kontaktdaten zu finden. Und ich freue mich wahnsinnig über Austausch. Ich bin ein großartiger Fan von Vernetzung und ich habe ein irrsinnig großes Netzwerk und pflege das weiter, baue das weiter aus. Habe vor einem Jahr mir das Konzept des Innovative Kitchen Talk ausgedacht, zu dem ich dich und deine Zuhörer sehr, sehr gerne einmal einladen werden. Das ist ein interessantes, innovatives Format, um spannende Menschen kennenzulernen.  #00:49:05-6#

Norman Glaser: (unv.) schön. Das reichen wir auf jeden Fall auch nach. Stephan, hat mir total viel Spaß gemacht. Ich bedanke mich nochmals für deine Zeit, die sicher sehr kostbar ist und die vielen wirklichen Mehrwerte und Inhalte, die du heute in diesem Podcast mit mir nochmal herausgestellt hast. Ja und freue mich mit dir vernetzt zu bleiben in dieser digitalen Zeit und ja bis ganz bald. #00:49:30-5#

Stephan Jung: Lieber Norman, vielen Dank für die wahnsinnig spannenden Fragen und alles, alles Gute! #00:49:38-7#

Norman Glaser: Danke. Bis bald! Ciao Stephan! #00:49:40-9#

 

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