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Digital Leadership – so gelingt die digitale Unternehmensführung

Digital Leadership – also digitale Führung – ist momentan im Zusammenhang mit Digitalisierung in aller Munde. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff? Per definitionem handelt es sich bei Digital Leadership kurz und knapp um einen Führungsstil, bei dem Führungskräfte neue, durch die Digitalisierung bereitgestellte Instrumente und Methoden nutzen. So können sie agiler sein, Mitarbeiter verstärkt in Prozesse einbinden und sich besser vernetzen. Diese Vorgehensweisen werden von Führungskräften in Zeiten der Digitalisierung schlichtweg verlangt. Dabei stellt sich die Frage, wie es eigentlich in Deutschland um Digital Leadership bestellt ist. Die Antwort auf diese Frage sowie weitere interessante Erkenntnisse zum Thema Digital Leadership finden Sie im folgenden Artikel.

Digital Leadership hat in verschiedenen Branchen einen unterschiedlichen Stellenwert

Eine in Kooperation von Personalwirtschaft, CLBO, DGFP sowie Groß & Cie. durchgeführte Studie liefert eindeutige und interessante Einblicke in das Thema Digital Leadership in Deutschland. Eines ist klar: Die Bedeutung von Digital Leadership nimmt immer mehr zu. Dies gaben durch die Bank auch alle Befragten der Studie an. Unterschiede in der Wahrnehmung werden jedoch im Vergleich verschiedener Branchen evident: So finden Vertreter der Branche Automobil und Zulieferer das Thema Digital Leadership wichtiger als die Vertreter der IT- und Telekommunikationsbranche. Auf den Rängen 3, 4 und 5 folgen die Branchen Pharma und Chemie, Finanzdienstleistungen sowie Beratung und Dienstleistungen. Rund 75 Prozent der Befragten sind sich einig, dass in Zukunft kein Weg um das Thema Digital Leadership herumführen wird – insbesondere in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb. Am niedrigsten wird die Bedeutung hingegen im Bereich Einkauf und Logistik eingeschätzt.

Große Diskrepanz zwischen Bedeutung und Fähgkeiten

Aus den ersten Umfrageergebnissen der Studie geht deutlich hervor, dass sich Deutschlands Führungskräfte durchaus über die immense gegenwärtige und auch zukünftige Bedeutung von Digital Leadership im Klaren sind. Beim Blick auf die aktuelle Situation in deutschen Unternehmen sowie auf die Fähigkeiten der Führungskräfte offenbart sich jedoch ein starker Gegensatz. So gaben etwa 50 Prozent der befragten Studienteilnehmer an, dass Digital Leadership in ihren Unternehmen nach wie vor keine Rolle spiele. Lediglich rund 30 Prozent gaben hingegen an, dass Digital Leadership in ihren Unternehmen bereits erfolgreich umgesetzt wurde. Besonders interessant: Obwohl Digital Leadership als Anforderung sowohl von Mitarbeitern als auch von Kunden an die Unternehmen herangetragen wird, spielt dieses Thema in Schulungen so gut wie keine Rolle, sondern wird ganz einfach den einzelnen Führungskräften überlassen. Und: Je älter die Mitarbeiter sind, umso geringer wird der Handlungsbedarf in Sachen Digital Leadership angesehen.

Digital Leadership scheitert an den Fähigkeiten des Managements

Zu den besonders interessanten Informationen, die die aktuelle Studie hervorbringt, zählt zweifellos die Selbsteinschätzung der befragten Führungskräfte. Diese schätzen ihre eigenen Fähigkeiten in Hinsicht auf Digital Leadership nämlich eher gering ein. Besonders in den Bereichen Nutzung neuer Instrumente, Nutzung sozialer Medien, Entwicklung neuer Führungskompetenzen sowie Umsetzung von Projekten geben sich die Befragten maximal die Note befriedigend. Ein noch düstereres Bild zeichnet sich ab, wenn man sich die Einschätzungen der Mitarbeiter ansieht: Diese bewerten die Fähigkeiten ihrer Führungskräfte im Bereich Digital Leadership nämlich sogar nur mit der Note ausreichend. Doch auch hier gibt es wiederum Unterschiede in den einzelnen Branchen. Erwartungsgemäß schneiden Führungskräfte in IT und Telekommunikation in allen Bereichen am besten ab. Weit abgeschlagen befindet sich hingegen die Branche Chemie und Pharma. Alles in allem sind sich sowohl Mitarbeiter als auch Führungskräfte einig, dass es einen deutlichen Aufhol- und auch Handlungsbedarf im Bereich Digital Leadership gibt.

So wird Digital Leadership erworben

Da aus den Umfragergebnissen hervorgeht, dass Führungskräfte mit der Anforderung nach Digital Leadership im Großen und Ganzen alleine gelassen werden, stellt sich nun die Frage, wie Fähigkeiten in diesem Bereich erworben werden. Die in der Studie befragten Führungskräfte gaben an, dass sie Kompetenzen vor allem durch Erfahrungsaustausch inner- und außerhalb des Unternehmens erwerben möchten. Der Wissenserwerb in Schulungen ist hingegen ein eher unpopulärer Weg. Daraus ergibt sich jedoch wiederum ein Problem für den Wissenserwerb durch Erfahrungsaustausch, denn Wissen muss irgendwo erworben werden, bevor es weitergegeben werden kann. Immerhin plant jedoch rund die Hälfte der Befragten, neue Instrumente einzusetzen, und so Wissen aufzubauen. Bei den geplanten Maßnahmen stehen der Einsatz neuer Instrumente sowie Vernetzung an den ersten Stellen, während die Definition neuer Führungsprinzipien sowie externe Schulungen abgeschlagen auf den hintersten Rängen liegen. Im Gegensatz zu anderen Problemstellungen ist in diesem Bereich auch der Unterschied zwischen den verschiedenen Branchen nicht so eklatant. Dieser Unterschied findet sich vielmehr zwischen Unternehmen unterschiedlicher Größe. So ist die Aufgeschlossenheit gegenüber Sociale Media bei kleinen Unternehmen interessanterweise größer. Dies liegt möglicherweise am direkteren Kundenkontakt sowie flacheren Hierarchien. Im Gegensatz dazu können es sich größere Unternehmen jedoch eher leisten, in verschiedene Maßnahmen zu investieren. Auch dies mag ein Grund für die stark forcierte Vernetzung kleinerer Unternehmen sein.

Große Differenzen zwischen Erwartungen und Realität

Geht es um die Frage, was Digital Leadership ausmacht, liegt die Antwort für 80 Prozent der Befragten klar auf der Hand: die Entwicklung neuer Führungskompetenzen. Dieser Erkenntnis steht jedoch die fehlende Bereitschaft zu Schulungen gegenüber. Darüber hinaus fehlt auch bei zahlreichen Unternehmen der Wille zur Anpassung von Führungsstrukturen und -prozessen an die neuen Anforderungen. Daher hat die Formulierung von entsprechenden Führungsprinzipien sowohl für Führungskräfte als auch für Mitarbeiter kaum Bedeutung. Dies legt den Schluss nahe, dass Digital Leadership viel mehr als Praxis denn als Theorie betrachtet wird. Was hier jedoch vergessen wird: Praktisches Handeln benötigt eine theoretische Grundlage, auf deren Basis ein gemeinsames Verständnis der Prinzipien von Digital Leadership etabliert werden kann.

Die wichtigsten Rahmenbedingungen

Was die als notwendig betrachteten Rahmenbedingungen der Digital Leadership betrifft, ist sich der Großteil der Befragten einig. So werden die Rückendeckung durch Vorstände oder Inhaber sowie eine Vorbildwirkung als besonders wichtig angesehen. Die Unternehmensführung sollte den Startschuss geben und viel Freiraum sowohl für “top-down” als auch für “bottom-up” lassen. Auf diese Weise soll unter anderem verhindert werden, dass die Unternehmensführung essenzielle Änderungen ausbremst. Eine große Rolle spielt auch die Veränderung der Unternehmenskultur. Als dritter wichtiger Punkt wird die Kompetenz in Sachen Digital Leadership der Führungskräfte genannt – diese ist jedoch noch nicht in ausreichendem Maße vorhanden. Digitale Geschäftsmodelle werden hingegen überhaupt nicht als Voraussetzungen betrachtet.

Die Hindernisse

Ein etwas differenzierteres Bild zeichnet sich beim Blick auf die Hindernisse von Digital Leadership ab. Die fehlende Kompetenz und Überzeugung der Führungskräfte gilt als eines der größten Hindernisse der Digital Leadership. Darüber hinaus wurden auch die mangelnde Mitwirkung der Mitarbeiter, die fehlende Vorbildwirkung der Unternehmensleitung genannt sowie eine nicht ausreichende technische Infrastruktur der IT-Systeme als Hindernisse genannt. Interessanterweise wird Digital Leadership nicht als abhängig vom Digitalisierungsgrad des eigenen Geschäftsmodells betrachtet. Der jüngere Teil der Befragten ist sich sicher, dass Digital Leadership auch dann umgesetzt werden kann, wenn das eigene Unternehmen kein “Digital Native” ist. Unter den älteren Befragten über 40 ist die Skepsis diesbezüglich jedoch größer.

Handeln Sie schnell und handeln Sie jetzt

Die Auswertung der Studienergebnisse macht eines deutlich: Es besteht großer Handlungsbedarf. Als besonders bedenklich kann die negative Selbst- sowie auch Fremdeinschätzung der Führungskräfte in Hinsicht auf Digital Leadership gelten. Zusammen mit dem nach wie vor fehlenden Bewusstsein für die Wichtigkeit digitaler Maßnahmen bestätig dies abermals das Bild vom digitalen Wandel, der einfach nicht in Deutschland anzukommen scheint. Dieser negativen Entwicklung sollten Sie entgegenwirken, indem Sie die neuen Herausforderungen und Themen in Ihrem Unternehmen mutig, schnell und tiefgreifend anpacken. Dabei sollten Sie nicht nur praxisbezogene Aspekte berücksichtigen, sondern auch die theoretischen Grundlagen nicht vergessen. Diese sind nämlich notwendig, um die erforderlichen Kompetenzen aufbauen zu können. Der Schlüssel zu erfolgreicher Digital Leadership liegt in der Entwicklung und Umsetzung eines neuen Führungsverständnisses, das Ihr Unternehmen erfolgreich in die digitale Ära transportiert.

 

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