Digitales Storytelling 2016

 

Digitales Storytelling ist momentan in aller Munde und der Stoff, aus dem Marketer-Träume gemacht sind. Möchtest Du Deine Marke stärken und klar positionieren, führt kein Weg an digitalem Storytelling vorbei. Denn nichts begeistert Menschen mehr, als eine gut erzählte Geschichte. Wenn Du weißt, wie Du die Geschichte Deiner Marke spannend und fesselnd erzählst, kannst Du Menschen mit dieser nachhaltig an Deine Marke binden – so wie es bereits einige Unternehmen erfolgreich vormachen. Selbstverständlich unterliegt auch digitales Storytelling Trends und Strömungen, die sich im Laufe der Zeit immer wieder ändern. Gerade bei einem so überaus populären Thema wie digitalem Storytelling solltest Du immer up to date bleiben, um stets die Nase vorn zu haben. Wir haben daher für Dich die 7 wichtigsten Trends des digitalen Storytellings 2016 gesammelt.

 

1. Die Botschaft zählt – großartige Geschichten haben großartige Messages

 

Geschichten haben seit jeher eine besondere Bedeutung für Menschen. Ob geschrieben oder mündlich überliefert, in jeder Kultur und in jeder Sprache findet sich eine eigene Tradition des Geschichtenerzählens. Experten der Neurobiologie, Biologie und Psychologie sind sich sogar einig, dass unsere im Laufe der Evolution immer besser gewordene Fähigkeit, Geschichten mit anderen zu teilen, ausschlaggebend für den Erfolg der Spezies Homo Sapiens gewesen ist. Jonathan Gottschall beschreibt die Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, in seinem 2014 erschienen Buch The Storytelling Animal: How Stories Make Us Human sogar als urmenschlichen Instinkt. Dies erklärt auch, warum gekonntes digitales Storytelling bei Menschen so gut ankommt – und warum Du es unbedingt einsetzen solltest.

 

In der heutigen digitalisierten Welt hat jeder Zugriff auf eine schier unendliche Anzahl von Geschichten. Die Fragen, die sich nun zwangsläufig stellen, lauten: Wie erschaffen wir sinnvolle Geschichten, die einen Mehrwert bieten, und wie wählen wir aus der Masse an vorhandenen Geschichten die besten aus? Oder, um es im Sinne des Historikers George Dyson zu sagen: Information ist billig, aber die Bedeutung hat Wert.

 

Geschichten mit einer Message sind es daher auch, die Menschen tief in ihrem Inneren berühren und sich dauerhaft im Gedächtnis verankern. Sie sprechen das emotionale Gedächtnis an und besitzen eine Art Weisheit sowie eine Botschaft, mit der sich Menschen identifizieren können. Darüber hinaus beinhalten großartige Geschichten immer eine universell gültige, instinktive und transzendente Botschaft, die uns nicht nur anspricht, sondern zugleich auch unsere Denkmuster sowie unser Bild von uns infrage stellt und uns somit zum Nachdenken anregt.

 

2. Tradition vs. Erneuerung – Storytelling und Erzählmethode

 

Erfolgreiches Storytelling ist durch die geschickte Balance zweier Komponenten gekennzeichnet: Tradition und Erneuerung. Bei einem genaueren Blick auf digitales Storytelling wird deutlich, dass Storytelling selbst die Komponente Tradition ist, während die Methode des Erzählens die Komponente Erneuerung darstellt. Gemäß dieser Annahme lautet eine gängige Prämisse im Bereich des digitalen Storytellings auch: Brich mit der Tradition, oder du wirst gebrochen.

 

Doch was genau soll eigentlich aufgebrochen werden? Ganz einfach, die bisherige Tradition des Storytellings. Es reicht heute nicht mehr aus, Geschichten einfach zu erzählen. Vielmehr geht es darum, eine sinnvolle Beziehung zur Bezugsgruppe aufzubauen. Durch wechselseitige Kommunikation muss dieser das Gefühl von Verbundenheit mit der Marke vermittelt werden. Dies gelingt dir unter anderem mit folgenden Techniken.

 

3. Einbeziehung der User

 

Das Einbeziehen von Usern in die Geschichte eröffnet eine komplett neue Dimension des digitalen Storytellings. Besonders in Kombination mit neuen Virtual Reality-Technologien ergeben sich so bisher ungekannte Möglichkeiten, mit denen Du Deiner Bezugsgruppe einzigartige Erlebnisse bieten kannst, durch die sich Deine Marke nachhaltig in deren Gedächtnissen verankert. Für jedermann einfach zugängliche Technologien machen es heute bereits möglich, Deine Marke auf absolut innovative Art und Weise in Szene zu setzen und Deine Bezugsgruppe dabei auch miteinzubeziehen.

 

360-Grad-Videos zählen 2016 zu den bahnbrechenden Neuerungen im Bereich des immersiven Storytellings. Erstmals auf Facebook hochgeladen stellen sie einen vollkommen neuen Zugang zur visuellen Präsentation von Inhalten dar, die Usern zudem die Möglichkeit der Mitbestimmung lässt. Dabei sind 360-Grad-Videos auch nicht plötzlich völlig aus dem Blauen heraus aufgetaucht. Schon vor der Präsentation des ersten 360-Grad-Videos wurde auf Facebook ein stetig steigendes Interesse an immersivem Content beobachtet. 360-Grad-Videos sind daher nur der nächste logische Schritt in der gerade stetig voranschreitenden Evolution von Virtual Reality gewesen. Und so ließ auch die nächste Entwicklung in diesem Jahr nicht lange auf sich warten: Google Cardboard. Was aussieht wie eine selbstgebastelte Maske für die nächste Geburtstagsparty des Nachwuchses, ist in Wirklichkeit eine ebenso simple wie effektive Virtual Reality-Brille für Smartphones. Und by the way, Google Cardboard kannst du tatsächlich selbst basteln, inklusive Anleitung auf der Website.

 

4. Interaktion

 

Ebenso wie immersiver Content bietet auch interaktiver Content Usern ein einzigartiges und individuelles Erlebnis. Während immersiver Content Usern die Illusion eines realen Erlebnisses ermöglicht, schafft interaktiver Content die Möglichkeit, selbst in das Geschehen einzugreifen und dieses aktiv mitzubestimmen. Ein hervorragendes Beispiel für interaktiven Content ist das Taylor Swift Experience, eine Kampagne von American Express, die Usern die Möglichkeit gibt, interaktiv in ein Video von Taylor Swift einzutauchen. Diese Kampagne kombiniert Interaktivität mit Immersion, denn einige Räume aus dem Video lassen sich in 360 Grad erkunden. Dazu gibt es noch dutzende versteckte interaktive Features, die User nach und nach entdecken können, indem sie immer weiter in die virtuelle Welt von Taylor Swift eintauchen. So werden User vom Pasagier zum Fahrer und die Welt der Marke beinahe zu einer alternativen Realität.

 

Sandra Gaudenzi vom London College of Media unterscheidet drei Level von interaktivem Storytelling:

  1. Das Erzählen linearer Geschichten
  2. Das Kuratieren von Erlebnissen, um das Geschehen aus einer anderen Perspektive zu erzählen
  3. Die Begleitung der User

 

Alle drei Level haben jedoch eines gemeinsam: Sie geben dem User die Kontrolle über sein Erlebnis, sodass dieses für ihn eine individuelle Bedeutung bekommt und zu etwas Persönlichem wird. Gleichzeitig werden auch die User zu einem Teil der Geschichte – etwas Besseres könnte deiner Marke nicht passieren.

 

5. Live Streaming – Storytelling in Echtzeit

 

Die Präsentation von Content in Echtzeit ist eine Riesenchance für Marken und zugleich eine ungeheure Herausforderung. Echtzeit-Apps wie Meerkat und Periscope ermöglichen es, Content live zu streamen und sich weltweit zu vernetzen. So bieten diese Apps Usern ein bisher nie dagewesenes Level an Verbundenheit und Zusammengehörigkeitsgefühl. Plötzlich ist es möglich, via App Städte, Sportevents und Konzerte am anderen Ende der Welt zu besuchen und so Momente im Leben anderer, weit entfernt lebender User mitzuerleben. Die Herausforderung liegt nun darin, den Echtzeitzugriff auf Inhalte von einer Möglichkeit von vielen zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen. Dies ist momentan jedoch noch problematisch, denn warum sollten User für das Echtzeitangebot eines etablierten Anbieters bezahlen, wenn sie denselben Inhalt mithilfe der Periscope-App auch gratis streamen können? Eine Frage, die noch längst nicht ausreichend beantwortet ist. Nicht umsonst kämpfen die großen Outlets sichtlich unbeholfen gegen Apps wie Periscope, während sie zugleich immer noch nicht über die richtige Ausstattung verfügen, um dem Trend hin zu Live Streaming gerecht werden zu können.

 

6. Klassisches Storytelling

 

Es war einmal…und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute – wer kennt diese Phrasen nicht. Sie sind allgegenwärtig und nicht nur in klassischer Märchenliteratur, sondern auch in modernem Storytelling zu finden. Einige Dinge sind einfach universell und werden zu jeder Zeit und an jedem Ort wiedererkannt, auch wenn Du vielleicht gar nicht genau weißt, woher Du sie eigentlich kennst. Wir können Dir nur empfehlen, diesen Mechanismus auch für digitales Storytelling zu nutzen. Du solltest daher zuerst eine Botschaft formulieren, die unmittelbar erkannt und verstanden wird, um eine Verbindung zu deiner Bezugsgruppe aufzubauen. Und das gelingt Dir am besten mit universell gültigen Formeln und Mustern. Aus genau diesem Grund sind klassische Formen von Geschichten und Charakteren auch von so immens großer Bedeutung für Storytelling. Schließlich schenken wir etwas, das wir erkennen, wesentlich mehr Beachtung als etwas, das uns unbekannt ist und das wir womöglich gar nicht verstehen.

 

Hat eine Geschichte jedoch einen stereotypen Protagonisten, der uns aus unserer Kultur und unserem universellen Erfahrungsschatz bekannt ist, stehen die Chancen hoch, dass wir uns mit der Geschichte auseinandersetzen. So enthalten die besten digitalen Storys meist Charaktere, in denen wir uns wiedererkennen und die uns manchmal auch die Möglichkeit geben, über uns zu lachen. Die Herausforderung für Dich liegt nun darin, genau so viel Stereotypie in Dein digitales Storytelling zu packen, dass Du deine Bezugsgruppe an der Angel hast, aber sie damit gleichzeitig so weit infrage stellst, dass du sie zum Nachdenken, Schmunzeln, Weinen und letztendlich zum Teilen der Inhalte bringst.

 

7. Storytelling als Erlebnis

 

Diese Art des Storytellings ist besonders für den Einzelhandel von Bedeutung. Und tatsächlich gibt es bereits einige Vertreter dieser Branche, die erlebnisorientiertes Storytelling erfolgreich anwenden. Das heißt für Dich, dass es an der Zeit ist, Dir ein Beispiel an diesen Musterbeispielen zu nehmen. Die wichtigste Lektion lautet: Alle User sind auf der Suche nach dem perfekten Storytellingerlebnis, das sich nahtlos in das reale Erlebnis einfügt, das sie erwartet, wenn sie durch die Türen des gleichnamigen Ladens gehen. Ein gutes Beispiel hierfür sind Stores, die Besuchern ein einzigartiges Shoppingerlebnis ermöglichen möchten und daher stilistisch ein bestimmtes Thema verfolgen, das in einigen Fällen in regelmäßigen Abständen geändert wird. Diese Stores bieten die Perspektiven eines Magazins, die Abwechslung einer Gallerie und das Verkaufserlebnis eines Stores. In eine ähnliche Kerbe schlägt das Unternehmen Abercrombie & Fitch, das auch hierzulande vertreten und für seine speziellen Store-Konzepte bekannt ist.

 

2016 – das Jahr des digitalen Storytellings

 

2016 ist ein aufregendes Jahr – vor allem auch im Bereich des digitalen Storytellings. Dieses wird immer wichtiger und erhält einen immer höheren Stellenwert auf dem Gebiet des Onlinemarketings. Immer mehr Marken bringen ebenso innovative wie überraschende Storytelling-Kampagnen heraus und übertrumpfen sich gegenseitig mit genialen Ideen. So wird digitales Storytelling vom reinen Geschichtenerzählen zu einem umfassenden interaktiven Erlebnis, das User tief in die Handlung hineinzieht und auf diese Weise die jeweilige Marke fest in deren Gedächtnissen verankert. Auch du solltest diese neuen Methoden des digitalen Storytellings sowie die zahlreichen neuen Technologien nutzen, um deine Marke klar zu positionieren und sie weitrechend bekannt zu machen. Befolge unsere Tipps und mache deine Marke fit für die digitale Zukunft.

 

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