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Hey Leute, schön, dass Ihr wieder reinhört. Hier ist Norman von MARKENREBELL.FM, heute mit einer Q&A-Episode und der Frage: Was macht mich zur Führungskraft? - Eine sehr, sehr schöne Frage, die mich per E-Mail erreicht hat.

 

Wie Ihr vielleicht wisst haben wir in den letzten Wochen unsere Mobile App gestartet bzw. bekannt gegeben mit dem Namen come2coach. Das ist die erste Mobile Academy für Führungskräfte. Hier geht es wirklich darum, dass von außergewöhnlichen Mentoren Wissen und Erfahrung geteilt wird in Form von Coachings für Führungskräfte. Wenn Ihr Lust habt, dann schaut einfach mal rein unter www.come2coach.academy. Ich würde mich freuen von Euch das ein oder andere Feedback zu bekommen. Schluss mit der Werbung, rein in die Frage “Was macht mich zur Führungskraft?”

 

Wie ich schon sagte, ist das eine sehr, sehr schöne Frage, weil das scheint so manchem da draußen - so zumindest nach meiner Erfahrung - nicht ganz klar zu sein. Wann bin ich eigentlich eine Führungskraft und wann bin ich vor allen Dingen auch eine gute Führungskraft?

 

Nehmen wir doch das Wort einfach mal auseinander: Führungskraft. Zwei Wortbestandteile “Führung” und “Kraft” und aus meiner Warte kann ich sagen, dass wenn ich in der Lage bin Kraft aufzuwenden, um mich - und jetzt kommt’s - selbst zu führen, dann bin ich schon eine Führungskraft. Der Begriff Führungskraft per se wird ja oft in Unternehmen eingesetzt, aber ich denke auch, ich kann mich auch als - dann können wir es auch gerne umbenennen in Führungspersönlichkeit vielleicht, aber ich fand diesen Kraftanteil in diesem Wort einfach extrem wichtig - dann kann ich mich einfach auch Führungskraft nennen, wenn ich wirklich diszipliniert und konsequent an mir, an meiner Persönlichkeit arbeite. Dann bin ich schon eine Führungskraft.

 

Denn nur, wenn Du in der Lage bist, dich selbst zu führen, wenn Du bereit bist selbst Kraft aufzuwenden, Energie zu investieren, Dich selbst zu führen, an Dir zu arbeiten, an Deiner Persönlichkeitsentwicklung kontinuierlich zu arbeiten, also nicht einmal im Jahr ein Buch lesen, sondern wirklich kontinuierlich zu arbeiten, dann bist Du auch in der Lage ein Unternehmen zu führen, ein Team zu führen oder ein Projekt zu führen. Und das sollten wir uns immer vor Augen halten: Führung findet nicht im Außen statt. Das ist natürlich das, was dann am Ende sichtbar ist, wenn ich ein guter Leader bin, eine gute Führungskraft bin, aber es fängt im Inneren an. Alles was wächst, wächst immer von innen heraus und das ist einfach so ein wichtiger Impuls, den ich Euch mitgeben möchte, der für mein Leben ganz existentiell und wichtig war - auch für meine berufliche Karriere natürlich -, aber, dass man erstmal von innen heraus wächst, sich weiter entwickelt, sich hinterfragt und dann im Außen überhaupt führen zu können.

 

Wir Menschen wollen uns eigentlich nicht verändern. Wir investieren einfach nicht gerne Energie in unsere Persönlichkeitsentwicklung. Das liegt daran, dass wir über die Jahre der Menschheit unsere Energien aufsparen für Notsituationen. Das ist irgendwie so in uns drinnen. Das heißt, wir verändern erst etwas, wenn wir müssen und nicht weil wir Spaß dran haben; nicht weil wir das als Teil unseres Lebens erachten.

 

Da stellt sich auch die Frage: Wann verändern sich Menschen eigentlich? Da gibt es aus meiner Sicht eigentlich zwei Richtungen. Das eine ist: Wir verändern uns, wenn wir Begeisterung entwickeln oder empfinden für ein neues großes Ziel - also, wenn uns das wirklich emotional packt und wir sagen Wow! Das will ich unbedingt machen! oder wenn wir Leidensdruck erleben. Das sind eigentlich die beiden großen Richtungen, um sich zu vergegenwärtigen: Genau dann verändern sich Menschen. Wenige verändern sich, weil sie das wollen, weil das irgendwie Teil ihres Lebens ist.

 

Wir haben mit unserem Verstand, mit unserem Bewusstsein - jeder von uns - eine eigene Identität geschaffen und mit Identität meine ich dieses Gefühl: Das ist mein Fußballverein; das ist meine Partei (wenn ich politisch aktiv bin); das ist meine Gruppe, in der ich unterwegs bin. Dieses urmenschliche Bedürfnis dazuzugehören lässt unser Bewusstsein uns eine Identität erschaffen und da ist unser Bewusstsein sehr kreativ. Also unser Ich, lat. Ego, und wenn ich über Veränderung spreche oder wenn ich mich mit Veränderung auseinandersetzen will, dann muss ich mein Ego hinterfragen. Dann muss ich quasi die Dominanz meines Egos zurücknehmen, damit wir überhaupt selbst in der Lage sind, uns zu führen.

 

Noch einmal zusammengefasst heißt das, Menschen sind Beziehungstiere. Menschen wollen dazu gehören; dieses Zugehörigkeitsgefühl ist für Menschen einfach extrem wichtig. Führungskräfte sind demnach eher Unternehmer - das muss jetzt nicht der Unternehmer sein nach dem Motto Unternehmen führen, sondern das Gegenteil wäre dann der Unterlasser. Es gibt davon wirklich nicht viele Leute, die das für sich entdeckt haben oder das als ihr Selbstverständnis entwickeln, dass sie sich als Unternehmer verstehen und nicht Unterlasser sind.

 

Es gibt jedoch Führungskräfte, die zumindest in Positionen sind, in denen sie führen müssten, die eher Unterlasser sind und die Innovationen und Ideen einfach blockieren oder einfach nicht zulassen, weil vielleicht eine unternehmerische Hierarchie existiert und sie nicht wollen, dass irgendjemand an ihnen vorbei Karriere macht. Das gibt es leider auch, aber wir konzentrieren uns natürlich auf Euch als Führungskräfte, die Ihr Euch als Unternehmer versteht und nicht als Unterlasser.

 

Eine Führungskraft braucht dann natürlich ein besonderes Bewusstsein von sich selbst - wir nennen das dann Selbstbewusstsein, also sich selbst bewusst sein -, der Fähigkeiten, der Stärken und sich selbst bewusst zu sein, von diesem dominanten Ego zurückzutreten. Das ist ein extrem wichtiger Punkt, sich das klar zu machen und eher auch den Vorteil für mein Gegenüber suchen. Ob das ein Mitarbeiter, ein Kollege, ein Kunde ist, dass ich von meinem Ego zurücktrete und den Vorteil für mein Gegenüber suche.

 

Neben dem Selbstbewusstsein ist natürlich auch die Selbsterkenntnis extrem wichtig. Wenn ich gefragt werde: Was ist der Sinn des Lebens? - Dann sucht ja jeder irgendwie nach seinen Antworten und meine Antwort ist: Der Sinn des Lebens ist, sich selbst zu erkennen. Das finde ich einen ganz interessanten Ansatz. Sich selbst zu erkennen hat weder was damit zu tun, sich selbst zu hinterfragen, sich selbst bewusst zu sein und sich dann dementsprechend auch zu entwickeln oder überhaupt die Möglichkeit wahrzunehmen, sich zu entwickeln.

 

Wir hatten Selbstbewusstsein, wir hatten Selbsterkenntnis und der dritte Begriff ist auch ein extrem wichtiger und zwar ist es die Selbstverantwortung. Es fällt so vielen Menschen schwer Verantwortung zu übernehmen. Ich merke oft im Freundeskreis oder auch bei Geschäftspartnern, dass oftmals die Verantwortung abgegeben wird. Mitarbeiter geben die Verantwortung ihrem Abteilungsleiter - also diese Selbstbestimmtheit wechselt zu einer Fremdbestimmung. Und das ist natürlich insofern schwierig, dass ich dann gar nicht mehr in der Lage bin, mich selbst zu führen oder andere zu führen, sondern ich gebe die Verantwortung ab und lege quasi mein berufliches Leben in die Hände eines anderen. Das finde ich auch einen sehr schwierigen Punkt.

 

An dieser Stelle noch einmal ganz klar der Impuls an Euch: Selbstverantwortung heißt: Übernehmt selbst die Verantwortung für Euer Handeln, für Euer Denken und akzeptiert, dass Ihr Fehler machen werdet. Das ist eigentlich ein ganz selbstverständlicher Punkt, der leider in Deutschland oftmals eher bestraft wird, anstatt belohnt zu werden. Aber es ist so extrem wichtig, dass Ihr keine Angst vor Fehlern habt, sondern, dass Ihr selbst die Verantwortung für Euer Denken und Handeln übernehmt und wenn Ihr an Euch, an Eurer Persönlichkeit arbeitet, dann wird dieses Risiko der Selbstverantwortung eigentlich minimiert, weil Ihr Euer Ego zurückstellt und eher im Blick nach außen den Kontakt sucht zu Eurem Team, zu Eurem Unternehmen, zu Euren Projekten.

 

Wir haben das Jahr 2017, es hat gerade erst begonnen. Es wäre also ein sehr guter Moment mal über seine eigenen Vorsätze zu sprechen. Und es gibt einen interessanten Punkt, den ich mit Euch teilen möchte. Das hat mir ganz stark geholfen, immer wieder die Frage zu stellen: Was bringt mich meinem Ziel oder meiner Vision näher? Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Ich mache das jeden Abend. Ich schreibe jeden Abend ein Tagebuch. Ich mache das bewusst auch schriftlich, also nicht nur im Kopf. Ich mache das schriftlich, indem ich meinen Tag reflektiere. Was habe ich an diesem Tag gemacht und was von dem was ich gemacht habe, was mir auch gefallen hat - also, Aufgaben die Ihr erledigt habt, die Euch Spaß gemacht haben. Haben diese Aufgaben, die Euch Spaß gemacht haben, Euch tatsächlich auch Eurem Ziel, Eurer Vision näher gebracht?

 

Was Ihr dann entdecken werdet, ist ein ganz interessanter Aspekt, denn Ihr werdet reflektieren und werdet feststellen, dass selbst die Aufgaben, die Euch Spaß gemacht haben, Euch vielleicht nicht Eurem Ziel, Eurer Vision nähergebracht haben, sondern die Aufgaben, die Ihr vielleicht nicht so mögt oder die Ihr an diesem Tag gerade so umschifft habt - das wären eigentlich die wichtigen Aufgaben gewesen, um Euch Eurem Ziel oder Eurer Vision näher zu bringen. Diese Reflektion ist ein entscheidender Faktor und wenn Ihr das als Tagebuch täglich macht für 20 - 30 Minuten maximal, dann habt Ihr die Chance durch die Reflektion nach Lösungen zu suchen, wie Ihr Eurem Ziel und Eurer Vision näher kommen könnt. Ihr werdet den nächsten Tag anders gestalten, als wenn Ihr kein Tagebuch führen wollen würdet.

 

Zum Schluss empfehle ich Euch noch ein paar Tools, die mir helfen: Visualisiert Eure Ziele, Eure Vision. Das kann eine Collage sein, die Ihr in Form eines Bildes an Eure Bürowand hängt. Das kann ein Bild sein, das Ihr gestaltet - es kann auch ein Zitat, ein Spruch, ein Satz sein - das Ihr auf Euren Schreibtisch stellt; ein Bildschirmhintergrund für Euer Handy, whatever, was Euch einfällt, aber visualisiert das Ziel, die Vision und platziert sie dort, wo Ihr sie jeden Tag mehrmals seht. Also nicht nur auf’n Zettel und unter’s Bett legen, es sei denn, Ihr verbringt die meiste Zeit im Bett… sondern dort, wo Ihr seid oder was Ihr mit Euch herum tragt. Das Handy wäre zum Beispiel ideal.

 

Das nächste hatte ich schon gesagt, es wäre ein Tagebuch zu führen. Macht es schriftlich. Akzeptabel ist irgendwo reintippen, zum Beispiel in Evernote oder in eine Notizapp, noch besser: Handschriftlich. Handschriftlich hat nochmal eine ganz andere Verbindung mit Eurem Kopf, mit Eurem Bewusstsein und Unterbewusstsein. Selbst wenn Ihr das Ganze zwei Jahre später nicht durchlest - so war ich zum Beispiel drauf. Ich habe mir gedacht Hey, wieso soll ich ein schriftliches Tagebuch führen, von Hand geschrieben? Wenn ich was suche, dann lese ich doch nicht die Tagebücher von vor 10 Jahren… Aber darum geht es überhaupt nicht. Es geht darum, dass Ihr es aufschreibt, dass Ihr es nachlesen könntet, aber Ihr nicht müsst und dass Ihr durch das Aufschreiben diesen Prozess der Reflektion und Lösungsfindung startet. Das ist eigentlich der Geheimtipp.

 

Dann finde ich noch wichtig: Feedback aus Eurem Team einholen - wenn Ihr ein Team führt oder auch ein Projekt, was ja auch mit Leuten zu tun hat, oder ein Unternehmen natürlich. Holt Euch regelmäßig ein Feedback von Eurem Team ein und fragt einfach mal nach, wie der Führungsstil von Euch ankommt. Was finden die Leute gut, was finden sie nicht so gut. Fairerweise muss man sagen: Ihr werdet vielleicht, gerade wenn Ihr in der Führungsrolle seid, wahrscheinlich nicht das ganz ehrliche Feedback bekommen, aber Ihr bekommt zumindest eine Tendenz, inwieweit sich Eure Kollegen, Eure Teammitglieder wohlfühlen. Das macht zum Beispiel auch Sinn bei externen Partnern. Die arbeiten ja Euch nicht nur zu, um als Dienstleister zu funktionieren, sondern auch dort ist es natürlich wichtig zu verstehen und die sind oftmals sogar noch ein bisschen ehrlicher, als die eigenen Leute im eigenen Unternehmen. Von denen könnt Ihr auf jeden Fall verstehen lernen, was Ihr unter umständen in der Kommunikation oder auch in Eurem Verhalten noch verändern/verbessern könntet.

 

Mein letzter Tipp: Führungskraft als Mentor suchen. Sucht Euch eine Führungskraft, die vielleicht schon ein paar Berufsjahre mehr auf dem Buckel hat; die gerne Erfahrungen oder auch Wissen um das Thema Führung teilt. Besucht auf jeden fall come2coach - ein kleiner Werbeeinklinker für unsere erste Mobile Academy für Führungskräfte. Aber wichtig ist einfach von einem Mentor zu lernen und jemanden fragen zu können. Was auch ein guter Tipp ist: Gründet Mastermind-Gruppen bestehend aus 5 bis maximal 10 Leuten, sodass Ihr wirklich mit Leuten, die auch Führungskräfte sind, einen Erfahrungsaustausch starten könnt.

 

So. An dieser Stelle wünsche ich Euch viel Erfolg im Jahr 2017! Ich drücke Euch die Daumen und ich glaube an Euch, dass Ihr als Führungskraft einen geilen Job macht und Eure Vorsätze auch tatsächlich in die Tat umsetzt. Das ist immer wichtig: Ins Handeln kommen, nicht nur Theorie. Da Ihr aber diesen Podcast hört, seid Ihr ja schon im Handeln.

 

Damit möchte ich Danke sagen und freue mich auf ein spannendes neues Jahr! In diesem Sinne, nur das Beste für Euch!

 

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