Social Media-Stars – Profis im Online-Marketing

 

Social Media-Stars, auch Social Influencer genannt, scheinen aus dem Nichts heraus berühmt geworden zu sein. Anfangs noch ganz normale Menschen, haben sie es geschafft, ihren Alltag und sich selbst auf Instagram und Co. derartig erfolgreich zu inszenieren, dass sie heute in einem Atemzug mit Film- und Sportstars genannt werden. Was ist das Geheimnis hinter dem Erfolg der Social Media-Stars und was kannst Du für Deine Marke davon lernen? Diese und weitere Fragen beantworten wir im folgenden Artikel.

 

Authentizität – das Zauberwort der Stunde

 

Um auf Social Media-Kanälen erfolgreich zu sein, benötigst Du vor allem zwei Dinge: Authentizität und Spontaneität. Und nicht nur im Bereich Social Media sind diese beiden Eigenschaften ausschlaggebend dafür, um Menschen in Deinen Bann zu ziehen. Auch wenn Du Dein Unternehmen als Marke aufbauen möchtest, kommt es dabei vor allem auf einen authentischen Auftritt an. Dieser macht Deine Marke und ihr Handeln glaubwürdig und trägt einen wesentlichen Teil dazu bei, dass Menschen Vertrauen zu ihr aufbauen. Wie kannst Du nun aber Authentizität erreichen und vermitteln? Dafür musst Du zuerst einmal das Bild Deiner Marke mit bestimmten Eigenschaften besetzen. Diese sollten selbstverständlich zu Branche und Tätigkeitsgebiet Deines Unternehmens passen. Wenn Du Versicherungen anbietest, steht Deine Marke für Eigenschaften wie Sicherheit und Schutz. Würdest Du nun versuchen, Deine Marke mit Eigenschaften wie Verwegenheit und Abenteuerlust aufzubauen, wäre dies wohl nur kontraproduktiv, da Du potenziellen Kunden so nicht vermitteln würdest, dass Deine Versicherungen sie vor Gefahren schützen. In einem Fall wäre Deine Marke authentisch, im anderen Fall jedoch nicht. Das ist jedoch noch nicht alles. Weiter geht es mit Deinen Marketingmaßnahmen. Die Belohnungsversprechen Deiner Marke und wie sie sich im Internet sowie auf Social Media-Kanälen präsentiert, sollte unbedingt zur vorher definierten Identität der Marke passen. Darüber hinaus sollte Deine Marke auch immer zu dem stehen, was sie ankündigt und verspricht. Ein gutes Beispiel hierfür: Du machst eine Umfrage über einen Social Media-Kanal und lässt die Teilnehmer darin über die Farbe eines neuen Produkts abstimmen. Selbstverständlich musst Du Dich anschließend auch an das Abstimmungsergebnis halten und dieses in die Realität umsetzen. Ansonsten hast Du jeden Glaubwürdigkeitsbonus verspielt und kannst Dich im schlimmsten Fall schon auf einen Shitstorm gefasst machen. Deine Handlungen sollten daher auch in der digitalen Welt stets mit Deinen Worten in Einklang stehen, denn das ist einer der wichtigsten Grundpfeiler von Authentizität. Dass es sich dabei jedoch um ein noch wesentlich komplexeres Thema handelt, beweist die neue Generation von Social Media-Stars. Diese sind wahre Meister in puncto Authentizität sowie Spontaneität, von denen sich Marken und Unternehmen noch jede Menge abschauen können.

 

Mit Social Media zum Star

 

Wahren es früher noch Modelagenturen und Casting-Shows, die Unbekannten zum plötzlichen Ruhm verhalfen, reicht heute eine Registrierung auf Social Media-Plattformen aus. Diese haben eine neue Form von Celebrities hervorgebracht – die Social Media-Stars. Und diese stehen anderen Stars in nichts nach: Ob Fans wie Filmstars, ein Millionenverdienst oder lukrative Werbeverträge mit den internationalen Unternehmen, Social Media-Stars leben das Leben echter Berühmtheiten. Youtube-Stars stellten dabei nur den Anfang dieser Entwicklung dar. Heute gibt es eine ganze Reihe von Social Media-Kanälen von Instagram bis hin zu Snapchat, die nicht nur Sängern, Filmstars und Sportlern als Präsentationsplattformen dienen, sondern auch für ganz normale Menschen das Tor zur Berühmtheit sind. Dabei bleibt eine Frage: Wie schaffen es ganz normale Menschen, durch das Posten ihres Alltags zu Berühmtheiten zu werden? Die Antwort ist ebenso simpel wie komplex: Sie wissen, was sich Menschen wünschen.

 

Pamela Reif – the German Queen of Instagram

 

Makelloses Styling und Make-up, ein eisern trainierter Körper und die perfekte Inszenierung – die zwanzigjährige Pamela Reif zählt zu den größten deutschen Berühmtheiten auf Instagram. Dort zeigt Pamela authentisch wirkende Ausschnitte aus ihrem glamourösen Leben, die Bild für Bild durchschnittlich 100 000 “Gefällt mir” kassieren. Dass es sich dabei bis zu einem gewissen Grad freilich um eine – in der Natur der Sache liegende – Inszenierung handelt, stört niemanden, ist es doch ein Teil des Spiels. Letztendlich verkörpert Pamela Reif das, was andere gerne wären, und wird dafür mit Fans, Ruhm und Geld belohnt.

 

Ihre ersten Schritte auf Instagram setzte Pamela Reif im Jahr 2012. Damals veröffentlichte sich Fotos von neuen Klamotten, von Essen sowie ansprechenden Landschaften und teilte diese mit Freunden und Familie. Damals begann sie auch damit, im Fitnessstudio zu trainieren. Was lag also näher, als auch Bilder vom Training zu posten. Dieser Mix interessierte bald nicht nur Familie und Freunde, sondern immer mehr Menschen, die Pamela nur von Instagram kannten. Nach zwei Jahren auf Instagram gefielen Pamelas Bilder schon Hunderttausenden von Menschen und auch heute ist die Tendenz stetig steigend. So entwickelte sich Instagram für Pamela vom reinen Zeitvertreib zu einem florierenden Business – und das alles ohne anfängliche Intention, wie sie immer wieder betont.

 

Heute wird Pamela nicht nur auf der Straße regelmäßig von wildfremden Menschen wie eine langjährige Freundin angesprochen, sondern auch professionell von der Hamburger Agentur Pulse Advertising vertreten. Was als Hobby begann, bringt sie heute um die ganze Welt: Ob der Auftrag in LA, um Menschen für Plastikmüll im Meer zu sensibilisieren, oder Dreharbeiten auf Ibiza und in New York, Pamelas Karriere als Instagram-Star blüht.

 

Das macht Pamela Reif richtig

 

  • Sie hält den Kontakt zu ihren Fans bewusst aufrecht und postet jeden Tag mindestens einmal.
  • Sie teilt ihre Interessen – Make-up, Mode, Essen, Sport – mit ihren Fans.
  • Sie ist zusammen mit Instagram professioneller geworden. Statt der anfänglichen Schnappschüsse postet sie heute perfekt ausgeleuchtete und mit professionellem Equipment aufgenommene Fotos, auf denen nichts dem Zufall überlassen wird.
  • Sie weiß sich zu inszenieren.

Amanda Oleander – mit Live-Streaming zum Twitter-Star

 

Im März 2015 launchte Twitter die App Periscope, die es Nutzern ermöglicht, Inhalte live zu streamen. Dabei überzeugt die App mit der sowohl für Nutzer überaus einfachen Bedienung sowie dem Umstand, dass während der Live-Übertragung Nachrichten gepostet und beantwortet werden können. Zuseher haben somit ein überaus authentisches Erlebnis und das Gefühl, mittendrin im Geschehen zu sein. Naturgemäß dauerte es nicht lange, bis dieser neue Dienst die ersten bekannten Gesichter hervorbrachte. Zu diesen zählt die Illustratorin Amanda Oleander, die Periscope nicht nur gleich von Beginn an nutzte, sondern damit auch bald große Bekanntheit erlangte. Dabei sind ihre Live-Streams unspektakulär spektakulär und zeigen Amanda etwa beim Kochen oder auch beim Malen. Damit hat sie es jedoch geschafft, dass ihre Videos in nur einem Monat über sieben Millionen Mal geloved wurden. Das Besondere an Amanda, ihren Videos und der App Periscope ist, dass Zusehern das Gefühl vermittelt wird, direkt Teilnehmer des Geschehens zu sein – näher an den geliebten Stars geht kaum.

 

Das macht Amanda Oleander richtig

 

  • Sie postet regelmäßig und hält so den Kontakt zu ihren Fans aufrecht.
  • Sie lässt ihre Fans an ihrem Leben – genauer gesagt Ausschnitten ihres Lebens – teilhaben, sodass diese sich wie Freunde fühlen.
  • Sie beantwortet Fragen und Kommentare live während des Streamens. So entsteht der Eindruck einer alltäglichen Situation unter Freunden.
  • Sie zeigt einen Mix aus interessanten, normalen und auch eher intimen Situationen ihres Lebens.

 

Dieses riesige Marketing-Potenzial hat inzwischen auch Facebook erkannt und schon bald nach dem Launch von Periscope mit Facebook Live eine vom Prinzip her gleich aufgebaute App veröffentlicht. Ein Vorteil von Facebook gegenüber Twitter liegt in seiner deutlich größeren Nutzerbasis. Dennoch kämpfen beide Dienste um die Gunst der Influencer.

 

Die Zwillinge Lena und Lisa – die Stars von Musical.ly

 

Eine Zahnspange ist das Einzige, was die beiden eineiigen Zwillinge Lena und Lisa voneinander unterscheidet. Im zarten Alter von dreizehn sind die beiden schon Social Media-Superstars – und zwar gleich auf mehreren Plattformen. Ihr Instagram-Account ist der derzeit am schnellsten wachsende in Deutschland, was die Zwillinge zu den bedeutendsten deutschen Vertretern auf dieser Plattform macht. Dabei haben sie ihre Bekanntheit gar nicht Instagram zu verdanken. Ihre Social Media-Karriere startete vielmehr durch die App Musical.ly. Auf dieser können Nutzer selbst einstudierte Choreographien zu bekannten Songs hochladen und veröffentlichen. Die 15-sekündigen Clips der Zwillinge Lena und Lisa haben mit ihren ebenso innovativen wie unterhaltsamen Choreographien dabei exakt den Nerv der Community getroffen, was den beiden mittlerweile mehr als eine Million Follower eingebracht hat. Deren Altersdurchschnitt liegt auf Musical.ly deutlich unter jenem von Instagram- und Facebook-Usern, wodurch wohl ein hohes Identifikationspotenzial mit den beiden dreizehnjährigen Superstars gegeben sein dürfte. Trotzdem wissen Lena und Lisa mit ihren Videos auch die Instagram-Community zu begeistern, wie sich unschwer an ihrem Erfolg auf dieser Plattform erkennen lässt.

 

Lena und Lisa sind inzwischen bereits einen Schritt weiter gegangen und posten nicht mehr ausschließlich auf Social Media-Plattformen. Ihr eigenes Modelabel hört auf den Namen Compose und umfasst neben Basecaps auch T-Shirts und Sweatshirts. Selbstverständlich tragen die beiden Schwestern ihre Eigenkreationen in ihren Videos. Welches Marketing könnte besser sein?

 

Das machen Lena und Lisa richtig

 

  • Sie nutzen mehrere Kanäle und verlassen sich nicht nur auf einen.
  • Sie sind innovativ und begeistern die Community mit neuen Ideen.
  • Sie machen mehr aus ihrer Marke und bieten “Merchandising” zu dieser an.

Thomas Schwenke – der Rechtsanwalt auf Snapchat

 

Wer ihn bereits von seinem Facebook-Profil her kennt, wird von seinem Snapchat-Auftritt wohl etwas überrascht sei. Auf Facebook präsentiert sich Thomas Schwenke so, wie man es von einem Rechtsanwalt erwartet – seriös, gediegen und sachlich. Und selbstverständlich in Hemd und Sakko. Anders sieht es da schon auf seinem Snapchat-Profil aus. Dort klärt Thomas Schwenke frei von der Leber weg in lockerem Stil – sowohl verbal als auch modisch – über Fragen zu Themen wie Markenrecht und Urheberrecht auf. Sein Begleiter dabei: ein kleiner Plüschpinguin, blau-weiß und knuddelig. Dieser ist es auch, der in den Videos die Fragen stellt, welche im Anschluss von Schwenke beantwortet werden. Auf diese Weise bereitet Schwenke ernste und komplexe Inhalte unterhaltsam und erfrischend auf, sodass das Ansehen der Videos nicht nur lehrreich ist, sondern auch Spaß macht. Und ganz so, wie es dem Stil von Snapchat entspricht. Was erreicht Thomas Schwenke damit? Er baut mehr Nähe zu seinen Fans auf, denn Snapchat fühlt sich wesentlich intimer an als Facebook. Ein damit verbundener Vorteil ist, dass kleine Fehler und ein gewisses Maß an Unprofessionalität schnell einmal verziehen werden. Letztendlich lassen ihn diese noch echter wirken.

Das macht Thomas richtig

 

  • Er nutzt eine relativ junge Plattform als Ergänzung zu einer etablierten.
  • Er hat einen konservativen Auftritt und einen lockeren, sodass er unterschiedliche Zielgruppen anspricht.
  • Er hat seinen Auftritt auf Snapchat frisch sowie innovativ gestaltet und sich damit sozusagen an die Plattform angepasst.

So verändern sich die die Stars von Instagram und Co. mit der Zeit

 

Stillstand ist das Ende – das gilt auch für Social Influencer. So werden die meisten nach mehr oder weniger holprigen Anfängen mit der Zeit immer professioneller. Egal, ob Mittagessen und Tagesoutfit oder aber Videos gepostet werden, die Professionalität der großen Stars lässt heute keinerlei Wünsche mehr offen – zumindest in jenen Fällen, in denen aus dem anfänglichen Hobby bereits eine Vollzeitbeschäftigung geworden ist. Dabei ist absolute Professionalität jedoch nicht immer ausschließlich mit Vorteilen behaftet. Steigt nämlich die Professionalität, sinkt ab einem gewissen Punkt gleichzeitig die Authentizität. Je professioneller Bilder und Videos werden, desto unnahbarer wirken ihre Protagonisten. Und damit verschwindet auch das Identifikationspotenzial. Was also tun, um dem entgegen zu wirken? Pamela Reif, deren Bilder inzwischen jenen aus Hochglanzmagazinen in nichts mehr nachstehen, versucht die Nähe zu ihren Fans durch das tägliche Beantworten von Kommentaren aufrecht zu erhalten. So gelingt es ihr, auch trotz ihres professionellen Auftritts und der an sich professionellen Plattform Instagram das Gefühl von Nähe und Authentizität zu vermitteln. Generell einfacher ist das Ganze auf Snapchat, da diese Plattform insgesamt noch wesentlich wilder und zudem auch weniger von Profis und Unternehmen besiedelt ist. Somit ist auch fehlende Authentizität (noch) kein Problem auf Snapchat.

 

Wenn Du mit Deinem Unternehmen auf Instagram, Snapchat und ähnlichen Plattformen durchstarten möchtest, stehst Du vor der Frage: Perfekter Auftritt oder Authentizität? Ein Unternehmen kann es sich nicht leisten, nach außen hin unperfekt aufzutreten. Wie kannst Du aber dennoch Authentizität erreichen? Ganz einfach: Das Geheimnis liegt nicht darin, Influencer zu kopieren, sondern mit ihnen zusammenzuarbeiten. Diese sind die idealen Türöffner für Unternehmen und profitieren ihrerseits selbstverständlich ebenfalls von einer Zusammenarbeit. Internationale Unternehmen wie Nike machen dies erfolgreich vor. Auch Autovermieter Sixt hat eindrucksvoll gezeigt, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Social Influencern aussehen kann. So hatten diese zwei Tage lang freie Hand über den Instagram- sowie den Snapchat-Account von Sixt. Das Ergebnis: Ein auf beiden Accounts geposteter Roadtrip mit Mietwagen. Authentischer und spontaner geht es nicht. An diesem Beispiel siehst Du gut, wie etablierte Unternehmen erfolgreich mit Social Influencern zusammenarbeiten und von deren Credibility profitieren können.

 

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