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Von der Person zur Persönlichkeit – so holst du das Beste aus dir heraus

 

Unsere Persönlichkeit zeichnet uns aus als das, was wir sind. Sie legt fest, was wir mögen und was nicht, was wir können und mit wem wir können. Dabei ist die Persönlichkeit jedoch nicht in Stein gemeißelt, sondern formbar und veränderlich – wenn wir das denn wollen. Hinter dem Begriff Persönlichkeitsentwicklung verbirgt sich das Bestreben, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln und so zu einem besseren Menschen zu werden, der mit schwierigen Situationen und Krisen konstruktiv umgehen kann. Eine solche Entwicklung ist nicht nur auf dem Weg zur Personenmarke hilfreich, sondern allgemein im (Berufs-)Leben. Im folgenden Artikel erfährst du daher alles, was du zum Thema Persönlichkeitsentwicklung als Bestandteil von Personal Branding wissen musst.

 

Persönlichkeit – was ist das eigentlich?

 

Jene einzigartigen Eigenschaften deiner Psyche, die dich von anderen Menschen unterscheiden, machen deine Persönlichkeit aus. So kurz und knapp lässt sich der Begriff Persönlichkeit definieren. Selbstverständlich ist das Thema Persönlichkeit jedoch wesentlich komplexer und es steckt dabei noch vieles mehr dahinter, ganz besonders, wenn man sich auf die philosophische Ebene begibt. Uns interessiert aber in erster Linie der psychologische Aspekt des Themas Persönlichkeit sowie Persönlichkeitsentwicklung. Also, was hat es mit dem Begriff Persönlichkeit auf sich?

In der Psychologie gilt der Begriff Persönlichkeit als einer der wichtigsten überhaupt. So umfasst die Persönlichkeitsforschung unter anderem die Gebiete Persönlichkeit_sentwicklung, Interaktionismus (das Verhältnis zwischen Person und Umwelt), Kulturpsychologie sowie Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Es gibt auch nicht bloß eine einzige Persönlichkeitstheorie, sondern unzählige. In all diesen nimmt jedoch die Wahrnehmung von Personen einen wichtigen Stellenwert ein.

  • Wie nehme ich andere Personen wahr?
  • Wie nehmen mich andere Personen wahr?
  • Wie beeinflusst deren Erscheinungsbild meine Wahrnehmung?
  • Wie beeinflussen meine Erfahrungen meine Wahrnehmung anderer Personen?
  • Welche Rolle spielen Vorurteile, Stereotypen und soziale Bedingungen die Wahrnehmung von Personen?
  • Wie beeinflusst mein Selbstbild die Wahrnehmung und umgekehrt?

 

Diese und zahlreiche weitere Fragen sind wesentliche Gegenstände der Persönlichkeits- und Sozialpsychologie. Als solche gehen sie auch Hand in Hand mit Erklärungsversuchen zur Frage, wie die Unterschiede in Persönlichkeiten entstehen.

Klar ist dabei, dass Wahrnehmung immer subjektiv und in hohem Maße von unseren Erfahrungen, Erwartungen sowie Vorurteilen bestimmt ist. Hier spielt natürlich auch das Unbewusste eine wesentliche Rolle.

So beeinflusst deine Persönlichkeit deine Karriere

 

Deine Persönlichkeit ist so etwas wie dein psychologischer Fingerabdruck. In ihr ist festgelegt, welche Situationen du mit Leichtigkeit meisterst, welche dich vor Probleme stellen und wofür du dich begeisterst. Daher ist es also ganz klar, dass deine Persönlichkeit auch im Job wesentlichen Einfluss hat. Nicht umsonst haben Menschen, die die Karriereleiter ganz nach oben klettern, oft ähnliche Persönlichkeitsmerkmale.

 

Deine Persönlichkeit ist nicht nur das große Ganze all jener Eigenschaften, die dich ausmachen, sondern auch ein System, das dir eine ständige Anpassung an deine Umwelt ermöglicht. Da sich die Umwelt eines jeden Menschen im Laufe seines Lebens immer wieder verändert, verändert sich logischerweise auch die Persönlichkeit mit. Menschen, die Veränderungen ihrer Persönlichkeit abwehrend gegenüberstehen, sind logischerweise immer im Nachteil. Es ist ganz natürlich, dass im Laufe eines Lebens verschiedene Anteile deiner Persönlichkeit mal mehr und mal weniger zum Tragen kommen. Gerade in Situationen mit außergewöhnlichen Belastungen kommen oft Aspekte der Persönlichkeit zum Vorschein, die zuvor nicht sichtbar waren. Dann kommt es darauf an, wie du mit diesen umgehst. So sind solche Situationen auch immer Wendepunkte und Schwellen, die die Persönlichkeit im besten Fall wachsen lassen und im schlechtesten Fall in psychische Probleme münden. Letztendlich kommt es jedoch immer darauf an, wie du mit der Situation und ihren Anforderungen an dich umgehst – bist du bereit, alte Prinzipien, Einstellungen, Vorlieben und Abneigungen zu hinterfragen und gegebenenfalls zu ändern oder hältst du stur am Status quo fest? Bist du selbstreflektiert oder wagst du es nicht, einen ehrlichen Blick auf dich zu werfen? Die Antworten auf diese Fragen bestimmen, ob deine Persönlichkeit wächst oder stagniert.

 

Weiterentwicklung und Wachstum der Persönlichkeit sind lebenslange Prozesse und notwendig, um erfolgreich am Leben teilhaben zu können. Das gilt für das Privatleben genauso wie für das Berufsleben. Neue Situationen erfordern immer neue Herangehensweisen und andere Reaktionen.

Die Big Five der Persönlichkeit

 

Das Modell der Big Five umfasst fünf Dimensionen der Persönlichkeit, die je nach Individuum schwach bis stark ausgeprägt sind. Jede Persönlichkeit lässt sich in diesem Modell wiederfinden und anhand der Ausprägung der genannten Persönlichkeitsmerkmale einordnen.

  1. Extraversion: In diesem Punkt wird festgelegt, ob jemand eher dazu neigt, aus sich herauszugehen, oder eher dazu, in sich gekehrt zu sein. Menschen, bei denen dieser Punkt stark ausgeprägt ist, gelten als energiegeladen, durchsetzungsfähig und gesellig.
  2. Verträglichkeit: In diesen Punkt fallen Eigenschaften wie Herzlichkeit, Mitgefühl und Freundlichkeit. Auch Empathie, also die Eigenschaft, sich in die Lage anderer Menschen hineinzuversetzen und diese nachvollziehen zu können, gehört in diese Kategorie.
  3. Gewissenhaftigkeit: Wer hier punktet, verfügt über ein hohes Maß an Pflichtbewusstsein, einen ausgeprägten Ordnungssinn und geht strukturiert vor.
  4. Neurotizismus: Menschen, bei denen dieser Punkt stark ausgeprägt ist, sind emotional, launisch und oft auch unsicher.
  5. Offenheit: Jemand, der hier punktet, ist offen für neue Erfahrungen und bereit, sich auf neue Dinge einzulassen.

 

Anhand dieser Punkte lassen sich bei aller Komplexität des Themas dennoch eine Struktur sowie eine gewissen Übersichtlichkeit erlangen. Diese fünf Punkte ermöglichen es, jede Persönlichkeit nach in bestimmtem Maße vorhandenen Eigenschaften zu definieren und so ein relativ klares Persönlichkeitsbild zu erstellen. Doch auch, wenn dieses definiert wurde, bleibt immer noch die Frage, was eine starke Persönlichkeit ausmacht und was diese von einer schwachen unterscheidet.

5 Eigenschaften, an denen du eine starke Persönlichkeit erkennst

 

Nicht alles, was stark wirkt, ist in Wirklichkeit auch stark. Übertrieben dominantes Verhalten sowie ein Kontroll- und Machtbedürfnis mögen zwar nach außen hin auf den ersten Blick stark wirken, dienen in Wirklichkeit jedoch nur dazu, Schwäche zu verdecken. Nicht umsonst unterscheidet man in der Psychologie zwischen zwei Arten von Stärke.

  • Power over: Wer kennt ihn nicht, den Chef, an dem ein Diktator verloren gegangen zu sein scheint. Hinter dem Begriff Power over verbirgt sich die Macht über andere. Menschen, die das ständige Bedürfnis haben, über andere Macht und Kontrolle auszuüben, fühlen sich in Wirklichkeit machtlos sowie schwach und können diesen Gefühlen nur entrinnen, indem sie andere dominieren. Folglich handelt es sich in diesem Fall nicht um wirkliche Stärke, sondern lediglich um deren Vortäuschung.
  • Personal Power: Hier findet man wahre persönliche Stärke. Diese ist nicht durch Macht und Kontrolle über andere, sondern über sich selbst geprägt. Nicht umsonst heißt es: Wer keine Kontrolle über sich hat, muss diese über andere haben. Wer sich hingegen kennt, um seine Stärken und Schwächen weiß und mit sich im Reinen ist, hat kein Bedürfnis, über andere Macht auszuüben.

 

Wie du an dieser Differenzierung sehen kannst, ist ein übermäßig dominantes Verhalten kein Zeichen einer starken Persönlichkeit, sondern ganz im Gegenteil eher jenes eine schwachen Persönlichkeit, die diese Schwäche durch Dominanz über andere zu kompensieren versucht. Dabei müssen wir nicht extra erwähnen, dass diese Persönlichkeiten an jedem Arbeitsplatz grundsätzlich unbeliebt sind und Menschen sich in ihrer Umgebung meist alles Andere als wohlfühlen. Ganz anders sieht es da schon bei wirklich starken Persönlichkeiten aus: Diese strahlen eine innere Ausgeglichenheit und Gefestigtkeit aus, ohne dabei bedrohlich oder dominant zu wirken. Starke Persönlichkeiten kennen ihre Grenzen und respektieren jene ihrer Mitmenschen. All dies macht sie zu angenehmen Zeitgenossen, in deren Umgebung man sich wohl- und sicher fühlen kann – es sei denn, man möchte Kontrolle über sie ausüben, denn das lassen sich ganz sicher nicht zu.

 

Grundsätzlich können bei starken Persönlichkeiten immer wieder folgende Eigenschaften beobachtet werden:

  • Realistischer Optimismus: Situationen realistisch einschätzen zu können ist eine wichtige Fähigkeit starker Persönlichkeiten. Sie betrachten die Dinge nicht nur die rosarote Brille, machen aber auch nicht aus jeder Mücke einen Elefanten. Probleme werden realistisch gesehen und dabei wird versucht, das Positive sowie vorhandenes Potenzial zu erkennen. Schwarzmalerei und Untergangsszenarien sucht man hier vergeblich.
  • Tatkraft: Starke Persönlichkeiten sind sich bewusst, dass sie Handlungsmöglichkeiten haben. Dieses Bewusstsein sorgt dafür, dass sie auch in schwierigen Situationen nicht verzweifeln, sondern die ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, um ihre Situation zu verbessern.
  • Lernbereitschaft: Niemand befindet sich gerne in schwierigen Situationen. Starke Persönlichkeiten wissen jedoch, dass auch und gerade schwierige Phasen eine Möglichkeit sind, sich weiterzuentwickeln und gestärkt aus diesen hervorzugehen. Sie sehen Probleme daher immer auch als Chance für persönlichen Wachstum.
  • Emotionale Selbstkontrolle: Der Umgang mit den eigenen Emotionen ist eine der wichtigsten Eigenschaften starker Persönlichkeiten. Sie sind sich ihrer Gefühle bewusst, erkennen diese und können sie auch einordnen. Starke Persönlichkeiten beobachten ihre Emotionen und achten genau darauf, welche Situationen bei ihnen bestimmte Gefühle auslösen. Sie sind sich auch bewusst, welche Konsequenzen ihre Emotionen auf ihre Gedanken und ihre Handlungen haben können. Dementsprechend lernen sie, adäquat, ohne sich und anderen zu schaden, auf diese zu reagieren.
  • Selbstfürsorge: Gerade in stressigen Zeiten bleiben die eigenen Bedürfnisse oft auf der Strecke. Doch auch, wenn es einmal ruhiger ist, kann die täglich Routine bald über allem stehen. Starke Persönlichkeiten sind sich dessen bewusst, und schaffen sich daher Inseln für ihre eigenen Bedürfnisse. Sie wissen nämlich, wie wichtig es ist, sich Zeit für sich selbst zu nehmen – und wenn es nur ein paar Minuten täglich sind. Dabei kommt es auch darauf an, womit diese wertvolle Zeit verbracht wird. Grundsätzlich sollte sie stets dazu dienen, sich selbst etwas Gutes zu tun, das einen glücklich macht. So sollten die eigenen Bedürfnisse stets aufs Neue evaluiert werden. Auf diese Weise geben sich starke Persönlichkeiten nicht nur immer das, was sie momentan gerade wirklich brauchen, sondern lernen sich auch immer besser selbst kennen. Und gerade Selbsterkenntnis ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um seine Ziele definieren und auch erreichen zu können.
  • Realistische Erwartungen: Starke Persönlichkeiten wissen, dass Perfektionismus Erfolg letztendlich nur im Weg steht und auf die Dauer auch zu hoher innerer Unzufriedenheit führt. Daher haben sie weder an sich selbst noch an andere unrealistisch hohe Erwartungen. Darüber hinaus sind sie sich auch darüber im Klaren, dass sie es niemals allen recht machen können und Fehler manchmal einfach passieren. Letztere nehmen sie auch nicht persönlich, sondern sehen sie als Gelegenheit, zu lernen und sich zu verbessern.

 

Du siehst also, dass sich starke Persönlichkeiten vor allem dadurch auszeichnen, dass sie sich ihrer selbst bewusst sind und sich selbst kennen. So können sie nicht nur sich, sondern auch ihre Umwelt realistisch einschätzen und dementsprechend erfolgreich handeln.

Die schwierige Definition des Begriffs Persönlichkeitsentwicklung

 

All unsere Erfahrungen – vom ersten Moment unseres Lebens an – formen unsere Persönlichkeit. Grundsätzlich entstehen grundlegende Persönlichkeitseigenschaften in der frühen Kindheit und Jugend. In dieser Zeit wird die Disposition für bestimmte Grundzüge der Persönlichkeit gelegt. Wie viele unserer Persönlichkeitsmerkmale nun genetisch bedingt oder aber anerzogen sind, ist nach wie vor strittig. Das berühmte „nature or nurture“ bleibt als weiterhin eine Frage ohne befriedigende Antwort. Nichtsdestotrotz liefert die Entwicklungspsychologie zahlreiche interessante Einsichten und Erkenntnisse zum Thema Persönlichkeitsentwicklung.

Können sich Menschen wirklich ändern?

Die Antwort auf diese Frage ist nach wie vor umstritten. So sehen es viele Psychologen als sehr schwierig bis unmöglich, die im frühesten Kindesalter angelegten Persönlichkeitsstrukturen im Erwachsenenalter tatsächlich zu ändern. So unterstützt zum Beispiel geistige Stimulation im Kindesalter die Entwicklung bestimmter Hirnareale, die wiederum dafür sorgen, dass sich bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und Fähigkeiten wie etwa Empathie herausbilden – oder im umgekehrten Fall eben auch nicht. Ist der Wachstumsprozess einmal abgeschlossen und hat keine ausreichende Stimulation stattgefunden, ist es so gut wie unmöglich bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, deren Sitz eben in bestimmten Regionen des Gehirns ist, noch herauszubilden. Dies ist jedoch nur ein Szenario von vielen.

 

Darüber hinaus spielen nämlich auch soziale Einflussfaktoren eine wesentliche Rolle bei der Persönlichkeitsentwicklung – vor allem in den ersten Lebensjahren. Diese sind nämlich immer entscheidend für den weiteren Verlauf der Persönlichkeitsentwicklung. So sorgt zum Beispiel eine offene, liebevolle und respektvolle Umgebung dafür, dass sich das Ich des Säuglings – also der Sitz seiner Persönlichkeit – stabil und sicher entwickeln kann. Umgekehrt führt eine kalte Umgebung, die weder die Bedürfnisse noch die Grenzen des Kindes respektiert und achtet, zur Entwicklung eines falschen Selbst. Das Kind fühlt sich durch die Missachtung seiner Bedürfnisse schutzlos und essenziell in seinem Wohlergehen bedroht, da sein Überleben fundamental von seinen Eltern bzw. seinen Bezugspersonen abhängig ist. Merkt es, dass die Artikulierung seiner Bedürfnisse mit Missachtung und Liebesentzug bestraft wird, und es hingegen nur die Bedürfnisse seiner Bezugspersonen erfüllen soll, wird es aus reinem Überlebensdrang sein Selbst hintanstellen und stattdessen seinen Bezugspersonen Vorrang geben. Dies führt zur Entwicklung eines falschen Selbst, das vorrangig dafür ausgerichtet ist, die Zuwendung und Bewunderung anderer zu erhalten. Das echte Selbst wird in den Hintergrund gedrängt. Ein Umstand, der im Erwachsenenalter in der Regel zu psychischen Problemen bis hin zur Entwicklung handfester Persönlichkeitsstörungen führt. Ein Paradebeispiel hierfür ist die narzisstische Persönlichkeitsstörung, zu deren Hauptsymptomen die Sucht nach Bewunderung und Anerkennung sowie Empathielosigkeit zählen. Gerade in Fällen von Persönlichkeitsstörungen sind die Prognosen für eine Heilung eher schlecht, da gewisse, bei gesunden Menschen vorhandene Persönlichkeitsanteile nicht vorhanden sind. Als viel wahrscheinlicher und realistischer wird dahingegen ein anderer Umgang mit bestimmten Persönlichkeitsanteilen angesehen.

Das heißt jedoch nicht, dass Betroffene nicht die Wahl hätten, wie sie mit ihren Persönlichkeitsanteilen umgehen – vorausgesetzt, die Einsicht und der Wille hierfür sind vorhanden. Letztendlich trifft dies aber für alle Menschen zu.

 

Aus diesem Grund kann getrost behauptet werden, dass es letztendlich in der Hand eines jeden Einzelnen liegt, wie er mit seinen Persönlichkeitsanteilen umgeht und ob er seine Persönlichkeit weiterentwickeln möchte. Davon abgesehen muss niemand ein anderer Mensch werden, es reicht, wenn er ein besserer Mensch wird. Letztendlich geht es darum, das Beste aus deiner Persönlichkeit herauszuholen und dein volles Potenzial zu nutzen. Darauf kommt es bei Persönlichkeitsentwicklung an.

Die 3 wesentlichen Schritte der Persönlichkeitsentwicklung

 

Jeder kann seine Persönlichkeit weiterentwickeln – wenn er das möchte. Wie bei allen Dingen steht auch bei der Persönlichkeitsentwicklung der Wille zur Veränderung an erster Stelle. Dabei solltest du nie vergessen, dass es bei Persönlichkeitsentwicklung nicht darum geht, aus dir einen anderen Menschen zu machen, sondern vielmehr darum, das Beste aus dir herauszuholen und dein volles Potenzial auszuschöpfen. Und das bringt dich nicht nur privat und beruflich weiter. Vielmehr macht es auch richtig Spaß und ist spannend, deine bislang verborgenen Seiten kennenzulernen.

 

Der Prozess der Persönlichkeitsentwicklung basiert auf folgenden drei Säulen:

  • Selbsterkenntnis: Bevor du dich weiterentwickeln kannst, musst du erst einmal wissen, wie du momentan bist. Es nutzt nämlich nichts, ein Ziel anzustreben, wenn du nicht einmal weißt, wo du startest. Hierbei solltest du dir stets vor Augen führen, dass es nicht um eine Bewertung deiner Persönlichkeit geht, sondern schlicht um eine neutrale Bestandsaufnahme. Selbstverständlich solltest du dabei absolut ehrlich zu dir sein, denn jedes Beschönigen wäre nur kontraproduktiv. Nutze Selbstreflexion und Feedback von vertrauenswürdigen Dritten dafür, um ein realistisches Bild deiner Persönlichkeit zu bekommen. Indem du Selbst- und Fremdwahrnehmung miteinander abgleichst, erhältst du wertvolle Erkenntnisse über deine Persönlichkeit. Gleichzeitig bekommst du auch einen ersten Eindruck davon, bei welchen Eigenschaften du ansetzen solltest, um dich zum Besseren zu verändern. Darüber hinaus können auch Persönlichkeitstests hilfreich sein, um sich selbst besser kennenzulernen.
  • Selbstakzeptanz: Auch wenn du dich eigentlich verändern und weiterentwickeln möchtest, solltest du dich zuerst akzeptieren und so annehmen, wie du bist. Dies ist nämlich eine wichtige Grundvoraussetzung dafür, um anzuerkennen, wie viel Gutes noch verborgen in dir steckt. Und dieses hervorzuholen ist schließlich das Ziel der Persönlichkeitsentwicklung.
  • Selbstveränderung: In diesem Schritt der Persönlichkeitsentwicklung findet die eigentliche Veränderung statt. Bevor es losgehen kann, solltest du aber selbstverständlich definieren, wohin du dich entwicklen willst. Möchtest du bestimmte Eigenschaften und Gewohnheiten ablegen oder möchtest du bestimmte Eigenschaften erwerben? Oder geht es vielleicht darum, schädliche Verhaltensmuster zu entsorgen und neue, gesunde zu erlernen? Was auch immer du mit Persönlichkeitsentwicklung erreichen möchtest: Lege dir ein individuelles Ziel fest und schaffe am besten ein Idealbild deiner selbst, das du von nun anstrebst. Ob du dieses auch erreichst, liegt an dir alleine. Auch wenn du dir psychologische Unterstützung holst, bist es letztendlich du, der die Entwicklungsarbeit leisten muss. Und diese kann mitunter richtig hart sein und jede Menge Willenskraft, Disziplin und auch Mut erfordern. Dabei solltest du dich bereits von Beginn an darauf einstellen, dass Veränderungen nicht über Nacht passieren, sondern ihre Zeit brauchen. Niemand legt alte Verhaltensmuster von heute auf morgen ab und ersetzt sie im Handumdrehen durch neue. Ein solcher Prozess dauert in der Regel mehrere Monate, in denen immer wieder die Gefahr besteht, rückfällig zu werden und wieder in alte Verhaltensmuster zu fallen. Wir wollen dir daher gleich sagen, dass Rückschläge durchaus dazu gehören, und du dich von diesen keinesfalls entmutigen lassen solltest. Hinfallen, aufstehen, weitergehen – so lautet die Devise von Gewinnern.

 

Das allgemeine Ziel der Persönlichkeitsentwicklung sollte es sein, eine reife Persönlichkeit zu werden. Eine solche zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst ist. Zudem ist sie selbstreflektiert, aktiv, unabhängig uns lösungsorientiert. Ihre mentale Stärke und ihre hervorragende Problemlösungskompetenz sind die Grundpfeiler ihrer hohen Lebenszufriedenheit. Das heißt jedoch nicht, dass Persönlichkeitsentwicklung ein Prozess ist, der irgendwann abgeschlossen wäre. Die Entwicklung der Persönlichkeit zieht sich durch das ganze Leben und kommt niemals zu einem Ende. Mit jeder Erfahrung, die du machst, erhältst du eine neue Gelegenheit, dazu zu lernen und dich weiterzuentwickeln. Und so lange du lebst, kommen neue Erfahrungen hinzu. Eine ständige Weiterentwicklung ist daher nur die logische Konsequenz.

Persönlichkeitsentwicklung als zweischneidiges Schwert?

 

Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit hin zu einer besseren Version seiner selbst ist an sich immer etwas Positives. Sein persönliches Potenzial voll auszuschöpfen und das Beste aus sich herauszuholen ist ein in jedem Fall erstrebenswertes und edles Ziel, das sich auf alle Bereiche des Lebens positiv auswirkt. Dabei gilt jedoch die alte Weisheit: Manchmal schmeckt Medizin bitter. Und so birgt auch Persönlichkeitsentwicklung einige Nebenwirkungen, derer du dir von vornherein bewusst sein solltest.

  • Du musst deine Komfortzone verlassen. Wahre Veränderungen kann immer nur dann stattfinden, wenn du ausgetretene Pfade verlässt und dich in unbekannte Gefilde wagst. Einmal mehr gilt dies auch für Persönlichkeitsentwicklung. Um dich wirklich zu verändern, musst du vertraute Eigenschaften und Verhaltensweisen gegen solche tauschen, die dir anfangs vielleicht durchaus unangenehm sind. Dies ist jedoch der unerlässliche erste Schritt zu wirklicher Veränderung.
  • Du musst einen ehrlichen Blick auf dich werfen. Am Beginn der Persönlichkeitsentwicklung steht Selbsterkenntnis. Das bedeutet, dass du dich absolut ehrlich im Spiegel betrachten musst – und zwar die guten Seiten genauso wie jene, die du vielleicht nicht so gerne ansiehst. Ehrlich zu sich selbst zu sein und sich auch seine Schwächen und negativen Seiten einzugestehen, kostet jede Menge Mut. Und diesen besitzen bei Weitem nicht alle Menschen, hier müssen wir uns absolut nichts vormachen. Viele Menschen leben lieber unter dem Deckmantel aus Verdrängung und Verleugnung, anstatt ehrlich zu sich selbst zu sein. Und unter anderem aus diesem Grund entwickeln sie sich im Erwachsenenalter auch nicht mehr wesentlich weiter. Dass dies keine adäquate Strategie ist, um auf die immer schneller stattfindenden Veränderungen dieser Welt zu reagieren und persönlichem Lebensglück sowie Erfolg letztendlich nur im Wege steht, versteh sich von selbst.
  • Du musst deine Grenzen kennenlernen. Wenn du dich dazu entschließt, deine Persönlichkeit weiterzuentwickeln und dich selbst besser kennenzulernen, solltest du nicht auf halbem Weg aufgeben, sondern wirklich bis an deine Grenzen gehen. Das gehört nicht nur dazu, wenn du dich selbst erfahren möchtest, sondern zeigt dir auch, wozu du wirklich imstande bist. Und das ist weit mehr, als du wahrscheinlich glaubst. So weißt du später genau, was du dir zutrauen kannst – privat und natürlich auch im Job.
  • Du musst Verantwortung für dein Handeln übernehmen. Die wenigsten Menschen übernehmen wirklich gerne die Verantwortung für ihr Handeln und ihr Leben. Viel zu verlockend ist es, die Verantwortung auf nahestehende Menschen, einen Sündenbock oder gar eine übernatürliche Macht zu schieben – besonders dann, wenn es nicht so läuft, wie man es sich eigentlich wünschen würde. Dann ist schnell ein Schuldiger gefunden, auf den mit dem Finger gezeigt werden kann. So lässt sich Persönlichkeitsentwicklung effektiv verhindern. Viel besser ist es, ehrlich zu sich selbst zu sein, und sich die eigene Verantwortung einzugestehen. Gerade wenn etwas nicht so läuft, wie du es gerne hättest, solltest du reflektieren und versuchen, deine Anteile an der Situation zu identifizieren. So kannst du dich nämlich wirklich weiterentwickeln. Was du denkst, fühlst und tust liegt immer in deiner Verantwortung und niemals in der eines anderen Menschen. Dessen solltest du dir stets bewusst sein. Und indem du die volle Verantwortung für dich übernimmst, erhältst du gleichzeitig auch die volle Kontrolle über dich – ein weiterer Punkt, der starke Persönlichkeiten auszeichnet.
  • Du musst mit Ablehnung rechnen. Persönlichkeitsentwicklung heißt auch immer, sein wahres Selbst zu entdecken. Und je mehr du zu dir selbst findest, desto weniger wirst du die Erwartungen deiner Umwelt erfüllen. Das wird gewiss einige Menschen in deinem Umfeld vor den Kopf stoßen, besonders, wenn du bislang sehr dazu geneigt hast, dich nach den Bedürfnissen anderer zu richten. Denk dabei immer daran, dass du niemandem etwas schuldig bist außer dir selbst.
  • Du wirst wahrscheinlich dir nahestehende Menschen verlieren. Freunde sind aus einem bestimmten Grund in unserem Leben – und zwar, weil unsere Persönlichkeiten miteinander harmonieren. Wenn du dich nun dazu entschließt, dich weiterzuentwickeln und bislang verdeckte Facetten deiner Persönlichkeit zu beleuchten, kann es durchaus passieren, dass du mit Freunden – und auch Familienmitgliedern – plötzlich nicht mehr auf einer Wellenlänge bist. Wenn sich ein Teil einer Beziehung weiterentwickelt und der andere hingegen auf dem Status quo verharrt, kommt es unweigerlich zu Reibereien und manchmal sogar zu einem Abbruch der Freundschaft. Daher solltest du dich schon von Vornherein darauf einstellen, dass du höchstwahrscheinlich Menschen verlieren wirst – aber auch darauf, dass du neue gewinnen wirst.
  • Du wirst mehr fordern. Persönlichkeitsentwicklung bedeutet, dass du dich selbst besser kennenlernst. Dazu gehört auch, dass du dich deines Selbstwertes bewusst wirst und dessen Anerkennung in Zukunft auch von deinen Mitmenschen erwartest. Du wirst lernen, automatisch Grenzen zu setzen, und Verhalten, dass deinen Selbstwert untergräbt, nicht mehr hinzunehmen. Dies wird einige Menschen, die bislang anderes von dir gewohnt waren, im besten Fall irritieren und im schlimmsten Fall vor den Kopf stoßen. Auch hier kann es sein, dass Menschen aus deinem Leben verschwinden werden. Dafür ist jedoch bereits ein neuer dazu gekommen – nämlich du.

 

Sich weiterzuentwickeln, hat immer Folgen – angenehme und auf den ersten Blick weniger angenehme. Indem du dich veränderst und zu dir selbst findest, bringst du sozusagen das Boot zum Schaukeln. Dinge, die bislang nur funktioniert haben, weil du dich selbst zurück gestellt hast, funktionieren plötzlich nicht mehr. Keine Frage, dass dies einigen Menschen nicht so ganz recht sein wird. Daher wird eine Veränderung deiner selbst auch immer eine Veränderung deiner Umwelt und deines Umfelds nach sich ziehen. Dein Umfeld wird sich sozusagen deinem neuen Ich anpassen. Alles, was nicht mehr zu diesem passt, wird dein Leben automatisch verlassen. Und neues, das zu deinem neuen Ich passt, wird wie von selbst in dein Leben treten.

So entwickelt sich deine Persönlichkeit durch deinen Job

 

Dein Job verändert dich. Dass die Persönlichkeit die Wahl des Berufs beeinflusst, ist hinlänglich bekannt. Wesentlich neuer ist hingegen die Erkenntnis, dass auch der Job Einfluss auf die Persönlichkeit hat. So hat eine belgische Langzeitstudie interessante Erkenntnisse hervorgebracht. Über die Laufzeit von 15 Jahren wurden Probanden aus verschiedenen Branchen wie Einzelhandel, Vertrieb, Schulwesen, Forschung, Mode und Industrie in Hinblick auf ihre Persönlichkeitsentwicklung beobachtet. Zu Beginn der Studie konnte wenig Überraschendes festgestellt werden: Die Beteiligten entschieden sich durch die Bank für Jobs, die ihren Persönlichkeitsmerkmalen entsprachen. 15 Jahre später zeigte sich schon ein deutlich interessanteres Bild. Zwar war die ursprüngliche Persönlichkeitsstruktur bei allen Probanden nach wie vor vorhanden, darüber hinaus hatten diese jedoch auch Persönlichkeitsmerkmale und Eigenschaften herausgebildet, die zu Beginn der Studie noch nicht vorhanden waren und eine bessere Anpassung an den Beruf ermöglichten. Selbstverständlich galt dies nur für jene Studienteilnehmer, die inzwischen Karriere gemacht hatten. Sie haben es geschafft, sich so weit anzupassen und die notwendigen Persönlichkeitsmerkmale zu entwickeln, um die Karriereleiter hoch zu klettern. Dies zeigt deutlich, wie wichtig die Weiterentwicklung der Persönlichkeit ist, um im Job voranzukommen.

 

Obwohl Persönlichkeitsentwicklung im Job fast automatisch passiert, solltest du dir dennoch Herausforderungen suchen, um die Entwicklung deiner Persönlichkeit bewusst voranzutreiben.

Mix up your Routine – so kannst du das volle Potenzial deiner Persönlichkeit ausschöpfen

 

Persönlichkeitsentwicklung darf nicht nur im Kopf, sondern muss auch im alltäglichen Leben stattfinden. Das heißt, dass du dich in Situationen begeben musst, die dich vor neue Herausforderungen stellen. Zudem solltest du versuchen, dich in altbekannten Situationen anders zu verhalten. Du wirst sehen, wie sehr du es in der Hand hast, Situationen durch dein Verhalten zu beeinflussen. Wie bereits erwähnt, beginnt echte Veränderung erst, wenn du dich aus deiner Komfortzone wagst. Situationen, die dich nervös machen und die du bislang immer gemieden hast, sind also perfekt. Das heißt jedoch nicht, dass du etwas gegen deinen Willen machen oder dich gar in Gefahr begeben solltest! Die persönlichen Grenzen deiner physischen und psychischen Unversehrtheit solltest du selbstverständlich immer respektieren. Vielmehr geht es darum, Dinge zu tun, die untypisch für dich sind. Du gehst grundsätzlich nur mit Freunden ins Café und ins Kino? Prima, dann solltest du das das nächste Mal alleine machen. Du fährst immer dieselbe Strecke um deine Freundin zu besuchen? Dann nimm das nächste Mal eine andere. Es geht darum, neue Wege zu erkunden und Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Darüber hinaus lernst du auch jede Menge über dich, wenn du dich aus deiner Komfortzone heraustraust. Unter anderem, dass es meist keinen Grund gibt, um gewisse Dinge von vornherein abzulehnen. Dabei solltest du jedoch stets darauf achten, dir nicht zu viel auf einmal vorzunehmen. Gehe schrittweise vor und überfordere dich nicht. Jede Entwicklung braucht ihre Zeit, dessen solltest du dir stets bewusst sein. Es bringt daher überhaupt nichts, wenn du deinen Terminkalender mit so vielen neuen Aktivitäten wie möglich vollstopfst und auch im Job plötzlich jeder Herausforderung hinterherjagst. Auf diese Weise kannst du die Entwicklung deiner Persönlichkeit nicht vorantreiben, sondern verhinderst lediglich ein notwendiges Verarbeiten der neuen Erfahrungen. Und das hindert deine Persönlichkeit letztendlich daran, sich weiterzuentwickeln.

 

Sport und neue Hobbys haben immenses Potenzial für die Entwicklung deiner Persönlichkeit. Hier kommt es jedoch darauf an, dass du dich diesen mit einer gewissen Ernsthaftigkeit widmest und sie auch zielgerichtet betreibst. So solltest du zum Beispiel ernsthaft daran arbeiten, ein bestimmtes Trainingsziel zu erreichen. Dies wird dich an deine körperlichen und mentalen Grenzen bringen und dir außerdem vor Augen führen, wozu du imstande bist. Du wirst lernen, Probleme zu lösen und Krisen zu überwinden. Gleichzeitig trainierst du nicht nur deinen Körper, sondern auch Fähigkeiten wie Selbstmotivation, Selbstüberwindung, Selbstmanagement und Frustrationstoleranz – alles Eigenschaften, die du auch im Job wunderbar gebrauchen kannst.

 

Neben Sport und Hobbys bringen auch Ehrenämter die Entwicklung deiner Persönlichkeit voran. Und das gute daran ist, dass hierbei auch andere davon profitieren. Dabei besteht jedoch immer die Gefahr, dass zu viel von dir gibst und letztendlich nicht mehr genug Energie für dich übrigbleibt. Daher ist ein Ehrenamt ideal, um deine eigenen Grenzen kennenzulernen und gleichzeitig zu lernen, diese zu verteidigen. Darüber hinaus lernst du auch, mit deiner Energie hauszuhalten und dich nicht über das gesunde Maß hinaus zu verausgaben.

 

Selbstverständlich gibt es auch im Job zahlreiche Gelegenheiten, um aus der Komfortzone herauszutreten und die Persönlichkeitsentwicklung voranzutreiben. Zu den Klassikern unter den beruflichen Herausforderungen zählen Auslandsaufenthalte. Der Sprung ins Ausland bedeutet gleichzeitig auch das Eintauchen in ein völlig neues kulturelles und soziales Umfeld. Dies ist eine immense Belastungsprobe und verlangt von der Persönlichkeit ein hohes Maß an Flexibilität. Darüber hinaus ist ein Aufenthalt im Ausland auch die perfekte Gelegenheit zur Selbstevaluierung. Während die Menschen zu Hause bereits an dich gewöhnt sind und auf viele deiner Eigenschaften vielleicht gar nicht mehr reagieren, sieht es bei einem neuen Umfeld ganz anders aus. Hier erhältst du unverfälschtes und echtes Feedback, das für deine Persönlichkeitsentwicklung Gold wert ist. Dieses Feedback solltest du auch dazu nutzen, festgefahrene Verhaltensweisen zu korrigieren und so deine Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

Es muss aber nicht gleich der Auslandsaufenthalt sein, wenn du deine Persönlichkeit im Job weiterentwickeln möchtest. So sind zum Beispiel auch Projektarbeiten hervorragende Gelegenheiten, um dich an deine Grenzen zu bringen und neue Facetten deiner Persönlichkeit kennenzulernen. Idealerweise tragen der Druck, die zu lösenden Konflikte und die auszuhaltende Frustration dazu bei, dass deine Persönlichkeit wächst und du als bessere Version deiner Selbst aus der Projektarbeit aussteigst.

In diesen Schritten passiert Persönlichkeitsentwicklung

 

Die Entwicklung der Persönlichkeit ist nichts, was von heute auf morgen geschehen würde. Lern- und Entwicklungsprozesse laufen immer schrittweise ab. Dabei spielen sogenannte Lernplateaus eine wichtige Rolle. Der Entwicklungsprozess verläuft nämlich nicht linear, sondern ist immer wieder durch Rückschläge sowie Stagnation gekennzeichnet. Dies ist ganz normal und etwas, auf das du dich schon von Beginn an einstellen solltest. So steht am Anfang der feste Wille, eine Eigenschaft oder Gewohnheit abzulegen. Dann folgt in der Regel schneller Entwicklungsfortschritt, bevor es zu einem Einbruch sowie Stagnation kommt. In dieser Phase ist die Gefahr des Aufgebens besonders groß. Daher musst du gerade hier deine ganze Disziplin und deine gesamte Willenskraft aufbringen, um weiterhin am Ball zu bleiben und nicht alles hinzuwerfen. Hast du das erste Lernplateau einmal erreicht, musst du das neue Verhalten so lange üben, bis es das alte tatsächlich abgelöst hat und zu einem Habitus geworden ist. Erst dann kann es im Entwicklungsprozess weitergehen. Du wirst abermals schnelle Fortschritte machen, bis du das nächste Lernplateau erklimmst. Für dieses gilt dasselbe wie für das davor. Das Muster aus Fortschritt, Rückfall, Stagnation und Üben des neuen Verhaltens wiederholt sich immer wieder, bis du dein persönliches Ziel und den anvisierten Lernerfolg erreicht hast.

Diese Rolle spielt Coaching bei der Persönlichkeitsentwicklung

 

Obwohl du bei der Entwicklung deiner Persönlichkeit selbstverständlich selbst an dir arbeiten musst, kann ein Coach hilfreiche Dienste leisten. So steht beim Coaching nämlich oft die Entwicklung der Persönlichkeit des Klienten im Mittelpunkt. Daher bringt Coaching das passende Grundgerüst sowie nützliche Instrumente mit, um dich bei der Entwicklung deiner Persönlichkeit zu unterstützen. Darüber hinaus kann sich ein Coach als durchaus nützlich erweisen, den er kann nicht nur reflektieren, sondern dir mit den richtigen Fragen auch Denk- und Entwicklungsanstöße liefern. Das können zwar auch Freunde, hier besteht jedoch immer die Gefahr, dass deren Wahrnehmung deiner Person durch verschiedene Faktoren beeinflusst ist, sodass du keine neutrale Rückmeldung erhältst. Anders sieht es da schon bei einem Coach aus: Dieser ist nicht nur unbefangen, sondern weiß aufgrund seiner Ausbildung auch, wie er sich professionell verhalten muss.

 

Leider hat Coaching auch einen Nachteil – und zwar seinen hohen Preis. Da es sich bei Persönlichkeitsentwicklung um einen langwierigen Prozess handelt, der in Wirklichkeit niemals abgeschlossen ist, geht auch die Unterstützung durch einen Coach dementsprechend ins Geld. Falls du dieses Geld nicht in Coaching investieren möchtest, kannst du dennoch die Grundprinzipien des Coachings nutzen und so die Entwicklung deiner Persönlichkeit unterstützen und vorantreiben. Alles, was du dazu benötigst, ist jemand wie einen guten Freund, der dir ehrliches Feedback gibt. Dabei solltest du folgende Regeln einhalten:

  • Halte dich an Vereinbarungen. Damit Coaching funktioniert, müssen Verabredungen sowie Vereinbarungen eingehalten werden. Die Vereinbarungen mit deinem Feedback-Geber haben absolute Priorität und müssen mit derselben Wichtigkeit behandelt werden wie andere Termine.
  • Reflektiere. Die Aufgabe professioneller Coaches ist es, möglichst objektiv zu analysieren und ihnen auf diesen Analysen basierendes Feedback zu geben. Auf diese Weise unterstützen sie die Persönlichkeitsentwicklung methodisch und strukturiert. Diese Aufgabe kann auch ein guter Freund übernehmen – wenn er dazu in der Lage ist, sich selbst so weit wie möglich zurückzunehmen und möglichst objektiv zu sein.
  • Dokumentiere Veränderungen. Beim Coaching werden Veränderungen und auch Rückschritte dokumentiert und analysiert. Dies ermöglicht nich nur eine Bestandsaufnahme bisher erreichter Erfolge, sondern erlaubt es auch, Nachbesserungen und Kurskorrekturen vorzunehmen.

 

Ob du dich nun für Coaching entscheidest oder nicht, eines ist klar: Eine Person, die dir ehrliches Feedback gibt und dir so hilft, dich besser kennenzulernen, ist immer hilfreich. Vorausgesetzt natürlich, du findest die richtige Person. Diese sollte so unbefangen wie möglich sein, um dir ehrliches Feedback geben zu können. Dabei müssen stets deine Interessen – eben die Weiterentwicklung deiner Persönlichkeit – im Vordergrund stehen. Es bringt überhaupt nichts, wenn dir dein Gegenüber das sagt, wovon es glaubt, dass du es gerne hören möchtest. Oder wenn seine Wahrnehmung durch eigene Anteile verfälscht ist. Wie andere uns wahrnehmen, ist nämlich immer zu einem Großteil durch deren Wertesystem und Persönlichkeitsstruktur geprägt. Was dem einen zum Beispiel überaus wagemutig erscheint, mag für den anderen noch absolut im üblichen Rahmen sein. Dies solltest du immer bedenken, wenn dir jemand Rückmeldungen zu deiner Persönlichkeit und deinem Verhalten gibt. Sieh dir die Person gut an und betrachte ihr Feedback immer vor dem Hintergrund ihrer eigenen Persönlichkeitsstruktur. Denn es ist eben nicht egal, wer etwas sagt.

Die 7 grundlegenden Ziele der Persönlichkeitsentwicklung

 

Zum Abschluss möchten wir dir noch einmal alle Ziele und Vorteile von Persönlichkeitsentwicklung vor Augen führen und dir zugleich eine Übersicht über konstruktive Handlungsoptionen liefern.

Ziel Nummer 1: Werde flexibler

 

Im (Berufs-)Leben warten eine Unmenge verschiedener Herausforderungen auf dich. Diese lassen sich nicht immer auf Anhieb befriedigend lösen, sondern können zu Überforderung, Frustration, Enttäuschung und Wut führen. Letztendlich unterscheidet der Umgang mit solchen Situationen reife von unreifen Persönlichkeiten.

Unreife Persönlichkeiten setzen meist auf Verdrängung statt Verarbeitung, da ihnen die entsprechende psychische Ausrüstung fehlt, um mit den Herausforderungen konstruktiv umzugehen. Reife Persönlichkeiten haben hingegen ein umfangreiches Arsenal an Fähigkeiten und Strategien, mit denen sie schwierige Situationen erfolgreich bewältigen können. Sie sind flexibel genug, um auf verschiedene Herausforderungen unterschiedlich reagieren zu können, und setzen nicht nur auf einen Lösungsweg.

Unreifes Verhalten:

  • Realitätsflucht, um den Tatsachen nicht mehr ins Auge sehen zu müssen
  • Rückzug und stilles Leiden
  • Betäubung durch übermäßigen Alkoholkonsum, Suchtmittelmissbrauch, Medienkonsum und ähnliches
  • Wut wird ungerechtfertigterweise an anderen ausgelassen

Reifes Verhalten:

  • Techniken wie Autogenes Training und Yoga zum Abbauen von Spannungen
  • Sport zum Stressabbau
  • Das Führen eines Tagebuchs, um Probleme sowie das eigene Verhalten besser analysieren zu können
  • Gespräche mit Vertrauenspersonen, um Feedback zu erhalten und neue Einblicke zu erlangen

 

Neben den genannten Strategien gibt es natürlich noch eine Vielzahl weiterer zielführenden Methoden, um flexibel auf Probleme reagieren zu können. Wichtig ist dabei immer, dass du dich nicht auf eine mögliche Lösung versteifst, sondern verschiedene Wege in Betracht ziehst.

Ziel Nummer 2: Werde unabhängiger

 

Obwohl der Mensch natürlich ein soziales Wesen ist und die Gesellschaft anderer braucht, solltest er sich auch ein gesundes Maß an Unabhängigkeit behalten. Jedes Individuum hat seine persönlichen Grenzen, die es selbst festlegt. Du definierst, was du anderen Menschen erlaubst und wie weit du sie an dich heranlässt. Im Gegenzug musst du auch deren Grenzen respektieren. Wie heißt es so schön: Wer seine eigenen Grenzen kennt, kennt auch jene seiner Mitmenschen.

 

Zu abhängigem Verhalten zählt:

  • Nicht Nein sagen können
  • Unklare Kommunikation
  • Die eigenen Bedürfnisse nicht wahrzunehmen und auszudrücken
  • Sich ständig in der Umgebung von Menschen aufzuhalten, die Kraft kosten
  • Sich ständig zu verbiegen und die eigenen Bedürfnisse hintanzustellen
  • Nicht für die eigenen Überzeugungen einzustehen

 

Gesund unabhängiges Verhalten ist hingegen durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Für die eigenen Werte und Überzeugungen einstehen
  • Respektvolles Verhalten einfordern und respektloses Verhalten nicht tolerieren
  • Nein sagen können
  • Den Kontakt zu Menschen, die einem nicht guttun, einschränken oder auch abbrechen
  • Eine klare und deutliche Kommunikation

Ziel Nummer 3: Werde offener

 

Sich zu öffnen wird von vielen Menschen mit Verletzlichkeit gleichgesetzt. Es mag durchaus stimmen, dass Verschlossenheit vor Verletzungen schützt – darüber hinaus bewahrt sie dich jedoch auch vor guten Erfahrungen. Reife Persönlichkeiten sind offen für neue Erfahrungen, Ideen und Menschen, verfügen dabei jedoch gleichzeitig über die entsprechenden Fähigkeiten, um mit Enttäuschungen umzugehen. Ein erfülltes Leben setzt Offenheit voraus und diese erfordert wiederum Stärke. Daher solltest du sowohl an deiner psychischen Stärke als auch an gesunden Copingstrategien und deiner Offenheit arbeiten.

Ziel Nummer 4: Stärke vorhandene Fähigkeiten und eigne dir neue an

 

Indem du deine bereits vorhandenen Fähigkeiten stärkst und dir gleichzeitig neue aneignest, wächst du als Mensch und erweiterst deine Grenzen. Dabei geht es primär gar nicht darum, welches Ziel du dir setzt und erreichst, sondern darum, dass du zu einem Menschen wirst, der ein bestimmtes Ziel erreichen kann. Reife Persönlichkeiten streben danach, sich ein Leben lang weiterzuentwickeln und dazuzulernen. Der Weg ist das Ziel – eine Devise, die hier einmal mehr Gültigkeit hat.

 

Wir raten dir zu Folgendem:

  • Mache neue Erfahrungen
  • Lerne neues
  • Versuche, vorhandene Fähigkeiten zu verbessern
  • Versuche Situationen zu bewältigen, an denen du bisher gescheitert bist
  • Versuche, Probleme aktiv zu lösen

Ziel Nummer 5: Bewältige Krisen aktiv

 

Krisen sind niemals angenehm und dabei dennoch immer auch ein Chance. Krisen stellen dich grundsätzlich vor drei Möglichkeiten:

  • Von außen: Du versuchst, die Umstände zu ändern, die die Krise ausgelöst haben.
  • Durch andere: Du versuchst, deine Mitmenschen zu ändern, um auf diese Weise die Krise zu beenden.
  • Von innen: Du versuchst, den Ursachen der Krise auf den Grund zu gehen und bei diesen anzusetzen – auch wenn diese bei dir liegen.

 

Die meisten Menschen neigen dazu, die Ursachen ihrer Probleme in ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen zu suchen. Die wenigsten sind so ehrlich und reif, um auch die eigenen Anteile zu sehen. Dabei ist die eigene Handlungsfähigkeit auch untrennbar mit diesen verbunden. Vergiss nicht: Ändern kann man nur sich selbst. Dementsprechend solltest du:

  • alte Erlebnisse verarbeiten und ad acta legen
  • deine Einstellungen hinterfragen und gegebenenfalls anpassen
  • schlechte Gewohnheiten ablegen und durch neue ersetzen
  • effektive Bewältigungsstrategien für Stress, Druck und Krisensituationen entwickeln
  • immer zuerst auf dich selbst schauen und versuchen, dich zu ändern

Ziel Nummer 6: Lerne dich besser kennen

 

Sich seiner selbst bewusst zu werden ist unvermeidbar, wenn du deine Persönlichkeit weiterentwickeln möchtest. Je mehr du wächst, desto besser lernst du dich selbst kennen. Dies führt in der Regel auch zu mehr Selbstakzeptanz und einem verständnisvolleren Umgang mit dir selbst.

 

Selbsterkenntnis bedeutet:

  • Du kennst deine Eigenschaften und weißt, was dich ausmacht
  • Du kennst deine Bedürfnisse
  • Du weißt, was dir wichtig ist
  • Du kennst deine Stärken und Schwächen
  • Du bist dir deiner Verhaltensmuster bewusst

Ziel Nummer 7: Werde dir deiner Kräfte bewusst

 

Niemand kann alles erreichen, aber wir alle können mehr erreichen, als uns bewusst ist. Ängste und die Unkenntnis der eigenen Kräfte hindern uns jedoch daran, mehr zu erreichen. Bist du dir deiner eigenen Kräfte hingegen bewusst und weißt du auch, wie du diese bündelst, kannst du wesentlich mehr erreichen, als du dir heute vielleicht noch zutraust. Dazu solltest du dir vor allem folgende Fähigkeiten aneignen:

  • Ziele zu formulieren und dauerhaft zu verfolgen
  • Dich selbst zu überwinden
  • Dich selbst zu motivieren
  • Dich selbst zu organisieren
  • Umstände zu schaffen, die dem Erreichen deines Ziels zuträglich sind
  • Frust auszuhalten und zu überwinden

Wachse über dich selbst hinaus und werde zu einer besseren Version von dir

 

Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit ist eine Grundvoraussetzung, um selbst gesteckte Ziele zu erreichen. Dabei ist sie jedoch bereits ein Ziel für sich selbst, denn sich selbst weiterzuentwickeln ist bereits ein Selbstzweck. Persönlichkeitsentwicklung heißt dabei nicht, dass du zu einem anderen Menschen werden sollst, sondern, dass du bisher unbeleuchtete Facetten deiner Persönlichkeit erforschst und das Beste aus dir herausholst. Dies kann natürlich auch zielgerichtet geschehen, indem du dir exakt jene Eigenschaften aneignest, die du zur Verwirklichung deiner Pläne benötigst. Gleichzeitig legst du jene Eigenschaften ab, die dir dabei im Weg stehen. Auf diese Weise kannst du deine Pläne Realität werden lassen.

 

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