Kurzportrait von Suzanne Grieger-Langer

  • Suzanne Grieger-Langer ist Profiler, Pädagogin, Psychologin, Psychotherapeutin, Bestseller-Autorin, Lehrbeauftragte
  • Ihre Kompetenzspannweite umfasst Profiling, Psychotherapie und Nachrichtendienstpsychologie.
  • Ihre Spezialität ist die Wandlung von Personen zu Persönlichkeiten.
  • Sie ist seit 1993 erfolgreiche Unternehmerin und weltweit aktiv.

Mobile Apps

Buchempfehlung

  • Was man mit Geld nicht kaufen kann (Michael J. Sandel) – Ebook – Buch
  • Start with Why: How Great Leaders Inspire Everyone to Take Action (Simon Sinke) - Buch - Audio CD
  • The Life-Changing Magic of Tidying: A simple, effective way to banish clutter forever (Marie Kondo)  - Ebook - Buch

Podcast in Textform

 

Norman: Herzlich Willkommen. Schön, dass ihr wieder reinhört. Hier ist Norman von MARKENREBELL.FM in meinem heutigen Interview mit Suzanne Grieger-Langer spreche ich über die wahre Macht der Marke. Suzanne ist Profilerin, begnadete Sprecherin, Lehrbeauftragte und Bestsellerautorin. Vor mir liegt ihr Buch „Die 7 Säulen der Macht.“ Suzanne schön, dass Du da bist. Vielen Dank für Deine Zeit. Bist Du ready? Wollen wir loslegen?

Suzanne: Ich bin ready. Hallo Norman. Hallo Leute. Schön, dass ich dabei sein darf.

Norman: Schön, dass Du da bist. Suzanne, damit Dich unsere Zuhörer noch ein bisschen besser kennenlernen können, stell Dich doch vielleicht selber nochmal kurz vor. Erzähl uns ein bisschen mehr über Dich als Privatperson und was genau Dein Business ist.

Suzanne: Dann fange ich tatsächlich mit meinem Business an. Ich bin Profiler und das heißt auch, dass mein Job ist, andere Leute zu durchschauen, mit der niederen Absicht, wie bei Aschenputtel: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Sprich die Guten in die Unternehmen, die Schlechten wieder auszusortieren und dazu gehört natürlich auch, dass ich mir nicht nur Freunde, sondern auch ein bisschen, ich will nicht sagen Feinde, aber ein bisschen Kritiker einhandele und ich als private Person bin gar nicht so sehr in der Öffentlichkeit oder öffentlich verfügbar. Aber als Person finde ich, natürlich logisch bei dem Beruf, nichts interessanter als den Menschen an sich.

Norman: Ja, das ist ja auch ein spannendes Thema. Mit dem wir uns ja tagtäglich umgeben dürfen.

Suzanne: Ja, also ich glaube es gibt einige die versuchen dem auszuweichen, weil einige Menschen ja auch sehr anstrengend sein können. Ich glaube das funktioniert nicht. Der Mensch ist ein Rudelwesen. Also wir wollen und wir müssen mit Menschen.

Norman: Ja absolut. Und das, vielleicht an dieser Stelle, auf das ich dann später gerne nochmal zurückkomme, gilt ja sowohl für die Leute die irgendwie angestellt einem Job nachgehen und da beruflich tätig sind, wie auch den Leuten, die als Unternehmer da draußen agieren.

Suzanne: Ja, immer mal wieder werde ich als Profiler auch gefragt, “wie sollte ich mich in Jobs verhalten, wie sollte ich mich Privat verhalten?” Und ich würde immer sagen, komm zu Deinem Kern, komm zu Deiner Person und Deiner Persönlichkeit zurück, denn Du kannst Dich nicht tauschen. Ein Produkt das kann ich strukturieren, dem kann ich eine Verpackung geben, eine Marke, eine Farbe, alles. Ein Mensch muss bei sich selbst bleiben um zu funktionieren. Je mehr ich versuche mich zu verbiegen oder in Förmchen zu fließen, die mir andere vorgeben, desto schlimmer wird es nur.

Norman: Ja, absolut. Absolut. Suzanne, ich starte das Interview immer gern mit einem Erfolgszitat oder auch ein Glaubenssatz. Gibt es sowas in Deinem Leben, was Dich irgendwie schon seit längerem begleitet?

Suzanne: Ja, das ist ein Satz oder drei Worte die auch mein Credo und mein Claim sind. Das lautet: Persönlichkeit. Macht. Sinn.

Norman: Schön.

Suzanne: Wer in seiner Persönlichkeit ruht, spürt die eigene innere Macht. Je mehr innere Macht man hat, desto uninteressanter wird äußere Macht, wie Statussymbole. Diese innere Macht verlangt nach einem Lebenssinn. Dieser Sinn ergibt sich spannenderweise sofort aus Deinem Persönlichkeitskern und der Witz ist, wenn Du Deinen Sinn gefunden hast, Deine Persönlichkeit lebst, spürst Du und lebst Du so viel innere Macht, dass andere Dir gerne folgen.

Norman: Ja.

Suzanne: Und gleichzeitig entlarvst Du all die, die sich gerne an Macht berauschen oder unberechtigt mit Macht versehen, die sie eigentlich gar nicht erfüllen können, weil Du siehst, dass da eine Person, eine Persönlichkeit….. Und in Wahrheit strebt jeder von uns danach, eine echte Persönlichkeit zu kennen und mit einer echten Persönlichkeit etwas zu tun, sich auszutauschen, davon zu lernen, sich inspirieren zu lassen. Von daher Persönlichkeit. Macht. Sinn. Alles drei gehört zusammen und bedient sich.

Norman: Ja. Du hast jetzt schon das Thema angeschnitten, das Thema Macht. Doch bevor wir da eintauchen, kannst Du uns vielleicht nochmal kurz erklären, was ein Profiler genau macht. Also man hat natürlich so ein paar Ahnungen, wenn man den Begriff hört. Ich stelle es mir auch offen gestanden, das war so mein Gedanke vor dem Interview, wenn Du auf einer Party bis und irgendjemand spricht Dich an, kennt Dich eigentlich gar nicht und Du beantwortest dann auf die Frage: „Was Du machst“, dann, „Ich bin Profiler.“ Wie dann die Leute reagieren in dem Moment, das stelle ich mir super spannend vor.

Suzanne: Ich habe die Schwierigkeit, dass man mich leider oder auch wieder sehr gut, also privat leider und unternehmerisch sehr gut, sehr schnell wiedererkennt. Ich könnte also nicht Geheimagent sein. Weil ich dann unauffälliger  agieren müsste, was mir einfach nicht liegt. Ich sage auch nicht was ich mache beruflich. Weil dann kommen auf der einen Seite faszinierende Vorurteile. Dann wollen die ganz viel rausholen, weil die natürlich auch CSI:Miami und Akte X schon gucken und das wissen wollen. Dann gibt es auch diesen, ich nenne es immer, den Arzteffekt. Nachdem Motto “Oh, ich habe da was, gucken Sie mal”. Und ich glaube alle Ärzte kennen das: Man steht auf der Party, denkt sich nichts Böses, dann kommt einer und zieht blank. Und sagt, ist das denn richtig hier? Dann gibt es wieder die, die da überhaupt gar nicht gut zurechtkommen, die echt Stress damit haben, dass man ihnen unter das Gefieder schauen könnte und die dann super kritisch sind und einem erst einmal erzählen das ja alles gar nicht funktioniert, was man da Jahrzehnte als Beruf tut und macht.

Also ich bin Inkognito privat und wenn mich einer fragt: „Na was machst Du so?“, dann sage ich: „Ja, ich stehe und halte ein Glas.“ Ich bin da unglaublich kooperativ, also die Zeitgenossen haben mich dann gleich lieb und das Gute ist ja - kennst Du auf einer Party: Wer sitzt hat verloren. Immer in Bewegung bleiben und die Situation steuern. Kann ja nichts passieren. Das macht ein Profiler.

Die Leute kennen natürlich die Criminal Profiler, die sie im Fernsehen sehen und das muss man auch sagen, es gibt die Dinge, die man im Fernsehen sieht und die irgendwie cool aussehen, weil es auch gute Bilder  gibt. Das ist Marketing und es gibt das, was wirklich getan wird. Beim Criminal Profiling, man sieht nicht die viele, viele Lauf- und Ermittlungsarbeit. Man kriegt da nur die tollen Sachen gezeigt und jetzt kommt der große Witz: Ich gehöre gar nicht zu den Profilern, die am Ende der Nahrungskette kommen, wenn es viel zu spät ist; wenn der Täter nur noch gefunden und dingfest gemacht werden soll. Ich bin auf der anderen Seite der Tatortlinie. Ich bin im Pre-Crime-Sektor. Ich mache Character-Profiling und Comportment-Profiling. Das heißt, Character-Profiling. Ich analysiere den Charakter einer Person und damit ihre Eignung für Stellen, also nicht ob derjenige Schreiben und Rechnen kann, sondern ob die Person taugt, mit soviel Macht umzugehen. Ob die Person verantwortungsvoll agieren wird und vertrauenswürdig ist, grundsätzlich oder auch im jetzigen Reifezustand.

Und Comportment-Profiling ist die Mustererkennung. Da sind wir schon direkt am Täter dran und schauen, wie entwickelt die Person es oder, da sind wir wieder beim kriminalistischen, ob ein Unternehmen von organisierter Kriminalität oder Sekte durchdrungen ist. Das heißt, Menschen arbeiten dann mit mir zusammen, oder in drei Bereichen mit mir zusammen, entweder Recruitment, wenn neuralgische Stellen besetzt werden, also wenn es darauf ankommt. Dann in Verhandlungen, Negotiations. Also wenn es existenzielle Verhandlungen sind, dann ist es wichtig, dass man mehr tut als ein Verhandlungsbuch zu lesen. Wenn Du Lust hast können wir da auch gleich noch ein bisschen darauf eingehen, was mein bester Tipp in Verhandlungen ist. Und der dritte Sektor ist Optimization. Die Persönlichkeitsoptimierung und Entwicklung. Was mich groß, groß schmerzt ist, dass ich sehe, dass die meisten nicht einmal Ansatzweise auf 50% ihres Potentials navigieren. Die haben noch gar nicht verstanden, was sie eigentlich vermögen. Versuchen sich in Erwartungen zu pressen, die mal früher ihre Eltern oder später irgendwelche selbsternannten Experten genannt haben und der Effekt, wenn man sich so versucht zu biegen ist, dass man vielleicht jetzt nicht unbedingt bricht, aber nie in seiner vollen Stärke aufrecht steht und damit auch schlechter gesehen wird. Also letztendlich machen sie es schlimmer für sich, in der besten Absicht.

Und die Optimization ist, dass derjenige ein Charakterprofil von sich selbst bekommt; eine Rückmeldung darüber, wie viel ist von dem Potential entwickelt, dass derjenige sich und sein Können kennenlernt und die Wege findet, dass optimal zu entfalten.

Norman: Wie wichtig ist es aus Deiner Sicht als Persönlichkeit überhaupt selber zu verstehen, ich sag es mal im übertragenen Sinn, wie man gewachsen ist, weil irgendwie spielt ja die eigene Historie natürlich auch irgendwie eine Rolle, um im Berufsleben wirklich erfolgreich sein zu können. Dass das natürlich auch ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist.

Suzanne: Ich könnte jetzt sehr frech sein und sagen 100 % des Erfolges sind genau dieses Wissen. Bei vielen Dingen die unternehmerisch gemacht werden müssen, wir hatten ja auch schon darüber geplaudert was ich alles im Gegenteil gar nicht mache, immer schon mal anfangen wollte und trotzdem funktioniert das Unternehmen sehr, sehr gut. Das hat damit zu tun, dass ich unverwechselbar mich auch präsentiere. Was damit zu tun hat, dass ich auch verstanden habe, nicht nur was ich kann, sondern auch was meine besondere Einzigartigkeit ist, die ich in die Welt bringe. Das stößt Leute ab.

Ich polarisiere auch sehr. Das zieht aber auch noch mehr Leute an und wenn ich wirklich verstanden habe, was mich im Kern satt macht, dann weiß ich was meine Berufung ist. Wenn ich verstanden habe, wie ich als System ticke, dann kann ich natürlich meine Stärken nach vorne bringen und meine Schwächen sind damit gar nicht mehr so relevant und wenn ich meine Einzigartigkeit verstehe, also das ist der besondere Spin den ich in einer Situation, in eine Dienstleistung, eine Produktgebung geben kann, dann wird es immer ein authentisches Produkt sein, auf der einen Seite, aber es wird auch immer ein einzigartiges Produkt sein auf der anderen Seite. Und in unserer Welt, wo die ganze, ich sag mal Menschheit zusammenfließt und es ein einziger Brei ist - die Leute sind sehnsüchtig nach etwas was sie wiedererkennen können. Das schafft Vertrauen. Sie müssen es nicht mal mögen. Ich sage jetzt nichts zur amerikanischen Wahl.

Norman: Dann weiß man, wann wir den Podcast aufgenommen haben.

Suzanne: Genau.

Norman: Aber Du hast es gerade gesagt, Thema Marke, Vertrauen, diese Verlässlichkeit in etwas das ich kenne. Man kennt das ja von Produktmarken, da ist dann die Frage, welcher Turnschuh soll es am Ende sein und man entscheidet sich dann vielleicht eher für eine Marke, der man vertraut. Aber genau diese Vertrauensbildung fängt ja, wenn ich Dich richtig verstanden habe, erstmal bei einem selber an.

Suzanne: Ja.

Norman: Man muss mal Selbstvertrauen aufbauen, bevor man das irgendwie ausstrahlen kann. Wie wichtig ist denn jetzt, gehe ich gerne das Thema das Du mir gerade angeboten hast rein, das Thema Verhandlung. Das finde ich super spannend, weil es Marke verhandle ich ja eigentlich ständig mit meiner Außenwelt um meine Fähigkeiten und Kompetenzen irgendwie anzubieten oder auch dort meinen Platz zu finden. Wie weit spielt da auch das Selbstvertrauen eine Rolle?

Suzanne: Eine Große. Lass mich auf zwei Ebenen antworten: Ich beginne mit dem Selbstvertrauen. Ich nenne es die drei W´s. Dein eigener Selbstwert. Nicht der Wert den Du hast, sondern den Wert den Du Dir selbst zugestehst. Das ist ein Unterschied. Den Du Dir zugestehst plus Deine Wirksamkeit. Deine Erfahrung wie Du Erfolg machst, also, dass Du Dir vertraust, ich kann das, wenn ich es anpacke. Das ergibt die Wertschätzung im Außen.

Norman: Schön. Ja.

Suzanne: Und bei den meisten ist es so, dass sie hohe Wirksamkeit haben, aber niedrigen Selbstwert. Mit dem Effekt, dass sie draußen in der Wertschätzung von Schnäppchenjägern ausgenutzt werden, die einen überhöhten Selbstwert haben und sich die Wirksamkeit anderer zur Verfügung stellen. Und in der Verhandlung würde es dann so aussehen, dass die Leute zu mir kommen und sagen: “Mensch Suzanne, ich kann für andere alles verhandeln, nur für mich nicht”. Wenn ihr den Eindruck habt, dass das so ist: sofort alles stehen und liegen lassen und sagen “Stopp mal. Ich muss mich mit meinem Selbstwert beschäftigen”. Nicht narzisstisch als Überhöhung, sondern als Vertrauen in das was ich bin und was ich kann. Und so sehr wird bei den Personen der Selbstwert abhängig davon, wie wirksam sie sind, aber das ist eine andere Baustelle.

Der Selbstwert ist, was ich bin. Das ist meine Existenz. Wie ticke ich und ist das nicht eigentlich unglaublich schön. Wir Profiler haben etwas von den ITlern geklaut, sozusagen als Zitat. Programmierer, Hardcoder sagen: Poetry ist Programmierung. Also sie sagen, Code is Poetry. Sie sehen sich auch nicht als Techniker, sondern als Künstler und wenn man ein Programm hard-coded, dann muss man auch sagen, dass ist Kunst. Und wir Profiler sagen auch Character-code is poetry. Wenn man so tief hineinschauen kann in die Struktur einer Person, dann sieht man erst wie schön das ist. Es ist oft nicht schön was jemand daraus macht. Das ist aber was anderes, aber der Code dahinter, Mutter Natur was sie Dir mitgegeben hat, dass ist so wunderschön. Wenn man das nur begreifen würde; diese Schönheit entstehen und wachsen lassen würde, dann wäre man damit völlig eins. Und dieses Selbstbewusstsein was aus dem Sehen der eigenen Einzigartigkeit an Schönheit erwächst, das ist so wichtig, weil dann auch kann einer kommen, ich glaube wir beide lieben Schwarz als Kleidung.

Norman: Absolut.

Suzanne: Ich war letzte Woche auf einem Psychotherapeuten-Kongress. Ich habe dort erzählt. Da kam tatsächlich jemand auf mich zu - eher so in einer Art Küchenpsychologie und sagte “Ah, sie sind ganz schwarz gekleidet. Sind sie in Trauer?” Ich sagte “Mmhh, gerade nicht”.

Norman: Gerade nicht.

Suzanne: “Ja, aber die wirkt ja so depressiv die Farbe”. Ich sagte “Mmhh klar”. Ich habe das dann gelassen weiter darauf einzugehen. Der Witz ist, einen Tag vorher war ich im Modebereich, ich hatte zwar nicht dasselbe aber natürlich die gleiche Farbe an und die sagten “Ey, wie cool. Super, das lässt Dein Gesicht gut zur Geltung kommen”. Das ist eine Sichtweise von anderen. Das hat mit mir gar nichts zu tun. Darum ist es so wichtig, sich gar nicht der Bewertung anderer so sehr auszusetzen, sondern bei sich zu bleiben und damit ja auch zufrieden zu sein, was man mag. Ich glaube man regt sich auch nicht auf, wenn jemand sagt „Hey, Du magst Vanilleeis? Igitt.“ Da sagt man auch „Oh guck mal, der mag das wohl nicht.“

Norman: Warum ist das so schwer bei mir selbst zu bleiben? Warum suchen wir immer im Außen nach Lösungen oder bauen eine Erwartungshaltung auf? Warum ist das so schwer bei sich selbst zu sein?

Suzanne: Ja, das ist auch wieder eine naturgegebene Gemeinheit. Wir erkennen uns selbst am Anfang unseres Lebens im Blick der anderen. Lass mich eine kleine Schleife machen, weil Narzissten- sagen wir in der Psychotherapie: Ein Narzisst entsteht, wenn in den ersten Wochen der Glanz im Auge der Mutter fehlt. Ein Narzisst entsteht, wenn dieses Wesen nicht einfach beglückt angenommen, sondern eher wie ein Accessoire jetzt halt da ist und mit dem man halt umgeht. Ich sehe mich und ich entwickle mein Selbstbild über die Spiegelung der Augen anderer. Wenn das jetzt nicht gut geworden ist am Anfang wird es schwierig, weil ich dann ein verzerrtes Selbstbild sehe und ich suche immer noch nach der eigentlichen völligen Bestätigung “Du bist hier richtig. Wir wollen Dich. Es ist schön, dass Du da bist”. Wenn ich das am Anfang nicht bekommen habe, versuche ich das immer wieder mit Gefälligkeitsaktionen zu erarbeiten. Aber ich kann mir nicht erarbeiten, was mein Sein ist und darum ist es wichtig, für viele, und ich glaube das ist auch so eine typische Menschheitsfrage, wer und was bin ich eigentlich, so richtig für sich zu gucken: Ok, wie bin gestrickt? Wir haben gestern in einem Live-Event, wo wir Profiling machen - also die Teilnehmer werden geprofiled und bekommen ihr Charakter-Profil - drei, ich sag mal so, Silberzwiebeln reingekriegt. Das sind drei Rentner, die sind um die 70.

Norman: Silberzwiebeln, ist schön.

Suzanne: Dann stand da Generation Y daneben, die sich auch angemeldet haben und die Generation Y “Bin ich richtig in dem Job, den ich mir vorstelle” und die Silberzwiebel “Oh, ich will mal gucken”. Die jungen Leute “Eh Alter, was willst Du hier? Ich meine, Du erwartest doch eigentlich nichts mehr vom Leben”. Dann sagten die Älteren “Ich habe ein gutes Leben gelebt, ich bin völlig zufrieden, aber ich bin so neugierig, was ich vielleicht noch nicht verstanden habe und wenn ich es nur für eine Woche weiß und dann tot umkippe, dann ist das doch in Ordnung”. Also das ist so eine Selbstbefriedigung letztendlich. Es soll nicht für jemanden anderen sein, sondern für einen selbst.

Norman: Schön.

Suzanne: Und dann kommen wir zu dem, was Du mit der Verhandlung sagtest, ich habe mich zurückgehalten. Du sagtest  “Muss nicht sich, wenn man eine Marke ist, täglich verhandeln?” Dann würde ich sagen: Nee! Wenn Du eine Marke bist, musst Du nämlich nicht mehr verhandeln.

Norman: Ja gut. Genau. Ja. Ja. Das stimmt.

Suzanne: Weil Du dann die Regeln feststellst. Ganz genau. Mit diesem Selbstwert sagst Du ja auch “Meine Marke”, ein bisschen abstrakt, “Meine Person, das was ich liefere, ist soviel wert. Take it or leave it”. Ich würde auch nie mit dem Preis runtergehen. Ich würde eher wieder Leistung draufpacken. Immer Kostproben geben, dass jemand sicher sein kann, dass er oder sie richtig entscheidet. Aber ich würde da nie in die Verhandlung gehen. Grundsätzlich, die Sichtweise in Verhandlung, wie ein Profiler rangeht, ist anderes als wie ein Verhandlungstrainer rangeht. Das hat natürlich auch mit unserem Gewerbe zu tun. Wir sind ja im Hochrisikobereich tätig. Das heißt, eine falsche Entscheidung bedeutet nicht eine Million verlieren, sondern ein Menschenleben verlieren und das ist ja nun weitaus mehr wert und das Problem ist nicht nur, dass derjenige, also diese Geisel ihr Leben verliert; das Problem ist auch, dass ich nie wieder in den Schlaf komme, weil ich weiß, ich habe da Unfug getrieben.

Norman: Ja.

Suzanne: Und wir gehen nicht her mit dem Infantry - mit dem Argumentationsmaschinengewehr und ballern um uns. Das sind Anfänger. Sondern wir denken anders, wir denken wie Sniper. Wie Scharfschützen. Wir haben eine einzige Patrone im Lauf und wir warten solange bis der Gegner sich perfekt positioniert und dann drücken wir ab. Period. Lass mich gerade erklären, warum das wichtig ist, weil es ein psychologisches Grundgesetz dahinter gibt. Wenn Du Argumente, auch Markenargumente voranführst, dann wird im Kopf Deines Gegenübers, jedes Argument mit einem Wert bemessen, Geldwert oder Punktwert, wie auch immer. Stell Dir vor, Du hast 10 Argumente. Dein erstes Argument zählt neun Punkte und jedes weitere nur einen Punkt. Dann gehst Du nach Deinen 10 Argumenten, mit 20 Punkten raus. Dann denkst Du, Du bist gut. Das Problem ist folgendes, wenn Du fertig bist mit labern, fängt jetzt der Rechenprozess beim Gegenüber an und der sagt “Pass auf: 20 Punkte, du hast aber 10 Argumente gebraucht”. 20 Punkte durch 10 Argumente sind 2 Punkte. Du hast Dir massiv geschadet. Wenn Du die Nerven behalten hättest, und hättest ein schlagendes Argument als Pflock in die Landstraße da gehauen und gesagt, dass ist es und hättest Du einfach die Klappe gehalten, hättest Du mehr gewonnen, weitaus mehr. Weil zwei zu neun ist ein riesen Unterschied, oder?

Norman: Ja, absolut.

Suzanne: Und das ist der Weg des Snipers. Du brauchst Nerven und Du brauchst extreme Vorbereitung, um dieses eine Argument zu liefern und das hat mit zwei Dingen zu tun. Das erste ist Dein Beweggrund, warum trittst Du an und wie glaubwürdig ist das, wenn man Dich so sieht und erlebt. Und der andere Punkt ist, ist es eigentlich die richtige Zielperson für Dich. Und als Marke würde ich immer empfehlen, auch die Zielgruppe stark festzulegen, weil allen kannst Du es eh nicht recht machen. Und wenn Du es erst versuchst, wirst Du auf der Strecke bleiben. Ich meine dann wird es ganz schlimm, wenn ich versuche es allen recht zu machen. Verflixt.

Norman: Das ist auch so eine Beobachtung die ich mache, inwieweit fließt tatsächlich viel Energie in die eigene Persönlichkeitsentwicklung oder am Ende auch in das Unternehmen selbst? Inwieweit beschäftige ich mich mit meinem Gegenüber? Inwieweit beschäftige ich mich mit mir? Also, was tue ich da tatsächlich auch für mich? Das Thema Verhandlung, genau wie Du richtig sagst, den Weg dahin, wirklich gesehen zu werden, sichtbar zu werden, als Marke wirklich dazustehen, begegnet mir das Thema Verhandlung ja immer wieder, ob ich mich für einen neuen Job bewerbe oder ob ich vielleicht auch mit einem Geschäftspartner verhandeln muss, auf internationaler Ebene. Das sind immer wieder so kleine Herausforderungen oder große Herausforderungen, die ich nehmen muss. Gibt es von der inneren Haltung einen Tipp von Dir, wie ich in einer Verhandlung mal grundsätzlich gehe. Also, das ich mich bewusst zurückhalte mit meinen 10 Argumenten und dass ich vielleicht erstmal von der inneren Einstellung her oder auch von meinem Verhalten her, mich schon von Anfang an in eine gute Verhandlungsposition begebe?

Suzanne: Auf jeden Fall, ja. Also bei Sondereinsatzkommandos ist es so, dass alles in drei Phasen stattfindet. Preparing - mich vorbereiten. Profiling - den Gegner checken. Performing - der eine Schuss. Und das Performing am Ende, das sind im Vergleich Sekundenbruchteile. Also die Aktion die Du setzt, vielleicht eine Minute, der Rest ist einfach nur abwarten bis Dein Gegner seine ganzen Argumente dann ausgesabbelt hat und was er so inszeniert. Aber das Wesentliche ist das Preparing, die Vorbereitung, das heißt Persönlichkeitsentwicklung, aber auch für was trete ich überhaupt an. Also unser warum, bei mir im Unternehmen, für alle die Division selbstverständlich ist, wir treten für Leistungsträger an, für niemanden sonst. Wir glauben an Leistungsträger und wir sehen sie von Pfeifen und Psychopathen umzingelt. Und unser Job ist es, Leistungsträger zu befreien. Das heißt, wenn bei uns eine Pfeife anruft, im wahrsten Sinne des Wortes, dann beenden wir diesen Kontakt sehr schnell, weil es ist gar nicht unsere Zielgruppe. Für die treten wir nicht an.

Norman: Ja. Und damit ist es natürlich auch wichtig, dass ich erkenne: Wen habe ich gegenüber? Also das ist ja zum Beispiel, wenn ich einen Jobwechsel mache und ich bewerbe mich, dann muss ich natürlich auch wissen, wen ich ich vor mir habe. Kannst Du mal einen Querschnitt geben, wer mir da alles so begegnen könnte in meiner Verhandlung gegenüber?

Suzanne: Im besten Sinne natürlich, wenn Du Glück hast, ein Performer. Also ein Leistungsträger. Die sind typischerweise nicht die einfachsten, weil die haben ja eine eigene Meinung und auch eine eigene Marke. Wenn ich es aber leicht haben will, dann werde ich wohl eher im Mittelmaß schwimmen und nicht im oberen Segment, weil die Performer, je kompetenter sie sind, desto mehr haben sie ein Bewusstsein darüber, in welcher Liga sie spielen und fordern das auch aktiv von anderen ein. Das heißt, das Gespräch wird eher auch ein bisschen rangelig sein. Dann habe ich natürlich, die Pfeifen, die Dampfplauderer, so von Beruf Sohn oder Tochter. Sieht sich kurz vor Kanzler, kriegt aber keine PS auf die Straße. So vom netten Langweiler bis sich selbstüberschätzenden Provinziellen, gibt es da alles. Die sind scheinbar harmlos. Das Problem ist nur, die ertragen es nicht, wenn ein Performer um sie herum ist. Sie werden dann mit moralischer Anklage die Performer immer schlecht machen, ich sage mal verwirren und irre sabbeln. Ich würde sagen, dass sind die, die Performer um den gesunden Verstand bringen.

Dann gibt es natürlich die Patienten, die Narzissten, Histrioniker, die sind auch ein bisschen gaga, verhaltensoriginell, aber mit denen kann man wirklich gut was auf die Beine stellen. Die sind halt nur ein bisschen schwergängig, weil verhaltensoriginell. Wenn man jetzt selbst schnell alles auf sich persönlich bezieht, es einfach haben will, dann wird er auch mit dem Patienten nicht zurechtkommen. Und die schlimmsten sind die Psychopathen, die einen natürlich einfach nur über den Tisch ziehen wollen. Die nur nach ihrem Ego sich ausrichten und schauen, das Bestmögliche herauszuholen. Von daher ist das Wichtigste auch, die zweite Phase ist ja das Profiling, den Gegner genau zu analysieren. Dennoch, ich spule nochmal zurück zum Preparing, zum Ich, wie wohl fühlst Du Dich mit der Person? Also schau mal nicht so sehr darauf, wie „geil Du auf den Abschluss bist“, dann hast Du ein gutes Gefühl. Fühlst Du Dich wohl mit dieser Person oder ist es irgendwie ein bisschen schräg und dann ist es nicht wichtig, dass man sich jetzt wissenschaftlich genau erklären kann, warum man sich unwohl fühlt und welches Etikett das Gegenüber bekommt, ob Histrioniker, Narzisst, was auch immer, sondern ob Du das Gefühl hast: Wir passen zusammen. Das ist der viel wichtigere Indikator.

Norman: Das wird ja oft ausgeblendet, das Thema Emotionen oder Gefühle, die man vielleicht hat, sondern es ist ja oftmals der Kopf, der da eine Rolle spielt.

Suzanne: Das ist aber ganz verkehrt, denn eine Marke ist ein rein emotionales Ding.

Norman: So ist es.

Suzanne: Also, Vertrauen ist eine rein emotionale Geschichte. Menschen können nicht ermessen, was ich kann. Das können sie nicht. Das kann meine Konkurrenz. Und dann gehen sie nach ihrem Gefühl, nach ihrer Intuition und ganz ehrlich: Die meisten Entscheidungen, unternehmerische wie Managemententscheidungen, auch private, die so richtig einen vor die Wand haben fahren lassen, sind Entscheidungen gegen die eigene Intuition gewesen.

Norman: Ja, das glaube ich auch.

Suzanne: Kopf auf jeden Fall. Es ist immer wichtig auch zu lernen, Erkenntnisse zu bekommen, aber nie auf Kosten der Emotion, also nie auf Kosten der Intuition.

Norman: Vor allen Dingen ist es ja ein enormes Potential, weil die Gefühle die ich in dem Moment demgegenüber habe, die habe auch immer wieder, eine reflektierende Geschichte, auch irgendwie eine Wirkung auf mich selbst.

Suzanne: Oft wenn wir zum Recruitment dazu geholt werden, habe ich den Eindruck, wir sollen nochmal schwarz auf weiß und wissenschaftlich fundiert liefern, warum der andere schon ein blödes Gefühl hat und das nicht wollte. Viele Kunden sagen auch “Ich muss einfach meinem Boss ein anderes Argument liefern als: Da habe ich kein gutes Gefühl zu”. Dann sage ich “Das ist eigentlich schade, weil das kostet jetzt ja richtig Geld”. Aber dann sagen sie “Ja, lieber Sicherheit als dann dumme Erfahrungen machen”.

Norman: Ja. Wie wichtig ist aus Deiner Sicht, gerade im Hinblick auf eine erfolgreiche Verhandlung, dieses positive Mindset, das “nicht sofort in Schubladen reinpacken”. Wir versuchen das ja irgendwie, wenn uns jemand begegnet, sofort wegzusortieren. Also irgendwie unsere Erfahrungen zu matchen und zu sagen “Okay, habe ich schon mal gesehen, ist nicht spannend”, entpuppt sich dann vielleicht doch als spannend. Wie kann ich da wieder rauskommen, sodass ich meinem Gegenüber tatsächlich eine Chance gebe?

Suzanne: Willst Du das denn?

Norman: Ja.

Suzanne: Okay. Ich frag jetzt einfach, weil da draußen sind 7,5 Milliarden Menschen, ich meine da sind genug, selbst wenn Du am Anfang gut aussortierst.

Norman: Das Sortieren, finde ich schon wichtig, also…

Suzanne: Okay.

Norman: Aber ich meine, wie schnell ist jemand auch wegsortiert, der eigentlich noch überhaupt keine Wirkung auf uns erzielen konnte? Ich verstehe schon, dass dieses Schubladendenken auch eine Schutzfunktion von uns ist, dass man wirklich sagt “Okay, das ist auch meine Intuition, die ja mit mir da kommuniziert” und sagt: Hey, lass die Finger davon, das ist nicht gut. Aber vielleicht geht auch irgendwas den Bach runter oder man hat keinen Kontakt zu interessanten Menschen, weil man sie halt  zu schnell verurteilt hat.

Suzanne: Also ich als Profilerin würde sagen: Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Auch die Angst vielleicht etwas zu verpassen und damit aber vielleicht mit Leuten - oder ich sage einmal, vielleicht ein bisschen, aber nicht wirklich viel - nochmal bei rumkommt und da Lebenszeit zu verdaddeln. Denn nochmal: 7,5 Milliarden Menschen. Ist doch wurscht, wenn Du Dich vertan hast zu Ungunsten von jemandem - da kommt doch der Nächste gleich nach.

Norman: Ja, das stimmt.

Suzanne: Wirklich, vertraut doch Eurer Intuition, da kommt schon genug. Das Verrückte ist: Je mehr Ihr nein sagt, desto mehr kommt bei Euch an. Im Moment ist ja die KonMari-Methode auch so en vogue. Eine Aufräummethode. Kennst Du die?

Norman: Nein. Erzähl mal. Spannend.

Suzanne: Ich habe ein Buch gelesen, ich muss jetzt dazu sagen, ich bin süchtige Leserin.

Norman: Ja, ich weiß.

Suzanne: Und da ging es um Magic Cleaning, wie das Dein Leben verändert. Ich sagte, na gut, ich hab gedacht, das ist von einer Japanerin geschrieben, die ist 130 und da war viel Weisheit drinnen. Und letztendlich war die 23. Trotzdem noch viel Weisheit drinnen und das Wesentlich ist und deswegen fand ich das Buch so spannend, deswegen ist es mir sicherlich auch geschenkt worden, es geht nicht darum, wie Du Deine Socken sortierst, jedenfalls für mich nicht, das kannst Du da aber lernen. Es geht darum, dass alles was Dich umgibt, nach einem Maß, noch einmal neu entschieden wird. Und das Maß ist: Macht es mich glücklich?

Wenn ich weiß, wer ich bin, warum ich antrete, was mein Ziel ist, weiß ich auch was mich glücklich macht, weil ich habe ja danach schon gewählt. Das heißt, ich habe eine grundsätzliche Orientierung. Sowieso, das sollte mal zuerst sein. Dann kann ich aber auch alles was mich umgibt in die Hand nehmen, das ist ganz wichtig. Jedes Projekt, jedes Buch, jede Akte und nachspüren: Mag ich mich da  gerne mit beschäftigen oder krieg ich Bauchdrücken oder Kopfschmerzen. Und ich habe das tatsächlich nicht nur auf mein privates Leben, sondern auch auf mein berufliches angewandt und ich mache das regelmäßig - habe ich festgestellt, im Nachhinein. Ich tue es immer konsequenter, je länger ich im Markt bin. Ich bin seit 1993 Unternehmerin.

Norman: Wow.

Suzanne: Ich sortiere wirklich aus. Ich habe in diesem Jahr aus meinem Verlag Autoren rausgeschmissen, weil die sich einfach Scheiße benommen haben. Entschuldige den Ausdruck. Ich habe meine Mitarbeiter wuschig gemacht, denen es wichtig ist, ein sehr gutes Produkt zu produzieren. Das ist schwierig mit durchgeknallten Leuten, die überemotional und abwertend reagieren. Und bevor sich meine Mitarbeiter da irgendwie Migräneanfälle einhandeln, schmeiße ich den raus. Natürlich verliere ich damit auch Umsatz. Aber ganz ehrlich: Es kommen viel, viel mehr neue Autoren rein, mit denen die Luft klar ist, wo es wertschätzend ist. Die uns nicht wie eine Druckerei wahrnehmen, sondern wie einen Geschäftspartner.

Norman: Ja.

Suzanne: Und das mache ich mit allen 5 Divisions die ich habe, mit Projekten, mit Geschäftspartnern und das befreit. Jedes Projekt was Du wegschmeißt, wo Du Dich nicht richtig wohl bei fühlst, was Du machst, weil Du denkst: Da muss jetzt unbedingt die Kohle reinkommen oder ich darf dem nicht nein sagen, weil er Zugang zu einem Netzwerk oder irgendwas bietet. Lass es. Denn die Energie die frei wird, die Lust die frei wird, wenn Du mit dem Blödsinn nicht mehr beschäftigt wirst, bringt neue, sehr gute Angebote und Möglichkeiten. Also Du kannst dabei zugucken, wie sich Neues ergibt.

Norman: Ja. Ich meine, dass ….

Suzanne: Mut. Mut. Es ist wie bei der deutschen Sprache. Ja: zwei Buchstaben. Nein: vier Buchstaben. Das ist mehr wert. So einfach ist das.

Norman: Einfache Mathematik. Also ich bin völlig bei Dir. Das ist ja schon auch mit dem Gesetz der Anziehungskraft irgendwie erklärbar, dass Du natürlich die Autoren in Deinem Verlag bekommst, die Du haben möchtest, weil Du genau die rausschmeißt, die Du nicht möchtest. Das dauerte dann eine Zeit, die muss man dann aussitzen können. Dann kommen die schon.

Suzanne: Das dauert gar nicht so lange.

Norman: Oder so. Noch besser.

Suzanne: Muss man auch dazu sagen: ich habe ja auch 5 Divisions und meine Unternehmensarchitektur ist ja über 20 Jahre auch gewachsen. Und ich profitiere natürlich auch schon von dem Standing im Markt. Keine Frage. Und der Verlag war ursprünglich natürlich nur für meine Produkte geplant, was ich alles verbrauche in meinen Divisons und da habe ich mir gedacht: wir können das für andere auch mit anbieten. Aber der Verlag ist eher so eine Art Sidekick, nicht das Mainbusiness.

Norman: Ja klar.

Suzanne: Von daher ….

Norman: Aber es ist natürlich auch ein schöner Tipp, auch für Unternehmer, weil ich erfahre oder ich habe auch ganz einfach viel Erfahrung dahingehend gesammelt, dass man sich nur schwer von etwas oder jemanden trennt. Weil der ja schon länger im Unternehmen ist, oder weil so viel Knowhow das Unternehmen verlassen würde und man erduldet und erträgt die Situation oder diese Person einfach viel zu lange, anstatt wirklich eine Entscheidung schnell zu treffen.

Suzanne: Also ganz ehrlich, wenn sich jemand irgendwie so kauzig benimmt, bin ich sehr kritisch und argwöhnisch, ob ich wirklich auch so viel Kompetenz verliere. Meistens quatschen die von Kompetenz, liefern sie aber nicht.

Norman: Genau.

Suzanne: Ja und es ist meine unternehmerische Erfahrung, weil ich glaube das nicht, dass es immer nur einer kann. Das glaube ich nicht.

Norman: Glaube ich auch nicht. Aber da sind wir bei dem Thema Macht. Also es gibt ja in Unternehmen oftmals so Persönlichkeiten, die tatsächlich an Schlüsselpositionen sich befinden, auf welchen Weg die da auch immer hingekommen sind und welche, manchmal sind es ja interessant gewachsene Strukturen, das muss jetzt ja nicht der neue Bewerber auf eine Stelle sein, sondern irgendwie auf irgendwelche Wege dorthin gekommen ist, aber die Kompetenz vielleicht gar nicht mitbringt. Der eigentlich völlig ungeeignet ist für diese Position. Gerade auch bei größeren Unternehmen oder Konzernen: wie kann ich eigentlich sowas identifizieren? Das kriegt man ja nur unmittelbar mit, wenn ich mit dieser Person arbeite, vielleicht sogar auch von außen, wenn ich externer Berater bin und sage “Oh, liebes Unternehmen, hier ist unglaublich viel Potential”, aber das kann ich ja demjenigen nicht direkt sagen, weil der ist vielleicht sogar mein Auftraggeber. Wie schaffe ich das vielleicht, aus einer Vorstandsperspektive heraus. Wie finde ich den?

Suzanne: Also aus der Vorstandspersektive finde ich das ehrlich gesagt sogar einfacher, denn an den Symptomen erkenne ich sehr schnell, ob da eine Pfeife sitzt oder ein Performer. Das sehe ich allein an den Symptomen. Maßgeblich wäre für mich auch immer, der Abgleich meiner Wahrnehmung mit den Performern vor Ort und ich stelle immer auch, wenn ich den Verdacht habe, die ein, zwei, drei, vier Stunden mir geben, die Person live im Arbeiten zu erleben. Das muss nicht mein Fachgebiet sein, aber ich erlebe sehr schnell, ob jemand überhaupt in der Lage ist, über den Tellerrand zu gucken; ob derjenige Konzepte konservieren kann oder alles immer erklärt kriegen muss.

Die 1 zu 1 Situation kann natürlich schnell manipulativ genutzt werden, da muss ich gut wieder bei mir bleiben, das ist klar. Aber ich glaube, dass man im Vorstand das sehr schnell und sehr gut sehen kann, aber dann ist auch die Frage, haben wir Angst - wollen wir es allen Recht machen? Lassen wir es wie es ist? Nach dem Motto: Vielleicht ergibt es sich ja von alle, dass das Problem sich löst oder gehen wir ran, beherzt, und sagen: Das ist nicht die Qualität, die wir hier vorhaben. Und Du kannst davon ausgehen, dass die Pfeife das überhaupt nicht begreifen wird. Was damit zu tun hat, die hat so eine Art mentalen Schalldämpfer, weil in deren Leben ist ja auch alles ganz wunderbar, denn in ihrem Bezugsrahmen ist alles tutti. Nur es geht ja nicht darum, ob alles im Bezugsrahmen tutti ist, sondern ob sie in diesem Unternehmen alles perfekt macht. Also, so wie wir das brauchen.

Wir dürfen auch eines nicht vergessen: Diese unternehmerische Welt und der Markt sind ja sehr, sehr stark im Wandel. Und es kann gut sein, dass jemand die letzten 10 – 20 Jahre gut mithalten konnte. Jetzt macht das Unternehmen aber einen Sprung, der Markt wird anspruchsvoller und jetzt ist die Person schlichtweg nicht mehr im Klassenziel.

Norman: Ja, das ist interessant.

Suzanne: Und dann die Person auf einer so verantwortlichen Position zu belassen bedeutet, an einen neuralgischen Punkt habe ich jemanden, der die Qualität nicht halten kann, nicht versteht und eher dahingehend arbeiten wird, die ganze Gesamtqualität nach unten zu setzen, um im Vergleich wieder gut dazustehen. Das heißt, dass derjenige arbeitet nicht für das Ziel nach vorne, sondern derjenige arbeitet für den Bremseffekt auf der Strecke. Das ist eine Katastrophe.

Norman: Ja. Interessant. Sehr spannend. Meine Erfahrung ist da irgendwie die, dass gerade im Marketing, also wenn es wirklich um die Vermarktung des Unternehmens geht, wenn es um die Produkte und Dienstleistung geht, die in den Markt transportiert werden soll und kommuniziert werden soll, dann ist eigentlich gar nicht so sehr - so habe ich es zumindest erlebt - dieses bewusst und vorsätzlich bremsen das Ziel, sondern einfach diese eigene Unwissenheit, also das Marketing vielleicht noch so funktioniert wie vor 20 Jahren. Genau das hat sich ja unter anderem geändert. Ich aber keine Messgrößen habe, ich keine KPI´s habe, die mir sagen: Internetseite läuft, Community wächst kontinuierlich, weil diese Zahlen gab es ja früher nicht. Da gab es eine halbe Million und dann wurde da eine Anzeigenkampagne gemacht und dann hat man gesagt: Okay, was hat sich geändert, haben wir ein bisschen mehr verkauft. Wenn ja, wusste man jetzt nicht, ist es eher der Vertrieb der verantwortlich ist für den Erfolg oder ist es das Marketing. Also ich glaube gerade, wenn es so um die Vermarktung geht, das Fehlen an digitalen Vermarktungskanälen, denke ich, ist es super schwierig, wirklich für die Entscheidungsebene im Vorstand, da die Pfeife zu identifizieren, die es nicht mutwillig macht, also nicht bewusst sabotieren möchte, sondern einfach aufgrund von fehlendem Wissen neue Innovationen, Ideen, Konzepte von außen, von intern, nicht reinlassen möchte oder nicht reinlassen kann, weil es einfach diese Transferleistung nicht schafft.

Suzanne: Norman, Du bist ein Netter, ne?

Norman: Ich bin total nett.

Suzanne: Also Punkt 1: Wo ist denn der Unterschied beim Bremsen, ob es einer bewusst und vorsätzlich tut oder unbewusst und aus Idiotie? Bremsen ist doch bremsen.

Norman: Bremsen ist bremsen. Absolut.

Suzanne: So. Nächster Punkt: Marketing ist doch definitiv die Schnittstelle nach außen? Oder?

Norman: Absolut.

Suzanne: Wie kann ich heutzutage in diesem Gelärm der Welt verpassen, wie Marketing funktioniert? Wie kann ich das verpassen?

Norman: Indem ich liebend gern Golf spiele oder…. Ich weiß es nicht.

Suzanne: Ja, ich muss mich ein bisschen stoffelig anstellen.

Norman: Oder ich mach meinen Job einfach von 9 to 5 und höre nichts. Ich lese keine Nachrichten. Ich weiß es doch auch nicht.

Suzanne: Aber dann bin ich im vielleicht Marketing ein bisschen sehr falsch.

Norman: Absolut.

Suzanne: Wenn ich die Schnittstelle bin dazu den Laden nach vorne zu bringen, dann geht das nicht im Sinne von 9 to 5: Ich komme, rotze das hier runter was ich tun soll, was mir irgendeiner sagt und dann gehe ich wieder. Marketing bedeutet, ähnlich wie der Unternehmer selbst sowieso, das Ohr immer am Puls der Zeit zu haben und zu spüren und zu jonglieren, wie können wir diese Kommunikation optimieren. Wie können wir unsere Marke kommunizieren nach draußen. Das ist wie mit Menschen kommunizieren. Der Witz ist ja, es ist ja nicht komplizierter geworden, es wird ja immer einfacher. Mein Kunde, ob es einer oder hunderte ist, ja ein Mensch. Ich kommuniziere also von Mensch oder Marke zu Mensch und das ist nicht anders auf einer Party als im professionellem Sektor. Wann kommt ihr wie gut an. Ich muss mich letztendlich nur damit beschäftigen, wo sind die, die das cool finden was wir haben und wann sind die wirklich angeleckert. Kann man sogar über Trial and Error schaffen. Ich muss es aber tun.

Norman: Suzanne, aber ich glaube, die Leute glauben, dass sie einen geilen Job machen.

Suzanne: Das ist dann aber Pfeife. Entschuldigung.

Norman: Ja. Absolut. Ja, genau. Genau das. Also sagen wir es mal so, ich habe lange Jahre in München für eine große Designagentur gearbeitet und da redest Du mit Marketingleitern mit Verantwortlichkeiten, wo Du nach dem Gespräch die Hände über dem Kopf zusammenschlägst und sagst “Oh mein Gott, was war denn das?!” Das sind ja die Auftraggeber, die bezahlen die halbe Million für die Markenentwicklung, wo Du jetzt nicht an Deinem eigentlichen Auftraggeber vorbeigehst zum Vorstand und sagst “Und übrigens: Ich könnte jetzt kein gutes Zeugnis ausstellen, wie es der Firma in drei Jahren geht, weil Dein Geld wird im Keller unten verbrannt”. Ja. Also das sind wirkliche Geldvernichtungsmaschinen und das Schlimme ist, oder das was ich so tragisch finde an dieser ganzen Geschichte ist: Diese Leute glauben, sie wären Knowhow-Träger, unersetzlich, total innovativ, aber dabei ….. Also es sind Pfeifen, um es in Deinen Worten auszudrücken. Genau das. Aber wie kriege ich das irgendwie in so einen Vorstandskopf rein? Wo sind die Anzeichen dafür, dass es nicht funktioniert? Wahrscheinlich kommt es jetzt, in der Zukunft wird es besser, wie Du sagst, es wird alles digitaler und damit messbar. Also die Pfeifen kriegen jetzt Lampen auf den Kopf oder auf die Schultern, die dann angehen, wenn sie nicht performen, gerade in der Markenentwicklung oder im Marketing. Aber das finde ich echt einen sehr schwierigen Move auch heute noch oder gerade heute, weil jetzt müssten ja eigentlich die Unternehmen von den Pfeifen auf die Digitalisierung eingestellt werden. Also, die müssten ja jetzt eigentlich den Gamechanger irgendwie erleben und sagen “So, jetzt stellen wir das Marketing um und bauen die Brücken von der Digitalen- in die Offlinewelt und zurück”.

Suzanne: Du redest von den Pfeifen, die wollen das ja nicht. Die Pfeifen stehen für die Stagnation, nicht für Wachstum.

Norman: Absolut.

Suzanne: …Meiden ja jede Anstrengung und jede Neuerung. Also nochmal: Wie kriege ich das als Vorstand? Du musst natürlich als Dienstleister gucken: Ist das Deine Problematik - ja oder nein. Also meistens ist es aber so, man kann das körperlich nicht ertragen, es ist körperlicher Schmerz, wenn man mit sowas zu tun hat. Ich bin ja so, ich gebe es zu, ich ruf den Vorstand an und sage “Wissen sie was? Den sie mir geschickt haben, der taugt nichts. Wollen sie jetzt die halbe Million verbrennen oder wollen sie ihren Laden nach vorne bringen? Mit wem können wir kommunizieren?”, so mache ich das. Das macht mir viele Kritiker, aber auch viele Freunde. Oder aber man konzentriert sich auf die, die verstehen auch was man leistet und mit denen ist es eine wahre Lust zu arbeiten.

Norman: Ja. Absolut.

Suzanne: Aber ich würde jetzt nicht hergehen und sagen “Ich bin noch verantwortlich, deren Laden zu heilen”. Weil ganz ehrlich: Ich erkenne die Pfeife an dieser Großkotzigkeit sich darzustellen. Ich meine, seien wir ehrlich, das dauert ja nicht 2 Stunden bis Du merkst, ich müsste jetzt die Hände über den Kopf zusammenschlagen.

Norman: Nein, nein.

Suzanne: …Und letztendlich an den Ergebnissen. Aber auch da finden sich die Geister untereinander. Falls sich alle einig sind, dass das was im letzten Jahrtausend irgendwie attraktiv war, auch heute noch attraktiv ist, dann lass sie das doch einfach machen. Die haben halt dann einfach das Gefühl, dass sie in einem roten Ozean sind und dass alles ganz schwierig geworden ist und dass die Welt untergeht. Bitte. Globalisierungsverlierer.

Norman: Absolut. Ich sehe da einen riesen Bedarf, gerade auch was das Profiling angeht, weil ich glaube einfach und das ist ja, für mich nicht nur der Glaube an irgendwas. Ich glaube die Unternehmen, die sich da heute nicht gut aufstellen, die werden richtig große Existenzängste bekommen und in Deutschland, wenn ich mir die Studien anschaue, wer sich da wirklich kümmert um seine Vermarktung, da muss man dann wirklich schauen: Ist man denn nur noch von Pfeifen umgeben?

Suzanne: Wir waren ja jetzt so auf Einzelpersonen bezogen.

Norman: Absolut. Ja.

Suzanne: Ich erlebe das in der Wirtschaft so, wie man über die Bildung früher gesprochen hat. Da hat man von der Bildungsschere gesprochen, die auseinandergeht. Wir sprechen auf den Sicherheitskonferenzen davon, dass es eine Globalisierungsgewinner- und -verliererschere gibt und die können wir sogar auf den Halbkugeln festmachen. Also die Südhalbkugel ist der Verlierer, deswegen funktioniert da schon gar nichts mehr und auf der Nordhalbkugel sind die Gewinner. Auch da, selbst bei den  aktuell noch Globalisierungsgewinnern, trennt sich das und das ist nicht nur eine Schere, die driften wie Kontinente, die Gewinner von den Verlierern auseinander und der Witz ist, da geht es nicht um Intellekt oder um Zugänge zu sonst irgendwie Bildung oder sonst schwierigem Wissen, was geheim wäre. Du kannst ja mit dem Equipment aus dem Kinderzimmer richtig international machen. Wir haben die dritte deutsche Gründerzeit in Berlin und Hamburg. Das ist enorm, was da an Start-ups läuft und wie groß die sind und aktiv. Ich merke das bei mir auch, wenn ich zum Beispiel in Asien oder in Amerika oder auch gerade in Lateinamerika angekündigt werde als Speaker, dann heißt es nicht: „Oh, here is profiler Suzanne Grieger-Langer”, sondern „Here is the german profiler…“ Deutschland ist ein Megamarkt im Ausland, gerade in Asien und auch in Amerika. Mega. Das ist der Witz, die Strafe nach dem zweiten Weltkrieg.

Norman: Wahnsinn.

Suzanne: Der mega Brand. Damit zu arbeiten, da selbst bloß mit zu arbeiten und die die Feuer machen, die sozusagen die Globalisierungsgewinner sind, das ist kein Lotteriegewinn, sondern die haben sich echt den Hintern aufgerissen. Die haben gemacht und gearbeitet, die waren dran. Die sind nicht intelligenter, die sind offener. Die sind nicht besser gepampert, sondern die sind schmerzunempfindlicher, die Laufen dann nochmal weiter und sagen “So, ich habe das jetzt gemacht, das hat immer noch nicht den Effekt, da muss ich lernen und nicht dasselbe nochmal machen”.

Norman: Ja.

Suzanne: Früher war Größe, auch Konzerngröße ein Garant für längeres Leben und das ist ad absurdum. Du musst heute tatsächlich gut sein. Das musstest Du vorher nicht zwingend. Heute musst Du zwingend gut sein.

Norman: Ja.

Suzanne: Und wenn Du das nicht bist, bist Du nicht dabei. Ich glaube, es war Herbert Grönemeyer der sang “Wir feiern hier ´ne Party und Du bist nicht dabei”.

Norman: Ja genau.

Suzanne: Also, wenn man dabei sein will, vorher muss man sich die Haare kämmen, schick machen, anklingeln und vielleicht öfter mal anklingeln und “bitte” sagen und dann darf man mitmachen. Es ist keine geschlossene Party. Überhaupt nicht. Aber man muss echt Meilen machen. Kennst Du Gary Vaynerchuk.

Norman: Ja.

Suzanne: Sollte auf jeden Fall für jeden ein Begriff sein und er sagt immer so niedlich, er regt sich tierisch auf, jeden Tag kriegt er zwischen und 15 und 20 Mails, wo die Leute ihn beglückwünschen zu seinem Erfolg. Er sagt, er schreibt jeden persönlich zurück “Hey, das ist nichts mit Glück, ich arbeite seit ich 11 bin, Du Sack!”

Norman: Ja.

Suzanne: “Darum bin ich hier, Du Idiot!” Und das macht den Erfolg aus. Es gibt keinen Übernacht-Erfolgt, also das ist Quatsch. Harry Belafonte sagte “Ich habe 30 Jahre gebraucht, um über Nacht erfolgreich zu sein. Die Marktmacht, die ich jetzt habe, habe ich mir über 20 Jahr lang natürlich aufgebaut”.

Da waren natürlich auch bescheuerte Entscheidungen dabei. Logisch. Das gehört dazu. Man kann sich auch ein bisschen nach oben scheitern, aber man muss auch trotzdem weiterlaufen.

Norman: Ja, das sind die Learnings, die man macht. Das ist genau das. Was gehört für Dich zwingend noch als Fähigkeit oder vielleicht auch als etwas was ich lernen kann, um wirklich als Marke machtvoll zu sein? Jetzt waren wir ja sehr bei uns selbst, vom Mindest her, und so weiter. Aber wenn ich mich behaupten muss in einer Gruppe, was gehört für Dich noch dazu?

Suzanne: Ich würde sagen, das Ziel ist die Unverwechselbarkeit. Eher zu konturieren und zu akzentuieren als weichzuspülen. Das heißt, wenn die ersten Kritiker kommen, nicht zurückschrecken, sondern eher mehr in die Richtung gehen.

Norman: Ja. Da ist Gary Vaynerchuk natürlich ein schönes Beispiel. Ich glaube der hat immer einen hohen Puls.

Suzanne: Der ist so.

Norman: Der ist so.

Suzanne: Ich glaube das ist mein wichtigster Satz. Nochmal: Ein Produkt, das kann ich kreieren, den kann ich jeden Drive geben, jede Emotion, alles mögliche, aber die Person muss bei sich bleiben. Und ich glaube das wichtigste ist: Hab doch einfach den Mut, genauso schräg zu sein, wie Du eigentlich im Herzen wirklich bist. Nicht herzugehen und zu sagen: Zu meinen Geschäftspartnern bin total anders, als im Privaten, sondern genauso zu sprechen, meinetwegen auf der Bühne, wie ……

Norman: … man normal spricht

Suzanne: …am Küchentisch.

Norman: Ja, genau.

Suzanne: Weil dann ist es echt. Alles was die Welt möchte. Ich möchte eine Meinung von jemandem, der kompetent ist. Wir haben so viele Meinungen da draußen, von Leuten die nicht kompetent sind. Da hilft jetzt nicht dann irgendwie so bisschen schwierig zu sein, “nur wenn mich einer fragt, sag ich meine Meinung, die ist dann aber kompetent”. Sondern herzugehen und zu sagen “So, ich sage meine Meinung. Die Leute werden sofort spüren, dass hier Substanz ist, nur das fegt die ganzen Dampfplauderer weg”. Also bei sich bleiben. Mut haben. Wirklich genauso mit Ecken und Kanten man selbst zu sein und das den Leuten auch zumuten.

Norman: Das ist auch eine schöne Erkenntnis, die Du gerade angesprochen hast, dass ja ein Teil der Alleinstellung oder auch der Besonderstellung, meine eigene Persönlichkeit ist. Ich muss natürlich ein Thema finden in dem ich gut bin und was ich leidenschaftlich gern mache. Also so als Teil der Positionierung und Alleinstellung, aber eine wichtige Komponente kommt gerade bei Persönlichkeitsmarken natürlich noch dazu und das ist die Authentizität. Also die eigene Persönlichkeit, die da noch mit reinspielt.

Suzanne: Ja. Und es liegt in Deinem Charakter und in Deiner Persönlichkeit, worin Du gut bist und was Dir Spaß macht. Das bist Du.

Norman: Absolut. Schön.

Suzanne: Sehr schön.

Norman: Ach. Ich glaube, wenn wir hier nicht Folgen produzieren wollen, was ich gerne machen würde, aber ich gucke gerade auf die Uhr, wir haben schon voll überzogen.

Suzanne: Oh, oh. Böse, böse.

Norman: Aber es ist super spannend mit Dir. Kommen wir wieder ein kleines bisschen mehr zu Dir: Was ist Deine wichtigste Botschaft für die Leute, für die Welt da draußen?

Suzanne: Ich fange nochmal mit meinem Claim an: Persönlichkeit macht Sinn. Und dazu ist es extrem wichtig: lerne Dein Können kennen.

Norman: Schön. Lerne Dein Können kennen. Sehr schön. Ich habe zum Schluss immer noch so eine kleine Quick Q&A-Session.Hast Du Lust, dass ich dir ein paar Fragen stelle und Du ganz spontan sagst, was Dir dazu einfällt?

Suzanne: Okay. Gerne.

Norman: Was hat Dich Anfangs davon abgehalten Dich selbst als Marke zu positionieren?

Suzanne: Das dumme Gesabbel angeblicher Experten.

Norman: Wenn die Leute an Dich denken, was ist das eine Wort, wofür Du als Marke bekannt sein willst oder schon bist?

Suzanne: Profiler.

Norman: Welcher Moment oder Rat hatte einen besonders nachhaltigen Einfluss auf Dein heutiges Leben oder auf Dein Business?

Suzanne: Auf mein Business - drei Männer: Carmine Gallo, Überzeugen wie Steve Jobs; Jonah Berger - Virality; Brother Heath - Made to stick;

Norman: Schön. Kannst Du uns ein interessantes Tool nennen oder eine Internetressource, die Du selber einsetzt?

Suzanne: Goggle Hacks.

Norman: Welche drei Mobile-Apps nutzt Du am liebsten, wenn Du auf Deinen Startscreen guckst?

Suzanne: Nachrichten, WhatsApp und Deutsche Bahn, weil ich so viel reise.

Norman: Cool. Auch eine spannende Frage: Was für eine Musik hörst Du gerne, die Dich inspiriert oder auf neue Ideen bringt?

Suzanne: Quer durch den Garten. Ich glaube sonst würde es auch nicht inspirieren.

Norman: Okay, Du hast jetzt schon ganz viele Bücher empfohlen, aber hast Du noch dieses eine Buch, welches für Dich persönlich den großen Mehrwert hatte oder hat? Wie heißt dieses Buch und worum ging es da?

Suzanne: Michael Sandel “Was man für Geld nicht kaufen kann”. Er ist Philosoph in Harvard. Eine Koryphäe. Er machte zum Beispiel in Korea Vorlesungen vor 20.000 Studenten. Das ist Wahnsinn. In dem Buch geht es darum, wie wir selbst, im Täglichen, den höheren Wert mit dem niederen Wert korrumpieren. Wenn Du mir eine Minute schenkst, erkläre ich das noch ganz kurz.

Norman: Sehr gerne.

Suzanne: Zum Beispiel geben Eltern ihren Kindern tatsächlich heutzutage, wenn sie lesen lernen sollen Geld dafür, wenn sie ein kleines Buch lesen. Also haben sie schon Hanny und Nanny gelesen oder so was. Was weiß ich, was gerade so In ist und kriegen dann 10 Euro dafür, weil sie das Buch gelesen haben. Und damit korrumpieren wir den höheren Wert Lesen lernen und damit autark werden mit dem niederen Wert Geld. Und wenn wir das schon im Kleinen tun, dann werden wir das im Großen nicht mehr lernen. Das Problem ist, dass diese Person dann nur noch mit “what´s in it for me - was ist für mich drin” durch die Gegend läuft und das ist Pfeifenmodus. Performer laufen auf einen anderen Modus wie Simon Pfennig sagt “Why? Warum trete ich an?” Das ist psychologisch, biologisch und entwicklungspsychologisch im kleinen Sinn. Weißt Du was das Nervigste ist?: “Warum? Warum? Warum? Warum?”

Ganz ehrlich: Ich bin genauso nervig. Wenn ich das nicht begreife, warum ich das tun soll, wenn es keinen Sinn macht, dann sollen sie mir damit weggehen. Das Eigentliche, was ist der Sinn dahinter und wie schaffen wir es eben nicht zu korrumpieren, das im Blick zu halten. Da ist Michael Sandel meiner Meinung nach grandios “Was man für Geld nicht kaufen kann”.

Norman: Schön. Das verlinken wir alles in den Shownotes zu dieser Podcast-Folge. Vielleicht kannst Du uns zum Schluss noch einen Tipp mit auf dem Weg geben und wie wir Dich am besten erreichen.

Suzanne: Dann bleibe ich bei “Lerne Dein Können kennen”. Gerne auch mit Mail unter profiler@suzanne.com.

Norman: Suzanne, es hat mir super viel Spaß gemacht. Ich bedanke mich herzlich für Deine Zeit und freue mich, wenn wir in Verbindung bleiben.

Suzanne: Dito und danke. Bis dann.

Norman: Danke. Ciao.

Suzanne: Ciao.

 

Noch ein wichtiger Aufruf: Es geht nicht ohne Dich. Und deshalb ist es sehr wichtig, dass Du diesen Podcast mit Deiner Bewertung bei iTunes unterstützt. Denn durch Deine Bewertung rankt dieser Podcast bei iTunes entsprechend höher und schafft höhere Aufmerksamkeit, wodurch mehr Fragen an mich gestellt werden, mehr Interaktion stattfindet und dieser Podcast einen Dialog erfährt und damit lebendig gestaltet werden kann - nicht nur von mir, sondern von uns allen. Vielen Dank also jetzt schon für Deine Bewertung bei iTunes.

 

Wir versorgen Dich einmal im Monat mit den wichtigsten Informationen kostenlos. Melde Dich für unseren Newsletter an.

 

Wenn Euch der Artikel gefallen hat, teilt ihn bitte in Euren Netzwerken, dadurch unterstützt Ihr uns enorm! Danke!!!

 

%d Bloggern gefällt das: