Kurzportrait von Christian Rieken

  • Christian Rieken ist Coach, Trainer, Psychotherapeut, Seminarleiter und Mentor von Menschen, die aus ihrem Leben wirklich das Beste machen möchten
  • Sein Rezept dafür lautet: Lausche achtsam dem Klang deines Geistes, erkenne einsichtig den Weg deines Herzens und Folge beharrlich dem Ruf deiner Seele, dann wirst du das finden, was man Glück nennen kann: Liebe, Verbundenheit, Frieden und Freiheit!

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Norman: Herzlich willkommen! Schön, dass ihr wieder reinhört. Hier ist Norman von MARKENREBELL.FM. Mein heutiger Interviewgast ist Coach, Trainer, Psychotherapeut, Seminarleiter und Mentor von Menschen, die aus ihrem Leben wirklich das Beste machen möchten! Er blickt auf 30 Jahre Forschungs- und Praxisarbeit zurück und in unserem Austausch vor diesem Interview brachte er es wunderbar auf den Punkt. Er sagte: “Erkenne was wirklich ist, lass los was schadet und entscheide dich für das, was gut tut!

Bei mir heute im Interview ist Christian Rieken!

Christian, vielen vielen Dank für Deine Zeit. Ich freue mich sehr das du heute da bist. Bist du ready und wollen wir loslegen?

Christian: Ich bin absolut ready und ich freue mich riesig dabei zu sein. Vielen Dank auch an alle, die dabei sind!

Norman: Schön! Christian, damit dich unsere Zuhörer noch ein wenig besser kennenlernen können, stell dich doch mal kurz selbst vor und erzähl uns etwas mehr über dich, wer ist Christian Rieken privat und was genau dein Business ist.

Christian: Die Podcast-Sendung dauert so 2, 3 Stunden, also ich habe ein bisschen Raum oder? (lacht)

Ich finde es immer extrem schwierig, sich selber oder auch überhaupt jemanden in so kurzer Zeit zu beschreiben, weil es natürlich so viele Etappen geben im Leben, den einen auch immer wieder verändern und wandeln. Ich habe mehr Bock, dass wir in die Thematik reingehen, weil ich glaube, dass alle mich dahingehend in unserem Gespräch heute viel, viel besser kennenlernen werden. Ich mag auch nicht so viel über das reden, was ich jetzt gemacht habe oder nicht gemacht habe, weil das was wir jetzt hier miteinander erarbeiten, das ist ein super Content, mit Sicherheit. Das wird den Menschen, die jetzt hier zuhören mit Sicherheit weiterhelfen. Nutzen wir die Zeit dafür.

Was ich im kurzen mache hast du ja schon gesagt und wofür mein Herz schlägt. Wichtig ist mir bei allem, was ich tue, dass ich immer schaue, dass ich mir treu bleibe. Das ist meine ganz persönliche Marke nach außen hin - Echtheit, Authentizität, sich immer wieder fragen Das, was ich da tue: Ist das stimmig? Wie fühlt sich das an? Wie fühlt es sich im ganzen Körper an? Also nicht seinen Kopf-Konstrukten oder seinen Konditionierungen nur folgen, sondern eher schauen, die regelmäßig zu sprengen und zu gucken: Was ist dahinter; wo will das Sein eigentlich hin? Was ist der Ruf der Seele?

Jetzt habe ich doch ein bisschen ausgeholt, aber das ist es eben.

Norman: Ich bin auch ein begeisterter Hörer deines Podcasts - vielleicht kannst du ganz kurz nochmal etwas über deinen Podcast erzählen.

Christian: Die Talk About Show - ja. Das ist eine tolle Reise, jetzt seit einem halben Jahr, auch recht erfolgreich. Das mache ich jetzt mal gar nicht abhängig von den vielen, vielen Downloads die da sind, wo ich mich riesig darüber freue, aber vor allen Dingen was es macht mit den Menschen. Der Slogan ist ja dieses Berührt, bewegt, begeistert. Das ist für mich auch etwas, wie wir sinnvollerweise durch’s Leben gehen können. Das wir schauen: Was berührt uns tatsächlich? Und dann gucken: Das was uns da berührt, hat das einen Geist in sich, der uns mobilisiert - also, der uns begeistert? Das Gegenteil wäre dann die Entgeisterung. Das gibt es genug auf der Erde. Und dann natürlich dieses Berührt, Begeistert und das auch ins Leben bringen. Das Bewegtsein, das man was anschiebt, dass man wirklich auch aus der Berührung heraus etwas macht und nicht aus irgendeinem - da wiederhole ich mich gleich nochmal, aber es passt irgendwie ganz gut - nicht aus irgendeinem Konstrukt oder irgendeinem Ziel, was man sich mal irgendwann gesetzt hat. Da bin ich sehr, sehr vorsichtig geworden. Das war früher viel in meinem Leben da und da bin ich ganz glücklich, ein Stück weitergekommen zu sein.

Norman: Schön. Wir verlinken deinen Podcast natürlich auch in den Shownotes, soviel schonmal vorweg.

Ich starte das Interview immer gern mit einem Erfolgszitat oder auch einem Erfolgsmantra. Gibt es so einen Satz oder einen Spruch in deinem Leben, der dich über einen längeren Zeitraum begleitet?

Christian: Ja, auf jeden Fall. Er ist auch gleichzeitig für mich, für mein Leben und wahrscheinlich für die meisten Menschen die allergrößte Herausforderung überhaupt: Sei du selbst, das was du in der Welt sehen möchtest.

Norman: Wow, schön!

Christian: Ja, ich habe - ich will nicht sagen Anspruch -, aber ich glaube, dass wir gigantische Wesenheiten sind und eigentlich permanent unter unserer größeren, unter unserer Würde leben. Deswegen tauchen viele Menschen ein in das, was möglich wäre und bilden vielleicht auch eine innere Idee davon. Mit innere Idee meine ich ein Ganzkörpergefühl davon und dann kommen aber diese ganzen Glaubenssätze und diese ganzen Gedanken und der innere Dialog, der einen rauskatapultiert und runter bringt. Und wir merken dann, wie schwierig das tatsächlich ist, das zu sein, was wir wirklich sehen wollen draußen. Was wir von uns selber erwarten oder wie wir uns selber sehen wollen, aber wie wir auch die ganze Welt sehen wollen. Und dann immer wieder sich zu erinnern, dass es ja bei uns anfängt. Dass wir letztendlich diese Welt sind und dass da der Start ist und nirgendswo anders.

Norman: Ja, was ich auch ganz spannend finde, um da gleich mal einzusteigen, ist die Ansicht: Wir beide können an einem Fluss sitzen und was auch immer auf diesem Fluss an uns vorbei treibt - du siehst etwas ganz anderes als ich. Dieses Schaffen von Realitäten, von Wirklichkeiten fängt ja tatsächlich im Kopf an. Also, das was ich tatsächlich mit meinen Gedanken mache.

Christian: Ja. Das verrückte ist ja, ich habe eine ganze Zeit in meinem Leben und man findet das auch noch in Videos usw., da habe ich immer wieder davon gesprochen, dass wir Schöpfer der Realität sind und dass wir die Realität kreieren. Da bin ich ein ganzes Stück  - nicht von weggekommen, sondern das ist nur eine Halbwahrheit, sondern ich habe es für mich korrigieren können dahingehend, dass wir uns letztendlich entscheiden, welche Realität wir wahrnehmen. Das hat etwas mit unseren Wahrnehmungsbildern zu tun; mit unserem Gehirn zu tun. Das ist tatsächlich eine Entscheidung. Das was wir dann entschieden haben, sehen wir und erleben wir. Das ist genau das, was wir dann Unterschiedliches am Ufer wahrnehmen. Deine Entscheidungsmerkmale nehmen das wahr und meine nehmen das wahr.

Wenn ich zum Beispiel ganz depressiv da sitze, dann sehe ich die Dunkelheit des Flusses und mir alle Felle wegschwimmen beispielsweise. Und wenn ich total positiv da sitze und die Entscheidung habe Das Leben hat viele Geschenke parat und man kann für alles dankbar sein, dann sehe ich alle mögliche: Die glitzernde Oberfläche, die kleinen Blümchen oder die kleinen Fischchen sogar darunter. Das ist tatsächlich eine Entscheidung und die müssen wir jeden Tag und minütlich eigentlich fast immer wieder uns anschauen, womöglich korrigieren und auch hinterfragen. Das macht uns glaube ich aus, dass wir das können, wir Menschen, wenn wir das nutzen.

Norman: Unglaublich wertvoll, weil ich glaube auch, das Entscheiden unterscheidet sich auch von diesem Du musst positiv denken. Das sagen ja viele: Einfach positiv denken und dich mit dem Negativen gar nicht auseinandersetzen. Aber sich für etwas entscheiden heißt ja auch, sich gerade auch mit Themen, die einen auch beschäftigen, wie Emotionen, die auch anzuschauen und auch zu durchleben.

Christian: Ja, ich bin wirklich auch kein Positivdenker-Fan. Absolut nicht. Ich glaube, dass das eine sehr, sehr destruktive Angelegenheit, wenn dabei - und jetzt kommt’s, das ist immer nur zur Hälfte richtig - tatsächlich das andere verdrängt oder übersehen wird oder in die Ecke geschoben wird oder abgewertet wird oder wie auch immer. Gerade - und das ist leider Gottes natürlich in der heutigen Zeit: Wir leben ja hier in einer sehr, sehr wohlständischen Gesellschaft; uns geht es gut und überall sind sie unterwegs und 1.000 tolle Startups und hier und da und man hat so das Gefühl, uns gehört die Welt. Das geschieht aber nur, weil wir den ganzen Rest ausblenden. Wenn ich jetzt mal die Welt kollektiv anschaue und ich bin Weltbürger - ich sage das immer wieder gerne, also ich bin tatsächlich Weltbürger. Das heißt, mich interessiert auch, was in Afrika los ist, was in Syrien ist, in der Türkei los ist und in was weiß ich, in Timbuktu los ist. Das ist alles ein Teil von mir und es wäre blind, wenn wir das nicht auch erkennen, weil rein auf Quantenebene oder auf Bewusstseinsebene ist es eben halt auch so. Das was ich hier gerade einatme sind Moleküle, die vor einer Stunde noch bei einem Taxifahrer in Nepal irgendwo waren oder so. Es ist nunmal auch physikalisch so und das ist alles eine große Energie und eine große Family. Es ist schwierig. Man kann natürlich Grenzen setzen und wenn diese Grenzen gesetzt sind, kann man schauen, dass man sich auf seiner Insel super cool und toll findet und glaubt, man kann alles machen, aber entweder schaffen wir es gemeinsam oder gar nicht. Das ist meine Haltung dazu und das versuche ich auch ein bisschen in meine Arbeit einzubringen, um auch letztendlich uns daran zu erinnern, dass wir alle Leid kennen und dass Leid letztendlich etwas ist, was uns auch zu Mitgefühl bringt und zu Demut und tatsächlich auch zur Liebe verführt. Das sind die großen Qualitäten, die uns alle gemeinsam retten können.

Norman: Ja. Was ich auch sehr, sehr interessant finde - ich musste hier gerade ein paar Sachen aufschreiben; es ist so viel drin in deinen Sätzen -, ist dieses Thema was du jetzt gerade auch angesprochen hast: Gemeinsam, weil alleine werden wir es nicht schaffen. Dieser Kollektivgedanke, wo ich einfach auch glaube, dass gerade in Zeiten der Digitalisierung, in der wir nunmal leben, es auch durchaus sehr oberflächlich sein kann. Wie siehst du die Entwicklung, die in den nächsten Jahren ansteht? Was das Menschliche angeht?

Christian: Ich bin kein Prophet. Ich habe da meine Hoffnung und meine Zweifel. Es ist schwierig. Ich möchte nicht sagen, dass es negativ schwierig ist, sondern es ist eine echte Herausforderung für uns alle. Dieses ganze digitale Zeitalter hat einen ganz großen Wert. Den Wert, dass wir tatsächlich, das was wirklich ist, also die Wahrheit, die wir auch alle sehen; die Realität, die auch für alle fühlbar ist, wenn er sich dafür öffnet; dass sich das tatsächlich streut und dass wir dessen gewahr werden können. Das hat man ja schon die letzten Jahrzehnte gemerkt durch Nachrichten usw. Und man weiß oder könnte wissen, was im Nachbarland los ist oder wie es anderen geht oder so. Es geht alles ganz, ganz schnell. Die Informationen gehen blitzschnell um den Erdball. So, und jetzt kommt es darauf an: Welche Informationen gehen blitzschnell um den Erdball. Es gibt ja diese schöne Geschichte - da gibt es verschiedene Varianten, aber eine die ich kenne ist, dass ein kleiner Indianerjunge zu seiner Großmama kommt, die ganz, ganz weise am Feuer sitzt und sagt “Liebe Großmama, ich weiß nicht was ich machen soll. Ich habe zwei Wölfe in meiner Brust und der eine Wolf ist böse und schrecklich und möchte überall alles zerschlagen und zerstören und ist total destruktiv usw. Und der andere ist voller Liebe und voller Mitgefühl und voller Güte und baut mich richtig auf. Ich weiß nicht genau, welcher Wolf wird sich durchsetzen. Ich habe ein bisschen Angst davor”. Dann hat die Großmutter ihn angeschaut mit liebevollen Augen und ganz weise zu ihm gesagt “Der Wolf, den du nährst”.

Ich mag diese Geschichte unglaublich, weil das ist eigentlich der Job, den wir tagtäglich zu tun haben. Also, immer wieder zu gucken: Was nähren wir jetzt gerade mit unseren Gedanken und mit unseren Dingen, die wir aussenden und mit unseren Taten, mit unseren Gewohnheiten. Ich finde persönlich, obwohl ich irgendwie als Experte für so einen Bereich gelte, möchte ich doch immer wieder nur sagen: Es ist tagtäglich Arbeit. Es ist schwierig. Das ist eine Herausforderung. Desto erfahrener wir werden, umso klarer wird uns auch die Tragweite der Dinge, die wir da tun. Früher als ich jünger war, waren egoistische Taten die ich gemacht habe - das war halt Mein-Ding-machen. Da habe ich nicht weiter drüber nachgedacht.

Heute allerdings hinterfrage ich auch die Dinge, die ich tue, die ich sage, die ich denke. Auch das was wir jetzt hier haben. Es geht ja an tausende von Menschen. Da hinterfrage ich auch: Ist das wirklich nährend, was ich da sage? Ist es das, was Menschen tatsächlich berührt und weiterbringt und auch nicht berührt und weiterbringt? Es geht ja immer bei mir los. Ich glaube, dass wir da alle etwas zu tun haben, dass wir uns immer wieder anschauen: Macht das wirklich Sinn für’s Ganze? Desto mehr ich mich meinem Herz gewidmet habe und dem was da in mir ist und meinen Körper gefragt habe, wie es dem mit den ganzen Dingen geht, die ich gesagt und getan habe, umso mehr bin ich altruistisch geworden. Praktisch die Erweiterung des Egoistischen, dass wir immer andere Menschen mit einschließen. Das heißt, dass wir bei allem was wir tun, denken, fühlen, sagen, machen und veranstalten uns immer überlegen: Ist das für alle gut? Ist das für diesen ganzen Globus gut oder ist das hier ein egoistisches Ding, womöglich sogar mit einem Hauch von “Nach mir die Sintflut, aber ich verdiene halt mal wieder 100.000 damit”. Also, wenn wir auf diesem Weg alle gemeinsam uns einigen können und unterwegs sind. Dass wir schauen, was wir nähren, dann haben wir glaube ich gigantische Möglichkeiten und Chancen tatsächlich auch in dieser äußeren Welt die letztendlich ein Spiegel unseres Bewusstseins ist, aber dieses Wunderschöne zu erleben, was wir Menschen tatsächlich sind; dieses Großartige, Würdevolle, dieses wahnsinnige Feld voller unbegrenzter Möglichkeiten.

Wenn nicht, dann bleiben wir weiter im Tiefschlaf, flüchten uns in die Außenwelt und gucken, wo wir die nächste Befriedigung herkriegen, weil wir sind alle Gefühls-Junkies. Jeder von uns will gute Gefühle haben. Eigentlich geht es nur um ein gute Gefühl: Dieses simple Gefühl, sich gut zu fühlen. Das ist eigentlich alles was wir suchen in allem was wir tun. Das muss man sich mal reinziehen und jeder Mensch ist da gleich auf diesem Globus. Wir alle wollen, dass es uns gut geht - mehr nicht. Deswegen darf ich nichts tun, was mir schadet oder irgendeinem anderen Menschen schadet.

Das ist jetzt hier nicht das Wort zum Sonntag, sondern im Umgedrehten hast du mich gefragt: Wie kriegen wir das hin? Und wenn mir jemand diese Frage stellt, dann ist das die Antwort darauf.

Norman: Was ich auch super spannend finde und genau das, was du gerade gesagt hast beobachte ich auch bei erfolgreichen Menschen mit denen ich so spreche und ich assoziiere Erfolg nicht nur mit viel Geld verdienen, sondern vor allen Dingen ist für mich auch ein erfolgreicher Mensch, ein Mensch der es geschafft hat glücklich zu sein; der jeden neuen Tag als Geschenk wahrnehmen kann. Hier ist auch dieses altruistische System oder diese altruistische Denkweise vorherrschend, wirklich auch ganz bewusst die Leute mit einzubeziehen, vor allen Dingen etwas geben zu wollen. Also den eigenen Vorteil ein bisschen zurückzustellen.

Christian: Ja, natürlich! Ich meine, geben ist seeliger denn nehmen. Das ist ja echt ein abgedroschenes Ding, aber wer das tut wird das auch herausfinden. Das Wunderbarste finde ich am Geben immer: Das war für mich immer sehr, sehr wichtig, weil ich habe natürlich auch in meinem Leben sehr viel Mangel kennengelernt und auch in meiner Kindheit bin ich sehr stark davon geprägt worden. Wenn ich etwas gebe, in dem Moment wo ich das tue, wenn ich da achtsam reintauche - was passiert in dem Moment wo ich das tue? Dann merke ich, in dem Moment wo ich das tue, bin ich reich, weil ich etwas zu geben habe. Das ist ein Reichtum, der braucht kein Objekt im außen oder soetwas, sondern das ist ein Reichtum, den kann ich in mir wahrnehmen. Für mich ist dieser Reichtum genau das Gegenteil von Mangel und wenn wir diesen Reichtum in uns spüren und das womöglich in einer größeren Anzahl, also kollektiv womöglich immer mehr aufbauen, dann fühlen wir uns alle als sehr reich. Das heißt, dass dieses Haben-wollen von anderen, dieses Brauchen, dieses Verlangen, dieses Süchtige, was wir oftmals an den Tag legen - auch wenn wir es nicht so nennen wollen, aber das Haben-wollen reicht ja, da weiß man schon genau was gemeint ist - dass das einfach weniger wird. Dass wir da ein Stück weit erkennen, dass das was wir wirklich brauchen schon lange in uns ist. Dass uns das sowieso beseelt. Dass unsere wahre Essenz sowieso nichts braucht.

Das klingt jetzt ein bisschen erleuchtet - bin ich nicht, aber es ist auf alle Fälle die Richtung an der ich mich orientiere. Es geht ja oft so, dass man sich fragt: Was ist der Sinn des Lebens? Und ich glaube, auch das ist wieder eine Entscheidung. Da braucht man nicht nach suchen, nach dem Sinn des Lebens, sondern man kann sich dafür entscheiden. Und diese Entscheidung habe ich getroffen, dass ich das Wesentliche in meinem Leben in mir finden möchte.

Norman: Ja. Das was du auch gerade gesagt hast, was mir ein gutes Gefühl macht. Diese ganzen Süchte, die ich vielleicht befriedige und da für einen Moment ein gutes Gefühl habe. Auf der anderen Seite kann es auch unglaublich befriedigend sein, wenn du zum Beispiel jemandem etwas zusagst und einfach mehr gibst, als du zugesagt hast. Alleine diesen Überraschungsmoment auf der anderen Seite wahrzunehmen, diese Freude, diese Begeisterung kann auch - finde ich - unglaublich befriedigend sein.

Christian: Ja, also es gibt auch das Gegenteil. Auch jemandem zu sagen: “Nein! Dafür stehe ich jetzt nicht zu Verfügung”, das ist auch etwas, was ich gebe. Das darf man nicht vergessen. Die Gabe ist nicht immer der gefüllte Korb, sondern das “Nein” zum Beispiel kann auch für ihn der Moment sein Wow, das ist ja interessant. Der ist da authentisch. Der orientiert sich an sich selber. Wie wir und was wir zu geben haben kann ganz unterschiedlich aussehen. Da gehört es nicht immer dazu und das ist natürlich in unserer heutigen Welt sehr geprägt, immer eine Leistung zu bringen oder eine Gegenleistung; immer eine riesige Nummer machen. Ich weiß, dass ich schon diversen Menschen in meinem Leben einen sehr großen Dienst und eine sehr große Gabe geschenkt habe, indem ich gesagt habe “Nein, da stehe ich jetzt gerade nicht für zur Verfügung”. Aus verschiedenen Gründen: Entweder haben sie dadurch gelernt: Oh, man kann auch Nein sagen oder sie haben plötzlich - und das war es dann öfter in diesem Fall, gemerkt: Mensch, ich brauche den dafür auch gar nicht. Ich kriege das auch alleine hin.

Norman: Ah, ja schön.

Christian: Wenn man in diesem Bereich unterwegs ist, wie ich es bin, dann gibt es natürlich auch öfters mal Situationen, dass Menschen ganz gerne wollen, dass man die Probleme für sie löst. Und da war dieses Nein eine echte Gabe von mir und die fällt mir ja auch nicht leicht. Ich meine, ich mache diesen Beruf auch, weil es mir natürlich auch schon ein Anliegen ist, mit dem was ich mache zu helfen. Das ist ja ganz klar. Ich bin nun also weit davon entfernt ein Helfersyndrom zu haben. Das hatte ich noch nie. Aber trotz alle dem: Der Sinn dieser ganzen Geschichte ist ja, dass etwas Konstruktives dadurch wächst und manchmal wächst etwas neues Konstruktives, indem man sagt “Nein”.

Eine Gabe kann das Unternehmen sein und das Unterlassen. Wichtig ist, dass es bewusst getan wird und bewusst auch als Gabe von einem selber kommt. Weißt du, wie ich das meine?

Norman: Ja, absolut. Sehr, sehr, sehr interessant, ja. Dass ein Nein einen Wert hat, in welcher Form auch immer, den ich dem einen selber gebe.

Christian: Das ist genauso wertvoll wie ein Ja. Wenn ich mir im Leben nicht überlege, was ich auf keinen Fall erleben will, dann werde ich da ja immer wieder reintappsen. Das Nein ist exakt genauso wertvoll, wie das Ja. Und das meine ich mit bewusst: Wenn es echt ist und authentisch aus mir herauskommt. Etwas unglaublich Wichtiges. Nehmen wir zum Beispiel meine Partnerschaft oder so etwas. Ob das nun geschäftlich ist oder eine persönliche Beziehung ist: Wenn ich merke, dass ich für etwas gerade nicht zur Verfügung stehe, aus welchem Grund auch immer, dass ich etwas nicht möchte und ich sage da kein “Nein”, dann rase ich sofort in die Unechtheit und diese Unechtheit ist für mich Betrug, dem man demgegenüber hat. Das ist für mich den anderen betrügen, weil ich einfach nicht ehrlich zu ihm bin, aus welchem Grund auch immer. Die Ehrlichkeit steht für mich da sehr, sehr weit oben und ich weiß, dass das nicht immer nur prickelnde Momente hervorruft. Es ist nicht unbedingt die Harmonie-Nummer im Leben, aber es ist die Nummer, wo ich in den Spiegel gucken kann und das ist mir persönlich das aller-, allerwichtigste. Ich kann auch nur dann ein gutes Vorbild sein für andere Menschen. Ich kann nur ein Beispiel für Menschen sein, wenn ich selbst mir gegenüber ehrlich bin mit all den verrückten Sachen, die mein Leben schon parat hatte. Das war ja jetzt hier wirklich nicht immer eine heilige Nummer oder so irgendetwas. Ich kenne alle möglichen Wege: Trauma, Kliniken, ich habe alles mitgemacht, Drogen, alles. Ich weiß, wovon ich rede. Das ist nix Theoretisches. Wir müssen immer sehr schauen, wer wir sind in dem Moment und uns so ehrlich wie möglich präsentieren und zeigen und dann hätten wir auch dieses ganze Problem mit diesen vielen Rollenspielen und Masken und dieses sich nicht wirklich echt begegnen und so nicht. Sondern dann wäre es einfach alles ein bisschen offener.

Das ist doch so. Guck mal, du kennst Angst und ich kenne Angst. Du kennst Leid und ich kenne Leid. Du kennst Verletzung, ich kenne Verletzung. Du kennst Schamgefühl, ich kenne Schamgefühl. Du kennst Ohnmacht und Verzweiflung genauso wie ich, da könnte ich drauf wetten und wahrscheinlich jeder, der uns hier gerade zuhört. Warum begegnen wir uns nicht mal auf dieser Ehrlichkeit, sondern immer nur Show. Da ist nochmal die Schleife zur Internetwelt. Da wird es manchmal gefährlich, weil das ist natürlich eine Fake-Welt hoch 10, weil du dich da natürlich so entwerfen kannst, wie du dich da zeigen willst und genauso kannst du dich platzieren.

Da muss man gucken, was man will, ne?

Norman: Wie komme ich raus aus dieser Egoperspektive. Ich meine, wir schaffen uns ja alle selbst eine Identität. Wir haben den Fußballverein, sind vielleicht dieser Partei angehörig und identifizieren uns einfach mit diesen Gemeinschaften. Das ist auch unser Wunsch innerlich, irgendwo dazuzugehören. Da bildet sich dann dieses Umfeld um mich herum. Wie schaffe ich es, dass ich zum - wie du es eben gesagt hast - Unternehmer werde, anstatt zum Unterlasser, der nur in seinem Viereck unterwegs ist? Wie schaffe ich es da rauszukommen?

Christian: Da gibt es verschiedene Ansätze. Erstmal diese Verbundenheit. Was mit dem Ego geschaffen wird, schafft keine echte Verbundenheit. Es schafft keine echte Liebe und schafft auch damit kein echtes Glück und keinen echten Erfolg. Das Ego muss immer Grenzen setzen. Man müsste sich jetzt hier schon mal einigen: Was ist das Ego? Das ist der unbewusste Verstandesanteil, der vor allen Dingen im Kopf, im Verstand unterwegs ist, für mich jetzt mal.

Norman: Ja, für mich auch.

Christian: Wodurch nährt sich das Ego? Oder sprechen wir mal darüber, wie es am besten schwindet; wie man es vielleicht ein Stück weit auflösen kann. Da habe ich eben schon ein bisschen drüber gesprochen. Wenn ich mich zeige, so wie ich bin - klar, ich weiß, jetzt sagt das Ego, da spricht der Verstand gleich wieder Oh Gott, dann bin ich aber angreifbar und verletzlich - ja, ja, genau. Genau das zu riskieren, das ist der Schritt. Zu riskieren komplett verletzlich zu sein; zu riskieren komplett angreifbar zu sein. Etwas, was ich seit Jahren praktiziere. Wenn ich in unsere Seminare schaue, in unsere Experience, da sind Menschen, die begleiten uns über Jahre. Es ist unfassbar, immer wieder. Sie tauchen mit uns in Ebenen ein, das hätte ich mir im Leben niemals träumen können, dass ich einen Weg kreieren darf, der Menschen so tief zu sich selbst bringt. Das war immer mein größter Traum und der ist echt in Erfüllung gegangen und das beseelt mich komplett.

Der Grund dafür ist, dass die Menschen, wenn sie hier schon reinkommen und dann sitzen sie oben und dann schauen sie uns an - also meine Frau und ich - und sagen Ahh, endlich wieder zuhause. Hier kann ich sein, wie ich wirklich bin. Ist das nicht eine geile Aussage. Da stehen mir schon die Tränen in den Augen, wenn die erste Runde noch nicht vorbei ist, weil das berührt mich so tief. Einen Raum zu finden, wo du so wie du bist, mit dem ganzen Chaos und Scheiß, den du in dir trägst willkommen bist und sein darfst und es zeigen darfst und es leben darfst. Wenn wir das schaffen, diesen Raum und das ist meine große Vision, diesen Raum zu vergrößern. Also nicht nur hier in unseren Seminaren und Coachings usw., sondern weit darüber hinaus. Wenn das möglich ist, dann begegnen wir uns echt und dann brauchen wir nicht mehr dieses Ego, das beschützt, Grenzen setzt und eigentlich natürlich voller Angst ist. Dieses trennende Ego - da ist nichts getrennt. Jeder trennende Gedanke macht uns einsam und nicht verbunden. Und ich hab Bock auf Verbundenheit. Das merkst du auch, wie ich mit dir rede. Ich mag mit dir verbunden sein, ich spreche über meine Dinge so wie ich bin. Und ich mag mit jedem verbunden sein, der jetzt hier zuhört, weil ansonsten können wir uns die Nummer hier sparen.   

Norman: Das ist auch ein sehr schönes Bild, das du gerade gemalt hast. Ich finde das total klasse - diesen Raum der Verbundenheit zu schaffen finde ich sehr schön, also auch über den physischen Raum hinaus.

Christian: Ja, der ja auch wirklich nur eine kleine Illusion ist. Ich meine, in Wirklichkeit sind wir tatsächlich alle total verbunden und das zeigt sich auch. Und übrigens: Das Internet zeigt das auch wieder. Da spiegelt es ja. Und wenn ich meinen Kühlschrank aufmache und nur ein einziges Produkt rausnehme und wirklich mal mich hinsetze und da wäre ich den ganzen Tag mit beschäftigt, mir überlege: Wer ist alles daran beteiligt gewesen? Wie viele Hände waren da dran, dass das da ist? Das sind Abertausende. Wir sind nicht nur sowieso Rudeltiere, also wenn man auch die äußere, physische Welt ein bisschen einbezieht. So was wie Unabhängigkeit, alleine sein und Trennung gibt es gar nicht. Das ist alles nur künstlich vom Verstand gezogen, diese Trennungen. Die müssten auch alle nicht da sein. Die sind nur zum Schutz da.

Angst und Schutz, das ist unser großer Widersacher und schau mal, du sprichst ja hier mit jemandem, der fast 11 Jahre massive Angststörungen und Panikattacken hatte. Also ich kenne mich wirklich mit Angst aus und ich weiß, wie sich Todesängste anfühlen, Tag für Tag. Es ist schon die Hölle und was der Verstand sich alles einfallen lässt. Da muss man gar keine Panikstörung haben, sondern was der sich alles einfallen lässt, um diese kleinen unbewussten Dinge des Alltags zu kontrollieren und zu sichern. Da gibt es im Moment auch viele, viele Mindsets die da unterwegs sind, die ich für bedenklich halte. Wir haben im Moment eine ganz tolle junge, spirituelle Dynamik drin, wo wahnsinnig viele Leute sich mit diesen Themen beschäftigen, mit Bewusstsein, Spiritualität usw. Man muss nur mal eins mit berücksichtigen, dass natürlich die meisten davon sehr wenig persönliche Erfahrung haben. Das heißt, es werden immer nur Mindsets weitergegeben und was dadurch passiert ist, dass man dadurch ein Stückchen weit weg geht vom tatsächlichen Sein. Mit dem Sein meine ich das, was aus dir heraus entsteht, ohne dass du etwas konditionierst; ohne dass du etwas an neuen Konstrukten und großen Zielbildern aufbaust, sondern einfach dieses Sein. Da habe ich das Gefühl, das ist im Moment ein bisschen am untergehen. Das würde ich sehr schade finden, weil da finden wir unsere tatsächliche Verbundenheit und nicht in diesem Hochkonditionieren - 5:30 Uhr stehen wir jetzt alle auf, haben drei Stunden Morgenritual, machen alle uns selbstständig, sind alle Startups. Weißt du was ich meine? Wir sind alle nur noch digital-nomadisch unterwegs und ich will da gar keinem jetzt zu nahe treten. Im Gegenteil: Ich finde das mega geil, dass das alles so passiert, aber ich weiß sehr gut aus meiner eigenen Erfahrung, dass alles was an Dynamiken unterwegs ist, immer zwei Seiten hat und es wäre mir einfach ganz lieb, wenn diese andere Seite mit Betrachtung findet und noch mehr Sein und Weisheit hineinfließt in das Ganze.

Norman: Ja, da sind wir auch ganz schnell beim Mentoring, aber ich bin völlig bei deiner Botschaft, weil das was ich auch beobachte ist, dass gerade vielleicht auch mehr ein Trend entsteht zum Thema Persönlichkeitsentwicklung und was ich dort sehr auffällig finde ist, wir sind konditioniert und da kritisiere ich ganz stark unser Bildungssystem in Deutschland - wir sind sehr stark konditioniert, nach Systemen, Abkürzungen oder Handlungsempfehlungen zu suchen. Gar nicht selber zu denken, sondern wirklich zu sagen: “Okay, wenn das für den funktioniert, dann funktioniert das für mich auch”. Da sehe ich eine riesen Gefahr.

Christian: Ja, das ist auch völliger Quatsch. Das ist eben auch eine Konditionierungssache. Wir glauben, das funktioniert für den auch und deswegen konditionieren wir uns da sehr, sehr gerne hoch, machen das gleiche, aber weißt du? Was uns wirklich gut tut und ich bleibe mal wieder bei diesem schlichten, einfachen Guttun - was uns wirklich gut tut, das erfahren wir nicht durch unsere Ziele und unseren Verstand, weil die meisten unserer Ziele sind leider Gottes angstmotiviert. Die meisten Dinge die da geschehen sind angstmotiviert. Zum Beispiel: “So wie meine Eltern, das ist jetzt vorbei. Das ist Oldschool, so will ich nie sein”. Hey, diese Missachtung, die rächt sich irgendwann. Da will ich weg von etwas und weg von etwas - wenn man ganz ehrlich ist - es ist dann Angst dahinter. Wir leben ja im Moment in einem Zeitalter, wo Stress das Riesenthema überhaupt ist. Und Stress ist für mich eigentlich die Übersetzung für Angst. Die Leute sage nicht “Ich habe Angst”, die sagen “Ich bin gestresst”. Ja, aber warum bitte mache ich dann so viel oder warum stresse ich mich denn so? Warum? - Naja, weil ich will, dass irgendetwas nicht passiert oder dass irgendetwas unbedingt passiert.

Und diese Frage muss man sich auch mal stellen: Was wäre denn, wenn das nicht passiert? Was kommt denn dann für ein Gefühl hoch? So. Und dann sind wir bei der Wahrheit. Dieses unangenehme Gefühl, das hochkommt, wenn das nicht genauso kontrolliert und läuft. Das ist es, was wir weg haben wollen und das funktioniert nicht. Das versuchen Menschen schon seit Jahrzehnten, Jahrtausenden auf unterschiedlichen Ebenen. Man stellt sich so egoistisch in den Mittelpunkt und glaubt, man ist der Schöpfer und hat alles in der Hand. Das halte ich für eine ganz große Illusion. Wir sind Teil dieses großen Spiels und wenn man genau hinschaut, gibt es nicht mal dieses Wir oder dieses Ich und dieses Du. Das ist auch nur eine Kreation. Alles, was du mit Ich meinst, wenn du dich beschreibst vor dem Spiegel - ich tauche jetzt mal ein bisschen tiefer ab; vielleicht fordert das den ein oder anderen mehr - wodurch entsteht ein Ich?

Egoismus basiert nur auf einem Ich-Bild. Dieses Ich ist von vorne bis hinten eine erfundene Kreation des Geistes, mehr nicht.

Norman: Absolut.

Christian: Und dieses Ich wandelt sich auch alle paar Jahre und jedes Mal sagt man “Ich bin - Yeah”. Ja, aber es ist immer wieder etwas Neues. Es gibt gar kein dauerhaftes Ich. Das ist eine wandelnde Idee von Ideen, die du hast, wer du bist, aber das war es auch schon. Und wir halten wie verrückt an diesen Ideen fest. Das ist die sogenannte Ich-Identifikation. Wir schaffen uns ein falsches Selbstbild, suchen aber eigentlich das wahre Selbst. Das wahre Selbst hat aber mit dem Ich nichts zu tun. Das wahre selbst kennt keine Grenzen. Das wahre Selbst kennt nur Verbundenheit.

Und jetzt will ich mal raus gehen aus dieser Erleuchtungstheorie, sondern ich gehe mal rein in das, was wir tun können, um das zu checken: Wir bauen eine wirkliche, gute, tiefe, achtsame Beziehung mit unserem Körper auf, weil unser Körper weiß das alles, was ich gerade gesagt habe und gibt uns sehr genaue Informationen, was für unser Leben wirklich stimmig ist und was nicht. Eine echt gute Beziehung zum Körper heißt nicht, dass ich jetzt Veganer bin, nur noch von Smoothies lebe, morgens mein Workout mache, abends mein Workout mache und mittags nochmal eine Yogastunde und zweimal 30 Minuten meditieren am Tag. Das sind Konzepte. Weil mein Hund zum Beispiel hat eine mega Beziehung zu seinem Körper, mega. Der kriegt alles mit. Jedes Tier überhaupt. Ich habe meinen Hund noch nie eine Yoga-Übung machen sehen.

Norman: (lacht) Das macht er heimlich.

Christian: (lacht) Und er trinkt auch keine Smoothies. Ich will es aber nochmal sagen: Ich habe überhaupt kein Thema gegen gesunde Ernährung, was für seinen Körper tun, Workouts machen, meditieren, alles auch Teil meines Lebens. Es geht um die Bewusstheit und um das Warum und was steckt da wirklich dahinter. Wenn es eine Notwendigkeit ist, um etwas aus mir herauszukonditionieren, dann lebe ich ein Konzept und baue mir nur ein neues Selbstbild auf, ein neues Ich und damit wieder ein neues Ego. Das Ego geht immer in Kampf, in Trennung, in Verurteilung und Abwertung. Das ist sein Job. Das Ego braucht nämlich Probleme. Ohne Probleme existiert es nicht. Das ist die Eigenschaft unseres Verstandes: Probleme schaffen und Probleme lösen.

Norman: Ja, oder auch Feindbilder. Kommt auch ganz gut für’s Ego.

Christian: Ja genau, richtig. Also, ich gehe nochmal zurück: Wenn wir uns auf unseren Körper beziehen und zwar wirklich: Das ist eine Achtsamkeitsschulung, das ist ein Training, das steht bei uns total im Vordergrund, wirklich ganz viel Körperarbeit, im Body immer wieder reingucken und mal wieder seine Grenzen wahrnehmen, zu spüren wo ist ein Ja und wo ist ein Nein erforderlich und dieses Ja und Nein kommt nicht aus dem Kopf. Die Grenzen werden nicht mit dem Kopf gezogen. Die Entscheidungen werden nicht mit dem Kopf getroffen, sondern aus dem Körper heraus. Das zeigt der Körper uns, vorausgesetzt ich habe diese Beziehung zu ihm. Zeigt er uns, dass er weit wird und sich entspannt, dann ist es gut für uns. Wird er eng und zieht sich zusammen: Nicht tun, Finger weg davon! Habe ich das Gefühl, etwas zieht mich energetisch hoch, ist das sehr schön: Weiter machen. Zieht mich etwas energetisch runter: Finger weg, sofort lassen. Und so weiter. Da gibt es eine ganze Palette von Merkmalen. Hat mein Körper das Gefühl, das ist etwas Helles, etwas Lichtvolles, ist es für mich förderlich. Ist es etwas Dunkles, wo er sich wegdrehen möchte, ist es weniger förderlich usw.

Und ich meine damit nochmal abgrenzend nicht das Bauchgefühl, weil das wird immer sehr gerne falsch verstanden. Auf das Bauchgefühl würde ich keinem Menschen empfehlen sich zu verlassen, weil zum Beispiel: Du musst morgen auf die Bühne und ich weiß nicht, was du für eine Rampensau bist, aber wenn ich auf die Bühne muss - ich war viel auf den Bühnen - aber trotzdem, wenn ich auf die Bühne muss, dann habe ich erstmal auch ein ganz schön komisches Bauchgefühl. Da ist sowas wie Angst, da ist sowas wie Lampenfieber. Würde ich mich jetzt von diesem Bauchgefühl leiten lassen, dann würde ich die Sache nicht machen. Also jedes Mal, wenn es darum geht im Leben Komfortzonen zu bestreiten, haben wir eigentlich ein blödes Bauchgefühl. Würde ich mich jedes Mal darauf verlassen: Das ist nicht gut.

Ein guter Ratgeber ist das Herz. Nun ist das Herz keine Person, von daher sollten wir es auch nicht personifizieren, aber die Qualität dessen, was unsere Seele, also unser Herz, möchte, kann über unseren Körper erfahren werden. Das ist, finde ich, einer der wesentlichsten Schritte für uns alle, um wieder die Führung zu bekommen, die wir brauchen im Leben. Denn die Intelligenz, die dort drin ist, übersteigt unseren Verstand bei weitem. Das sind Dimensionen, das kann man sich überhaupt gar nicht vorstellen. Das ist wie der kleine Mars im Vergleich zum Universum, was der Körper an Intelligenz hat, weil der schließt uns direkt an an unser großes Sein, an das Kollektive, an das Große Ganze sogar, nennen wir es das Göttliche, was wir sind und unser Verstand ist da schon sehr, sehr beschränkt - im wahrsten Sinne des Wortes.

Norman: Ja, es ist ja auch irgendwie eine Betäubung, wenn wir uns da heute so anschauen, was wir eigentlich mit unserem Körper machen. Wir betäuben ihn einfach durch Massenkonsum, durch Ablenkung, durch den Fokus auf Dinge zu richten, die mit unserem Körper gar nichts zu tun haben. Hast du vielleicht aus deiner praktischen Erfahrung - ich weiß nicht, ob es vielleicht eine einfach Übung gibt, die man anwenden kann - dass man nach unserer Podcast-Episode in sich selbst ein bisschen eintauchen kann?

Christian: Ja. Ich würde folgendes vorschlagen: Ich gebe dir sogar einen Link, den kannst du in die Shownotes packen. Wir haben in unserem Membership-Bereich eine Übung, die ist aus der Achtsamkeit bekannt: Der Bodyscan. Jetzt höre ich schon wieder in einigen Köpfen Ja, kenne ich schon. Das ist immer etwas, was der Verstand wahnsinnig gerne parat hat, aber Kenne ich schon heißt, nicht Weisheit damit erfahren zu haben. Und Kenne ich schon heißt, nicht wirklich Erfahrung zu haben. Ich glaube, jemand der nicht wenigstens mal so 50 Mal den Bodyscan gemacht hat, hat überhaupt keine Ahnung, wovon ich hier gerade rede. Es geht darum wieder eine tiefe Beziehung zu dem Körper aufzubauen. Ich gebe dir den Link dafür, den packen wir - wenn du magst - in die Shownotes. Das kann sich jeder kostenlos aus dem Membership-Bereich bei uns runterholen.

Norman: Super, klasse.

Christian: Das ist eine sehr praktische Übung ohne irgendwie komplexer zu werden. Es gibt viele Sachen, aber das ist eine ganz einfache Übung. Diesen Bodyscan empfehle ich zwei-, dreimal in der Woche zu machen - das ist eine Dreiviertelstunde. Und dann gibt es noch etwas für den Alltag und da hilft uns unser Atem. Dafür zu sorgen, dass ich immer und permanent mir meines Atems bewusst bin. Achte mal darauf, wenn du am Computer arbeitest: Du vergisst, wenn du zwei Stunden am Computer gearbeitet hast, dass es einen Körper gibt. Du bist komplett virtuell abgetaucht. Das heißt, es ist keine Bewusstheit mehr in deinem Körper. Aber eins ist klar: Der Computer und das was da virtuell läuft, ist nicht real. Das weiß man. Aber dein Körper ist super real. Das ist ganz klare Wahrnehmung und den brauchst du unbedingt. Das heißt, das Spiel worum es geht heißt “Bewusstheit in den Körper zu kriegen” und zwar in allen Bereichen, die du machst - beim Zähneputzen. Bewusstheit in den Körper, den Atem wahrnehmen, im Jetzt ankommen, in diesem einzigen Moment, der existiert, nicht immer wegzulaufen in die Zukunft oder in die Vergangenheit abzutauchen, sondern wirklich bewusst im Körper zu sein. Beim Sex auch so eine tolle Sache, Fluchtdroge normalerweise, wo auch nur so ein Konzept aufgesetzt wird, sondern einfach mal komplett bewusst in den Körper reinzugehen; aufzuhören zu glauben über irgendetwas etwas zu wissen, sondern eine neue Erfahrung damit zu machen.

Ich kenne es von mir selber: Ich war sowas von verkopft unterwegs in meinem Leben und mir fällt es auch jetzt immer wieder nochmal auf, dass ich da merke: Oh je, Christian, da weißt du eigentlich mehr darüber. Jetzt wieder schnell zurück. Aber mir fällt es ganz schnell auf und das ist ja die Achtsamkeit. In dem Moment, wo es dir auffällt, dann wieder tief durchatmen, in den Körper, in den Atem, das wirkliche Wahrnehmen, was durch mich strömt. Wie soll ich jemals herausfinden, was ich wirklich bin, wenn ich mich ständig in den Dingen verliere, die ich nicht bin?

Und was ich wirklich bin, ist nichtmal mein Körper, sondern das was meinen Körper belebt. Das was letztendlich in mir fließt, diese pure, pulsierende Energie, diese Lebensenergie, die wir alle gemeinsam sind - die beatmet mich als Mensch. Und wenn ich da meinen Fokus und meine Aufmerksamkeit nicht darauf lege, dann verliere ich das, was ich bin. Ich verliere mein wahres Selbst und dann muss ich natürlich vor lauter Angst, wer ich überhaupt bin und wo gehöre ich zu und wo finde ich Verbundenheit? - Dann muss ich natürlich ständig mich neu erfinden und ein neues Selbst erfinden, wie auch immer das aussieht und mich damit toll finden, damit ich irgendwie eine Wertigkeit habe und das geschieht in Millionen von Menschen.

Norman: Ja genau. Ich glaube auch, diese eigene, innere Zufriedenheit ist extrem wichtig und nicht ständig sich selbst wandeln zu müssen für ein Außen, was ja mit mir gar nichts zu tun hat, sondern ich mache das, weil das vielleicht von außen von mir erwartet wird.

Christian: Ich weiß, dass das alles eine starke Herausforderung, starker Tobak ist, aber du hast ein paar Fragen in die Richtung gestellt, wie kann es weitergehen usw. Und was sind meine Ideen dazu oder was sind meine Erfahrungen dazu. Ich habe das große Glück in meinem Leben, wirklich vollständig verloren gewesen zu sein im Außen. Also wirklich, mehr geht eigentlich kaum noch, kurz vor dem Exodus und das ist etwas, was mir natürlich schon zeigt, wo der Unterschied ist. Wenn man natürlich gar nichts anderes kennt und jetzt hier zuhört, es geht einem vielleicht auch soweit einigermaßen gut in seinem Leben, so wie es eben jetzt ist. Das gönne ich jedem Menschen der Welt. Ich habe es eben halt auch anders erlebt, aber dann fällt es manchmal schwer, auf solche Dinge aufmerksam zu werden. Das muss man ja auch nicht. Das ist ja auch keine Pflicht. Hier geht es letztendlich einfach mal darum, ein paar Überlegungen auf’s Buffet zu packen und einzutauchen und zu gucken: Was fühlt sich wirklich gut an und was will ich eigentlich vor allem wirklich im Leben? Das ist eine ganz wichtige Kernfrage und ich habe diese Frage schon tausenden von Menschen gestellt auf Seminaren, in Coachings: Was ist, was du wirklich, aber auch wirklich - es ist ja im Moment auch Mainstream, dass man fünf mal “wirklich” sagt - also: wirklich, wirklich, wirklich, wirklich, wirklich im Leben willst? Das finde ich auch gut, weil dahinter steckt ja diese Idee Komm, sag mir, was es ganz tief ist.

Norman: Ja.

Christian: Witzigerweise wird das von vielen Menschen gesagt, die noch gar nicht so tief unterwegs sind oder waren, aber da sieht man, welche große Sehnsucht da ist und das finde ich super gut - wirklich, super, super gut. Darum geht es auch, um diese Tiefe, was ich wirklich will, Norman. Und was ich wirklich will ist ohne mich verstellen zu müssen, mit dir sein können. Ohne eine Maske aufsetzen zu müssen; ohne ein anderer sein zu müssen, möchte ich mich dir und dem Leben und allen anderen Menschen zeigen können und das Gefühl zu haben Oh, ich werde auch mit dem Ganzen geliebt. Und ich wette meinen Arsch darauf, aber wirklich, dass das jeder, der jetzt hier zuhört, genauso möchte. Das ist das, was uns alle verbindet.

Norman: Das glaube ich auch. Jetzt hast du schon mehrfach angedeutet und das ist auch eine Frage in meinem Podcast, die ich immer wieder ganz gerne stelle, nach der eigenen Story. Magst du die mit uns teilen, wo der Moment für dich war, wo du es so schwer hattest und du dann diesen Gamechanger hattest, um daraus zu kommen?

Christian: Hm, ich glaube der erste Gamechanger war in meiner Jugendzeit. Ich habe ziemlich heftige Dinge erlebt, die man nicht wirklich erleben möchte und ich habe mir meine Träume nicht nehmen lassen. Ich bin ein Spinner und ich bin ein Träumer geblieben und ich wollte einfach daran glauben: Ich bringe es mal zu richtig was. Ich werde alt, weise und reich. So irgendwie die Kombination.

Reich hat sich ein bisschen verwandelt. Früher war es natürlich mehr monetär gesehen. Heute beziehe ich meinen Reichtum noch aus ganz anderen Quellen, wobei ich auch das Geld absolut für eine wichtige Energie halte. Da haben wir uns letztendlich darauf geeinigt international, dass wir damit Dinge bewegen und das ist auch völlig in Ordnung.

Dann habe ich vor 18 Jahren meine erste große, schwere Panikstörung bekommen, die wirklich heftig war und das war aber erst der Beginn von einer ziemlich langen, sehr intensiven Zeit. Um es auf den Punkt zu bringen, habe ich ein halbes Jahr lang tagtäglich Todesängste gehabt und man wollte mich nur noch mit Drogen vollpumpen und in Kliniken einsperren. In dieser Zeit hat mir eines weitergeholfen, dass ich ja schon mit 21 meine ersten Seminare gemacht habe und wirklich klugscheißerisch alles rausgehauen habe, wie man mental sein Leben auf die Reihe kriegt. Ich habe mir dann immer wieder diesen Satz gesagt: Jetzt Christian, kannst du von all dem profitieren, was du anderen Leuten gesagt hast. Jetzt musst du alles anwenden, was du jemals anderen gesagt hast.

Und das hat mein Leben gerettet. Ich habe keine Drogen genommen, keine Tabletten genommen, bin damals in keine Klinik gegangen, die mich irgendwie sedieren wollte oder was weiß ich. Das waren ganz andere Sachen nachher. Und das war für mich entscheidend tatsächlich da weiter zu machen. Das war das erste Mal die starke Besinnung auf die Größe, die ich in mir habe.  

Norman: Ein unglaublicher Mut auch, finde ich.

Christian: Ja, den habe ich wohl sehr oft bewiesen und auch gebraucht. Dann gab es aber immer wieder ganz viele Sachen. Weil, wenn ich nicht eine gute Story draus machen würde, wäre es eine bad Story nach der anderen. Eine Krise kam nach der anderen. Danach kam das körperliche Aussetzen und die Schmerzzustände im Körper und das sich nicht mehr bewegen können usw. Aber dann war ich schon so tief im Bewusstsein und spirituell unterwegs, dass ich auch wusste: Das ist ein Körper, in dem etwas anderes Großartiges steckt. Ich muss herausfinden, was das Großartige da drin ist und für den Körper das Beste tun, was ich tun kann. Das habe ich dann auch lange Zeit nicht getan, aber so fügt sich das zusammen.

Irgendwann bin ich dann auf diesen großen Punkt gekommen. Du hast vorhin diesen Satz wohl vorgelesen - der ist relativ neu von mir - weißt du das noch?

Norman: Ja, ich lese ihn nochmal vor.

Christian: Ja bitte, weil es ist echt eine Essenz der Zeit.

Norman: Das ist richtig gut, ja Erkenne was wirklich ist, lass los was schadet und entscheide dich für das, was gut tut!

Christian: Und das ist soo simpel und ich bin so glücklich, in dieser simplen Art angekommen zu sein, weil da steckt für mich alles drin. Aber alles. Aber das ist immer abhängig davon, wo du stehst von der Bewusstheit her. Also, erkenne was wirklich ist setzt voraus, dass du ein hohes Maß an Achtsamkeit hast; dass du dich dem wirklich stellst was ist. Weil der Verstand hat kein Bock auf das was ist. Der findet die Gegenwart echt zum Kotzen, weil da stirbt er. Der Verstand braucht die Vergangenheit und die Zukunft, damit er Probleme kreieren kann usw. Also, zu erkennen was wirklich ist und dann zu unterlassen was schadet und zwar weiß ich, dass egal was ich tue in meinem Leben: Alle Menschen, die auf diesem Globus unterwegs sind, daran beteiligt sind. Das heißt, wenn ich etwas tue, muss ich mich genau überlegen, was ich tue.

Wenn es um das Guttun geht, dann muss ich genauso überlegen: Wenn ich anderen etwas Gutes tue, dann tue ich auch mir etwas Gutes damit. Tue ich mir etwas Gutes, tue ich auch anderen etwas Gutes damit. Aber tue ich mir etwas Gutes, was für andere schädlich ist, dann fällt es nicht in die Kategorie was Gutes zu tun.

Norman: Hm und das Wort “entscheide dich”, darauf würde ich gerne nochmal kurz eingehen: Ich habe zumindest Menschen kennengelernt, die das so aus eigener Kraft nicht können. Die also nicht sagen können “Ich packe mich am eigenen Schopf und schaffe es, mich da rauszuholen”. Selbst wenn irgendwelche Bücher gelesen werden oder man vielleicht auch auf Seminaren gewesen ist. Wie schaffen es diese Menschen trotzdem aus dieser Lethargie oder Depression rauszukommen?

Christian: Ja, also sie sollten sich an den eigenen Schopf packen (lacht). Nein, es ist natürlich klar: das ist das, was getan werden muss. Auf jeden Fall. Wie man dahin kommt, da gibt es auch wieder verschiedene Wege. Eine schöne Variante finde ich immer ist, sich zu überlegen: Wie geht es eigentlich weiter, wenn ich das nicht tue? Also sich mal eine Timeline ausmalen: Wie sehe ich eigentlich aus und wie wird mein Leben verlaufen, wenn ich das nicht ändere? Worum es jetzt hier geht. Das kommt ein bisschen aus der NLP. Ich war vor Jahrzehnten bei einem super Training mit Alexander Christiani - früher war das ein großer Trainer; ich weiß garnicht, wo er heute unterwegs ist, aber der war wirklich richtig gut - und da haben wir eine persönliche innere Phobie kreiert. Ich habe damals noch geraucht und das war der Tag, wo ich nicht mehr geraucht habe. Er ist mit mir einmal in so eine innere Höhle marschiert und da wurden alle Bilder aufgebaut, wie man Leben weiter geht, wenn ich weiter mich verpeste, mir meine Lunge und meinen Körper versaue usw. Aus dieser Innenreise bin ich rausgegangen und mir kotzübel und ich habe keine Zigarette mehr geraucht. Es gibt 1.000 Möglichkeiten, um sich da zu verändern und letztendlich muss man wissen, dass das was wir unterlassen in unserem Leben basiert auf irgendwelchen Mustern und programmen. Und diese Muster und Programme lassen sich alle, alle komplett lösen. Alle. Definitiv.

Ich weiß, dass das ein Prozess ist. Es gibt da keine Wochenendseminare für, sondern das ist wirklich ein Prozess. Nicht umsonst sind hier Leute mit uns über zwei, drei Jahre und manchmal sogar länger unterwegs, weil es tatsächlich ein Prozess ist. Es braucht Training, es braucht Beharrlichkeit, es braucht Korrektur, es braucht immer wieder diese Momente, wo man das Gefühl hat Boah, ich bin total zurückgefallen. Ich habe das Gefühl, ich habe noch gar nichts gelernt. Das stimmt natürlich nicht. Es ist immer wieder ein Try and Error und aufstehen, hinfallen und man kann aber eins sehen: Wenn man da beharrlich am Ball bleibt, dann entsteht eine progressive Kurve nach oben und es verändert sich immer schneller, immer großartiger etwas. Das kann jeder erwarten, der bereit für diesen Weg ist.

Menschen die eine Instantlösung suchen und diesen Weg nicht gehen wollen, habe ich noch keinen einzigen gefunden, der sich gravierend und nachhaltig dahingehend verbessert hat, im Sinne von Auflösung von Mustern und Programmen. Da habe ich noch keinen einzigen getroffen und ich bin schon lange genug unterwegs. Ich habe tausende von Menschen in meinen Seminaren gehabt über die Jahre. Das ist alles immer nur Nachhaltigkeit und ich weiß, dass es nicht so sexy ist, weil das klingt einfach nach Arbeit und da wird der Teil in einem nicht so befriedigt vom Verstand, der alles schnell und weg  haben will usw. Das ist mir alles klar, aber ich quatsche nicht mit dir, um ein sexy Marketing-Angebot für’s nächste Seminar zu machen, sondern um eine Einladung für eine wahrhafte Veränderung zu machen.

Norman: Ja, obwohl ich das Seminar bei dir unbedingt empfehlen möchte, möchte ich aber auf jeden Fall nicht verpassen, das noch einmal zu unterstreichen, weil ich finde es extrem wichtig, dass es eigentlich niemanden da draußen gibt, der es nicht schaffen kann. Nur der Weg, der immer ein individueller Weg ist, ist einfach ein anderer. Der eine schafft eher den Zugang über Weg A und der andere über Weg B. Das kann man einfach nicht in einem System abbilden. Und was ich auch noch extrem wichtig finde, was für mich auch die Qualität deiner Arbeit nochmal besonders hervorhebt, finde ich ist dieses kontinuierliche Training. Ich gehe ja auch nicht in ein Fitnessstudio, mache fünf Übungen und bilde mir ein jetzt gesünder zu leben, sondern es ist die Kontinuität, das Einbauen ins eigene Leben, dass es ein Teil von dem eigenen Leben ist und ich konsequent auch daran glaube. Das geht dann wieder in unsere Bewusstseinsebene.

Christian: Genau. Training ist alles und das Schöne ist, ich habe auch mit Menschen gearbeitet, die überhaupt nicht an das geglaubt haben, was ich ihnen da gesagt habe, aber die saßen glücklicherweise so im Dreck, dass sie nach diesem Strohhalm gegriffen haben, dessen was ich ihnen da empfohlen habe oder dessen, was wir hier gemeinsam erarbeitet haben, was sie dann zuhause weitergeführt haben. Und plötzlich kommen sie und sagen dann “Wow, ich hätte nie gedacht, dass es solche Veränderungen geben kann!” Es geht nicht darum, wie wir über die Dinge denken, es geht darum was wir tun und das ist heute auch etwas, was mir häufig auffällt: Es ist natürlich gut, wenn viel Wissen unterwegs ist, viele Kongresse, viele DVDs, viele Bücher usw. Das finde ich auch alles wirklich gut, alles toll, aber wenn dann jemand auf die Idee kommt, dadurch geschieht Verwandlung und Transformation und dadurch entsteht Weisheit, dann kann ich nur eins sagen: Hey bitte, verbrenne all deine Bücher. Schmeiß alle Videos weg. Schalt den Computer nicht mehr an. Das stimmt einfach nicht. Das ist nicht die Wahrheit.

Weil deine persönliche Wahrheit und deine persönliche Weisheit und damit dein persönlicher Heilungsweg entsteht nur durch deine persönliche Umsetzung. Nur durch das Training. Nur durch die Erfahrung. Nur durch das im Prozess sein entsteht das.

Norman: Ja, Erfolg hat drei Buchstaben, ne T-U-N, tun, man muss machen.

Christian: Tag und Nacht.

Norman: Ja, Tag und Nacht, genau (beide lachen)

Christian: Nicht unnötig trödeln - ich war so lange in dem Geschäft (beide lachen) der Macher da draußen und der Erfolgsmenschen. Ich kenne die Sprüche alle ganz gut, ja. Aber weißt du, die Welt braucht nicht noch mehr wirklich erfolgreiche Leute, sondern sie braucht Menschen mit Liebe, mit Mitgefühl. Das hat der Dalai Lama neulich gesagt. Das fand ich total bewegend. Natürlich, erfolgreich ist immer eine Frage: Womit bin ich erfolgreich? Aber Mitgefühl, Liebe, Demut, Zusammengehörigkeit, füreinander da sein - das sind die Qualitäten, die uns alle hier auf der Welt verbinden und die uns wieder zusammen bringen können; die uns tatsächlich auch dafür sorgen können, dass es uns allen gut geht. Und da wir nix anderes wollen, wüsste ich nicht, wieso wir etwas anderes tun sollten.

Auch dieses Ankommen. Du hast gesagt “ankommen”. Dieses Schaffen. Worum geht’s denn eigentlich? Was will ich denn schaffen? Na klar kommen Leute zu mir, die wollen ganz gerne ihre Körpersymptome weg haben oder ihre Ehe retten oder was weiß ich oder endlich aus ihrer Lebenskrise oder aus den finanziellen Sachen herauskommen, aber alles, alles, alles worum es da geht ist nur wohlfühlen. Ich habe so viele Menschen gesehen, die haben nix, gar nix. Sie haben frühzeitig ihre Eltern verloren in Kriegen oder was weiß ich, leben halb auf der Straße, haben nichts, aber haben ein großes Herz und ein Lächeln. Da habe ich gedacht: Das ist doch nicht möglich.

Und wenn ich hier mal in Deutschland irgendwie in die U- oder S-Bahn einsteige und mir angucke, was Wohlstandsgesellschaft ausmacht, dann frage ich mich: Wo ist das Glück? Wo ist das Lächeln? Wo ist die Freude? Wo ist die Lebendigkeit? Wo ist das alles? Und das gibt mir schon zu denken. Ob diese ganzen Dinge, die wir im Leben für wichtig halten, tatsächlich so wichtig sind und ich glaube nicht.  

Norman: Ich glaube auch nicht und es müsste nach meinem Verständnis viel früher anfangen. Nennen wir es Persönlichkeitsentwicklung, dieses Unterrichtsfach müsste es eigentlich geben.

Christian: Ja klar, aber da müsste die Generation sich auch durchsetzen. Das kommt schon noch, da bin ich mir ganz sicher.

Norman: Christian, wir haben maßlos überzogen, aber ist egal.

Christian: Wirklich, ist dein Podcast so kurz? (beide lachen) Nicht mit mir!

Norman: Wir machen einfach drei Teile daraus dieses Mal. Nein - ich habe noch eine Quick Q&A-Session mit dir vor, indem ich dir einfach ein paar Fragen schnell hintereinander stelle und ich ganz spontan deine Antworten dazu hätte. Bist du ready?

Christian: Ja.

Norman: Was hat dich anfangs davon abgehalten, dich selbst als Marke zu positionieren?

Christian: Angst. Angst nicht zu genügen. Angst nicht mit dem richtigen Bild nach außen zu kommen.

Norman: Wenn die Leute an dich denken, was ist das eine Wort, wofür du selbst als Marke bekannt sein willst oder schon bist?

Christian: Echtheit, Authentizität.

Norman: Schön, ja. Welcher Moment oder Rat hatte einen besonders nachhaltigen Einfluss auf dein heutiges Leben oder auf dein Business?

Christian: Suche nicht im Außen. Suche im Innen.

Norman: Kannst du uns eine Internetressource oder ein Tool nennen, was du selbst einsetzt?

Christian: Wie meinst du das genau? Internet Tool für was genau?

Norman: Zum Thema Persönlichkeitsentwicklung, Meditation…

Christian: Nö.

Norman: Deine Online-Seminare.

Christian: Ja, na klar, sicher. Also Human Essence, da ist das drauf was wir machen. wir haben auch eine Online-Akademie. Ich könnte jetzt keine nennen, aber es gibt ganz viele tolle Kollegen. Wenn es etwas ist, was man umsetzt… das soll jetzt eine kurze Antwort sein, aber wenn es Tools sind, wo ich was zum Umsetzen habe, nicht nur irgendwie ein neues Ebook oder ein Video, sondern wirklich Umsetz-Tools, dann immer schauen intuitiv, was einem da über den Weg läuft. Dafür gibt es wirklich viele, viele Quellen heutzutage und das ist auch gut so.

Norman: Was für Musik hörst Du gern, die dich vielleicht inspiriert oder auf neue Ideen bringt?

Christian: Was für Musik höre ich gerne? Buhh, ziemlich, ziemlich breit, aber ich bin schon recht modern unterwegs. Ich höre sehr gerne leichte Pop-Sachen und höre aber auch total gerne Sachen, wie Unheilig oder so, wo ich auf jedem Konzert war. Große Bandbreite. Mit Klassik komme ich nicht so gut zurecht, das ist nicht so mein. Die ganze Spiri-Musik mit ein bisschen Indisch-Pling-Pling kann ich auch nicht so gut mit, aber alles, was man hier so hört. Ich mag die Charts auch ganz gern. Und ich fange mit meiner Frau gerade einen Tanzkurs an und jetzt werden wir dann auch Deutsche Schlager hören. (lacht) Da habe ich mich ja immer gegen gewehrt, aber solche Sachen kommen jetzt auch mal so ein bisschen rein. Irgendwie machen sie gute Laune, ich weiß auch nicht. Ich wehre mich nicht mehr dagegen. Ich komme in das Alter, wo ich mich nicht mehr wehre (lacht).

Und nochmal dazu: Ich liebe diese neue coole deutsche Musik, die entstanden ist. Das möchte ich nochmal sagen für unser Land. Das war echt überfällig - coole Sache!

Norman: Ja, sehr cool. Das stimmt. Christian, wir sind am Ende. Bevor wir uns verabschieden: Kannst du uns vielleicht noch einen Tipp mit auf den Weg geben und wie erreichen wir Dich am Besten?

Christian: Ja, humanessence.de oder einfach Christian Rieken googeln. Man kann mich googlen, man findet mich definitiv mittlerweile und ich habe einen recht großen YouTube-Kanal, da möchte ich gerne zu einladen. Natürlich möchte ich zur Talk About Show einladen. Da sind überall wertvolle Dinge, die man mitnehmen kann und ich freue mich vor allen Dingen mal auf ein persönliche Kennenlernen, weil dieses Persönliche hat immer noch eine ganz andere Qualität. Mal gemeinsam eintauchen in die Experience, in die eigene Erfahrung, in das Miteinander, in den Armen liegen, lachen und weinen - das was uns Menschen ausmacht.

Norman: Schön. Christian, es war mir eine große Ehre und eine große Freude, dass du hier bei mir im Podcast warst und an dieser Stelle nur das Beste für dich!

Christian: Dankeschön. Vielen lieben Dank für die Chance, die Gelegenheit und allen, die zugehört haben. Bye bye.

Norman: Dankeschön. Bis dann, ciao!

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