Employer Branding 2017

 

Employer Branding ist hierzulande eine relativ junge Disziplin, die jedoch immer wichtiger wird. Schließlich möchte jedes Unternehmen die qualifiziertesten Arbeitskräfte nicht nur für sich gewinnen, sondern auch dauerhaft binden. Was aber wünschen sich junge Talente im Jahr 2017 von ihrem Arbeitgeber? Und wie gelingt es gerade alteingesessenen Unternehmen diese an Bord zu holen? Wir haben für dich die Antworten auf diese Fragen sowie alle wichtigen Infos zum Thema Employer Branding 2017.

 

Traditionelle Unternehmen müssen sich neuer Konkurrenz stellen

 

Junge, talentierte Arbeitskräfte arbeiten längst nicht mehr nur in klassischen Unternehmen, sondern immer öfter auch in Projektgemeinschaften. Und diese haben ordentlich Zugkraft, denn sie locken mit Coolness sowie dem Gefühl, bei etwas Einzigartigem und Zukunftsweisendem dabei zu sein, was bei jungen Talenten ganz oben in der Liste der beruflichen Erwartungen steht. Darüber hinaus unterscheiden sich derlei Projekte auch in puncto Hierarchien, Arbeitszeiten und Organisation grundlegend von traditionellen Unternehmen. Wenn du mit deiner Marke als Arbeitgeber also weiterhin attraktiv sein möchtest, solltest du dir hiervon eine Scheibe abschneiden und Co-Working-Spaces ähnlich wie Key Accounts behandeln sowie Content über Kontrolle stellen.

 

Human Resources und IT müssen neue Herausforderungen bewältigen

 

Die Aufgaben von Human Resources-Profis beschränken sich längst nicht mehr nur auf Personalverwaltung, sondern umfassen zunehmend auch die Bereiche Beziehungs- und Key-Account-Management. Ähnlich verändert sich auch das Anforderungsprofil von IT-Profis. Diese müssen heute digitale Produktlösungen bieten. Eine Marke, die auch im digitalen Zeitalter erfolgreich bestehen will, muss diesen Wandel schaffen, um auch in Zukunft mithalten zu können – und vor allem auch, um digitale Talente im Unternehmen halten zu können. Kurz: Dein Unternehmen braucht eine tragfähige digitale Infrastruktur und du musst es sicher durch das digitale Zeitalter führen.

 

Das Selbstvertrauen der Arbeitnehmer wächst

 

Jene Zeiten, in denen Mitarbeiter alles taten, nur um ihren Job zu behalten, sind vorbei. Immer mehr Menschen sind bereit, ihren Job zu kündigen – auch wenn sie noch keinen neuen in Aussicht haben. Dies zeugt von einem neuen Selbstbewusstsein von Arbeitnehmern, für die es außerdem immer wichtiger wird, dass die Werte eines Unternehmens mit ihren Vorstellungen übereinstimmen. Sicherheit und ein hohes Gehalt haben dabei längst nicht mehr jenen hohen Stellenwert, den sie einst hatten. Damit müssen auch Unternehmen umdenken, wenn sie ihre Mitarbeiter langfristig an sich binden wollen. Es gilt also, andere Dinge als langjährige Betriebszugehörigkeit zu honorieren. Dennoch gibt es heutzutage keine sichere Möglichkeit, grundsätzlich nomadische Arbeitskräfte hundertprozentig an ein Unternehmen zu binden – das solltest du stets im Gedächtnis behalten und dementsprechend locker reagieren, wenn ein Mitarbeiter dein Unternehmen verlässt. Höchstwahrscheinlich wartet ein anderer bereits auf seinen Posten.

 

Es gibt immer mehr Slashies

 

Slashies, die Vertreter der Generation Slash, sind etwas, das Personalern zunehmend Probleme bereitet. Sie leben nämlich nicht mehr von einer Vollzeitbeschäftigung, sondern kombinieren mehrere Jobs, um am Ende in etwa auf das Gehalt einer klassischen Beschäftigung zu kommen. Und dies tun sie längst nicht mehr ausschließlich aus der Not heraus, denn mehrere Jobs gelten als hipp und – was vielleicht noch wichtiger ist – machen von Arbeitgebern unabhängig. Für diese wird es natürlich schwieriger, Talente für sich zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Daher gibt es für den richtigen Umgang mit Slashies leider auch noch kein Patentrezept.

 

Lebensstile verändern sich

 

Im Bereich Lebensstile lassen sich momentan zwei entgegengesetzte Trends beobachten. Einerseits geht der Trend weiter in Richtung Urbanisierung, andererseits gewinnt auch die städtische Peripherie zunehmend an Attraktivität. Viele Menschen sehnen sich nach einer Kombination aus ökologischem und urbanem Lifestyle und gerade hierfür ist die Peripherie der ideale Ort. Dies haben einige Unternehmen auch bereits erkannt und ihre Standorte dementsprechend erfolgreich verlegt. Eventuell ist dies auch für dich eine erwägenswerte Möglichkeit, wenn du Probleme mit der Rekrutierung entsprechender Fachkräfte hast.

 

Neue Geschlechterrollen entstehen

 

Das Auflösen bislang allgemein gültiger Genderrollen zieht nicht nur gesamtgesellschaftliche Veränderungen nach sich, sondern hinterlässt auch in der Arbeitswelt deutliche Spuren. Allgemein geht der Trend hin zu jünger und weiblicher – wobei beides auch Männer betrifft. Hinter dem Begriff Female Shift steckt die Entdeckung von Tugenden, die als klassisch weiblich gelten, und in der Jobwelt der Zukunft auch für Männer immer mehr an Bedeutung gewinnen. Dazu zählt zum Beispiel auf der einen Seite das Denken in Lebensphasen statt in Altersgruppen und auf der anderen Seite das Erstarken der Business-Väter. Dieser Paradigmenwechsel entspricht nicht nur den Anforderungen der digitalen Arbeitswelt, sondern bringt gleichzeitig auch Frauen bessere berufliche Chancen.

 

Arbeiten wird mobil

 

Die Zukunft des Arbeitens ist mobil. Was heute bereits vielfach verbreitet ist, wird in Zukunft noch weiter zunehmen. Die passende Unternehmenskultur sorgt für Spaß an der Arbeit, lässt Gestaltungs- sowie Handlungsspielräume und gibt den Mitarbeitern alle Möglichkeiten, die sie brauchen, um gute Ergebnisse zu liefern. Kontrolle ist dabei absolut fehl am Platz. Was zählt, ist das Ergebnis, nicht der Weg zu diesem. Die Wahl dessen ist den Mitarbeitern überlassen. Hier ist selbstverständlich Vertrauen in die Mitarbeiter eine wichtige Voraussetzung, doch ohne dieses wird es in Zukunft nicht gehen.

 

Internal Branding als Grundlage des Führungsstils

 

Eine neue Unternehmenskultur verlangt selbstverständlich auch einen neuen Führungsstil. Dieser sollte – ebenso wie Personalmanagement und Kommunikation – auf Internal Branding basieren. Begeisterungs- und Gestaltungsfähigkeit sind daher zwei der grundlegenden Eigenschaften, die Führungskräfte heute mitbringen sollten. Diese sind notwendig, um das Engagement der Mitarbeiter und deren Identifikation mit der Marke zu erhöhen. Die Digitalisierung eines Unternehmens kann nur auf diese Weise gelingen, denn erfahrungsgemäß fühlen sich viele Mitarbeiter rasch vom Wandel überrollt und reagieren dementsprechend ablehnend. Die Lösung: Motiviere deine Mitarbeiter und mache ihnen die digitale Transformation schmackhaft, indem du zum Beispiel immer wieder die Wichtigkeit ihrer Rolle im großen Ganzen der Marke betonst.

 

Das Leben im Beta-Zustand

 

Die Automatisierung greift um sich – laut Berechnungen der ING Diba sollen 59 Prozent der heutigen Arbeitsplätze bis zum Jahr 2050 wegfallen. Dies hat nicht nur den direkten Kontakt zwischen Konsument und Maschine zur Folge, sondern führt auch zu gravierenden Folgen in den Bereichen Handwerk, Montage, Dienstleistungen, Verkauf und Administration. Hervorragende Ausbildungen werden wichtiger als jemals zuvor, um nicht in die Arbeitslosigkeit zu gleiten. Talente, die es schaffen, ihr Leben in einem ständigen Beta-Zustand zu halten, und die bereit sind, sich ständig weiterzuentwickeln, werden zu den Gewinnern dieser Entwicklung zählen. Dies ist vor allem eine Frage der richtigen Mentalität. Um erfolgreich zu sein, muss das passende Mindset vorhanden sein. Das gilt natürlich nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Unternehmen. Diese müssen es schaffen, eine dementsprechende Unternehmenskultur zu schaffen, in der sich die Mitarbeiter der Zukunft wohlfühlen und ihre Talente voll ausleben können.

 

Think international

 

Angesichts von Flüchtlings- und Schuldenkrise, längst überfälligen Reformen sowie bürokratischen Hürden befindet sich Europa momentan in einer schwierigen Phase und gilt nicht unbedingt als attraktiver Arbeitsplatz für Digital Leaders. Dabei zeigen andere längst vor, wie man es richtig macht: Der Start-up-Hotspot Ostafrikas Silicon Savannah umfasst mittlerweile 16 000 Mitglieder und lässt andere mit seinen Projekten mehr als alt aussehen. So bietet Airtel Africa zum Beispiel den ersten interkontinentalen Tarif an, während M-Pesa eine innovative Bankkontolösung für das Smartphone entwickelt hat. Diese Entwicklungen zeigen unter anderem, wie notwendig es wäre, dass Europa aufhört, Afrika als ewiges Entwicklungsland zu sehen, und stattdessen endlich damit beginnt, den Kontinent als Geschäftspartner wahrzunehmen – so wie es zum Beispiel Indien, Brasilien und China längst tun. Zeitgemäßes Employer Branding kann es sich nicht leisten, die unzähligen Talente Afrikas und dessen Potenzial nicht im Blick zu haben. Globales Agieren und internationale Talentekooperation sind zwei der wichtigsten Faktoren für erfolgreiches Employer Branding, die darüber entscheiden, ob Marken auf den Märkten der Zukunft mithalten können.

 

Erfolgreiches Employer Branding erkennt die Zeichen der Zeit

 

Immer öfter ist von einem War of Talents die Rede – und dabei wird kaum übertrieben. In einer sich stetig verändernden Arbeitswelt wird es für Unternehmen immer schwieriger, die größten Talente ins Boot zu holen. Der Schlüssel liegt freilich im Verstehen der Lebenswelt und Bedürfnisse dieser Talente. So sind zum Beispiel Wünsche nach einem sicheren Arbeitsplatz und einem hohen Gehalt klar definierten Wertevorstellungen und dem Streben nach Selbstverwirklichung gewichen. Darüber hinaus hat sich auch das klassische Arbeitsumfeld stark verändert. Wenn du mit deiner Marke auch in Zukunft erfolgreich sein und das Potenzial junger Talente nutzen willst, musst du auf diese Veränderungen dementsprechend reagieren. Gelingt dir das, gehörst du beim Kampf um die größten Talente schon bald zu den Gewinnern.

 

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