In den zurückliegenden Folgen haben wir darüber gesprochen, warum es durchaus einen Wettbewerbsvorteil sein kann, sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz zu beschäftigen und wie KI Projekte gestartet werden. Heute wollen wir noch konkreter werden, denn ich möchte mit unserem KI Experten über ganz konkrete KI Projekte sprechen, die bereits von Unternehmen gestartet wurden oder auch derzeit noch in der Entwicklung sind. Damit verlassen wir heute ein Stück mehr die theoretische Ebene, um über praktische Anwendungsszenarien zu sprechen und vor allem, was sich Unternehmen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz versprechen.

Natürlich wie immer mein Aufruf an dieser Stelle: Wenn ihr Fragen habt oder euch Themen im Bereich der Künstlichen Intelligenz besonders interessieren, dann schaut gerne auf unserer Website MARKENREBELL vorbei. Dort findet ihr oben im Menü den Punkt “Service” und ihr habt die Möglichkeit, kostenlos zu unserer Messenger-Gruppe beizutreten.

Jetzt starten wir endlich! Freut euch auf eine neue Folge von “The Art of AI” mit Florian Schild. Viel Spaß dabei!

 

Shownotes

 

Podcast-Interview in Textform

Normen: Herzlich Willkommen zu einer weiteren Folge zu “The Art of AI” mit Florian Schild. Florian, Servus, Grüß Dich und Hallo!

Florian: Servus Norman!

Norman: Florian, für alle die, die unsere ersten Folgen nicht gehört haben: Stellst du dich vielleicht selbst kurz vor. Wer bist du? Was machst du?

Florian: Seit meinem Jugendalter bin ich im Bereich der Künstlichen Intelligenz unterwegs. Ich habe damals selbstoptimierende Carrera Autos gebaut, habe eigene Traidingspots erstellt. Weiterhin habe ich in der Künstlichen Intelligenzforschung im Militär gearbeitet und unter anderem bei Siemens. In den letzten sieben Jahren kam das Gebiet Entrepreneur dazu und ich war unter anderem in Stanford. Ferner unterstütze ich aktiv Start-ups bei der Implementierung von Künstlicher Intelligenz, so zum Beispiel auch Shop.co, um weiterhin mehr Potenzial für die Zukunft rauszudrücken. Ich freue mich auf jeden Fall heute wieder mit dabei zu sein.

Norman: Sehr cool, da gehörst du hin! Erzähle vielleicht noch ein Satz zu boot.AI, unserem Sponsor dieser Sendung.

Florian: Boot.AI ist ein One-Stop-Shop für Künstliche Intelligenz. Dort sind alle Fragen, die zur Künstlichen Intelligenz an Unternehmen anfallen. Wir fangen diese auf und klären sie ab. Auf der zweiten Seite sind wir auch ein Communitybilder, also wir erstellen eine Community im deutschsprachigen Raum rund um das Thema Künstliche Intelligenz und klären da auf.

Normen: Stark, klare Empfehlung an die Hörer sich dort euch anzuschließen, um einfach hier auch wirklich ein tolles Netzwerk aufzubauen.

Es soll heute in dieser Folge um das Thema Anwendungsgebiete von Künstlicher Intelligenz für Unternehmen gehen. Ich bin ganz gespannt, welche Beispiele du uns mitgebracht hast und was du in der Vergangenheit schon gesehen hast. Bevor wir dort einsteigen, habe ich natürlich eine Frage: du hast vorhin gesagt, Carrera Autos hast du gepimpt. Was hast du mit denen gemacht? (lacht)

Florian: Wenn du ein normales Carrera Auto hast, bedienst du eine Elektro-Spur und du als Bediener drückst dann diese Geschwindigkeiten. du sagst immer, wie schnell du fahren möchtest und manchmal, wenn du zu schnell drückst und in die Kurve fährst, dann fliegst du raus. Was ich jetzt gemacht habe ist nichts anderes, als dass ich Bewegungssensoren eingebaut habe. Das Auto fährt erst einmal langsam und merkt sich dann wo eine Kurve ist. Es schlägt zur Seite an - wie so ein Pendel kann man sich das vorstellen. Sobald es in die Kurve fährt, weißt es, hier ist eine Kurve. Das Carrera Auto fährt langsam an und wird von Runde zu Runde immer schneller, sodass es die optimale Geschwindigkeit findet. Wenn es einmal raus fällt, baue ich es wieder an. Ich sage:  Okay, wieder auf Start, setze es zurück und sage, dass der Start an der Stelle ist und es optimiert sich dann über Runde zu Runde selber. Da konnte man beliebigen Strecken aufbauen und man konnte sagen: Okay,  jetzt versuchen wir gegen den Rivalen hier zu gewinnen. Es war nahezu nicht möglich, da Schritt halten zu können.

Norman: Wie alt warst du da?

Florian: Mhhh, ich glaube, da war ich 16…

Norman: (lacht)… mit 16 eben mal eine Carrera Bahn gehackt (beide lachen)

Florian: Das lag daran, weil ich parallel zu meinem Abitur eine Ausbildung im Elektrotechnik-Bereich gemacht habe. Ich habe mich immer schon für Elektrotechnik interessiert, daher war früh mein Fokus wirklich in diesem Bereich. Ich kannte mich schon von Kind an gut mit Computern aus und bin dann in die Entwicklung hineingegangen. Dann hatte ich einmal ein Clickboard für Werbung, der für mich automatisiert Geld einnahm, indem ich einfach auf Werbeanzeigen klickte und mir die “anschaute” (der Computer hat sich die natürlich angeschaut). Damit habe ich mein monatliches Taschengeld verdient. Es war jetzt nicht so, dass man Millionär wurde, aber das Taschengeld hat sich ordentlich aufpoliert.  

Normen: Florian, das Ziel wäre heute in dieser Sendung in die Industrie rein zu gucken, vielleicht auch das Thema Dienstleistungen. Inwieweit kann man da mit KI was machen? Und vor allem in dem Bereich der Produkte. Dass wir vielleicht diese drei Stationen “absurfen”.

Eine kleine Randnotiz: Vielleicht kann man hierzu auch eine eigene Podcast-Folge machen. Denn wir arbeiten zusammen an einem konkreten Projekt in der Gesundheitswirtschaft. Sobald wir soweit sind - da können wir euch schon mal neugierig machen - können wir dazu auch ein bisschen mehr erzählen. Um auch hier eine konkrete Anwendung zu zeigen, um auch zu sagen, wie wir rangegangen sind, was dafür notwendig war und in welchem Zeitraum lässt sich ein erster Prototypen bauen, bis man dann endlich Schritt für Schritt in den Livebetrieb kommt.

Florian: Gerne..

Norman: Anwendungsgebiete in der Industrie: Wo macht aus deiner Sicht KI dort Sinn? Welche konkreten Beispiele kennst du, wo KI wirklich geholfen hat Prozesse zu verbessern, neue Geschäftsmodelle aufzumachen?

Florian: Ich würde erst bei den Prozessen anfangen: Prozessoptimierung ist schon eine lange Zeit ein Thema und hier hat er den Vorteil, dass mit KI wirklich Prozesse auch automatisiert werden können. Man findet Anwendungsgebiete auf jeden Fall in der Maximierung von Fertigungsausbeute, sei es zum Beispiel bei das Erstellen von bestimmten Produkten. Gerade in der Plastik und dem 3D-Druckverfahren, wo Künstliche Intelligenz noch intelligentere Verfahrensentwicklung hat, um Material zu sparen. Es kann aber auch sein, für automatisierte Qualitätstest, hier ist KI sehr gut, gerade im bildgebenden Verfahren. Als Beispiel: Wenn ich eine Schleifmaschine für Besteck habe und ich möchte ein hochwertiges Besteck erstellen, wo keine Kanten oder sonst was dran sind und ich möchte wirklich ein rundes Bild haben, dann kann man das bildgebende Verfahren nutzen. Hier kann man testen, wie der Schliff ist, um dabei die Menschen zu unterstützen oder teilweise abzulösen. Es zieht sich auch weiter: Lieferetikettenmanagement oder auch Supportfunktionen im Telekommunikationsbereich. Es gibt viele Möglichkeiten, in die wir jetzt einsteigen können.

Norman: Steigen wir doch in einem Markt ein, der noch sehr bequem zurückgelehnt ist. Es ist nicht die Verlagsbranche, das war die erste Branche, die von der Digitalisierungswelle erfasst wurde, wo es dann auch ein Paar Opfer zu beklagen gab oder alte Geschäftsmodelle transformiert wurden in digitale Geschäftsmodelle - siehe Axel Springer Verlag. Nehmen wir doch einmal die Pharmabranche. Jetzt stellen wir uns doch einmal vor,  - vielleicht können wir ein Szenario aufmachen - dass Tabletten, so wie wir sie heute kennen, morgen nicht mehr in irgendwelchen ost-europäischen Werken produziert werden, sondern tatsächlich über einen 3D-Drucker in einer kleinen Manufaktur hier um die Ecke. Personalisiert und individualisiert für mich als Patienten produziert werden, mit den Hilfs- und Wirkstoffen, die für mich perfekt abgestimmt sind. Natürlich in der Menge und Dosierung, wie ich sie über einen Zeitraum X nehmen müsste.

Florian: Wow cool, coole Sache.

Norman: (lacht)… Jetzt stellen wir uns dazu parallel, - das war jetzt die Hardware - die Software vor, nämlich die KI. Die wird dazu führen, dass ich über eine Mobile-App mein Profil pflege, mit meinem Arzt verbunden bin und die KI somit immer mehr über mein Gesundheitsbild erfährt und viel bessere Empfehlungen machen kann. Vielleicht auch mich in dieser Manufaktur ums Eck anmeldet, damit ich dann meine Tabletten abholen kann, um mein Vitamin D Spiegel zu erhöhen, Kopfschmerztabletten zu bekommen, die vielleicht kombiniert sind mit Vitamin D, weil ich da einen Mangel habe und die KI weiß das. Das würde jetzt bedeuten - das habe ich eben kurz angerissen - dass Künstliche Intelligenz in Verbindung mit wie 3D-Druck oder Sensoren, diese Branche komplett umwälzen würde. Denn diese Prozesse, die wir heute kennen, wären dann nicht mehr da.

Florian: Ist das eine Frage? (beide lachen) Theoretisch schon. Die Umwälzung würde halt dadurch geschehen, dass wir jetzt die Möglichkeit haben mit Hilfe von vielen Daten, die wir haben, wo man eigentlich Expertenwissen einkaufen möchte - also, wenn du jetzt vermögend wärst, könntest du einen Experten einstellen, der für dich die perfekte Mixtur macht. Er nimmt dir wahrscheinlich noch Blut ab und macht noch Gentest, wenn es ganz professionell ist, für die Trägersubstanzen. Er wird dann auf deine Ernährung schauen, was für ein Stoffwechseltyp du bist und was weiß ich, was es da alles für Tests gibt. Im Gegenzug würde er schauen, was es für Medikamente gibt oder was für Vitamine man nimmt. Was die aktuellen Studien, die quasi für Hochleistungssportler oder für Menschen, die extrem lange leben sind. Das würde man bündeln und man wird sich damit ein Jahr auseinandersetzen oder wenn er sehr gut ist oder es Experten gibt - weiß jetzt nicht, ich kenne mich in dem Gebiet nicht gut aus, vielleicht eine Woche. Auf jeden Fall wäre das ein aufwendiges Verfahren, was sich letztendlich keiner leisten möchte, weil er einfach denkt, so genau möchte ich es nicht wissen. Hier ist halt der Vorteil, dass man mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz die Möglichkeit oder der Entwickler hat die Möglichkeit, diese ganzen Quellen sich zugute zu führen und dann daraus mit Hilfe eines Experten, die entsprechenden Strukturen herauszuziehen. Wie geht der Experte vor? Was nimmt er für Quellen? Worauf achtet er? Was braucht er zum Beispiel von den Bluttests? Was braucht er von den Gentest? Was sind die Parameter? Die kann man dann miteinander so kombinieren, dass letztendlich man eine Intelligenz für dieses Gebiet rausfinden könnte.

Normen: Wenn wir jetzt einmal die Perspektive der Unternehmen - jetzt im speziellen Beispiel der Pharmaunternehmen - nehmen würden: Was wäre deine Empfehlung? Worauf würdest du dich konzentrieren? Würdest du versuchen, die ost-europäischen Werke aus unserem Beispiel, produktiver und effizienter zu machen, durch Robotik, durch Künstliche Intelligenz, um die Fertigung zu beschleunigen oder noch günstiger zu machen? Oder würdest du dich eher mit dem Thema KI auf Innovationen, - so wie im Beispiel erklärt - mit dem Thema 3D-Druck beschäftigen?

Florian: Ich kenne mich zwar jetzt nicht gut aus in der Pharmaindustrie, aber ich weiß zumindest oder wir beide wissen das, dass die Margen bei der Produktion von Medikamenten gigantisch sind. Auch teilweise, wie einfach Medikamente zu entwickeln sind. Das trifft natürlich nicht für alle zu. Gerade für Antibiotikum kann ich mir vorstellen, dass der komplex ist. Es gibt auch Medikamente, die leicht herzustellen sind. Das heißt, da würde ich sagen, da sind wir gut bedient.

Ich würde tatsächlich in die Individualisierung reingehen. Bei den Medikamenten ist es so, - da habe ich letztens mit einem gesprochen, der ein Start-up aufbaut - die machen genau so was. Die machen DNA-Tests, um herauszufinden, welche Trägersubstanzen du überträgst. Man kann sich Medikamente so vorstellen: Die haben die Wirksubstanz und eine Trägersubstanz. Teilweise ist es so, wenn ich ein Medikament einnehme, - sagen wir einmal 500 mg Ibuprofen - dass einer sehr gut darauf reagiert, für den anderen ist es zu viel, also schon fast toxisch. Ich kenne die ganzen Schritte nicht, ich habe es mir nur sagen lassen. Da finde ich es interessant, dass man eine Struktur oder ein Muster herausgearbeitet, dass man sagt: Bevor ich dieses Medikament nehme, habe ich dieses Wissen. Jedes Medikament muss so und soviel mal getestet werden, bevor es auf den Markt kommt, es gibt extrem strenge Auflagen. Dieses Wisse wäre gut, wenn man das zur Verfügung hätte, um das dann zu matchen mit dem was ich bin. Das geht aktuell nicht. Momentan haben wir diesen Beipackzettel und da steht einer von 1.000 - man hat halt eine Unverträglichkeit oder Durchfall oder was auch immer, was man hat - es wäre super Interessant, dieses Wissen, was aus den Studien schon ergangen ist, was eigentlich super schwer für den Laien zu lesen ist, zu synchronisieren. Das ist auf jeden Fall eine interessante Richtung, in die man reinschauen sollte.

Norman: Da bin ich völlig bei dir. Gerade was die individuelle Patientenversorgung angeht, ist es super interessant. Einfach weil, wenn es keine Aufhebung des Wirkmechanismus gibt, dass man dann auch Dinge miteinander kombinieren kann. Wir beide sind keine Pharmakologen, auch sind wir keine Ärzte oder wer gleichen…

Florian: Meinst du, dass man zum Beispiel, morgens drei Pillen schluckt und das quasi eine perfekt auf sich angepasst wäre.

Norman: Absolut!

Florian: Das stimmt, das wäre super.

Normen: Warum? Weil die KI weiß, der hat seine Laborwerte mir gegeben - der User oder der Patient, den ich als KI “betreue”. Ich sehe genau, der hat einen Vitamin D Mangel, vielleicht noch B12, weil er Vegetarier oder Veganer ist und B12 schwieriger bekommt. Der möchte jetzt eine Kopfschmerztablette abholen, dann baut die KI mir das so zusammen, wie ich es brauche.

Florian: Das wäre auf jeden Fall ein schönes Szenario.

Norman: Es gleicht sich dann natürlich ab und man sagt: Okay, kann ich die Wirkstoffe überhaupt miteinander kombinieren? Oder heben sie sich auf? Alleine der Müll, der wegfallen würde, weil ich angebrochene Verpackungen auch nicht mehr zuende nehme. So kann ich Therapien zum Beispiel genau auf eine zeitliche Achse bringen und dann bekomme ich halt tatsächlich das, was ich brauche.

Florian: Das stimmt. Kannst du dir das auch im Bereich der Nanobots vorstellen? Die kann man als Sensoren verwenden, dass man dazu das Feedback nutzt. Was würde es mit dir machen, du schluckst eine Pille, da sind nicht nur die Medikamente drin, sondern tatsächlich auch Nanobots, die dann Feedback geben, möglicherweise an die Provider, der mir die Medikamente ausgibt.

Norman: (lacht) Provider ist auch sehr schön. Es gibt dann natürlich zwei Stimmen in mir und wahrscheinlich auch in jedem anderen. Auf der einen Seite ist es natürlich ein Kontrollmechanismus für eine Krankenkasse: Habe ich die Tablette tatsächlich genommen? Bin ich ein Patient, der an seiner Gesundheit interessiert ist? Spart mir das als Krankenkasse Geld? Kann ich dann den Tarif entsprechend gestalten etc.? Die Überwachung ist auf der einen Seite fraglich für mich, auf der anderen Seite, - wie du sagst - um eine Wirkung nachzuweisen, um dann letztendlich das Medikament sogar auch zu verbessern, Erkenntnisse zu gewinnen, wie das auf diesen individuellen Organismus wirkt, und das wieder matchen zu können am Ende der Datenbank. Das finde ich super spannend.

Florian: Man könnte fast schon von Smart Pills sprechen… (beide lachen)

Es gibt viele Krankheiten, eine Freundin von mir beklagt starke Migräne, über mehrere Tage, häufiger mehr. Sie hat alles schon ausprobiert, von Medikamenten,  zu Therapien, zur Mediation, einfach alles. Sie hat immer noch sehr starke Kopfschmerzen und die gehen einfach nicht weg. Es ist wirklich alles, was man sich international vorstellen kann, was man machen könnte. Sie nimmt zum Beispiel Migränemittel und ich fände es jetzt mal interessant, so leichte Parameter zu verändern, natürlich wenn der Patient damit einverstanden wäre. Bei mir ist es so, ich mag ab und zu mal auszuprobieren. Ich nehme nahezu keine Medikamente, vielleicht zwei oder drei mal im Jahr. Ich glaube, wenn es mir schlecht gehen würde und bevor ich mir irgendwelche Impulse in den Rücken schießen lasse, um mich zu betäuben, dass ich die Schmerzen nicht mehr merke, würde ich dann vielleicht tatsächlich das sogar ausprobieren, um dann möglicherweise dann hingehend in der Zukunft, mit meinem Assistenten - also die KI oder Siri, wenn man in die Zukunft denkt - vielleicht eine Zusammenarbeit mit einem Arzt, remote so etwas auszuprobieren würde. Dass man versucht, da an der Zusammensetzung was zu verändern und ich dann täglich die Medikamente geliefert bekomme, um einen bestimmten Verlauf zu sehen. Das fände ich jetzt einmal interessant. Ich sag das jetzt so, wir sind beide keine Ärzte, ich kenne jetzt die Langzeitwirkung und so weiter nicht. Es wäre zumindest interessant, was damit alles machbar wäre.

Norman: Was man festhalten kann, was wir hier gerade skizziert haben, ist tatsächlich, dass wir sagen, weg von der Medizin, wo jedes Medikament für jeden gleich ist, so wie wir es heute haben. Klar, ist der Wirkstoff für dein Thema ein anderer, aber wenn wir Kopfschmerzen haben, haben wir alle einheitlich Kopfschmerzen und dann bekommen wir alle einheitlich Ibuprofen oder was es da alles so gibt. Man kann über eine Dosis reden, aber dann war es das auch schon mit der Individualisierung.

Ich finde es ein spannendes Thema, was du gerade angesprochen hast: Wie schaffen wir eine Medizin in der Zukunft, die schnell ist, die mich vielleicht auch weniger lang in der Therapie hält, also dass ich weniger lang diese Medikamente nehmen muss - wenn ich zum Beispiel an Antibiotika da denke. Oder dass ich vielleicht auch Wirkstoffkombinationen bekomme, die für mich personalisiert sind, also die für mein Organismus toll sind.

Und letztes Thema, was du angesprochen hast: Vielleicht über die Smart Pills, dass ich herausfinde, ob die für den Organismus funktionieren. Wie schnell? Wie nachhaltig vor allen Dingen. Wurde ein Problem gelöst oder wurde nur ein Deckel drauf gemacht? Diese wichtige Erkenntnisse in die KI einfließen zu lassen, die dann weltweit andere Patienten in ähnlichen Lebenssituationen, selbiges Geschlecht und so weiter, miteinander vergleicht und dann vielleicht eine viel präzisere Therapieempfehlung aussprechen kann. Spannend…

Florian: Ich finde es auch spannend.

Norman: Jetzt könnte man die große Frage stellen: Kann man vielleicht mit einer KI den Krebs heilen?

Florian: KI und Krebs, da mag ich gerne die Frau von Zuckerberg verlinken. Die macht genau in diesem Bereich einiges. Da hat sie ein tolles Institut aufgebaut und da kann ich einen Link hingeben.

Normen: du, vielleicht können wir sie mal einladen. Wir wollten ehe einmal ein Interview zu dritt machen.

Florian: (beide lachen) Ich rufe sie mal gleich an und gucke mal was sie sagt.

Norman: (beide lachen) Florian, das war jetzt ein kleiner Ausflug in die Industrie. Ich fand es super spannend und ich glaube, jedes Pharmaunternehmen weltweit und vor allen Dingen in Deutschland auch.  

Wir haben im Vorgespräch gesagt, die KI der Zukunft wird von den Ingenieuren aus Deutschland entwickelt. Das ist zumindest eine Perspektive oder auch das Potential, was so in uns steckt, wenn wir nicht schon die erste Digitalisierungswelle mitnehmen, dann bitte die zweite. (lacht)

Lass uns mal auf Dienstleistungsebene gehen. Da können wir uns eigentlich was aussuchen, ob es ein Versicherer ist oder sonst was ist. Hast du schon Beispiele gesehen, wo eine KI mir im Dienstleistungsgewerbe helfen kann?

Florian: Definitiv, das ist sogar da, wo der schleichende Prozess am intensivsten ist. Gerade auch in der Versicherungsbranche ist es sehr stark. Da geht es sogar teilweise hin bis zu den Versicherungspolicen, Lebenserwartungen und teilweise, - da bekomme ich schon langsam Gänsehaut -, für Patienten, ob es sich lohnt, eine Operation zu machen oder nicht. Es gibt wirklich von klein bis groß sehr viel im Gesundheitssektor speziell.

Bei der Versicherung speziell geht es um Policen: du möchtest dich Privat versichern und es wird eine Umfrage gemacht. Der Fragebogen ist sehr ausführlich und daraus wird dann versucht, herauszufinden, mit was für Wahrscheinlichkeiten du ein Patient bist, der entweder kosten oder was einbringen wird. So rechnet sich letztendlich eine Krankenkasse. Ich weiß, dass die Krankenkassen sehr aktiv in dem Bereich sind.

Ich möchte den Fokus aus dem Gesundheitssektor wegbringen. Was ich auch interessant finde, sind zum Beispiel für Designer, einfache mitarbeitende Kontext bewusste Roboter. Ich möchte jetzt ein Webdesign erstellen und wir haben eine KI, die sich die Trennseiten aktuell anschaut. Was sind sozusagen die Muster, die da immer wiederkehren? Welche Seiten komplementieren sehr gut? Diese KI unterstützt jetzt einen Webdesigner aktiv dabei, sein Layout zu setzen. Es könnte zum Beispiel so aussehen, dass man eine Maske hat und die dann genau zeigt, in welchen Koordinaten ungefähr der Button platziert werden sollte. Im nächsten Schritt könnte es sogar sein, dass diese Symbolik, -also in der User Experience, - wenn der User sich auf der Seite befindet und Grün zum Beispiel als sehr unangenehm findet - sich dieses Design auf ihn adoptiert. Wenn ich zum Beispiel Blau sehr gerne mag oder ich vielleicht eine Grün-Blaue-Schwäche habe, sowas könnte man in den Nutzerverhalten mit reinlegen, um dieses Design für dich anzupassen. Es könnte aber auch gleichzeitig für Sales und Marketing auch die Chance bringen, Call to Action interaktiv zu setzen während des Browsingsverhaltens. Wenn ich zum Beispiel weiß, da ist User XY, der liest als erstes gerne einfach alles und würde dann kaufe, während ich User ZY habe, der einfach nur die Headline liest und dann schon kaufwillig ist. Dann könnte man diesen Button sehr spezifisch schon setzen, das wäre zum Beispiel eine interessante Anwendung. Hier geht es eigentlich darum, Intelligenzen für verschiedene Userszenarien, begleitend für den Anwender zu haben, also sozusagen über die Schulter blickend.

Norman: Wenn ich das einmal zusammenfassen darf: Wir haben im Grunde den klassischen Versicherungsvertreter abgelöst, der braucht niemanden mehr besuchen, weil wir genau wissen, was das Risiko des Kunden ist, ob jetzt im Bereich, Gesundheit, Hausrat, Haftpflicht oder was auch immer ist. Das kann man dann alles über eine Interneteingabe machen.

Ich habe spontan an Anwälte gedacht: Es gibt jetzt schon den Roboter, der die ganzen Recherchen und Präzedenzfälle zusammengestellt und eine Verhandlung vor Gericht vorbereitet.

Dann hast du über ein Webservice gesprochen. Das finde ich super spannend. Man kann kann sich eigentlich die ganzen Onlinemarketing-Analysten sparen, die glauben zu wissen, was funktioniert, auch in Sachen SEO. Die versuchen den Google-Algorithmus zu verstehen, um zu sagen, okay, eine Landingpage muss so und so aussehen. Ich habe da ein AB-Tasting gemacht, die KI hat den AB-Test einfach über Nacht gemacht. Am nächsten Morgen weiß ich genau, wie das Design aussehen muss und wo genau in der Headline stehen muss, um die höchstmögliche Conversion zu haben.

Florian: Da habe ich übrigens witzige Insights: Ich habe mich mit jemanden unterhalten, also ich habe auch Kontakte in Google. Mit dem haben wir auch so darüber gesprochen, wie das mit den Wellen war, wo auf einmal dieses SEO nicht mehr gerankt hat. Es war damals eine ziemlich heiße Phase, wo dann alle weggefallen sind, die ein gutes Ranking haben, weil da irgendwelche Backlinkseiten aufgebaut haben.

Was ich super Interessant finde ist, dass man hier sieht, dass Google immer mehr dahin zurückgeht. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich den Algorithmus weiss, aber Google geht jetzt immer mehr dahin, einfach zu schauen, wo gehen die meisten Menschen drauf. Wir haben das Surfverhalten mittlerweile sehr stark in Social-Media Aktivitäten. Das heißt, Google wird dann verwendet, wenn ich das im Social-Media nicht finde oder nicht empfohlen bekomme. Das heißt, wenn ich in meinem realen Leben einen Kontext aufrufe, der mich eigentlich, aus meinem eigentlichen Socialfall herausbringt. Man spricht jetzt auch von Bubble sozusagen, das wir uns im optimierten Blasen befinden. Wir bekommen den Newsfeed angezeigt, das gleiche befindet sich über Instagram, das geht über Nachrichtenapplikationen oder hin zur Wetterapp,  -das ist jetzt ein bisschen sehr schmalspurig gedacht. Wenn ich in Düsseldorf lebe, schaue ich mir nicht das Wetter in Köln an. Letztendlich bewegen wir uns immer in Schienen und da ist eben das interessante, dass Google aus den Social-Media Faden rausschaut, also aus dieser Bubble: Wo springen die drauf? Und wo die dann draufspringen, das scheint dann zumindest eine sozial validierte Quelle zu sein und renkt den besser in der Ex. Mittlerweile kannst du ein Creepy Design haben, schlechte Informationssachen, die Links werden werden wieder wichtiger, weil die die User interagieren. Das ganze Social-Media ist aufgebaut, mit Hilfe von verschiedenen Links, Weiterleitungen und so weiter.

Normen: Vor allen Dingen muss das ganze einfach ein bisschen besser werden. Wenn ich mir anschaue, - nehmen wir Facebook, den Newsfeed, dann like ich das zusammen, was ich alles toll finde, aber bekomme in meiner Blase nur noch die Information, die mich vermeintlich interessieren, aber ich bekomme kein Gegenpol. Dass ich zu Beispiel erfahre, was der Trump jetzt schon wieder vor hat, weil den Vogel würde ich vielleicht nicht liken. Ich glaube, dass da eine KI wirklich dafür sorgen könnte, dass mir trotzdem die Vielfalten nicht verloren geht. Oder anderes Beispiel: Amazon, dass wir dort einen Laptop kaufen und ich mich am nächsten Tag einlogge und mir dann wirklich eine Idee gegeben wird, also ein Case für das Laptop bekomme und nicht noch ein Laptop noch einmal angeboten bekommen.  Dass das einfach viel schlauer gemacht wird.

Norman: Vor allen Dingen diese kleinen Webservices würden bedeuten, wenn wir in die Start-ups-Szene gehen, dass ich als kleines Start-up mit so einem Webservice - nehmen wir die Optimierung von Leadpages, von Landingpages - zur Leadgenerierung würde ich natürlich ganz weit vorne sein. Die Agenturen, die sich da händisch mit AB-Testings beschäftigen, würde ich schnell abhängen können.

Dann lass uns gleich rüber gehen zu dem Thema Produkte. Jetzt haben wir die Industrie, mit unserem 3D-Drucker, der intelligente Pillen und individualisierte Pillen ausdruckt. Dann haben wir über Dienstleistung gesprochen, ob das ein Versicherer ist, ob das Webservices sind. Wie sieht es mit Produkten selbst aus? Was kann eine KI dort machen oder was gibt es heute schon? Intelligente Waschmittel (lacht)

Florian: Die Frage ist, wie grenzt man das ab?Ist das selbstfahrende Auto schon ein Produkt?

Norman: Würde ich sagen

Florian: Da ist zumindest die Entwicklung drin. Ich müsste jetzt überlegen…

Was habe ich so in der Box?  Diese Haushalt und Gartenhelfer, diese Staubsaugerroboter und Rasenmäher… Das sind zum Beispiel Sachen, die mittlerweile zu unserem Verständnis gehören. Wenn man einmal so ein Ding hat und ist es selbstverständlich, dass es so rumfährt. Alexa zum Beispiel, die man auch einsetzt, die du die im Hintergrund hast. (beide lachen)

Normen: Ich darf den Namen nicht sagen, sonst springt sie wieder an. (beide lachen)

Florian: Und ich darf den nicht zu laut sagen. (lacht)

Norman: Ich habe dich auf Kopfhörer.

Florian: Sehr sehr laut meine ich. (beide lachen)

Das sind natürlich Produkte, die… ich überlege gerade, ob man Künstliche Intelligenz so als Produkt komplett abschließend klar machen kann. Alexa ist ein Produkt, wir stellen es auf den Tisch und dann ist es da. Ich sehe immer die ganzen Dienstleistungen, die dahinter sind. Ich sehe diese Apps, eigentlich ist Alexa für mich ein Gerät, Appstor, den du auf dem Tisch legst. Im Endeffekt kannst du als Entwickler dahinter ganz viele Anwendungen dranbinden. Den Staubsaugerroboter, deswegen habe ich ihn genannt, da ist die Intelligenz einfach verbaut und da kommt kein Update (klar gibt es welche, die kannst du updaten), aber dann ist es getan. Beim Intelligenten Kühlschrank ist es wieder nicht so. Der ist schon wieder vernetzt. Das heißt, - ich überlege gerade - für mich ist das Produkt meistens so, dass ich es als geschlossene Box sehe. Sobald du dann die ganzen Dienstleistungen hinzupacken kannst, ist es für mich ein Mix aus Dienstleistung und Serviceprodukt, in der Kombination.

Ich strauchel jetzt hier an dieser Stelle ein bisschen…

Norman: Ich finde es toll, wie du das ausgeführt hast, weil ich glaube die Vernetzung und die Kommunikation, also wenn Eko mit verschiedenen anderen Devices kommunizieren kann. Als Beispiel: Meine Fernsehgewohnheiten oder welche Serien mag ich, was kaufe ich tatsächlich ein. Tatsächlich mit Webservices wie Amazon verbunden ist, um herauszufinden, was geht mir vielleicht auch im regelmäßigen Abstand aus. Dinge vielleicht auch vollautomatisiert, dass ich mich halt nicht mehr um Spülmaschinentabs kümmern muss, sondern die von ganz alleine hier ankommen, wenn das leer ist. Oder mal eine ganz andere Branche, nehmen wir mal Fashion: Es gibt heute schon Projekte und wir haben in Sachen Multituch selbst einen Prototypen entwickelt. Einen interaktiven Spiegel, der nichts anderes ist, wie ein Display mit einer Kamera oben drin. du bewegst dich dann mit deinen Klamotten und die Klamotten sind getaggt mit RFID-Chips und dieser Display erkennt das und empfiehlt dir zu der Hose, die du gerade anprobierst, noch ein paar coole Schuhe und sagt dir sofort, in welchen Größen die verfügbar sind oder, ob man die nachbestellen kann. Richtig cool und spannend für H&M und Co, die einfach sagen, ich habe jetzt nicht die Berater, die meine Kunden da bedienen oder beraten können, die sollen eher Regale einräumen. Ich glaube,- ich weiß die Marke nicht mehr- aber es gab einen Modehersteller, der hatte überall RFID-Chips verbaut und man konnte quasi - das hatten die getestet am Berliner Hauptbahnhof - herausfinden, wo die Klamotten gekauft wurden und wie lange die schon getragen werden, wer die Person sogar ist, weil man das über die Kreditkartenzahlung herausfinden konnte. Da fing dann wieder die Bedenklichkeit an, aber interessant, wie im Grunde unsere Klamotten dann in der realen Welt miteinander kommunizieren oder mit andere Services kommunizieren können.

Florian: Die Kommunikation zwischen den ganzen… deswegen kommt auch der Gedanke der Singularität auf. Letztendlich werden am Ende des Tages es so sein, dass die ganzen Geräte miteinander kommunizieren und mit aufbauen können. Ob es zu einem Weltuntergangsszenario führt oder nicht, das sei mal dahingestellt. Was ich so an Produkten, im Softwarebereich sehe, da ist es leichter ein Produkt zu haben, was jetzt nicht Hardware basiert ist. Wir entwickeln einen Intelligenten Qualer, der nicht nur Texte sondern auch Kontexte von Webseiten und Inhalten erkennen kann und auch die Bildinhalte mit dem Text vergleicht. Dass man sagt, wir haben jetzt nicht nur den Text, sonst ist es wirklich nur Bildinformation. Was ist auf dem Bild zu sehen? Inwieweit ist der Zusammenhang mit dem Text und dann können wir daraus die Information extrahieren. So ist es ein selbstlernen, eigentlich ein KI Produkt, könnte man sagen.

Norman: Was dann halt mit dem Userverhalten gemacht werden kann oder angereichert werden kann.

Florian: Ich denke, so intelligente Roboter, intelligentes Haus, Auto, Messtechnik, Lagertechnik da tut sich extrem viel. In der Lagertechnik, ich glaube ich habe das schon einmal erwähnt: Ich war einmal in China in so einem Lager. Da ist wirklich nur ein Eingang und ein Ausgang in der Halle. Klar gibt es noch Leute, die oben auf einem Gitter langlaufen können und unten auf dem Boden siehst du nur noch Roboter rumlaufen. Genau wie kleine Staubsaugerroboter, die dann so einen Arm haben, um Boxen hinter sich herzuziehen. In einer wahnsinnigen Intelligenz, einfach so einen Schwarm an Roboter die im Chaosverfahren die Boxen einfach sortieren. Die wissen halt genau, wo es ist. Wenn einmal Strom ausfällt oder eine elektromagnetische Welle durch das Haus schießen würde, dann wäre ein Chaos da, aber das System funktioniert hervorragend. Ich finde das auch faszinierend. Das heißt, diese ganze Lagerhalle könnte man natürlich auch als ein KI Produkt sehen.

Norman: Ich glaube, die Frage ist, wir nennen es heute Plattform, aber vielleicht ist es morgen das Brain, was dann verknüpft ist und ob das jetzt in Google oder Amazone KI ist, die dann irgendwie unseren Raum überwacht, konektet, mit diversen Produkten vom Fernseher bis zum Waschmittel oder was auch alles. Ich glaube, da ist einfach die Frage, wenn ich vielleicht Morgen eine Wohnung miete oder ein Haus kaufe, welche KI lasse ich mir einspielen? Wie ich mich jetzt mit meinem MacBook und iCloud verbinde, dann sage ich halt, synchronisiere bitte diese Wohnung mit der Google KI oder mit der Amazon KI. Das wird ein super spannendes Thema.

Ich hatte gerade noch die Verlagswelt im Kopf, die mit einer KI so maßgeschneidert ausspielen könnte, weil du den Crowder erwähnt hast. Man kann eigentlich, den Verantwortlichen, den Entscheidern, den Unternehmen, die ja hoffentlich heute hier zuhören, echt nur soviel Mut wünschen, sich auf so ein Projekt wenigstens versuchsweise in einem Labor mal einzulassen.

Florian: Ansonsten ist es halt so, dass es in der Zukunft Produkte oder eine Dienstleistung geben wird, über die man sie einkaufen kann. Die große Gefahr in KI ist, dass immer mehr outgesourct wird, zu den eigentlichen Großen, die die Sachen beherrschen. Das ist auch ein Thema für sich, worüber ich sehr sehr viel nachdenke. Diese Datenmonopole, die dadurch eine Datenherrschaft/Hoheit besitzen, an die es sehr schwierig ist, wieder ranzukommen. Wenn ich einmal das Wissen zu allen Webdesigns und vor allem Designer Adobe habe, dann ist es schwer als Start-up an die Daten ranzukommen. Wie sieht es in der Zukunft aus? Wie lange wird es dauern, wie heute Siemens oder Mercedes, oder was auch immer wir für ein großes Werkunternehmen haben, halt ein Unternehmen das mit KI ausgestattet ist. Die als erstes die meisten Daten hat und das einmal am Markt akzeptiert worden ist, wie sieht es denn aus? Wie schnell ist es dann möglich, das wiederum zu zerbrechen. Oder wie lange ist dann Dekade die sozusagen jetzt in der Industrie war.

Jetzt sind wir wieder bei einem neuen Thema. Ich sehe immer sehr kritisch diese Begrifflichkeit, Industrie 4.0, weil es meiner Meinung nach irreführend ist. Industrie ist jetzt eigentlich vorbei, aus meiner digitalen Sicht sozusagen. Es müsste eine neue Begrifflichkeit da sein. Wenn wir das betrachten, entstehen neue Industrien, so wie wir es mit Google und Apple bereits sehen. Das sind neue Industrien, die haben keine Förderkette, die arbeiten nicht mehr mit Braunkohle, die haben teilweise gar keine physische Waren, die haben nur Informationen, die sie transpirieren. An dieser Stelle denke ich viel momentan nach. Was das eigentlich für Auswirkungen hat und wo kann man sich ein Start-up platzieren, dass man mit Glück gekauft wird, um hochzukommen Oder im besten Fall: Wo schafft man es eine Nische, dass man eventuelle eine neue Industrie hochziehen könnte. Man sieht es bei den Lebensmitteln: Da gibt es wenig Große. Zum Beispiel die Marke Kinder oder Mars, da stecken halt Giganten dahinter, die kaufen einen Food-Start-up der ein bisschen erfolgreich ist, ein. Dann gehört es zu einem der großen fünf Lebensmittelkonzernen international. Das ist halt das, was ich so ein bisschen bedenke. Gibt es heute noch eine Möglichkeit, oder ist es vielleicht zu spät, ein Start-up aufzubauen, was nicht sowieso an Apple, an Google oder Microsoft oder die anderen beiden dann verscherbelt wird. Oder sind das “die fünf internationalen Tax- Unternehmen”?

Normen: Ich glaube, dass es auch die einzige Möglichkeit für so große Unternehmen ist, überhaupt Innovationen im Markt, ihr eigen nennen zu können, weil sie vielleicht zu kompliziert und zu behäbig sind, um schnell agil was auf die Beine zu stellen. Vielleicht eher die großen Forschungszentren unterhalten können, aber die erforderliche Start-up-Mentalität halt als Großkonzern nicht hinkriegen. Die einzige Möglichkeit ist zu expandieren, zu wachsen und vor allen Dingen im Wettbewerb auszuschließen. Viele werden auch gekauft und dann wird das dem Thema eingemottet, dann war es das, nur ihn einfach vom Markt nehmen zu können. Es ist ein strategisches Spiel.

Abschließende Frage, bevor wir hier maßlos überziehen, was wir ehe schon haben (lacht). Meinst du, dass unsere Politik soweit ist, zu verstehen, dass es hier einfach eine Regulierung braucht? Dass diese Monopolstellung ganz klar vermieden werden?

Florian: Ich habe ein ganz klares Bild, aktuell von der Politik. Das ist eins, dass die Politik gar nicht daran interessiert ist, das zu verstehen, was da ist, sondern ganz klar die Gefahr sieht, bzw. die Gefahr sieht, -so kann man eigentlich direkt sagen - dass die Künstliche Intelligenz nicht mehr händelbar ist. Ich will das kurz zusammenfassen: durch die Inhalte - einer meiner Keynotes -, die Accenz, die die Künstliche Intelligenz mitbringt, birgt einerseits, dass die Arbeitsplätze wegfallen, aber auf der anderen Seite entstehen dadurch, Luft und Raum in der Gesellschaft, mehr Kreativität und auch mehr Unternehmertum, in Form von Entrepreneur zu haben. Das ist ein enormes Problem, wenn Industrien oder große Unternehmen in Deutschland wegfallen, ist es ein großes Problem für die Regierung in Form von auch gerade Steuereinnahmen. Es ist super, einfach angestellte Mitarbeiter in einem großen Unternehmen zu kontrollieren, da gibt es die Lohnabrechnung und so weiter. Wenn jetzt auf einmal aus alle Angestellten Unternehmer werden, dann wird es ein riesen Chaos, das sehr schwer zu händeln ist. Allein schon finanztechnisch und deswegen glaube ich, ist das Interesse der Politik da auch, das zu regulieren. Ich glaube, deswegen mag die Politik auch den Begriff Industrie 4.0. In diesen Schienen sind sie lange Zeit gefahren und das schon seit über 200 Jahren. Wir haben jetzt die Erfahrung, wie man Industrien, wie man Großunternehmen und darin die Mitarbeiter kontrolliert. Wenn wir jetzt auf einmal nicht nur den Wegfall der Arbeitsplätze haben, sondern wir haben ganz neue Arbeitsplätze, stell dir vor, jeder Arbeitsplatz der wegfällt, wird zu einem neuen Unternehmer, weil keine Ahnung was jetzt sein soll. Das klingt jetzt ein bisschen wie Hokuspokus, aber es kann ja theoretisch sein, dass zum Beispiel jeder so ein Trainer von Roboter wird oder die Kunst lebt auf einmal wieder auf oder keine Ahnung, da will ich jetzt gar nicht rein, weil ich mir sagen will, es müssen Alternativen geschaffen werden. Die Alternativen sehen meines erachtens so aus, dass sich die Pyramide wechseln wird, also wo wir jetzt heute ganz wenig Führung haben, wo die Kontrollinstanz oder die Politik von oben sozusagen, in das Unternehmen nach unten schauen kann, wird sich das glaube ich, schlagartig wenden, dass die Anzahl oben an Unternehmer wesentlich wachsen wird, also selbständiger. Es wird mit einem Schlag, viel mehr selbständige Leute geben. Diesen Trend sehen wir schon bei Generation Y und auch danach. Die Leute, die selbständig arbeiten wollen, unabhängig von Ort und Zeit und dieser Trend kombiniert mit Künstlicher Intelligenz und dem Wegfall von Arbeitsplätzen ist hochspannendes und ein exklusives Thema.

Norman: Sehe ich absolut genau so. Genau da wird es sich hinbewegen. Die klassischen Unternehmen und ihre Strukturen wird es so nicht geben. Ich denke auch, dass gerade in der Politik ist einfach vielmehr Interesse da oder vielmehr Initiativen fehlen, dass man wirklich ins Handeln kommt. Die ganzen Debatten und Theorien sind eine Geschichte, aber wirklich praktisch in die Umsetzung zu gehen oder den Dialog, den Austausch, das wäre eigentlich zu tun.

Florian, wir sind am Ende dieser - wie ich finde - sehr spannend gewordenen Folge. Ich danke dir vielmals für deine Zeit…

Florian: Ich danke dir auch. (beide lachen)

Norman: Ich freue mich auf das nächste Mal.

Florian: Ich freue mich auch und alles Gute.

Norman: Wünsche ich dir auch, bis dann. Tschüß.

Florian: Tschüß.

 

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