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Um es gleich vorwegzunehmen: Mit „gut“ meinen wir immer qualitativ hochwertig, nachhaltig und wirtschaftlich zielführend. Innovation als solches bildet nämlich noch kein Potential, vielmehr ist Innovation das Werkzeug, das uns hilft, Potential zu erzeugen. Und das will gelernt – und vor allem: richtig umgesetzt sein.

 

Doch nun zur Sache: Seit Jahren gehört Innovation zu den wichtigsten Debattenthemen in der politischen und akademischen Sphäre. Man ist sich darüber einig, dass der Hauptfaktor wirtschaftlicher (und gesellschaftlicher) Gesundheit gute Bildungssysteme und vitale, freie Forschungslandschaften sind, weil allein sie zu nachhaltiger Innovation führen können.

 

EU-Sozialismus

 

Mit Beginn des 21. Jahrhunderts startete die Europäische Union eine vollmundig angekündigte Innovationsinitiative, die sämtliche in der EU organisierten Länder erfassen sollte. Damit machten die Eurokraten Innovation zu einem, wenn nicht dem Hauptanliegen ihrer Wirtschaftspolitik.

 

Die EU hat deshalb ihre Mitglieder dazu verpflichtet, in den ersten beiden Jahrzehnten des neuen Jahrtausends jeweils mindestens 3% ihres BIP für Forschung und Entwicklung auszugeben. Dieses Ziel wurde allerdings aus den verschiedensten Gründen von kaum einem Mitgliedsland erreicht.

 

Eigentlich lag es in der Absicht der EU Kommission, das Staatenbündnis bis zum Jahr 2020 in den dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu verwandeln.

 

Über Innovation sowie Forschung und Entwicklung kann man viel zu lesen kriegen. Tausende für teures Geld durchgeführte, hochakademische Studien sehen in der Innovation den Treiber für nachhaltiges Wachstum, das im Gefolge zu mehr allgemeinem Wohlstand führt. Gemeint wäre damit eigentlich kein subventionsfinanziertes Strohfeuer, sondern die Errichtung eines höheren Wachstumssockels, aus dem heraus auch und vor allem qualitatives Wachstum generiert werden kann.

 

Obwohl die gesetzten Ziele regelmäßig weit verfehlt werden, wird das Innovationsprojekt der europäischen Wirtschaft mit absoluter Priorität verfolgt, und zwar, weil nur technischer Fortschritt Volkswirtschaften dazu befähigt, die in ihr vorhandenen Potentiale in Performanz zu übersetzen.

 

Bei vielen wirtschaftspolitischen Entscheidungen geht es deshalb um das Verhältnis von Innovation und deren ökonomischen, möglichst multiplikativen Effekten. Diese machen aber nur dann wirklich Sinn, wenn sie das Merkmal der Nachhaltigkeit aufweisen. Alles andere wäre verbranntes Geld, verschwendete Zeit, sinnlos vergeudetes Potential.

 

Was ist echter Fortschritt?

 

Der Bestand an Bildung und kreativer Intelligenz, der innerhalb einer Volkswirtschaft als Potential existiert, bildet die Basis für die Realisierung von echtem Fortschritt im Sinne nachhaltiger Effekte.

 

Wie aber will man diesen Bestand an Bildung und kreativer Intelligenz messen? Eigentlich müsste sich ja die Vorgabe „3 %!“ an einer wie auch immer möglichen Quantifizierung dieser Faktoren orientieren. So einfach geht es aber nicht.

 

Bestimmt war die 3%-Klausel gut gemeint. Abgesehen vom Problem der Mess- und Umsetzbarkeit gilt aber auch hier: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.

 

Das Großartige – und auch das besonders problematische und komplexe – ist nämlich die kulturelle und ethnische Inhomogenität der vielen europäischen Länder, die beim in alter Sozialistenmanier durchgeführten Gießkannengießen wieder und wieder vernachlässigt wird. Kultur findet im Kleinen statt, dort, wo Menschen miteinander kommunizieren, Verträge schließen, Handel treiben. Dort, wo Intelligenz aufgewendet werden muss, um interessant, attraktiv und nützlich zu sein, um Sogkraft zu entfalten.  

 

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sind die Treiber von Innovation und damit die entscheidenden Treiber von echtem, nicht nur technischem, sondern auch kulturellem Fortschritt. Viel wichtiger als die Quantifizierung von Innovationsaktivitäten ist deren qualitatives Niveau.

 

Der zuverlässigste messbare Indikator eines Innovationsniveaus und die Innovationskraft einer Volkswirtschaft ist die Anzahl von Patenten, die innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls angemeldet werden. Es leuchtet also ein, dass sich Innovation nicht einfach von oben verordnen lässt. Genauso wie es unsinnig wäre, ein vorgegebenes Quantum an Patenten vorschreiben zu wollen. Geht nicht. Die 3% sind eben nur eine am Reißbrett ausgedünstete Größe.

 

Tja. Und hier sind wir, wieder einmal, beim Thema Digitalisierung gelandet.

 

Punktlandung!

 

Am gesündesten und nachhaltigsten sind Volkswirtschaften, deren Unternehmen sich aus sich selbst heraus, also auf der Grundlage ihres kreativen Intelligenzbestandes, in den Märkten behaupten. Unternehmen wollen, müssen Gewinne machen. Diess können sie nur – und das weiß jeder Unternehmer selbst am allerbesten – wenn sie technisch auf dem neuesten Stand sind.

 

Dass dies vor allem für Firmen gilt, die Forschung und Entwicklung betreiben, Patente entwickeln und den messbaren Bestand an in einer Volkswirtschaft vorhandenen Innovationskraft mitgestalten, muss nicht noch großartig betont werden.

 

Und auch, dass Gewinne nur erzielt werden können, wenn Kosten und Umsätze zueinander in einem sinnvollen Verhältnis stehen, ist nicht erwähnenswert. Dies funktioniert nur, wenn die Potentiale des Unternehmens in Performanz transformiert werden können. Schnell, flexibel, agil, intelligent.

 

Digitalisierung ist nur ein anderes Wort für Performanz

 

Digitale Anwendungen befinden sich immer in Schnittstellen. Innerhalb des Unternehmens, wo sie beschleunigende, ordnende, kommunikative und rationalisierende Funktionen erfüllen. Und sie bilden die Scharniere hinaus zu den Märkten, in denen sich das Potential der Firma dem Wettbewerb stellt, dort also, wo Potential zu Performanz wird. Dort, wo sich die Qualität der innerbetrieblichen digitalen Vernetzung bewähren muss. Dort, wo die Produkt- und Dienstleistungsangebote sinnvoll, attraktiv und zu konkurrenzfähigen Preisen angeboten und begeistert (oder nicht, je nachdem) nachgefragt werden. Denn der einzig relevante Parameter ist letztendlich immer der Kunde.

Deshalb ist auch die kulturelle Dimension und deren Potentiale so wichtig: Was in Dänemark funktioniert, kann in Portugal böse in die Hose gehen

 

Die Politik muss endlich kapieren!

 

Es geht gar nicht so sehr ums Geldausgeben, sondern, im Gegenteil, ums Sparen. Dies tut man am besten, indem man sinnlosen Quatsch unterlässt, Hindernisse beseitigt, kleine Betriebe strangulierende Bürokratien dichtmacht und vor allem kleine und mittlere Unternehmen unterstützt. Denn hier befinden sich die Motivation, die Lernbereitschaft und die Abenteuerlust, die echtes Unternehmertum ausmachen.

 

Genau genommen befindet sich der Unterschied zwischen makroökonomischen und mikroökonomischen Modellen. Die EU neigt massiv dazu, makroökonomische Ansätze zu bevorzugen und mikroökonomische zu ignorieren – eine Vorgehensweise, die erfahrungsgemäß Lobbywirtschaft begünstigt und vitale kleine Einheiten mit großem intellektuellem, also innovativem Potential sträflichst vernachlässigt. Denn aus kleinen und mittleren Betrieben besteht das, worum uns die ganze Welt so beneidet – das Herz der deutschen Wirtschaft, die Macher, unsere kleinen globalen Giganten, die Hidden Champions: „The Mittelstand“!!!

 

Die Ergebnisse solcher Überlegungen könnten dann eine Basis für die angesprochene, wirklich sinnvolle und nachhaltige Innovationspolitik in der EU sein. So könnte es zu einem nicht nur rein ökonomischen Wettbewerb kommen. Ein solcher allein wäre nicht nachhaltig, sondern vernichtend, denn unter seinen Bedingungen gerieten die kulturellen Eigenheiten unter die Räder. Es käme zu einem Wettbewerb der so oft beschworenen europäischen Vielfalt. Und der kreativen Intelligenz.

 

Es ist evident, dass unter den Indizes für die Innovationskraft einer Volkswirtschaft und deren Wettbewerbsfähigkeit der aggregierte digitale Reifegrad von Unternehmen eine entscheidende Größe darstellt. Mit Reifegrad ist nämlich beides gemeint: Sowohl die innerbetriebliche Digitalisierung als auch deren Kommunikation mit den Märkten. Digitalisierung ist der Gradmesser für Potential und Performanz. Vor allem, weil nur durch Digitalisierung überhaupt noch Gewinne einzufahren sind, die dann wiederum in Patente generierende Forschung und Entwicklung investiert werden können. Dabei kommt es vor allem auf das „Wie“ an.

 

Gar nicht in Abrede gestellt werden soll, dass es höchst unterhaltsam sein kann, an runden oder eckigen Tischen Diskussionen zu führen und jahrelang über Sein und Nichtsein, Haben und Können sowie die Existenz im Besonderen zu philosophieren. Am Ende allerdings zählt aber nur das Ergebnis.

 

Wirklich sinnvolle Innovation kann nur dort ansetzen, wo sich Intelligenz befindet, die zur Tat schreiten will, die die Initiative ergreift, die motiviert ist. Dies tut man am besten, indem man sinnlosen Quatsch unterlässt, Hindernisse beseitigt, kleine Betriebe strangulierende Bürokratien dichtmacht und vor allem kleine und mittlere Unternehmen unterstützt.

 

Wer dagegen unbedingt Geld verbrennen will, möge dies doch wenigstens in das Fernwärmenetz einspeisen.

 

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