Einleitung

 

Design Thinking. Klingt modern aber irgendwie auch nach einem Paradoxon. Design ist schließlich etwas Kreatives, etwas Schaffendes, etwas Künstlerisches und Visuelles. Thinking kann hingegen alles sein, visuell oder berührbar ist es aber so überhaupt nicht. Scheint aber zu funktionieren. “Das Wundermittel gegen Ideenlosigkeit” nannte das Berlin Valley die Methode. Der Leiter der HPI School of Design Thinking, Prof. Ulrich Weinberg, erklärte Design Thinking kurzerhand zu der Methode der Zukunft und der Präsident der Stanford University, John L. Hennessy, sagt: „Die Welt hat sich stark verändert. Wir müssen lernen, kollaborativ Dinge zu erfinden“ Zwar sind nicht alle Stimmen so positiv und doch nutzen immer mehr Start-Ups und größere Unternehmen Design Thinking, um innovativ und modern ihren Kundenwünschen entgegen zu kommen.

 

Zeit, sich das Design Thinking einmal genauer anzuschauen. Was wissen wir eigentlich über Design Thinking? Was genau steckt hinter diesem Begriff, der die Unternehmenswelt erobert?

Wie und wo ist es entstanden, warum heißt es wie es heißt und wie genau funktioniert das Ganze dann in der Praxis? Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich dieser Ratgeber und da wir schließlich dir weiterhelfen wollen, beschäftigen wir uns nicht nur mit Definition und Entstehungsgeschichte, sondern erörtern im letzten Teil des Ratgebers auch, wann und für welche Probleme sich Design Thinking als Kreativmethode besonders anbietet und wie du es ganz gezielt in deinem Team anwenden kannst.

Zunächst einmal wollen wir aber wissen, worum es beim Design Thinking eigentlich geht.

 

Was ist Design Thinking?

 

Schon Hermann Hesse wusste: “Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.” So ähnlich verhält es sich auch mit dem Kreativprozess Design Thinking.

Das Ziel ist das Schaffen von Lösungen für bestehende Probleme, sowie das Finden neuer Produkte, Dienstleistungen und Prozesse. Wie der Name schon sagt, geht es hierbei um eine kreative Form, Neues zu denken und somit die Möglichkeit der Realisierung zu schaffen. Da alt-eingesessene Fachleute zwar mit Erfahrung und Kundenkenntnissen punkten können, oftmals jedoch den Blick für Veränderungen auf dem Markt oder in der Gesellschaft sowie Innovationen und andere Einflüsse von Außen verlieren, werden beim Design Thinking bewusst Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen zusammen gesetzt, um sich gegenseitig auf Neues und Übersehenes aufmerksam zu machen.

 

Es kommen also beim Design Thinking Fachleute aus interdisziplinären Bereichen zusammen, die durch ihre unterschiedlichen Sicht- und Herangehensweisen eine größere Spannweite an nutzerorientierten Ideen und Vorschlägen machen können. Der Prozess des Design Thinkings ist hierbei stark lösungsorientiert und innovativ, dennoch ist der Ausgangspunkt immer ein Problem, das vorerst genauestens analysiert und definiert wird. Design Thinking muss dabei nicht immer als Methode verstanden werden. Oftmals wird Design Thinking auch als Ansatz oder Prozess beschrieben.

 

Kernelement beim Design Thinking ist die kreative Entfaltung interdisziplinärer Fachbereiche, die Ermöglichung und Realistik wird erst in einem zweiten Schritt untersucht und so können auch auf den ersten Blick absurde und abwegige Ideen die Ansätze für Innovationen bilden, was wiederum neue Türen öffnet. Ein zweiter Kernaspekt ist die Kunden- und Nutzerorientierung. Durch Beobachtung, Analyse und Empathie wird erarbeitet, was der Kunde braucht oder wünscht. Die Innovationen sind schon vor Fertigstellung an tatsächlichen Prototypen erforscht und getestet und die Design Thinker müssen im Arbeitsprozess selbst zu einem Nutzer werden. Design Thinking gilt hierbei in erster Linie als Teamarbeit. Nur durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Denkweisen und den gegenseitigen Respekt vor dem Fachwissen des Anderen kann wirklich innovativ gearbeitet werden und neue Wege beschritten werden.

 

Daher ist auch das Umfeld und der Raum ein enorm wichtiger Faktor. Ein Team mit Design Thinkern muss sich in diesem Umfeld absolut frei entfalten können. Der Raum darf individuell gestaltet werden, sollte jedoch immer darauf ausgelegt sein, die Kreativität eines Jeden zu fördern. Hauptelemente des Design Thinkings sind Brainstormings, Diskussionen und alles Visuelle, wie Schaubilder, Grafiken oder Mind-Maps. Der Kreativität darf keine Grenze gesetzt sein. Design Thinking erschafft Neues, daher muss über alte Grenzen und Tellerränder hinaus gedacht werden, was nur in einem kreativen, einladenden und unkritischen Umfeld geschehen kann.

 

Entstehung des Design Thinking

 

Die Professoren und Informatiker Terry Winograd und Larry Leifer entwickelten die Methode des Design Thinkings 1991 gemeinsam mit dem Gründer der Design- und Innovationsberatungs-Agentur IDEO, David Kelley. Diese kalifornische Agentur war es auch in der Design Thinking als solches zum ersten Mal durchgeführt wurde. Sie beherbergt u.a. Fachgebiete wie Kommunikationsdesign, Software Programmierung, BWL, Anthropologie, Ingenieurswesen, Psychologie und Industriedesign unter einem Dach.

 

Die Begründer der Methode eröffneten 13 Jahre später (2004) dann die erste Schule für Design Thinking (die so genannte d-school): Das Hasso Plattner Institute of Design in Stanford.

Weitere drei Jahre später (2007), öffnete auch die erste d-school in Deutschland ihre Pforten. Seither wird in Potsdam an der HPI (Hasso-Plattner-Institute) School of Design Thinking sowie am Hasso Plattner Institute of Design die Methode des Design Thinkings gelehrt und angewandt. Um ein erfolgreicher Design Thinker zu werden, muss man jedoch nicht zwangsläufig ein ganzes Studium an einer dieser Schulen absolvieren. Schon seit dem Gründungsjahr 1991 finden unter dem Namen “Design Thinking Research Symposia” Schulungen und Tagungen zu Design Thinking statt, auf denen die Methode nicht nur angewandt und gelehrt, sondern auch weiterentwickelt wird.

 

Ist die Idee denn wirklich so neu?

 

Wie die Methode Design Thinking erfunden wurde, haben wir gerade erfahren. Doch nur weil etwas einen neuen Namen und ein festgelegtes Konzept hat, muss die Idee dahinter ja nicht zwingend neu sein. Die Ideen, Kreativität ginge über Grenzen hinaus und vier Augen sehen mehr als zwei gibt es schon seit langer Zeit. Tatsächlich wurden viele Künstler und Erfinder, die Großes geschaffen haben, zunächst für eigensinnig, wenn nicht sogar verrückt erklärt. Wahnsinn und Genie liegen dicht beieinander, sagt man. Vielleicht ist das der Grund, warum nicht nur Einstein, Van Gogh und nicht zuletzt auch Steve Jobs uns so viel hinterlassen haben und das meist nicht aus einer gesellschaftlich einfachen und akzeptierten Rolle. Am Beispiel von Steve Jobs: Relativ erfolgloser Student, Legastheniker aber Ideen, die nur er für möglich hielt, die uns aber heute das iPhone und alle anderen Apple-Produkte bescheren.

 

Viele Künstler und Erfinder waren sogar bis zu ihrem Tod erfolglos und wurden von der Gesellschaft müde belächelt. Die Idee, der sie nacheiferten, klang für die anderen abgehoben, verrückt und weit hergeholt. Oftmals war sie das jedoch gar nicht, sondern sie war genau das, was wir heute von Ideen wollen: Innovation. Diese großen Künstler, Entdecker und Erfinder hatten eine Vision. Sie waren Querdenker und stießen genau deshalb auf neue, bisher unbekannte Konzepte. Denkt man innerhalb der Konzepte, kann man ausschließlich auf Lösungen stoßen, die schon innerhalb dieser Konzepte existieren. Wie der Autor von Don Juan, Lord Byron, der zu seiner Studienzeit auf das Verbot stieß, Hunde seien auf dem Campus verboten. Lösungen innerhalb des Konzeptes gab es sicherlich: den Hund zu Hause lassen, den Nachbar fragen, ob er ihn versorgen könnte, einen Betreuungsring organisieren, in dem jeder einen Nachmittag die Hunde der Mitstudenten versorgt, während die anderen zu den Kursen gehen können, den Hund verkaufen, die Uni wechseln etc.

 

Lord Byron jedoch dachte außerhalb des Tellerrandes und durchforstete die Uni Vorschriften nach einer Lücke. Er fand nirgends ein Verbot gegen Bären, also legte er sich kurzerhand einen Haus-Bären zu, den er dann täglich mit in die Uni nahm. Dies mag vielen von uns exzentrisch vorkommen, Fakt ist jedoch, dass Lord Byron eine Lösung fand, auf die kein anderer zuvor gekommen war und die die ganze Situation auf dem Campus änderte. Und genau das ist schließlich Innovation. Es geht darum, über den Tellerrand hinaus zu schauen und sich zu trauen, die Tradition Tradition sein zu lassen und neue Wege zu beschreiten. Also genau das, was Design Thinking erreichen will.

 

Ein Konzept dass Kreativität schafft

 

Natürlich sind nicht alle genialen Köpfe Psychopathen oder anderweitig psychisch krank. Zwar gibt es nach aktuellen Studien eine Häufung von Psychopathen und Legasthenikern in Führungspositionen, aber Design Thinking soll es ja gerade allen Menschen und Gehirntypen ermöglichen, Neues zu erdenken. Und genau damit ist die Idee tatsächlich neu. Beim Design Thinking kommt nämlich nun etwas ganz Entscheidendes mit dazu: es ist nicht mehr zufällig. Sicherlich gab es schon immer Querdenker, die Großes geschaffen haben. Die Aufgabe des Design Thinkings ist es jedoch, genau diese Fähigkeit, Großes und Neues zu schaffen künstlich zu erzeugen und zwar mit Jedermann durch ein bestimmtes Konzept. Daher ist es so wichtig, beim Design Thinking in Teams zu arbeiten.

 

Auch diese Idee ist nicht neu, schon früher wurden aus genau diesem Grund junge Leute ins Team geholt, um einen frischen Wind zu erzeugen. Hierbei wurde ein Austausch der Generationen beabsichtigt. Der junge Tatendrang und Idealismus und das ältere traditionelle Wissen aus Erfahrung. Beides muss in einem Unternehmen vorhanden und miteinander im Gespräch sein, um erfolgreich und innovativ ein Unternehmen auf dem Markt halten zu können. Das weiß jeder erfolgreiche Unternehmer. Was neu ist, ist die Mischung: Ein festgelegtes Konzept, das einen Rahmen für vollkommen freie und kreative Gestaltung bietet, in dem aus zwei Gehirnen ein Genie werden kann. Denn genau das ist Design Thinking: Es ist die Spielanleitung zum Kreativ-Werden. Es schafft bestmögliche Voraussetzungen für innovative Ideen.

 

Unsere Zeit braucht Design Thinking

 

Warum? Weil wir immer weiter zusammen wachsen. Globalisierung bringt heute zwangsweise Völker, Traditionen, Kulturen zusammen, die vorher einander fremd waren. Diese Synergie bringt große Vorteile mit sich: Wir können voneinander lernen und die Welt steht uns offen. Sie birgt jedoch auch ihre Tücken und erfordert viel Aufmerksamkeit und Arbeit von uns. So müssen wir sensibler für Andersartigkeiten werden. Der Markt ändert sich schnell und ständig und wir müssen mithalten und uns oft anpassen, um marktfähig zu bleiben. Die Technologisierung hilft dabei, hat jedoch auch ihre Tücken, die sich besonders in den Altersunterschieden und im Generationenkampf zeigt, wie nie zuvor. Wir sind vernetzt, ob wir das gutheißen oder nicht. Daher ist es notwendig, offener für Neues zu werden und voneinander zu lernen.

 

Die Abgrenzung funktioniert heutzutage immer schlechter. Schon in der Schule müssen wir alle alles können und auch später reicht ein Talent meist gar nicht mehr aus. Sprachkenntnisse, Auslands- und Arbeitserfahrung, Kreativität und Sorgfalt sind nur einige Begriffe, die in keinem Lebenslauf fehlen sollten. Von hervorragenden Schul- und Studienabschlüssen mal ganz abgesehen. Durch Teamarbeit können wir uns gegenseitig entlasten. Nicht jeder muss alles können, wenn wir uns aufeinander abstimmen und jeder seine Stärke einbringen kann, von der die anderen profitieren können. Und genau daher brauchen wir ein Konzept, einen Rahmen, ja quasi eine Anleitung, nach der wir uns richten können. Design Thinking ist genau das: Es bringt zusammen und lässt frei. Aber organisiert uns nach Konzept. Es bringt die Stärken eines jeden Teilnehmers ein und kann so persönliche Schwächen ausgleichen. Es öffnet die Augen für Neues, da Menschen aus vollkommen unterschiedlichen Richtungen miteinander ins Gespräch kommen.

 

Durch festgelegte Spielregeln, wie gegenseitiger Respekt, wird ein solider Rahmen gegen Unsicherheiten und für verrückte Ideen und Innovation geschaffen. Diese Spielregeln werden im letzten Teil noch ausführlich erläutert aber was an dieser Stelle schon gesagt werden kann: Durch ein diverses Team, soziale Regeln und ein individuelles Raumkonzept kann der Fantasie freien Lauf gelassen werden. Das Team wirkt dabei gegenseitig unterstützend und so können Ideen aus verschiedenen Blickwinkeln durchleuchtet und erdacht werden. Beste Voraussetzungen für kreative und langfristig sinnvolle Innovationen in einer vernetzten und synergetischen Welt. Voneinander lernen, miteinander profitieren und so Neues schaffen - genau das will Design Thinking erreichen.

 

Wann und in welchen Bereichen wird Design Thinking angewandt?

 

Design Thinking kann als Methode in allen Unternehmen eingesetzt werden. Da DT beim Schaffen neuer Wege helfen kann, ist der Einsatz nicht nur auf Produktentwicklung oder Dienstleistung und deren Verbesserung beschränkt, sondern ganze Prozesse im Unternehmen können durch ein effektives Design Thinking optimiert werden. So können typische Fragestellungen beim Design Thinking zum Beispiel sein:

  • Wie können wir Mitarbeiter zu innovativeren Ideen ermutigen?
  • Wie können Serviceleistungen standardisiert werden ohne Individualität einzubüßen?
  • Wie kann eine Wissenserhaltung beim Generationswechsel in der Firma gewährleistet werden?
  • Wie kann das Unternehmen in der Nebensaison weitere Einkünfte erzielen?
  • Wie können wir kreativen Anspruch mit Termindruck vereinbaren?
  • Und wie kann die Weiterbildung trotz Kostendruck gewährleistet werden?

 

Diese Fragen beziehen sich auf meist interne Prozesse, die durch Optimierung Mitarbeitern, Unternehmen und/oder Kunden einen Mehrwert bringen. Natürlich kann es beim Design Thinking auch um Produktentwicklung oder um die Verbesserung oder Neueinführung von Dienstleistungen gehen. Hier geht es aber nicht nur um die Kundenwünsche, sondern auch um die Bedürfnisse, die der Kunde selbst vielleicht noch gar nicht wahrgenommen hat. So werden oft Extremnutzergruppen untersucht, um Ideen für Verbesserungen oder Neuheiten zu bekommen. Extremnutzer seien wichtige Inspirationsquellen, da sie sich mit einem Problem schon lange und ausführlich auseinander gesetzt hätten, sagt der erfolgreiche Design Thinker Abraham Taherivand.

Ein gutes Beispiel liefert hier der Pizzaschneider, der entwickelt wurde, nachdem ein Design Thinking Team die Extremnutzergruppe “Kunden mit Gicht” beobachtet hatte, die Schwierigkeiten hatten, die Pizza zu schneiden. Daraufhin wurde der Pizzaschneider entwickelt, der nicht nur der Extremgruppe das Leben erheblich erleichterte, sondern auch allen anderen Pizzaliebhabern.

 

Design Thinking und Produktdesign - alles das Selbe?

 

Ein Pizzaschneider ist ein Produkt und wenn dieses entwickelt wurde, sollte das doch Produktentwicklung sein - richtig?

Falsch. Es gibt nämlich ganz erhebliche Unterschiede zwischen Design Thinking und Produktdesign als Methoden. Und diese liegen schon in den Begriffen. Während nämlich Produktdesign ausschließlich neue Produkte entwickelt, kann beim Design Thinking auch weitergedacht werden. Ganze Arbeitsprozesse können optimiert werden, Methoden entwickelt oder eben - auch - Produkte oder Dienstleistungen. Das Produktdesign orientiert sich außerdem weniger stark am Endverbraucher. Zwar geht es auch hier um die Bedürfnisse des Kunden, allerdings wird beim Produktdesign mehr theoretisch überlegt, was diese sein könnten statt im Vorfeld Marktforschung, Feldanalyse und Kundenbeobachtungen anzustellen. Auch bleiben die Produktdesigner in ihrer Rolle als Entwickler und versetzen sich weniger in den Kunden hinein. Doch was genau kann denn nun eigentlich durch Design Thinking entstehen?

 

Bekannte Beispiele die durch Design Thinking entstanden sind

 

Der Pizzaschneider ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie kleine Veränderungen, große Wirkung erzielen können. Auch hier wurde über den Tellerrand gedacht (und zwar im wahrsten Sinne des Wortes) und aus einer Beobachtung einer bestimmten Zielgruppe ein Werkzeug erfunden, dass vielen anderen ebenfalls hilft. Die Nähe zum Kunden und das empathische in ihn Hineinversetzen ist die Voraussetzung dafür, dass Design Thinking effizient funktioniert. Auch wenn die Methode relativ neu ist, gibt es bereits zahlreiche Beispiele von erfolgreichem Design Thinking: Eine tolle Idee ist beispielsweise das 2007 auf den Markt gebrachte D-Light, eine Solarlampe, die dritte Welt Ländern helfen soll, günstiger und direkter an Licht zu kommen. Dieses Produkt kommt übrigens direkt aus dem in Stanford ansässigen Hasso Plattner Institute of Design.

 

Auch die erste industriell hergestellte Computermaus für Apple war ein Ergebnis von Design Thinking. 2003 wurde das erste Nieren-Plantate-Transportsystem erfunden (LifePort) und mit dem Medical Design Excellence Award ausgezeichnet und auch der intelligente Stromzähler von Yellowstrom hat seine Existenz Design Thinking zu verdanken. Das HPI School of Design Thinking in Potsdam sagt über sich selbst, dass sie seit ihrer Gründung im Jahr 2007 bereits rund 100 Projekte und Produkte auf den Markt gebracht hätten. Darunter ein Kommunikationssystem für Krankenschwestern in Südafrika, ein intelligenter Staubsauger und eine Verbesserung für Sicherheitschecks an Flughäfen. Doch nicht nur auf dem Markt der Produkte gibt es Erfolge. Eine Innovation der Agentur IDEO namens Keep the Change hilft Kunden dabei, ihr Wechselgeld sinnvoll anzulegen. Kauft der Kunde beispielsweise ein Brötchen für 3,40$ gehen mit dieser freiwilligen Serviceleistung 60 Cent vom Checking Account zum Saving Account. So füllt sich dieser bei jedem Einkauf ganz automatisch und der Kunde kann ohne viel Zutun etwas ansparen. Eine weitere Größe ist die seit 2010 agierende Open-Innovation-Plattform OpenIDEO geworden, die sich mit Problemen befasst, die auf einer globalen Ebene stehen.

 

Warum und wann Design Thinking auch für dich wichtig ist

 

Nachdem wir nun geklärt haben worum es beim Design Thinking geht und wofür es allgemein angewandt wird, ist nun natürlich wichtig, ob Design Thinking auch für dich als Methode oder Prozess in Frage kommt und Sinn macht. Als deutsches Unternehmen hast du natürlich schon einmal einen Vorteil auf deiner Seite: neben Stanford ist Potsdam der zweite große Standpunkt für die Lehre des Design Thinkings, du sitzt also gleich an der Quelle und kannst deinen Standort wunderbar nutzen. Wie vorher schon beschrieben, wirst du in der heutigen, vernetzten und digitalen schnelllebigen Welt kaum darum herumkommen, dich und dein Unternehmen stetig weiter zu entwickeln und zu verbessern. Natürlich gibt es für diesen Prozess hunderte von Wegen und vielleicht hast du deinen auch schon gefunden.

 

Ob Design Thinking der einzige, immer richtige Weg ist, mag ja fraglich bleiben, doch eines sei schon mal verraten: Design Thinking kann was - bei richtiger Anwendung, die wir dir auch gleich noch mit an die Hand geben. Du hast nun bis hierhin gelesen, dich in die Materie eingearbeitet. Nun liegt es ganz bei dir: Bleibst du bei der Theorie und schaust dir das Ganze lieber aus der Ferne an oder möchtest du Design Thinking vielleicht doch einmal in deinem Unternehmen ausprobieren und das eben Gelernte direkt umsetzen?

 

Ob Design Thinking für dich und dein Unternehmen wirklich sinnvoll ist, bleibt deine Entscheidung. Die können und wollen wir dir auch gar nicht abnehmen.

Allerdings kommen hier ein paar Denkanregungen und Überlegungs-Stützen, wann Design Thinking für dich besonders viel Sinn macht:

  • Du möchtest innovativ und kundenorientierte Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse entwickeln.
  • Du stößt in deinem Unternehmen immer wieder auf ein Problem und dir fällt einfach keine Lösung dafür ein.
  • Dein Unternehmen profitiert nicht vom Generationsunterschied, sondern er ist eher Quell von Uneinigkeiten.
  • Du möchtest Teamarbeit in deinem Unternehmen etablieren.
  • Du fragst dich seit längerem, wie du mit höherem Zeit- oder Kostendruck arbeiten kannst, ohne dass du oder deine Angestellten an Kreativität und Qualität verlieren.
  • Du möchtest mal etwas frischen Wind ins Unternehmen bringen.
  • Du bist neugierig auf neue Trends und willst immer vorne mitspielen

 

Dies alles können Gründe sein, Design Thinking in dein Unternehmen zu etablieren. Dafür fehlt dir das Team? Du hast wenig Zeit für ein solches Projekt? Kein Problem! In Deutschland und auch anderswo gibt es inzwischen zahlreiche Unternehmensberatungen und Agenturen, die Design Thinking entweder als Workshop für Angestellte anbieten oder auch Projekte als Dienstleister für dich übernehmen können. Du kannst also auch ein Design Thinking Team extern anheuern und diesem deine Fragestellung erarbeiten lassen. Vorreiter auf diesem Gebiet sind natürlich das Hasso Plattner Institute und die damit verbundene Agentur SAP, die ebenfalls u.a. von Hasso Plattner gegründet wurde. Aber auch viele kleinere Agenturen stellen sich in den Dienst des Design Thinkings und kommen als Team in dein Unternehmen.

 

Wie kannst du Design Thinking für dein Unternehmen nutzen?

 

Möchtest du aber selbst Design Thinking in deinem Unternehmen praktizieren, wollen wir dir in den nächsten Kapiteln genau zeigen, wie das ganz einfach geht. Natürlich gibt es nicht die eine Lösung. Jeder Betrieb, jedes Unternehmen ist anders und braucht daher eine andere Lösung. Manche haben viele verschiedene Bereiche und können sehr einfach ein interdisziplinäres Team zusammenstellen. Andere sind auf Externe angewiesen oder können ihre Mitarbeiter nicht entbehren, um einen Versuch zu starten. Wie deine Kapazitäten und Vorlieben sind, weißt du selbst am Besten.

 

Hast du jedoch in den letzten Abschnitten bemerkt, dass Design Thinking sich als Lösung für dein Unternehmen anbieten würde, möchten wir dir hier Techniken und Tipps mit auf den Weg geben, wie du Design Thinking erfolgreich in dein Unternehmen integrieren kannst. Wir gehen dabei praktisch vor und erarbeiten, was alles zu einem effektiven Design Thinking dazu gehört und was die vorher schon erwähnten Spielregeln genau sind. Wie und wie groß du dies dann umsetzt, hängt dann natürlich von deinem Unternehmen und Team ab. Es sollte jedoch nicht zu viel verändert werden, da Design Thinking ja gerade von dem Zusammenspiel einer kreativen Fantasie und einem festgelegten Rahmen lebt. Das eine (der Rahmen) bietet hierbei die nötige Voraussetzung für das Andere, nämlich eine freie Gestaltung des inneren Konzeptes. Also kommen wir zu den theoretischen 3 Eckpfeilern des Design Thinkings: Team, Raum und Ablauf.

 

Ein gutes Team

 

Wichtig ist natürlich zuallererst das Team. Doch wie sehen die Traum Kandidaten aus? Ganz einfach: Kreative Köpfe, die ihre Kollegen aussprechen lassen können, diplomatisch miteinander überlegen, statt sich zu übertrumpfen und Mut zur Veränderung haben. Weitere Pluspunkte sind eine ausgeprägte Visualität, grafisches und empirisches Verständnis, sowie Kompetenz in einem ganz bestimmten Bereich, der ungleich der Bereiche der restlichen Teammitglieder ist.

 

Natürlich ist das die Idealbesetzung. Generell sollte jedoch schon darauf geachtet werden, dass das Team fachlich interdisziplinär, sozial umgänglich und kreativ ist.

Ganz besonders wichtig ist hierbei die Interdisziplinarität. Das können - und sollten - natürlich erstens unterschiedliche Fachbereiche sein, damit die Kollegen sich gegenseitig fachmännisch mit Rat und Tat zur Seite stehen können. Das können jedoch genauso auch Alters-, Generations-, und kulturelle Unterschiede sein. Je diverser desto besser. Denke daran, dass du Neues schaffen willst, dass für deinen Kunden von Bedeutung ist. Mache dir klar, dass nicht immer der beste Programmierer auch der Beste darin ist, Kundenwünsche und -Bedürfnisse zu erkennen und zu benennen. Deine Kunden sind ebenfalls unterschiedlich und haben somit auch unterschiedliche Bedürfnisse. Versuche dies in deinem Team widerzuspiegeln und jeder Minderheitengruppe eine Stimme zu geben.

 

Der richtige Raum

 

Besteht das Team, braucht es einen Ort der Kreativität. Dies kann sich auf das räumliche Umfeld beziehen, ebenso aber auch auf eingesetzte Hilfsmittel, Ausstattung und Atmosphäre im Team.

Die Visualität steht hierbei im Vordergrund. Technische Hilfsmittel wie Tablets oder Projektionen müssen nicht zwangsweise eingesetzt werden, können jedoch den kreativen Prozess auf einem sehr einfachen und effektiven Weg fördern.

 

Geschaffen wird all dies vor allem durch den Raum des Geschehens. Dieser muss dementsprechend eingerichtet sein. Ein Raumkonzept, dass Kreativität nicht nur zulässt, sondern unterstützt, Bewegungsspielraum, um die grauen Zellen nicht nur am Tisch sitzen zu lassen ist eine Möglichkeit, visuelle Hilfsmittel wie Grafiken, Schaubilder und Co. eine andere. Auch Schreib-, Mal- und sogar Bastel-/Bau-Materialien sind wichtig, damit die Ideen direkt für alle verständlich visualisiert werden können. All dies sind kleine Helfer beim kreativen Prozess des Design Thinkings.

 

Die Design Thinking Komponenten - Den Prozess verstehen lernen

 

Trotz der inhaltlichen Freiheit hat die Methodik des Design Thinkings einen mehr oder weniger festen Rahmen, der aus 7 Schritten, den sogenannten Sprints, besteht und iterativ, also sich immer gleichbleibend wiederholend, abspielt. Die Sprints kann man sich hierbei wie ein spezielles Rezept für einen Kuchen vorstellen, während Design Thinking der Back- und Kochkurs und der Kuchen das innovative Endprodukt ist.

 

Während also das DT die ganze Theorie, inklusive Raumkonzept und Team neben dem Prozessablauf beinhaltet, behandeln die Sprints nur diese eine Arbeitsphase aber dafür sehr klar definiert.

Design Thinking und die Sprints sind also nicht miteinander zu verwechseln. Im Gegenteil, sie bauen aufeinander auf und sind beide enorm wichtig für den Prozess.

Die 7 Sprints sind:

  1. Verstehen des Problems, Fragestellung erarbeiten.

Zunächst einmal muss das Problem oder die Lücke erkannt werden. Schon hier wird oft Brainstorming eingesetzt. Dieser Schritt ist essentiell, da das Problem später das Fundament der Problemlösung ergibt. Ist das Problem entlarvt, geht es daran, eine Fragestellung zu entwickeln, unter der das Projekt Problemlösung erfolgen kann. Dies kann man sich in etwa so vorstellen wie bei einer Hausarbeit in der Schule oder im Studium: Je besser - also präziser und genauer - die Aufgabe gestellt ist, desto einfacher wird es, sie zu beantworten.

 

  1. Feldbeobachtung und Recherche/Analyse.

Anschließend geht es an die Analyse. Durch genaue Beobachtungen und Recherche wird ein genauer Ausgangspunkt festgelegt. Die Beobachtungen sind so wichtig, um nicht nur herauszufinden was das Problem ist, sondern auch warum und wie es ein solches ist. Die oben erarbeitete Fragestellung wird in diesem zweiten Schritt also noch einmal präzisiert und verfeinert. Etwaige Unklarheiten können beseitigt werden, um einen Ausgangspunkt zu schaffen, von dem alle Beteiligten gemeinsam ausgehen. Dies hilft später dabei, Missverständnissen und Unklarheiten vorzubeugen.

 

  1. Beobachtungen auf einen prototypischen Nutzer runterbrechen.

Zur Vereinfachung des späteren Arbeitsprozesses werden anschließend die Beobachtungen auf einen Prototypen angewendet, um herauszufinden, was dieser Prototyp-Nutzer sich wünschen könnte oder benötigt. Dies vereinfacht den Prozess, da nicht mehr alle eventuellen Möglichkeiten durchgegangen werden, sondern sich alle Beteiligten auf einen Einzelfall konzentrieren können.

Im Idealfall führt dies zu einer Lösung, die für alle Prototypen sinnvoll ist, wie beim Pizzaschneider. In diesem Schritt wird oft und viel mit Extremnutzern gearbeitet, da diese sehr speziell und damit greifbar sind und sich außerdem meist schon sehr ausgiebig mit dem Produkt oder der Dienstleistung auseinander gesetzt haben. Außerdem ist bei diesem Schritt enorme Empathie gefragt. Das Team muss völlig den Standpunkt des prototypischen Nutzers einnehmen, um die geeignetste Lösung zu finden.

 

  1. Brainstorming zur Ideenfindung.

Nun geht es ans Kernelement des Design Thinkings: Das Denken. Und zwar meist in Brainstorming-Form. Wie schon erwähnt ist dieser Sprint stark am Endnutzer orientiert. Die Design Thinker müssen sich also auch weiterhin empathisch in die Bedürfnisse ihrer Kunden einfühlen und selbst zu einem Nutzer werden. Hierbei darf frei gesponnen werden. Es gibt allerdings soziale Regeln, die dafür sorgen sollen, dass sich jeder gleich frei entfalten kann und somit die Diversität erhalten bleibt. Außerdem sollen die Regeln bezwecken, dass alle Beteiligten sich wohl genug fühlen, aus ihrer Comfort-Zone auszutreten und völlig frei und kreativ zu denken, damit alte Konzepte und Traditionen überwunden werden können und Neues erdacht werden kann. Die Regeln hierfür sind einfach und teamorientiert:

  1. a) be visual (arbeite visuell )
  2. b) encourage wild ideas (lass auch verrückte Ideen zu)
  3. c) build on each other’s ideas (baut aufeinander auf)
  4. d) one conversation at a time (unterbrecht euch nicht)
  5. e) stay focused (bleib beim Thema)
  6. f) less judgement, more ideas (konzentriere dich auf Lösungen, nicht auf Probleme)
  7. g) quantity matters (Quantität zählt, denke auch wirtschaftlich)

 

  1. Prototypen-Testing (aufwandsarm).

Ist ein Lösungsweg beim Brainstorming gefunden, wird dieser an aufwandsarmen Prototypen getestet. Dies hat den Vorteil, dass Kosten und Mühen nicht doppelt gemacht werden, sondern erst, wenn das endgültig ausgereifte Produkt getestet wird. Die Anzahl der Testpersonen, der Zeitraum etc. wird also auf ein Minimum gefahren und durch Beobachtungen werden Verbesserungsvorschläge und Schwachstellen analysiert.

 

  1. Verfeinerung/Verbesserung.

Auf Grundlage der Beobachtungen die beim Testen an den Prototypen gemacht wurden, können nun Verbesserungen und Verfeinerungen vorgenommen werden, bevor das Produkt oder der Prozess tatsächlich zum Einsatz kommt. Diese beiden Schritte (5&6) können beliebig oft wiederholt werden, um dem perfekten Endergebnis so nahe wie möglich zu kommen.

 

  1. Fertigstellung

Kann nichts mehr weiter verbessert werden ist das Produkt, die Dienstleistung oder der Prozess fertig für den Markt und kann in aufwandshöheren Situationen erprobt werden, wenn dies überhaupt noch nötig scheint.

 

Der Rahmen eines Design Thinkings ist also abgesteckt, die oben aufgeführte Reihenfolge wird eingehalten, innerhalb dieses Rahmens darf jedoch frei gestaltet werden. Fehler sind beim Design Thinking nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht, wenn dies bedeutet, dass mehr Ideen ausprobiert oder ausgesprochen werden. Mut ist gefragt und sollte in jedem Fall unterstützt und gefördert werden. Design Thinking setzt sich also zusammen aus einem sozial starken, fachlich kompetenten und vor allem interdisziplinären Team, einem offenen und kreativen Raumkonzept sowie den 7 Prozess-Eckpfeilern, die ein Problem mit Hilfe von kreativen Ideen über eine genaue Fragestellung zu einer innovativen Lösung bringen. Behältst Du diese 3 Komponenten (Team, Raum, Ablauf) im Kopf, steht auch Deinem Team aus Design Thinkern nichts mehr im Wege.

 

Design Thinking durch die Hintertür einschleusen

 

Das ist jetzt aber ganz schön viel auf einmal? Muss es aber gar nicht sein. Die Design Thinkerin Steffi Kieffer gibt auf ihrem Blog Revelate 3 Tipps für all diejenigen, die zwar Interesse am Design Thinking haben, es jedoch gern langsam angehen lassen würden. Mit diesen 3 Tricks kann man seine Mitarbeiter und sich selbst ganz nebenbei dahingehend schulen, kreativer und wacher durch den Arbeitsalltag zu gehen.

 

1) Eine Bug-List: Beobachten

Motiviere deine Angestellten, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Dies fördert nicht nur die Kreativität und Aufmerksamkeit, es kann auch ohne viel Zutun auf bestehende Probleme aufmerksam machen. Die Tür zum Büro klemmt? Die Schlange vor der Damentoilette ist immer morgens besonders lang? In der Küche werden vegane Speisen und Bratwürstchen in derselben Pfanne gebraten? Hänge eine Bug-List an den Bürokühlschrank und fordere deine Mitarbeiter auf, ihre Beobachtungen bis zum nächsten Meeting zu notieren. Achte hierbei besonders darauf, dass nicht nur Dinge notiert werden, die den Notierenden selbst stören (es ist ja schließlich keine Beschwerde-Liste), sondern dass die Beobachter nur Dinge aufschreiben, die ihnen auffallen, wenn sie andere observieren. Dies schult außerdem noch die Empathie.

 

2) Impro-Theater

Einfache Reaktions- und Assoziationsspiele vor einer Brainstorming Session können nicht nur die Kreativität fördern, sonder auch die Gruppendynamik verbessern. Es geht dabei darum, Fehler nicht als Fehler, sondern als Möglichkeiten zu sehen und aufeinander aufzubauen, statt sich zu kritisieren. Ein Beispiel für ein solches Spiel sind Assoziationen: Der erste sagt ein Wort und der linke Nebenmann muss möglichst schnell ein Wort sagen, was er mit dem ersten in Verbindung bringt. Dann kommt der nächste und so weiter. Also zum Beispiel: Arbeit - Feierabend - Bier - Gesellschaft - Freunde - Familie - Haus etc. Bei diesem Spiel gibt es kein Richtig oder Falsch - es gibt nur Assoziationen und andere, die darauf aufbauen. Wer es schwieriger mag: Ein Wort, dass aus zwei Hälften besteht und der Nebenmann muss ein ebensolches finden, dass mit dem jeweils zweiten Teil beginnt. Also zum Beispiel: Fahrradkette - Kettenschloss - Schlossgarten -Gartenwerkzeug - Werkzeugkasten etc. Dieses Spiel fördert die Kreativität mehr, dafür das Gruppengefühl weniger, da hier die Situation passieren kann, dass einem nichts mehr einfällt, er also quasi einen “Fehler” macht, in einer solchen Situation dürfen Kollegen gern einspringen, um miteinander doch noch ans Ziel zu kommen.

 

3) Visualisierungen und Brainstorming-Sessions

Kieffer rät, Brainstorming Sessions zu strukturieren. Sie hat dafür 3 Schritte: Mind-Maping, Crazy Eight und Storyboard. Bei dieser Variante brainstormt jeder erstmal still für sich und darf anschließend seine ausgereifte Idee präsentieren. Die Mind-Map wird als erster Schritt gezeichnet. Daraufhin faltet man ein DinA-4 Blatt so, dass 8 Kästchen entstehen. Auf diese wird dann die Idee, der Prozess oder das Produkt in 8 Schritten gezeichnet. Im Storyboard-Schritt werden aus diesen 8 Bildern dann 2 rausgepickt, die in vergrößerter und verschönerten Form gezeichnet und beschriftet werden und dann als Präsentationsvorlage dienen. Dieser dritte Schritt hat mit dem ursprünglichen Design Thinking allerdings wenig zu tun, da Design Thinking ja gerade von dem Miteinander und der Diversität lebt. Er kann jedoch als Vorstufe zur Brainstorming-Session genutzt werden, so dass alle Beteiligten schon mit Ideen in die Session kommen.

 

Ein Ausblick?

 

Das ist also Design Thinking. Neue Allzwecklösung oder bloß ein Hype? Das ist die Frage, die man sich wohl bei jeder Neuheit, jedem Konzept und jeder Methode fragen muss. Design Thinking kann schon was, richtig angewendet zumindest. Es grenzt sich von früheren Methoden ab und ist sehr genau definiert und trotzdem frei. Leider wird es oftmals noch verwechselt mit Produktdesign oder einfach kreativen Brainstorming. Die 7 Sprints sind aus gutem Grund klar definiert und machen die Methode als solche aus. Ganz neu ist die Idee nicht, wie wir oben schon erläutert haben - allerdings ist das Konzept und die Zusammensetzung aus Interdisziplinarität, Raumkonzept und Regelwerk neu. Und das funktioniert tatsächlich. Was wir dabei jedoch immer im Kopf behalten sollten: Ein Regelwerk ändert keine Persönlichkeiten. Ein unkreativer Mensch wird nicht plötzlich kreativ, weil der Raum nun anders gestaltet wird. Ein kritischer Mensch wird nicht plötzlich passiv und hört nur noch zu, weil das Regelwerk es so sagt.

 

Steffi Kieffer appelliert daran, Design Thinking mehr auf den Einzelnen zu beziehen, den Mensch zu sehen und nicht (nur) den Prozess. “Für mich geht es nicht darum, Design Thinking als Prozess in eine Firma zu bringen, sondern eine Kultur von Kreativität zu schaffen.”, schreibt sie in ihrem Blog und genau darum geht es. Ob nun Schritt für Schritt der Definition von Design Thinking nachgeeifert wird oder man sich nur hier und da etwas rauspickt: Die richtigen Menschen für die richtigen Positionen müssen gefunden werden, damit Design Thinking auch Früchte trägt. Nicht jeder wird die Idee mögen und nicht jeder muss sie mögen.

 

Wichtig für’s Gelingen ist vor allem, einen Raum zu schaffen, der ermöglicht. Ermöglicht, seine eigene und ganz persönliche Fähigkeit auszuleben und einzubringen, ein Umfeld, dass willkommen heißt und Fehler als Chancen ansieht. Eine Kultur des Voneinander-Lernens statt Sich-Kritisierens. Individualität gepaart mit Teamwork und Kreativem Freiraum. Dies sind die Zutaten, die ein erfolgreiches Design Thinking braucht.

 

CHIEF DIGITAL ADVISOR

 

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