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Vor einiger Zeit unterhielt ich mich mit einem Freund, der gerade von einer mehrmonatigen Reise durch die Vereinigten Staaten von Amerika zurückgekehrt war. Eigentlich war er in die USA gefahren, um die imposanten Ruinen der in Amerika vermeintlich untergegangenen Old Economy zu besichtigen, zu fotografieren und ein Buch darüber zu schreiben. Jedoch fand er sogar in Detroit, wo die Fabriken der Old Economy zuhause sind, ganz anderes als das Erwartete vor: Die Ruinen schienen aus ihrem eigenen Staub wieder aufzuerstehen.

Was ihm noch mehr imponierte und auffiel, war die Art und Weise, wie die Detroiter ihre im Jahr 2013 bankrottgegangene Stadt seit dem neu erfinden und gestalten. Dies alles mit einer Freude, einem Enthusiasmus und einer Sehnsucht, die nur auf eine zutiefst amerikanische Eigenschaft zurückzuführen sein kann: Jenen Pioniergeist, mit der vom 17. bis 19. Jahrhundert europäische Einwanderer, darunter auch viele Deutsche, den nordamerikanischen Kontinent besiedelten.

In der vor Beginn der Reise fixierten Erwartung (die ja nun bereits widerlegt war), im Südwesten der Vereinigten Staaten eine Entwicklung vorfinden zu können, die mit den Zuständen in Old Detroit kontrastierten, machte sich mein Freund auf den Weg in die Herzkammer der New Economy im Südwesten des riesigen Landes. Ins Silicon Valley. Hier, dies ist ja bekannt, befinden sich die Zentralen der erfolgreichsten Unternehmen des digitalen Zeitalters.

Auch dort empfand mein Freund die Befindlichkeit der Menschen wie eine Frischzellenkur. Er war hingerissen von einem Spirit, der, ganz offensichtlich aus sich selbst heraus, immerzu Inspiration und Innovation gebiert.

Der amerikanische Pioniergeist.

Erneuern und gestalten, anpacken und nach vorne schauen; Rückschläge nicht als Niederlage, sondern als Herausforderung annehmen und überwinden: Nirgendwo auf der Welt dürfte diese Mentalität so ausgeprägt sein wie in den USA. Risikobereitschaft wird vom Staat gefördert und von der Gesellschaft goutiert. Wer es zu etwas bringt, wird nicht, wie in Deutschland, beneidet, sondern bewundert. Jedem, der es aus eigener Kraft, mit Glück oder einer Mischung aus beidem geschafft hat, zu Reichtum und Wohlstand zu kommen, wird dies von Herzen gegönnt. Statt zu diffamieren, eifert man nach. Das Nacheifern bezieht sich aber nicht auf das Produkt, solches hätte auch keinen Erfolg, und dies kann man getrost den Asiaten überlassen, denn sie beherrschen die Kunst des Kopierens am besten. Nein: Was hier kopiert wird, ist der Spirit, ist die Begeisterung und Verve, mit der die Amerikaner nicht nur den Wilden Westen erobert haben, sondern die dazu geführt hat, dass 1967 eine Raumkapsel der NASA mitsamt Astronauten auf dem Mond aufsetzen und wieder zur Erde zurückkehren konnte. Eine technische und logistische Meisterleistung, ein Kunststück, das von anderen bestenfalls noch nachgeahmt werden konnte. Bald werden es wohl wieder Amerikaner sein, die ein Gefährt von der Erde zum Mars schicken – und auch wieder zurückbringen werden. So entstehen Mythen. Wie großartig!

Immer sind die Vereinigten Staaten die Vorreiter.

Woran mag das wohl liegen?

Es geht um den Spirit. Denn Spirit ist Sprit. 

Nicht zu schauen, was andere tun, sondern seinen eigenen Weg zu gehen, ja gehen zu müssen. Das Überwinden von Hindernissen, das Kommunizieren und Nachdenken um des Erfolgs und eigenen Glückes Willen, die Neugier und die Bereitschaft, sich auf das Fremde und Unwägbare einzulassen, daraus zu lernen und es zu verstehen: Ohne diese Fähigkeiten auszubilden, hätte der nordamerikanische Kontinent nie und nimmer von Europäern besiedelt werden können. Hinzu kommt, dass die Europäer einen unwiderstehlichen Drang verspürten, sich im Gelobten Land neue Lebensräume zu erschließen und glücklicher zu werden als im schon damals von Krisen und Kriegen gebeutelten Old Europe.

Wie oft schon wurde die amerikanische Wirtschaft totgesagt, für pleite erklärt, und wie oft bewiesen die Menschen das Gegenteil!

Diese Machermentalität, dieses Umsetzen-Wollen, ist zutiefst in der amerikanischen Seele verwurzelt, und diese Mentalität bildet die DNA des Erfolgs. Alle im Silicon Valley und der digitalen Wirtschaft erfolgreichen Männer und Frauen tragen diesen Geist in sich. Bei jedem Gespräch spürt man hochintensive Neugier, Respekt und Lernbereitschaft. Und immenses Selbstbewusstsein.

Zwei verschiedene Denkweisen

In dem Moment, als ich dies erkannte, begriff ich den entscheidenden Unterschied zwischen Amerika und Europa, eine Differenz, die extreme Kontraste verursacht: Es sind schon die Ausgangspunkte des Denkens, die die beiden Kontinente voneinander trennen.

Der Unterschied im Denken scheint mir evident: Dreht sich das Denken der Amis um die Realisierung von Glück und Erfolg, so kreisen die Gedanken der Europäer, vornehmlich der Deutschen, um die Erkenntnis. Suche nach Sinn statt nach Glück. Zwei vollkommen unterschiedliche Welten, auch wenn für den einen oder anderen die Suche nach Erkenntnis an sich schon das Glück und den Sinn des Lebens bedeutet, was ja auch vollkommen berechtigt ist.

Allerdings kann sich den Luxus der Sinnsuche nur leisten, wer vorher die ökonomischen Voraussetzungen dafür geschaffen hat. Eigentlich eine Floskel, und vermutlich gerade deshalb so wahr: Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne Wirtschaft ist alles nichts.

Deshalb konnte auch längst bewiesen werden, dass die Ökonomie das „Culture Core“ jeder Gesellschaft ausmacht. Dass mithin die Wirtschaft es ist, auf der sämtliche weiteren Ausprägungen von Gesellschaften basieren, also in erster Linie auf dem Denken, das aus den Bedeutungskonstruktionen einer Kulturgemeinschaft resultiert.

Diese Erkenntnis stammt nicht von einem Europäer, sondern von dem US-amerikanischen Anthropologen Julian Haynes Steward. Doch immerhin: Er wurde aufgrund seiner Erkenntnisse glücklich.

Die Überwindung von Grenzen bedeutet nicht deren Abschaffung

Europas Krisen entstanden immer aus der Kleinstaatlichkeit, aus Nationalismen und Neid. Sagt man.

Dem muss aus Gründen der Vollständigkeit hinzugefügt werden, dass sich Europa, voran Deutschland, den Zeitgeist in unfassbarer Weise fehlinterpretierend, seit einiger Zeit Probleme exorbitanten Ausmaßes importiert, statt sich mit neuem, befreiendem Geist aufzuladen, der für die zukunftsweisende Erneuerung so dringend gebraucht würde.

Was letztendlich aber auch etwas Gutes hat, weil vielleicht nur so endlich, endlich begriffen wird, was Freiheit bedeutet. Und was für ein ungeheuerlich großartiges, einzigartiges, herrliches Vermächtnis Europa vorzuweisen hat. Allen Problemen, egal wie groß sie auch sein mögen, kann nämlich mit Intelligenz und Bildung begegnet werden. Deshalb wäre nichts angesagter, als nicht nur vom amerikanischen Pioniergeist zu lernen, sondern auch z.B. die amerikanische Einwanderungspolitik zu – ja, zu kopieren. Eine Politik, die darauf ausgelegt ist, nur die klügsten Köpfe ins Land kommen zu lassen. Oder solche, die einen Geist in sich tragen, der mit dem American Spirit verwandt ist.

Als Fazit der Unterhaltung mit meinem Freund kann ich nun zusammenfassend sagen:

Der stärkste Kontrast zwischen Alt und Neu befindet sich nicht in den USA, nicht zwischen Old und New Economy.

Vielmehr ist es Europa, dort an der Spitze Deutschland, das aufgrund seiner verkrusteten Strukturen mit Amerika kontrastiert und konkurriert. Und dermaßen ins Hintertreffen gekommen ist, dass es droht, den Anschluss ganz zu verlieren. Zumindest bis jetzt. Aber das kann sich ja ändern.

Wenn nämlich Europa sich auf seine eigenen Potentiale besinnt. Und die sind gigantisch und wenn man genau hinsieht, sogar haushoch überlegen.

Wir haben es also erkannt. Jetzt müssen wir es nur noch umsetzen.

Das Großartige am Internet ist doch, dass es weder geographischen noch politischen oder sonst irgend welchen Grenzen unterliegt.

Dass die USA dennoch so weit vorne liegen und Europa und Deutschland derartig hinterherhinken, muss also noch andere Ursachen haben.

Die Angst der Deutschen

Wer sich fotografieren lässt, dem wird scheibchenweise die Substanz vom Körper abgezogen und per elektrischer Osmose, oder so ähnlich, auf ein Blatt Papier übertragen.

Dass dem so wäre – davon waren die Menschen angesichts der neuen Erfindung der damals noch nach ihrem Erfinder benannten Fotografie, dem genialen Franzosen Louis Jacques Mandé Daguerre (1787 -1851), absolut überzeugt.

Vergleichbare Befürchtungen hegten die Menschen gegenüber den ersten Dampflokomotiven: Wer sich mit der irrwitzigen Geschwindigkeit von ca. 20 km/h fortbewege, der müsse an Gehirnkrankheiten und Psychosen, Lungenentzündung und/oder Schwindsucht erkranken und sterben.

Weshalb erzähle ich das?

Weil ich in meiner täglichen Praxis in Gesprächen mit Kunden – und das sind in aller Regel gestandene Unternehmer – mit genau diesem Phänomen konfrontiert bin: Der irrationalen Angst vor Innovation, hier der Digitalisierung.

Statt beherzt und kreativ auf die neuen, großartigen, niemals dagewesenen, quasi auf dem Silbertablett kredenzten Möglichkeiten zuzugreifen und sie sich gewinnbringend zu eigen zu machen, überkommt den deutschen Michel die Panik.

 „German Angst“

Ganz offensichtlich haben wir es hier mit einer Erscheinung zu tun, für die uns die gesamte restliche Welt belächelt. Im angelsächsischen Kulturkreis spricht man von der „German Angst“.

Die German Angst umschreibt ein den Deutschen zugeschriebenes Charaktermerkmal, welches in ausnehmend bedauernswerten Fällen dazu führt, dass der Betroffene sich in der Erwartung von Veränderung in die Hose macht.

Dass ausgerechnet Deutschland sich dergestalt vor der ganzen Welt blamiert, wirkt besonders bizarr, wenn man bedenkt, dass dieses Land eigentlich schon immer für seine vielen klugen Köpfe, die eine wissenschaftliche, erkenntnistheoretische und technische Glanzleistung nach der anderen vollbrachten, bekannt und gefürchtet war, und dass ein beträchtlicher Prozentsatz der die Welt bis heute bereichernden Erfindungen aus dem Gebiet stammt, in dem sich die heutige BRD befindet.

Aber woran mag nun dies wieder liegen? Ist nicht gerade der Unternehmer daran interessiert, technische Innovationen für sein Unternehmen nutzbar zu machen?

Und weshalb reagieren die Deutschen immer erst, wenn es zu spät ist?

Gehen wir also der Angst auf den Grund:

Vielleicht liegt die Ursache der Angst im von mir kürzlich angesprochenen typisch deutschen Denken: Dreht sich zukunftgerichtetes Denken um die Frage, wie Glück und Erfolg zu erreichen sein könnten, so befasst sich der Deutsche, philosophierend in sich selbst versunken, mit der Suche nach Erkenntnis und Sinn. Statt der uralten Weisheit „pantharhei“ (alles fließt) Folge zu leisten, heißt die Devise des Deutschen: Behalten und Sparen. Beides wird auf tragische Weise mit Erhalten verwechselt. Im Wirtschaftsleben jedoch bewirkt die Tugend der Sparsamkeit fast immer unbeabsichtigte, das Ziel meilenweit verfehlende Effekte und wird so zum Makel. Was man heute erhalten will, ist schon morgen veraltet.

Die Folge: das Glück rauscht am Deutschen vorbei. Zurück bleiben oft Misserfolg, Neid, Depression und Verzweiflung.

Aufwachen! Aufwachen!

Heute wehen die globalen, immer stürmischer werdenden „Winds of Change“ jenen, die des Glaubens sind, sich auf dem Erreichten ausruhen zu sollen, das Liebgewonnene ganz schnell unter dem Allerwertesten weg. Denn so viel kann definitiv schon gesagt werden: Was uns heute umweht, ist nur ein laues Lüftchen gegen das, was noch kommt.

Daran ist aber nichts Schlimmes, geschweige denn Beängstigendes, wenn auch die Angst vor der Digitalisierung psychologisch nachvollziehbar sein mag: Zum ersten Mal in der menschlichen Geschichte werden kognitive Leistungen komplett an Apparate übertragen. Das Internet fühlt sich an wie ein externes Gehirn.

Dass ein Mensch per Rakete auf den Mond geschossen werden kann, ist im Prinzip ein mechanischer Vorgang und sogar einem Kind vorstellbar. Die mit der Technik des Internets und der dazugehörigen Hardware zusammenhängenden Erscheinungen dagegen sind selbst deren Erfindern zum Teil noch ein Rätsel. Wie soll man verstehen, dass auf einem lächerlich winzigen Speicherchip die Inhalte ganzer Bibliotheken abgespeichert werden? Und wie soll das menschliche Vorstellungsvermögen damit klarkommen, dass von jedem beliebigen Ort der Welt Texte, Bilder, Musik, ja ganze Filme u.v.m. in Jetztzeit an jeden anderen Ort der Welt verschickt werden können?

Ich bin ein überzeugter Anhänger der These, dass die Gegenwart dann ihre Problematik verliert, wenn man ihre Vorgeschichte kennt. Deshalb werde ich im Verlauf dieses Buches auch auf die Mechanismen des menschlichen Wahrnehmens, Fühlens und Denkens eingehen. Die Angst vor Neuem ist auch nichts Neues.

Deshalb ist es eigentlich unfair, den alten Kontinent mit Amerika zu vergleichen. Europa ist ein über Jahrtausende gewachsener Kulturraum. Die hier geltenden Werte und Interaktionsstandards, das gesamte kulturelle Inventar, wurden in langwierigen, oftmals blutigen Auseinandersetzungen verhandelt und ratifiziert. Die europäischen Siedler brachten das alles schon fertig verpackt nach Amerika mit und verabreichten es den dortigen Ureinwohnern wie Fastfood. Dies geschah übrigens in allen europäischen Kolonien. Nirgendwo wurden deshalb Freudentänze vollführt.

Technische Neuerungen, die Veränderungen der Arbeitswelten und Kulturbilder haben in der ganzen Menschheitsgeschichte und auf der ganzen Welt für Ängste und Desorientierung gesorgt. Überall fühlten sich die Menschen innerlich zerrissen und mussten sich individuell und sozial neu organisieren.

Je mehr menschliche Arbeit von Maschinen vollbracht wurde, umso komplexer wurde die Welt. Die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts führte dazu, dass menschliche Muskelkraft immer mehr von Maschinen übernommen wurde.

Die neuen technischen und wissenschaftlichen Errungenschaften forderten die Menschen enorm: Sie mussten mit den neuartigen Objekten, einem beschleunigten Leben und ganz neuen Lebensumständen fertig werden.

In den Roaring Twenties des 20. Jahrhunderts waren, befördert vor allem von amerikanischem Einfluss, die Bürowelten dran. Die Arbeitsabläufe wurden rationalisiert und automatisiert. Zum Einsatz kamen neue Rechen-, Schreib-, Kopier-, Registrier- und Telefontechnologien, die Frederick Taylors wissenschaftlicher Betriebsführung, der Zerlegung der Arbeit in zeitlich und motorisch getaktete Untereinheiten und der Akkordarbeit zum Durchbruch verhalfen.

Der mit dem Zweiten Weltkrieg verbundene beschleunigte Technologiekrieg führte zu weiteren, massiven Neuerungsschüben. Der deutsche Ingenieur Konrad Zuse erschuf 1941 den Z3, den ersten frei programmierbaren Rechner in binärer Schalttechnik. Er ging als erster wirklich funktionsfähiger Digitalrechner, sprich: Computer, in die Geschichte ein.

Digitale Globalisierung, globale Digitalisierung.

Mit der Digitalisierung wurde erstmals menschliche Denkkapazität der direkten Verantwortung des Bedieners (heute: „User“) entzogen und an Maschinen mit künstlicher Intelligenz übertragen.

Ein ungeheuerlicher Vorgang! Mit ihm verbunden die Angst des Individuums, dass ihm die kognitive Kontrolle über die eigene Persona entgleiten, sich mithin sein Ich auflösen und verflüchtigen könnte. Der Horror schlechthin.

Analog verhält es sich beim Unternehmer: Ist erst einmal der eigene Laden qua Digitalisierung der globalen Konkurrenz ausgesetzt, beginnt ein proliferierendes Spiel, das bei fehlerhafter Führung genau so schief gehen kann wie eine falsche Taktik im Fußball. Wer schlecht spielt, steigt ab.

Deshalb ist mein Rätseln über die Trägheit und Zögerlichkeit deutscher Unternehmer auch keinesfalls als Vorwurf zu interpretieren.

Trotzdem kommen auch deutsche Mittelständler und sogar Kleinunternehmer nicht um die Digitalisierung herum. Warum denn auch? Ein gutes Markenkonstrukt ist bei guter digitaler Führung geradezu zum Erfolg verdammt. Und eine gute digitale Markenführung führt umgekehrt zu einem guten Markenkonstrukt. Wirklich bemerkenswert ist ja, dass sogar die sonst so schwerfälligen Finanzbehörden auf Digitalisierung umgestellt haben (auch wenn sich ihr Ruf dadurch nicht merkbar verbesserte. Aber das hat andere Gründe …).

Für Unternehmen, die nicht endlich aus dem Knick kommen, gilt: Was derzeit noch nur Symptom und behebbar ist, wird im Fall längeren Zögerns zur dauerhaften Rückständigkeit führen. Eine enorme Gefahr übrigens für den eigenen und gesellschaftlichen Wohlstand, aber auch für die Kultur Europas. Die internationale Konkurrenz wird nicht zögern, in die von ängstlichen oder verschlafenen Besitzstandswahrern aufgemachten Lücken zu stoßen. Nicht umsonst ziehen kleine, dafür hocheffiziente und quasi aus dem Nichts auftauchende Unternehmen digitaler Nerds gleich reihenweise an den Unternehmen der Old Economy vorbei.

Dabei eignen sich digitale Konzepte gerade für traditionelle Unternehmen hervorragend. Quelle hätte Amazon geschlagen. Karstadt Zalando. Wenn ihre Managements nur rechtzeitig auf diejenigen gehört hätten, die ihnen mit Vorschlägen zu digitalen Konzepten in den Ohren lagen. Eitelkeiten und fehlende geistige Agilität, aber auch behördenähnliche, ineffiziente Verwaltungen führten dann konsequent in den Abgrund.

Deshalb wiederhole ich: Fehler sollte man nicht nachahmen. Digitalisierung bedeutet niemals dagewesene Chancen.

Und wenn wir uns schon, wie so oft geschehen, mit Amerika vergleichen, sei auch mal daran erinnert, welch großartiges, unfassbar reiches Vermächtnis Europa bereithält. Das Ergebnis ist Qualität, Qualität und nochmals Qualität.

Vom grenzenlosen, manchmal die Sinne betäubenden American Spirit sollten wir uns nur dort infizieren lassen, wo es uns gut tut und sinnvoll ist, z.B. da, wo es um das Ablegen unsinniger Konventionen und die Sprengung bürokratischer Fesseln geht.

Let’s go!

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